Warum wir NET/DAT‑Wirkstoffe in der Schizophrenie neu denken müssen – und warum systematische Studien jetzt notwendig sind
Ich mache meine Intervalltherapie mit meinen Cholesterinsenkern. Das klappt ganz gut.
Leider habe ich mit der Amisulprideinnahme zu hohe Cholesterinwerte bekommen.
Das ist zwar etwas anderes, aber ich denke auch, dass viele Medikamente, die für die Dauereinnahme ausgelegt sind, bedarfsweise eingenommen sicherer sind. Meist werden in Studien ja keine Abhängigkeiten abgebildet, die diese Wirkstoffe erzeugen. Intervall oder Bedarf geben dem Körper in manchen Fällen mehr Raum für Selbstregulierung. Wenn man sich in den Rollstuhl setzt und dann kurzzeitig behauptet wird, dass die Muskelwerte wieder normal sind, oder man seinen Körper so schont, dann ist das auch nur so lange sinnvoll, wie es nötig ist. Darüber hinaus würde selbst jemand Gesundes an Muskulatur verlieren und neue Probleme dazukommen.
Bei den Antipsychotika ist es ähnlich, da die hochdosierte Dauereinnahme zu einer dopaminergen Supersensitivität führt oder beitragen kann. Das, was einen hilft und helfen soll, steht dann der Selbstheilung im Weg.
Nur ist es für uns, die wir Antipsychotika brauchen, fast unmöglich, diese ganz und dauerhaft abzusetzen, also braucht es diese Zwischenschritte mit Stabilisierung über NET und DAT um längerfristig von Antipsychotika wegzukommen, was die Medizin medikamentös schon länger hatte.
Intervalltherapie von Antipsychotika habe ich ohne Stabilisierung probiert, und da ist es wirklich mehr Risiko als Nutzen, weshalb in bestimmten Fällen die kontinuierliche Antipsychotikaeinnahme aufgrund von Alternativlosigkeit notwendig ist.
Man hatte diese Alternativen aber als Wirkstoffe, die richtig angewendet sehr unschädlich wären. In diesem Fall war das "Heilmittel" so schwer zugänglich, dass man zwangsläufig mit Antipsychotika zugeballert wurde, was für Pharmakonzerne ein Gewinn ist, da chronische Patienten, die auch bei Fehlbehandlung meist wenig Rechte haben.
Ist in meinen Augen einerseits etwas, was mit der Gewinnorientierung von Pharmakonzernen zu tun hat und dass wir Betroffene einfach leichte Opfer sind. Ärzte können auch nur das aufschreiben, was Leitlinien hergeben, und diese Leitlinien können häufig nur das abbilden, was man auch wirklich erforscht.
Möchte noch hinzufügen dass die Statine so stark sind, dass der Cholesterinwert zu niedrig wird, so dass ich gezwungen bin halbjährlich den Cholesterinsenker auszusetzen, weil zu niedriger Cholesterin genauso schädlich ist, wie zu hoher Cholesterin.
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
Vielleicht solltest du es trotzdem mit deiner Hausärztin im Nachgang absprechen, da diese Information ihr vielleicht auch hilft, deine Situation mit der von jenen zu vergleichen, die es täglich nehmen. Solche Anwendungserfahrungen sind eben manchmal wichtiger und Studien wollen ja meist Zulassung und suchen nach keinem aktiven Beweis für Verschlechterungen. Deswegen vielleicht diese blinden Flecke, wenn das häufig wie du eingenommen zweckmäßiger ist. Zumindest müsste es mehr Nachforschungen geben, da die Pharmaindustrie eben kein Geld hat die eigenen Studien in Frage zu stellen, wäre staatliche Forschungsgelder, die solche Anwendungsforschung machen, schon sinnvoll in vielen Bereichen, wo man etwa massenhaft Medikamente einsetzt. Chronifizierung ist für die Pharmaindustrie allgemein der lukrativste Weg, deswegen bräuchte es einen wissenschaftlichen Wettbewerb, der auch finanzielle Möglichkeiten hat, solche Antithesen zu belegen, oder den Medikamenteeinsatz spezifisch auf die Erkrankungen und individuellen Unterschiede zu hinterfragen.
Intervalltherapie mit Antipsychotika ist auch mit Risiken behaftet und deshalb lange Zeit eher unverantwortlich oder mit Absetzversuchen vergleichbar. Man hätte aber das mit den NET und DAT-Wirkstoffen, die häufig bei ADHS eingesetzt werden, sehen können. Dieses auf einen Auge blind sein hat somit die Intervalleinnahme der Antipsychotika unterbunden. Damit könnten Hersteller viele Milliarden Geld machen und Schizophrenie konnte chronifiziert werden, obwohl es schon lange Hoffnung gab.
Wir werden eben zu einem Schattenleben verdammt, wie man ein Tier verenden lässt oder einschläfert, wenn einen das, was für Hilfe nötig wäre, zu unbequem ist.