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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

➝ Die Dopamin‑Regulationshypothese: Schizophrenie als Signal‑Rausch‑Störung

➝ Schizophrenie einfach erklärt: Was im Gehirn passiert

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

Übersicht zu Intervalltherapie, Kombinationsstrategien und Nebenwirkungsprofilen.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Warum wir NET/DAT‑Wirkstoffe in der Schizophrenie neu denken müssen – und warum systematische Studien jetzt notwendig sind

Maggi

Administrator

Eine übersehene therapeutische Chance

In der Behandlung der Schizophrenie hat sich über Jahrzehnte ein einseitiger Fokus auf Antipsychotika etabliert. Diese Medikamente sind wichtig und oft unverzichtbar – aber sie adressieren nur einen Teil des Krankheitsbildes. Besonders Negativsymptome, kognitive Einschränkungen und funktionelle Beeinträchtigungen bleiben häufig bestehen.

Gleichzeitig existieren Wirkstoffe wie Bupropion, Methylphenidat, Atomoxetin oder Reboxetin, die über NET/DAT‑Modulation wirken und in Einzelfällen deutliche Verbesserungen zeigen – nicht nur bei Negativsymptomen, sondern auch bei der Stabilisierung von Positivsymptomen.

Diese Beobachtungen sind nicht „exotisch“, sondern physiologisch plausibel und passen zu modernen Modellen der Schizophrenie (präfrontale Kontrolle, Stress‑Modulation, tonische vs. phasische Dopaminaktivität).


Warum NET/DAT‑Wirkstoffe relevant sind

1. Präfrontale Kontrolle stärken

NET‑Blockade erhöht Noradrenalin im präfrontalen Cortex.
Das verbessert:
  • Aufmerksamkeit
  • kognitive Kontrolle
  • Stressregulation
  • funktionelle Stabilität

2. Tonisches Dopamin stabilisieren

Eine schwache, stabile DAT‑Blockade (z. B. Bupropion) kann:
  • phasische Ausschläge dämpfen
  • Positivsymptome reduzieren
  • die Schwelle für psychotische Episoden erhöhen

3. Negativsymptome adressieren

Viele Betroffene berichten über:
  • mehr Antrieb
  • weniger Anhedonie
  • bessere soziale Aktivität
  • mehr Lebensqualität
Diese Effekte sind klinisch relevant – und sie wurden nie systematisch untersucht.


Das Problem: Jahrzehntelange Vernachlässigung

Trotz plausibler Mechanismen und klinischer Hinweise gibt es:
  • kaum kontrollierte Studien
  • keine Leitlinienempfehlungen
  • keine systematische Forschung
  • keine Kombinationstherapie‑Programme
  • keine Remissionsstudien mit NET/DAT‑Wirkstoffen
Das ist ein strukturelles Versäumnis der Psychiatrie, das nicht auf böser Absicht beruhen muss – aber es hat reale Folgen für Betroffene.


Warum wir jetzt wachsam sein müssen

Wir stehen an einem Punkt, an dem KI‑gestützte Forschung enorme Chancen bietet.
Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass staatliche oder wirtschaftliche Akteure (z. B. Pharmaindustrie) diese Entwicklungen verzerren oder blockieren.

Damit echte Innovation möglich wird, braucht es:
  • Transparenz
  • offene wissenschaftliche Diskussion
  • keine exklusiven Zugänge zu KI‑Modellen
  • unabhängige Forschung
  • Patientenbeteiligung
Nur so kann verhindert werden, dass alte Fehler wiederholt werden.


Was wir brauchen: Systematische Studien

Um die Frage zu klären, ob NET/DAT‑Wirkstoffe Remission ermöglichen können, brauchen wir:
  • kontrollierte klinische Studien
  • Kombinationstherapie‑Protokolle (Antipsychotikum + NET/DAT‑Modulator)
  • klare Endpunkte:
    • Remission
    • funktionelle Verbesserung
    • Lebensqualität
    • kognitive Stabilität
  • unabhängige Forschungsgruppen
  • internationale Kooperation
Diese Studien sind nicht „optional“, sondern notwendig, um eine therapeutische Chance zu prüfen, die viele Betroffene betrifft.


Ziel dieses Threads

Dieser Beitrag soll:
  • die Problematik sichtbar machen
  • die Notwendigkeit von Forschung betonen
  • Betroffenen eine Stimme geben
  • eine sachliche Grundlage für Diskussion schaffen
  • ein Signal setzen, dass wir diese Frage nicht länger ignorieren dürfen
Wenn wir über Behandlung sprechen, müssen wir alle Optionen betrachten – besonders jene, die bisher übersehen wurden.


Schlussgedanke

Antipsychotika bleiben wichtig.
Aber sie dürfen nicht das Ende der therapeutischen Möglichkeiten darstellen.

Wenn es Wirkstoffe gibt, die Remission realistischer machen könnten, dann ist es unsere Verantwortung, diese ernsthaft zu prüfen.
 
@Maggi, es ist bestimmt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forschung deine neue Behandlungsmethode aufgreift.
Der Copilot greift wohl schon massiv auf deine Internetseite zurück. (y)
 
@DMA, es wäre längst notwendig, wenn man sich um Studien für die nötige Evidenz kümmern würde.
Das Problem ist, dass man bislang zu wenig davon sieht, trotz aller geleisteter Vorarbeit und Anstrengungen meinerseits.
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Für uns Kranke bedeutet es Leid, obwohl die Hoffnung begründet wäre, da diese Möglichkeit zur funktionellen Vollremission immer noch blockiert ist und mehr Unterstützung sehr wünschenswert wäre.

Forschung scheint sich nur fürs Lukrative zu interessieren und ist ansonsten wohl zu teuer. Trotzdem wären gerade diese größeren Studien wichtig, um den Nutzen als Add-on oder in einer Intervalltherapie eingebettet sowohl bei Negativsymptomen als auch bei Positivsymptomen zu belegen.

Den Wirkstoff Bupropion gibt es seit 1974 bzw. wurde 1985 von der FDA zugelassen, also seit 50 Jahren. Es ist ein gut verträgliches Antidepressivum, was man bei Schizophrenie und Nikotinsucht normal anstandslos bekommen sollte.
 
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Reaktionen: DMA
@Maggi, es ist bestimmt nur noch eine Frage der Zeit, bis die Forschung deine neue Behandlungsmethode aufgreift.
@DMA
Es ist zum Verzweifeln, wenn ich ganz ehrlich bin. Du meintest zuletzt, dass du Aripiprazol hast und beklagtest früher zumindest starke Negativsymptome. Hast du mal über Bupropion als Add-on nachgedacht oder die Intervalltherapie zu probieren?
 
Wir könnten heute schon diese echte Heilungsperspektive haben, die bei Schizophrenie fehlt.
https://schizophrenie-forum.com/psychose/attachments/patienteninformation-und-einwilligung-pdf.2761/

Etwa 10 Jahre nachdem ich mit Bupropion begonnen hatte, konnte ich mithilfe zusätzlicher Ergänzungen das Antipsychotikum dauerhaft absetzen. Vorher war das Antipsychotikum nur für 2–3 Wochen im Halbjahr notwendig, was durch Bupropion möglich wurde.

Bupropion wirkt über NET und DAT.
NET-Wirkung stärkt die präfrontale Kontrolle und reduziert innere Unruhe und Reizbarkeit, was in den Phasen ohne Antipsychotikum ansonsten ein unüberwindbares Problem dargestellt hat.

DAT-Wirkung setzt die Schwelle für die Psychose hoch und wirkt sich antipsychotisch stabilisierend aus. Das bedeutet, dass man einige Monate ohne Antipsychotikum sehr stabil bleibt, Wahn eher zu Manie sich transformiert und Positivsymptome immer weniger werden. Um Manie und Positivsymptome zu vermeiden, braucht es bedarfsgerecht das Antipsychotikum. Durch die kurzzeitige Antipsychotikaeinnahme wird Bupropion und auch andere Antidepressiva wieder voll wirksam für die nächste Intervallphase ohne Antipsychotikum.

Braucht im Grunde nur in den Intervallphasen die Trimipramin-Tropfen zur Schlafförderung, da Bupropion sehr wach macht. Escitalopram – ein häufig verwendetes, verträgliches Standardantidepressivum – kann, wenn Emotionen und Libido verstärkt zurückkommen in den Phasen ohne Antipsychotikum, ergänzend zum Bupropion sehr sinnvoll sein, da es zu NET und DAT die SERT-Komponente von Standardantidepressiva selektiv ergänzt. Zudem kann man mit Escitalopram Nebenwirkungen wie Obstipationsneigung oder Miktionsstörungen vermeiden, die beim Eindosieren von Bupropion auftreten können. Einige Monate später, im Laufe der Intervalltherapie, eignet sich das milde Trazodon, um Trimipramin und Citalopram zu ersetzen.

Das sind im Grunde maximal zwei Antidepressiva und ein leichtes Mittel zur Schlafförderung. Ansonsten wird das Aripiprazol dann bedarfsweise nur für ca. 2–3 Wochen im Halbjahr eingenommen.

Ein großer Vorteil ist, dass man sehr früh, bereits in der ersten Phase ohne Antipsychotikum, durch das Bupropion extreme Verbesserungen bei den Negativsymptomen feststellen wird. Notwendig sind da die Trimipramin-Tropfen, da Bupropion in den Absetzphasen zu Beginn große Einschlafstörungen macht.


@DMA da du Aripiprazol hast, wäre die Umstellung auf zusätzlich Bupropion auch ohne die Intervalltherapie nützlich. Wichtig wäre, dass du dann auch so die Dosierung von Aripiprazol tendenziell halbieren solltest, da durch Bupropion der Spiegel von Aripiprazol ansteigt.
Normalerweise wird da TDM empfohlen, um diese Spiegeländerungen zu sehen.

Vielleicht wäre das etwas für dich?
 
Früher in der Zeit der Negativsymptomatik wäre die Intervalltherapie für mich sicher sehr interessant gewesen, aber heute habe ich die Negativsymptomatik überwunden und nicht vor die Medikation zu verringern. Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.

Ich habe eben mit der Stationsleitung vom Soteria Haus in Gangelt telefoniert und gefragt, ob Interesse an einer Intervalltherapie besteht.
den Leiter vom Soteria-Haus kenne ich von früher. Er war früher mein Bezugspfleger, als ich wegen Negativsymptomatik in der Klinik war.
Er meinte, er wäre durch Fortbildungen zwar auf dem neusten Stand, würd sich die Internet-Seite aber mal angucken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich mache meine Intervalltherapie mit meinen Cholesterinsenkern. Das klappt ganz gut.
Leider habe ich mit der Amisulprideinnahme zu hohe Cholesterinwerte bekommen.
 
Möchte noch hinzufügen dass die Statine so stark sind, dass der Cholesterinwert zu niedrig wird, so dass ich gezwungen bin halbjährlich den Cholesterinsenker auszusetzen, weil zu niedriger Cholesterin genauso schädlich ist, wie zu hoher Cholesterin.
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
 
Meine Hausärztin weiß davon nichts, ich mache das eigenständig. Ich lasse mich von der Pharmaindustrie nicht verarschen.
Da hast du tatsächlich Recht.
Man hat diese Medikamente auch entwickelt, weil man erst Tierversuche mit Hasen, die man mit nicht artgerechtem Futter gefüttert hat, durchgeführt und daraus möglicherweise falsche Schlüsse gezogen hat.
Vor kurzem habe ich etwas in einem seriösen Medium gesehen, dass Haferkleie das Cholesterin effektiv senken konnte. Es stünde daher den chemischen Statinen bei weniger schwerer Symptomatik in nichts nach, wie immer auch die Ernährung entsprechend angepasst. Überhaupt scheint es viele Naturheilweisen zu geben, es muss nicht immer die Chemiekeule sein. Im Bereich der psychischen Beschwerden ist es ja auch so, da wird überdramatisiert, dann werden zum Teil (!) Fehldiagnosen ausgesprochen, ich fahre wie du auch mit einer geringeren Dosis des Neuroleptikums (das man in "Antipsychotikum" umgetauft hat, was aber an der fehlenden Wirksamkeit im Prinzip nichts ändert) sehr gut, da meine bisherige Praxis meine Anregungen nicht aufgreift und darauf pfeift, wechsle ich sie jetzt, Ende September ist der nächste Termin, bis dahin fühle ich mich stabil, Hausärztin hat mir Aripiprazol 10 mg verschrieben, falls diese Schiene ausgehen sollte (habe aber noch eine ganze Schachtel Cariprazin jeweils 3 mg offen und 4,5 mg neu und ungeöffnet) . Es ist ja fast ein Witz dass man das sagen muss: Das Seelische, fernab von einer medikamentösen "Einstellung" (eigentlich eher: Ruhigstellung), sollte gerade bei der sogenannten (klassischen) "Schizophrenie" mitnichten vernachlässigt werden. Ich fragte mal nach Psychosomatik und erhielt sinngemäß die Antwort, dass es diese gar nicht gäbe, in der Psychiatrie, der Arzt war vorgebildet rein in psychiatrischen (Akut-) Stationen, in Psychiatrische-Grundversorgungs-Krankenhäusern, ansonsten Doppelstudiumbelegung Neurologie (was in dem Fall nicht schaden muss, vielleicht aber trotzdem zusätzlich geschadet hat).
Ich habe den Blutdrucksenker so wie du die Cholesterinmedikamente so eingestellt, dass er im akzeptablen Bereich liegt. Eine zu große "Schönung" würde hingegen nichts bringen außer gefährliche Nebenwirkungen (Stichworte Angioödem, Hyperkaliämie).
 
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