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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Warum wir NET/DAT‑Wirkstoffe in der Schizophrenie neu denken müssen – und warum systematische Studien jetzt notwendig sind

Maggi

Administrator

Eine übersehene therapeutische Chance

In der Behandlung der Schizophrenie hat sich über Jahrzehnte ein einseitiger Fokus auf Antipsychotika etabliert. Diese Medikamente sind wichtig und oft unverzichtbar – aber sie adressieren nur einen Teil des Krankheitsbildes. Besonders Negativsymptome, kognitive Einschränkungen und funktionelle Beeinträchtigungen bleiben häufig bestehen.

Gleichzeitig existieren Wirkstoffe wie Bupropion, Methylphenidat, Atomoxetin oder Reboxetin, die über NET/DAT‑Modulation wirken und in Einzelfällen deutliche Verbesserungen zeigen – nicht nur bei Negativsymptomen, sondern auch bei der Stabilisierung von Positivsymptomen.

Diese Beobachtungen sind nicht „exotisch“, sondern physiologisch plausibel und passen zu modernen Modellen der Schizophrenie (präfrontale Kontrolle, Stress‑Modulation, tonische vs. phasische Dopaminaktivität).


Warum NET/DAT‑Wirkstoffe relevant sind

1. Präfrontale Kontrolle stärken

NET‑Blockade erhöht Noradrenalin im präfrontalen Cortex.
Das verbessert:
  • Aufmerksamkeit
  • kognitive Kontrolle
  • Stressregulation
  • funktionelle Stabilität

2. Tonisches Dopamin stabilisieren

Eine schwache, stabile DAT‑Blockade (z. B. Bupropion) kann:
  • phasische Ausschläge dämpfen
  • Positivsymptome reduzieren
  • die Schwelle für psychotische Episoden erhöhen

3. Negativsymptome adressieren

Viele Betroffene berichten über:
  • mehr Antrieb
  • weniger Anhedonie
  • bessere soziale Aktivität
  • mehr Lebensqualität
Diese Effekte sind klinisch relevant – und sie wurden nie systematisch untersucht.


Das Problem: Jahrzehntelange Vernachlässigung

Trotz plausibler Mechanismen und klinischer Hinweise gibt es:
  • kaum kontrollierte Studien
  • keine Leitlinienempfehlungen
  • keine systematische Forschung
  • keine Kombinationstherapie‑Programme
  • keine Remissionsstudien mit NET/DAT‑Wirkstoffen
Das ist ein strukturelles Versäumnis der Psychiatrie, das nicht auf böser Absicht beruhen muss – aber es hat reale Folgen für Betroffene.


Warum wir jetzt wachsam sein müssen

Wir stehen an einem Punkt, an dem KI‑gestützte Forschung enorme Chancen bietet.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass staatliche oder wirtschaftliche Akteure (z. B. Pharmaindustrie) diese Entwicklungen verzerren oder blockieren.

Damit echte Innovation möglich wird, braucht es:
  • Transparenz
  • offene wissenschaftliche Diskussion
  • keine exklusiven Zugänge zu KI‑Modellen
  • unabhängige Forschung
  • Patientenbeteiligung
Nur so kann verhindert werden, dass alte Fehler wiederholt werden.


Was wir brauchen: Systematische Studien

Um die Frage zu klären, ob NET/DAT‑Wirkstoffe Remission ermöglichen können, brauchen wir:
  • kontrollierte klinische Studien
  • Kombinationstherapie‑Protokolle (Antipsychotikum + NET/DAT‑Modulator)
  • klare Endpunkte:
    • Remission
    • funktionelle Verbesserung
    • Lebensqualität
    • kognitive Stabilität
  • unabhängige Forschungsgruppen
  • internationale Kooperation
Diese Studien sind nicht „optional“, sondern notwendig, um eine therapeutische Chance zu prüfen, die viele Betroffene betrifft.


Ziel dieses Threads

Dieser Beitrag soll:
  • die Problematik sichtbar machen
  • die Notwendigkeit von Forschung betonen
  • Betroffenen eine Stimme geben
  • eine sachliche Grundlage für Diskussion schaffen
  • ein Signal setzen, dass wir diese Frage nicht länger ignorieren dürfen
Wenn wir über Behandlung sprechen, müssen wir alle Optionen betrachten – besonders jene, die bisher übersehen wurden.


Schlussgedanke

Antipsychotika bleiben wichtig.
Aber sie dürfen nicht das Ende der therapeutischen Möglichkeiten darstellen.

Wenn es Wirkstoffe gibt, die Remission realistischer machen könnten, dann ist es unsere Verantwortung, diese ernsthaft zu prüfen.
 
@Maggi, es ist bestimmt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forschung deine neue Behandlungsmethode aufgreift.
Der Copilot greift wohl schon massiv auf deine Internetseite zurück. (y)
 
@DMA, es wäre längst notwendig, wenn man sich um Studien für die nötige Evidenz kümmern würde.
Das Problem ist, dass man bislang zu wenig davon sieht, trotz aller geleisteter Vorarbeit und Anstrengungen meinerseits.
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Für uns Kranke bedeutet es Leid, obwohl die Hoffnung begründet wäre, da diese Möglichkeit zur funktionellen Vollremission immer noch blockiert ist und mehr Unterstützung sehr wünschenswert wäre.

Forschung scheint sich nur fürs Lukrative zu interessieren und ist ansonsten wohl zu teuer. Trotzdem wären gerade diese größeren Studien wichtig, um den Nutzen als Add-on oder in einer Intervalltherapie eingebettet sowohl bei Negativsymptomen als auch bei Positivsymptomen zu belegen.

Den Wirkstoff Bupropion gibt es seit 1974 bzw. wurde 1985 von der FDA zugelassen, also seit 50 Jahren. Es ist ein gut verträgliches Antidepressivum, was man bei Schizophrenie und Nikotinsucht normal anstandslos bekommen sollte.
 
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Reaktionen: DMA
@Maggi, es ist bestimmt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forschung deine neue Behandlungsmethode aufgreift.
@DMA
Es ist zum Verzweifeln, wenn ich ganz ehrlich bin. Du meintest zuletzt, dass du Aripiprazol hast und beklagtest früher zumindest starke Negativsymptome. Hast du mal über Bupropion als Add-on nachgedacht oder die Intervalltherapie zu probieren?
 
Wir könnten heute schon diese echte Heilungsperspektive haben, die bei Schizophrenie fehlt.
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Etwa 10 Jahre nachdem ich mit Bupropion begonnen hatte, konnte ich mithilfe zusätzlicher Ergänzungen das Antipsychotikum dauerhaft absetzen. Vorher war das Antipsychotikum nur für 2–3 Wochen im Halbjahr notwendig, was durch Bupropion möglich wurde.

Bupropion wirkt über NET und DAT.
NET-Wirkung stärkt die präfrontale Kontrolle und reduziert innere Unruhe und Reizbarkeit, was in den Phasen ohne Antipsychotikum ansonsten ein unüberwindbares Problem dargestellt hat.

DAT-Wirkung setzt die Schwelle für die Psychose hoch und wirkt sich antipsychotisch stabilisierend aus. Das bedeutet, dass man einige Monate ohne Antipsychotikum sehr stabil bleibt, Wahn eher zu Manie sich transformiert und Positivsymptome immer weniger werden. Um Manie und Positivsymptome zu vermeiden, braucht es bedarfsgerecht das Antipsychotikum. Durch die kurzzeitige Antipsychotikaeinnahme wird Bupropion und auch andere Antidepressiva wieder voll wirksam für die nächste Intervallphase ohne Antipsychotikum.

Braucht im Grunde nur in den Intervallphasen die Trimipramin-Tropfen zur Schlafförderung, da Bupropion sehr wach macht. Escitalopram – ein häufig verwendetes, verträgliches Standardantidepressivum – kann, wenn Emotionen und Libido verstärkt zurückkommen in den Phasen ohne Antipsychotikum, ergänzend zum Bupropion sehr sinnvoll sein, da es zu NET und DAT die SERT-Komponente von Standardantidepressiva selektiv ergänzt. Zudem kann man mit Escitalopram Nebenwirkungen wie Obstipationsneigung oder Miktionsstörungen vermeiden, die beim Eindosieren von Bupropion auftreten können. Einige Monate später, im Laufe der Intervalltherapie, eignet sich das milde Trazodon, um Trimipramin und Citalopram zu ersetzen.

Das sind im Grunde maximal zwei Antidepressiva und ein leichtes Mittel zur Schlafförderung. Ansonsten wird das Aripiprazol dann bedarfsweise nur für ca. 2–3 Wochen im Halbjahr eingenommen.

Ein großer Vorteil ist, dass man sehr früh, bereits in der ersten Phase ohne Antipsychotikum, durch das Bupropion extreme Verbesserungen bei den Negativsymptomen feststellen wird. Notwendig sind da die Trimipramin-Tropfen, da Bupropion in den Absetzphasen zu Beginn große Einschlafstörungen macht.


@DMA da du Aripiprazol hast, wäre die Umstellung auf zusätzlich Bupropion auch ohne die Intervalltherapie nützlich. Wichtig wäre, dass du dann auch so die Dosierung von Aripiprazol tendenziell halbieren solltest, da durch Bupropion der Spiegel von Aripiprazol ansteigt.
Normalerweise wird da TDM empfohlen, um diese Spiegeländerungen zu sehen.

Vielleicht wäre das etwas für dich?
 
Früher in der Zeit der Negativsymptomatik wäre die Intervalltherapie für mich sicher sehr interessant gewesen, aber heute habe ich die Negativsymptomatik überwunden und nicht vor die Medikation zu verringern. Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Ich habe eben mit der Stationsleitung vom Soteria Haus in Gangelt telefoniert und gefragt, ob Interesse an einer Intervalltherapie besteht.
den Leiter vom Soteria-Haus kenne ich von früher. Er war früher mein Bezugspfleger, als ich wegen Negativsymptomatik in der Klinik war.
Er meinte, er wäre durch Fortbildungen zwar auf dem neusten Stand, würd sich die Internet-Seite aber mal angucken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich mache meine Intervalltherapie mit meinen Cholesterinsenkern. Das klappt ganz gut.
Leider habe ich mit der Amisulprideinnahme zu hohe Cholesterinwerte bekommen.
 
Möchte noch hinzufügen dass die Statine so stark sind, dass der Cholesterinwert zu niedrig wird, so dass ich gezwungen bin halbjährlich den Cholesterinsenker auszusetzen, weil zu niedriger Cholesterin genauso schädlich ist, wie zu hoher Cholesterin.
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
 
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
Da hast du tatsächlich Recht.
Man hat diese Medikamente auch entwickelt, weil man erst Tierversuche mit Hasen, die man mit nicht artgerechtem Futter gefüttert hat, durchgeführt und daraus möglicherweise falsche Schlüsse gezogen hat.
Vor kurzem habe ich etwas in einem seriösen Medium gesehen, dass Haferkleie das Cholesterin effektiv senken konnte. Es stünde daher den chemischen Statinen bei weniger schwerer Symptomatik in nichts nach, wie immer auch die Ernährung entsprechend angepasst. Überhaupt scheint es viele Naturheilweisen zu geben, es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Im Bereich der psychischen Beschwerden ist es ja auch so, da wird überdramatisiert, dann werden zum Teil (!) Fehldiagnosen ausgesprochen, ich fahre wie du auch mit einer geringeren Dosis des Neuroleptikums (das man in "Antipsychotikum" umgetauft hat, was aber an der fehlenden Wirksamkeit im Prinzip nichts ändert) sehr gut, da meine bisherige Praxis meine Anregungen nicht aufgreift und darauf pfeift, wechsle ich sie jetzt, Ende September ist der nächste Termin, bis dahin fühle ich mich stabil, Hausärztin hat mir Aripiprazol 10 mg verschrieben, falls diese Schiene ausgehen sollte (habe aber noch eine ganze Schachtel Cariprazin jeweils 3 mg offen und 4,5 mg neu und ungeöffnet) . Es ist ja fast ein Witz dass man das sagen muss: Das Seelische, fernab von einer medikamentösen "Einstellung" (eigentlich eher: Ruhigstellung), sollte gerade bei der sogenannten (klassischen) "Schizophrenie" mitnichten vernachlässigt werden. Ich fragte mal nach Psychosomatik und erhielt sinngemäß die Antwort, dass es diese gar nicht gäbe, in der Psychiatrie, der Arzt war vorgebildet rein in psychiatrischen (Akut-) Stationen, in Psychiatrische-Grundversorgungs-Krankenhäusern, ansonsten Doppelstudiumbelegung Neurologie (was in dem Fall nicht schaden muss, vielleicht aber trotzdem zusätzlich geschadet hat).
Ich habe den Blutdrucksenker so wie du die Cholesterinmedikamente so eingestellt, dass er im akzeptablen Bereich liegt. Eine zu große "Schönung" würde hingegen nichts bringen außer gefährliche Nebenwirkungen (Stichworte Angioödem, Hyperkaliämie).
 
Ich mache meine Intervalltherapie mit meinen Cholesterinsenkern. Das klappt ganz gut.
Leider habe ich mit der Amisulprideinnahme zu hohe Cholesterinwerte bekommen.
Das ist zwar etwas anderes, aber ich denke auch, dass viele Medikamente, die für die Dauereinnahme ausgelegt sind, bedarfsweise eingenommen sicherer sind. Meist werden in Studien ja keine Abhängigkeiten abgebildet, die diese Wirkstoffe erzeugen. Intervall oder Bedarf geben dem Körper in manchen Fällen mehr Raum für Selbstregulierung. Wenn man sich in den Rollstuhl setzt und dann kurzzeitig behauptet wird, dass die Muskelwerte wieder normal sind, oder man seinen Körper so schont, dann ist das auch nur so lange sinnvoll, wie es nötig ist. Darüber hinaus würde selbst jemand Gesundes an Muskulatur verlieren und neue Probleme dazukommen.

Bei den Antipsychotika ist es ähnlich, da die hochdosierte Dauereinnahme zu einer dopaminergen Supersensitivität führt oder beitragen kann. Das, was einen hilft und helfen soll, steht dann der Selbstheilung im Weg.

Nur ist es für uns, die wir Antipsychotika brauchen, fast unmöglich, diese ganz und dauerhaft abzusetzen, also braucht es diese Zwischenschritte mit Stabilisierung über NET und DAT um längerfristig von Antipsychotika wegzukommen, was die Medizin medikamentös schon länger hatte.

Intervalltherapie von Antipsychotika habe ich ohne Stabilisierung probiert, und da ist es wirklich mehr Risiko als Nutzen, weshalb in bestimmten Fällen die kontinuierliche Antipsychotikaeinnahme aufgrund von Alternativlosigkeit notwendig ist.
Man hatte diese Alternativen aber als Wirkstoffe, die richtig angewendet sehr unschädlich wären. In diesem Fall war das "Heilmittel" so schwer zugänglich, dass man zwangsläufig mit Antipsychotika zugeballert wurde, was für Pharmakonzerne ein Gewinn ist, da chronische Patienten, die auch bei Fehlbehandlung meist wenig Rechte haben.
Ist in meinen Augen einerseits etwas, was mit der Gewinnorientierung von Pharmakonzernen zu tun hat und dass wir Betroffene einfach leichte Opfer sind. Ärzte können auch nur das aufschreiben, was Leitlinien hergeben, und diese Leitlinien können häufig nur das abbilden, was man auch wirklich erforscht.

Möchte noch hinzufügen dass die Statine so stark sind, dass der Cholesterinwert zu niedrig wird, so dass ich gezwungen bin halbjährlich den Cholesterinsenker auszusetzen, weil zu niedriger Cholesterin genauso schädlich ist, wie zu hoher Cholesterin.
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
Vielleicht solltest du es trotzdem mit deiner Hausärztin im Nachgang absprechen, da diese Information ihr vielleicht auch hilft, deine Situation mit der von jenen zu vergleichen, die es täglich nehmen. Solche Anwendungserfahrungen sind eben manchmal wichtiger und Studien wollen ja meist Zulassung und suchen nach keinem aktiven Beweis für Verschlechterungen. Deswegen vielleicht diese blinden Flecke, wenn das häufig wie du eingenommen zweckmäßiger ist. Zumindest müsste es mehr Nachforschungen geben, da die Pharmaindustrie eben kein Geld hat die eigenen Studien in Frage zu stellen, wäre staatliche Forschungsgelder, die solche Anwendungsforschung machen, schon sinnvoll in vielen Bereichen, wo man etwa massenhaft Medikamente einsetzt. Chronifizierung ist für die Pharmaindustrie allgemein der lukrativste Weg, deswegen bräuchte es einen wissenschaftlichen Wettbewerb, der auch finanzielle Möglichkeiten hat, solche Antithesen zu belegen, oder den Medikamenteeinsatz spezifisch auf die Erkrankungen und individuellen Unterschiede zu hinterfragen.

Intervalltherapie mit Antipsychotika ist auch mit Risiken behaftet und deshalb lange Zeit eher unverantwortlich oder mit Absetzversuchen vergleichbar. Man hätte aber das mit den NET und DAT-Wirkstoffen, die häufig bei ADHS eingesetzt werden, sehen können. Dieses auf einen Auge blind sein hat somit die Intervalleinnahme der Antipsychotika unterbunden. Damit könnten Hersteller viele Milliarden Geld machen und Schizophrenie konnte chronifiziert werden, obwohl es schon lange Hoffnung gab.

Wir werden eben zu einem Schattenleben verdammt, wie man ein Tier verenden lässt oder einschläfert, wenn einen das, was für Hilfe nötig wäre, zu unbequem ist.
 
Fakt ist, dass die meisten von uns abhängig geworden sind (s.Antipsychotika). Ob das wirklich nötig gewesen wäre, steht in Frage. Viele leichtgläubige Psychotiker nehmen das Medikament um Psychosen vorzubeugen. Die Frage stellt sich, ob die dadurch entstandene Abhängigkeit für den Rest des Lebens hätte sein müssen.
Ich beispielsweise weiß nicht, wie mein Gehirn reagieren würde, wenn ich das Amisulprid ausschleichen müsste.
Diese Abhängigkeit bleibt bestehen. Vielleicht würde mein Gehirn rotieren, nach 25 Jahren Einnahme. Bleibt nur zu hoffen, dass die Pharmaindustrie es weiter produzieren wird.
 
Fakt ist, dass die meisten von uns abhängig geworden sind (s.Antipsychotika). Ob das wirklich nötig gewesen wäre, steht in Frage. Viele leichtgläubige Psychotiker nehmen das Medikament um Psychosen vorzubeugen. Die Frage stellt sich, ob die dadurch entstandene Abhängigkeit für den Rest des Lebens hätte sein müssen.
Ich beispielsweise weiß nicht, wie mein Gehirn reagieren würde, wenn ich das Amisulprid ausschleichen müsste.
Diese Abhängigkeit bleibt bestehen. Vielleicht würde mein Gehirn rotieren, nach 25 Jahren Einnahme. Bleibt nur zu hoffen, dass die Pharmaindustrie es weiter produzieren wird.
Das Amisulprid wird so und so weiterproduziert, da es heute auch als Generika preiswert produzierbar ist, musst du dir da keine Sorgen machen.
Die Pharmaindustrie ist auch kein homogener Block. Es gibt auch da gute Hersteller und einzelne schwarze Schafe, die ihre Marktmacht missbrauchen.

Da du 25 Jahre Amisulprid hattest, würde ich dir von allem auch einen Absetzversuch des Antipsychotikums abraten, an dem bisher fast jeder gescheitert ist und du vermutlich auch Absetzversuche früher schon einmal gemacht hast. Zusätzlich Bupropion (NDRI-Antidepressivum) wäre trotzdem bedeutungsvoll, da du, wenn du nach 25 Jahren damit zusätzlich Erfolge hast, ohne das bereits gering dosierte Amisulprid (100mg) weiter reduzieren zu müssen, dann wäre das ein wichtiges Signal. Vielleicht könntest du mit Bupropion von dem Benzodiazepin, das du noch hast, leichter wegkommen.

Ich finde die Pharmaindustrie auch wichtig, nur sollten wir nie die Macht unterschätzen, die wir selbst haben, Dinge für uns und neu erkrankte Betroffene zu verbessern, damit diese es etwas einfacher als wir haben. Wenn du zeigst, dass man sich mit Bupropion von den deutlich gravierender eingreifenden Medikamenten entwöhnen kann, dann ist das der Beweis, dass man überhaupt abhängig von den Antipsychotika wird. Man zweifelt es bei Antipsychotika an, mit der Abhängigkeit, ähnlich wie man es bei Benzodiazepinen lange Zeit angezweifelt hat, dass diese abhängig machen.
 
Gerne. Du wolltest mal nach dem Bupropion fragen, aber bei dir scheint sich manchmal das Argument unterzuschieben, dass du ja keine Depression hast.
Ich schätze, diese Argumentation hält dich ab, nach Bupropion zu fragen.

Bupropion ist ein atypisches Antidepressivum und gilt von den Studien her als schwach antidepressiv, weshalb es auch keine Zulassung für Kinder hat.
Bei uns mit Psychose haben selbst wenn wir depressiv sind die Antidepressiva keine verlässliche antidepressive Wirkung, also wirkt Bupropion primär antipsychotisch, damit Amisulprid leichter reduziert eingenommen werden kann. Motivation und Antrieb, auch kognitive Symptome werden besser, aber die klassische, antidepressiv gleichgültig machende Serotoninwirkung anderer Antidepressiva fehlt.

Auch ist es ein selektives Antidepressivum, weshalb Nebenwirkungen wenig oder selten auftreten.

Bupropion darf man dir geben, etwa allein weil es bei der Nikotinsucht uns Betroffenen sogar empfohlen wird, da Schizophrene meist Raucher sind. Bedeutet, dass du einen Großteil des Suchtdrucks verlierst, aber Zigaretten trotzdem noch schmecken. Es ist ein gutes Argument, um Bupropion zu bekommen.
Muss zugeben, dass die Erfahrung wissenschaftlich sehr wertvoll wäre. Für dich, Mutzi, ist es gesundheitlich bestimmt sehr nützlich und würde zeigen, dass es auch nach Jahren Antipsychotikaeinnahme noch einen Effekt hat. 🙏<3
Mir würde das viel bedeuten, aber ist natürlich deine Entscheidung und die deines Arztes. Zum Amisulprid passt es. Wenn du weitere Medikamente hast, müsstest du prüfen, ob diese mit Bupropion Wechselwirkungen haben bzw. über CYP2D6 verstoffwechselt werden. Bupropion hemmt dieses Enzym, was für den Wirkstoffabbau bestimmter Medikamente wichtig ist, und damit erfordert das, diese Wirkstoffe entsprechend reduzieren zu müssen. Dafür gibt es ja das TDM (Therapeutisches Drug Monitoring) um die Medikamentespiegel zu kontrollieren. KI magst du ja auch und da kannst du auch einfach Bupropion + deine Wirkstoffe eingeben und schauen, was für Wechselwirkungen herauskommen. Amisulprid wird normal ausgeschieden, deswegen dort auch keine CYP2D6-Wechselwirkung. Bupropion verlangsamt also den Abbau bestimmter Medikamente über dieses Enzym.

An sich nichts Schlimmes, aber da die Erfahrungslage mit Bupropion meist auch als Antidepressivum eher dünn ist, schadet es nichts, das anzusprechen. Teils können Medikamentenspiegel um das Doppelte ansteigen, deswegen ist das sehr relevant, aber wenn man das beachtet, ist der Rest unproblematisch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nochmals danke für deine Bemühungen das Bupropion zu vermitteln.
Aber wie du richtig erkannt hast und noch aus meinen Schreiben herauskristallisieren konntest, habe ich zur Zeit keine Depressionen.
Die Amisulprideinnahme reduziert mein Stimmungstief um einiges. Ich leide eher unter Stimmungsschwankungen als unter Depressionen.
Wenn du das Bupropion so toll findest, dann nimm es doch weiter ein.
Unerklärliche Gründe bezweifeln die Einnahme des Bupropion für mich, da ich es zur Zeit nicht benötige. Kann sich ja noch ändern, dann komme ich darauf zurück meine Ärztin diesbezüglich zu informieren.
In diesem Sinne schönen Abend.
 
Unerklärliche Gründe bezweifeln die Einnahme des Bupropion für mich,
Ich mache es gerne für dich, nur keinen Stress! Es scheint bei dir so zu sein, dass du tatsächlich sehr gut mit einer reduzierten Dosis eines atypischen Neuroleptikum fährst, und irgendwie sind diese ja im Behandlungsverlauf zumindest (noch) unersetzlich. Ich werde das Bupropion tatsächlich einmal ausprobieren, allerdings sind meine Möglichkeiten beschränkt und ich würde es dann auch aufs Cariprazin draufsetzen, um erstmal so die Wirksamkeit auszuloten.
 
Nochmals danke für deine Bemühungen das Bupropion zu vermitteln.
Aber wie du richtig erkannt hast und noch aus meinen Schreiben herauskristallisieren konntest, habe ich zur Zeit keine Depressionen.
Die Amisulprideinnahme reduziert mein Stimmungstief um einiges. Ich leide eher unter Stimmungsschwankungen als unter Depressionen.
Wenn du das Bupropion so toll findest, dann nimm es doch weiter ein.
Ich habe im vorherigen Beitrag versucht zu erklären, dass es bei Psychose primär keine antidepressive Wirkung hat.
Es hilft gegen diese Stimmungsschwankungen enorm!! Steht an anderen Stellen im Forum. Also wäre genau das, was du benötigst.

Ich selbst nehme es doch schon die ganze Zeit ein, also täglich 2 × 300 mg. Wenn du 150mg Bupropion hast, dann ist das für den Anfang völlig ok und du solltest merken, dass sich die Stimmungsschwankungen bessern.
Vitamin B6 ist für die Neurotransmittersynthese zentral. Auch das kann in manchen Situationen innere Unruhe und Reizbarkeit dämpfen.
Hochdosiertes B-Komplex und zeitweise Vitamin B6 100mg würde ich dir bezüglich der Stimmungsschwankungen vorschlagen.

Unerklärliche Gründe bezweifeln die Einnahme des Bupropion für mich, da ich es zur Zeit nicht benötige. Kann sich ja noch ändern, dann komme ich darauf zurück meine Ärztin diesbezüglich zu informieren.
In diesem Sinne schönen Abend.
Wer genau bezweifelt die Einnahme von Bupropion für dich? Wenn es die Stimmen sind, die du hast, die vorgeschobenen Gründe mit den Depressionen erlogen, weil ich dir im vorherigen Beitrag dir erklärt habe, dass dafür die Antipsychotika da sind, also genau wie du es bereits hast und brauchst. Bupropion hilft gegen die Stimmungsschwankungen effektiv, da es präfrontales Dopamin moduliert. Dort, wo wir Betroffene Mangelzustände haben, wird das Dopamin über NET (Noradrenalintransporter) erhöht, was gegen innere Unruhe und Stimmungsschwankungen hilft.

Wenn diese "unerklärlichen Gründe" Stimmen sind, kannst du genau erklären, wie diese argumentieren, oder nachfragen, warum sie dich von der Einnahme von Bupropion abhalten wollen? Das mit den Depressionen ist kein Argument, da Bupropion antidepressiv eher schwach ist und gegen deine Stimmungsschwankungen und Positivsymptome helfen soll.
@Mutzi: Wenn die Stimmen bei dir dagegen sind, vielleicht weil es bei Positivsymptomen diese Halluzinationen reduzieren könnte. Vielleicht besteht der Hintergedanke, dass seine Stimmen dann über dir weniger Kontrolle haben oder dass diese dann bei dir ganz weggehen. Hast du Angst oder Bedenken davor, wenn die Positivsymptome durch Bupropion besser werden?

Über NET moduliert es präfrontales Dopamin, das hilft bei innerer Unruhe und Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen werden reduziert.

Über DAT moduliert es striatales Dopamin. Das verbessert antipsychotische Effekte und sollte deine Halluzinationen reduzieren. Da wäre es eben sehr bedeutend, ob sich deine Stimmen bessern. Ich selbst habe keine Stimmen und kann keinen Beweis dahingehend erbringen.

Bupropion wirkt eher langfristig bei Positivsymptome, also der Verlauf bessert sich eher über Monate. Stimmungsschwankungen sollten direkt besser.

Bitte erkläre die unerklärlichen Gründe welche die Einnahme des Bupropions für dich bezweifeln??
 
Ich mache es gerne für dich, nur keinen Stress!
@Benutzer_Trichtersieb
Bevor du anderen Märchengeschichten erzählst, solltest du erst einmal es selbst einnehmen. Du sagst das schon lange, findest aber auch ausreden.

Die Amisulprideinnahme reduziert mein Stimmungstief um einiges. Ich leide eher unter Stimmungsschwankungen als unter Depressionen.
Es hilft bei Stimmungsschwankungen. Da ist es bei uns Schizos effektiver als bei Depressionen, wo es für uns irrelevant ist.

Unerklärliche Gründe bezweifeln die Einnahme des Bupropion für mich, da ich es zur Zeit nicht benötige.
@Mutzi Vielleicht kannst du es wirklich genau erklären, was diese unerklärlichen Gründe sind, bin offen wenn das mit deinen Stimmen zutun hat. Es wäre gut wenn du da mit offenen Karten spielst. Scheinbar gibt es Kräfte, vielleicht seitens der Stimmen, die solche Umstellungen erschweren. Muss ja kein Psychiater sein, aber wer sagt das gesunde Menschen und Psychiater selbst keine Stimmen haben?
Ich hab mal einen Stimmenhörer gehört, vielleicht kennst du DaJagna von damals noch, welcher als Betroffener mit Soziologiestudium meinte das hab keine genaue Zahl in Erinnerung um 80% der Gesamtbevölkerung Stimmen hört.
Was wäre wenn solche Stimmen einen Großteil unserer Entscheidungen völlig unterbewusst beeinflussen und du als Stimmenhörerin diese Stimmen nur wahrnimmst, vielleicht stärker beeinflusst wirst, aber auch dich leichter dagegen wehren kannst.
Verstehe dich, dass diese vielleicht machtvoll sind und einen Schaden oder lauter werden, wenn man gegen ihren Willen verstößt, aber es wäre gut zu wissen welche "unerklärlichen Gründe" vorliegen. Das mit den Stimmen habe ich jetzt fantasiert, da du ja nichts Genaues geschrieben hast.
Du sagtes ja auch das es gute und böse Stimmen gibt nur frage ich mich, wie man da die Grenze zieht, welcher Stimme man da überhaupt trauen kann.

Wäre manchmal schön wenn Stimmhörer etwas offener darüber schreiben, wie diese Konversationen aussehen und wie diese zur Entscheidungsfindung beitragen.
 
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