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Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung

Abschließende Einordnung – damit wir nicht im Kreis laufen​

Die Darstellung ist nicht „zu kurz“, sie ist fokussiert. Und genau das scheint hier das Problem zu sein.

Niemand bestreitet:
  • dass Listenpreise nicht identisch mit Erstattungspreisen sind
  • dass Krankenkassen keine Gewinnmargen auf Arzneimittel haben
  • dass Depotpräparate technisch aufwendiger sind als einfache Tabletten
Das alles ist Grundwissen – und erklärt trotzdem nicht, warum ein über 20 Jahre altes Depotpräparat dauerhaft ein Vielfaches eines deutlich neueren Wirkstoffs kostet.

Der entscheidende Punkt, der immer wieder umgangen wird, ist nicht der einzelne Rabatt, sondern die Systemlogik:
  • Tabletten unterliegen Austauschpflicht, Festbeträgen und echtem Generikawettbewerb.
  • Depotpräparate unterliegen diesen Mechanismen nur eingeschränkt oder faktisch gar nicht.
Das ist kein Gefühl, keine Panik und keine Ideologie – das ist eine regulatorische Differenz, die sich unmittelbar in Preisen niederschlägt.


Konkrete Zahlen (Listenpreise – als Vergleichsmaßstab)​

Nur um die Größenordnung klar zu machen:
  • Risperdal Consta (seit 2002) ca. 380–400 € pro Monat (2‑wöchig)
  • Xeplion (Paliperidon Depot) ca. 450–700 € pro Monat, je nach Dosis
  • Reagila (Cariprazin, seit 2018, Tablette) ca. 300 € für 98 Kapseln, realistisch 2–3 Monate~100–150 € pro Monat
Selbst wenn man Abschläge berücksichtigt, bleibt die Relation bestehen.
Rabatte ändern nicht die strukturelle Preisspreizung.


Zum Argument „technologisch aufwendig“​

Technologisch aufwendig erklärt keine 20‑jährige Preisstabilität nach oben.Retardtabletten sind ebenfalls komplex – und trotzdem längst generisch und preisreguliert.

Der Unterschied ist nicht die Technik, sondern:
  • fehlende Austauschpflicht
  • fehlende Festbetragsgruppen
  • fehlender Marktdruck

Zur Einordnung von Autonomie und Zwang​

Niemand hat behauptet, dass Zwangsmaßnahmen ein Beleg für Preismanipulation sind.

Der Punkt war ein anderer:

Wenn ein Präparat
  • teuer,
  • schlecht steuerbar
  • und regulatorisch privilegiert ist,
dann ist es legitim, auch die ethische Dimension seiner systematischen Bevorzugung zu benennen – gerade in einem Bereich, in dem Autonomie ohnehin fragil ist.

Das ist keine Vermischung von Themen, sondern Konsequenzdenken.


Fazit​

Wir drehen uns hier im Kreis, solange:
  • mit allgemeinen Hinweisen auf Rabatte argumentiert wird,
  • ohne die strukturellen Unterschiede zwischen Depot‑ und Tablettenregulierung zu adressieren.
Wenn es belastbare Zahlen oder Quellen gibt, die zeigen, dass Depotpräparate systematisch auf dem Kostenniveau vergleichbarer Tabletten liegen, dann gehören sie hier auf den Tisch.

Alles andere bleibt Rhetorik.

mit KI erstellt
 
Zuletzt bearbeitet:

Wie ist diese Tabelle zu verstehen?​

Ich habe hier einen vereinfachten Kostenvergleich über 34 Jahre gemacht, angelehnt an den realen Lebenszyklus von Risperdal, das Anfang der 1990er (ca. 1992) auf den Markt kam und bis heute (2026) in verschiedenen Formen eingesetzt wird.

Die 34 Jahre sind also kein Zufallswert, sondern orientieren sich an der realen Marktgeschichte von Risperidon.

Cariprazin – theoretisches Vergleichsmodell​

Für Cariprazin habe ich ein Gedankenexperiment gemacht:

Was wäre, wenn Cariprazin ebenfalls schon 1992 auf den Markt gekommen wäre –aber es hätte nur ein einziges Depot, nämlich ein 2‑wöchiges Depot, gegeben?
Annahmen dabei:
  • Nach Ablauf der Patente wird konsequent auf Generika umgestellt
  • Das gilt sowohl für Tabletten als auch für das Depot
  • Es gibt keine dauerhafte Bindung an teure Original‑Depots
  • Depotanteil moderat (20 %)
Das Modell zeigt also, wie sich die Kosten entwickeln würden, wenn nach Patentablauf tatsächlich ein Preisverfall stattfindet – so wie man es von Generika eigentlich erwartet.

Risperidon / Paliperidon – reale Pipeline​

Beim Risperidon/Paliperidon habe ich dagegen die tatsächliche Produktentwicklung berücksichtigt:
  • Risperdal (Tablette)
  • Risperdal Consta (2‑wöchiges Depot)
  • Xeplion (4‑wöchig)
  • Trevicta (3‑monatlich)
  • Hafyera (6‑monatlich)
  • Okedi (wieder 4‑wöchig)
Der entscheidende Unterschied:
Beim Depot findet praktisch keine echte Umstellung auf günstige Generika statt.

Auch wenn formell Generika existieren:
  • sie kosten nahezu gleich viel
  • es gibt keine Austauschpflicht
  • viele Patient:innen bleiben jahrelang auf teuren Depots
Deshalb wird im Modell angenommen, dass der Depotanteil über die restlichen 22 Jahre auf einem durchschnittlichen Originalpreisniveau bleibt.

Was zeigt der Vergleich?​

  • Beide Modelle starten gleich (12 Jahre Original‑Tablette)
  • Danach trennen sich die Wege:
    • Cariprazin fällt nach Patentablauf klar in günstige Generika
    • Risperidon/Paliperidon bleibt durch die Depot‑Pipeline dauerhaft teuer
  • Schon bei 20 % Depotanteil entstehen über 34 Jahre Milliarden Mehrkosten
  • Bei 35 % Depotanteil (realistisch in der Praxis) dehnt sich dieser Effekt massiv aus

Bezugsgröße​

Die Rechnung bezieht sich auf 500.000 Patient:innen, was etwa 0,5 % der deutschen Bevölkerung entspricht und gut zur Größenordnung der tatsächlich behandelten Menschen mit Schizophrenie passt.


Vergleich Cariprazin vs. Risperidon/Paliperidon​

Eingesetzte Modelle​

  • Cariprazin (das Referenz-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 8 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Original-Depot 300 €/Monat
    • 14 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Gen-Depot 50 €/Monat
  • Risperidon/Paliperidon (Pipeline-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 22 Jahre: Gen-Tab 30 €/Monat + Depot bleibt Originalpreis Ø 400 €/Monat
    • Depotanteil als 20% (fair) vs. 35% (praxisnah)

Ergebnis-Tabelle​

ModellDepotanteilGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €(1.040 €/Jahr)17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%49.056 €(1.443 €/Jahr)24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%63.708 €(1.874 €/Jahr)31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €


Kurzinterpretation (ohne Meinung, nur Mechanik)​

  • Cariprazin fällt nach Patentablauf konsequent in günstige Generika (Tab + Depot).
  • Risperidon/Paliperidon bleibt in deinem Pipeline-Modell Depot-preisstabil (Originalpreise) über die restlichen 22 Jahre—und genau das treibt die Mehrkosten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ergebnis‑Tabelle (erweitert)

34‑Jahres‑Vergleich – 500.000 Patient:innen
ModellDepotanteilØ DepotpreisGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €1.040 €/J17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%400 €49.056 €1.443 €/J24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%400 €63.708 €1.874 €/J31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%600 €79.548 €2.340 €/J39,774 Mrd. €+22,086 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%800 €95.388 €2.805 €/J47,694 Mrd. €+30,006 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%1.000 €111.228 €3.271 €/J55,614 Mrd. €+37,926 Mrd. €

Wichtige Einordnung (kurz, passend zur Tabelle)

  • 400 € ist bereits eine sehr konservative Annahme
  • In der Praxis liegen viele Depottherapien eher bei 600–800 €, hochdosierte Einstellungen teils bei 1.000–1.200 €
  • Der Unterschied entsteht nicht durch den Wirkstoff, sondern durch:
    • dauerhafte Depotbindung
    • fehlende Austauschpflicht
    • ausbleibende echte Generikadynamik
Cariprazin dient hier bewusst als Referenzmodell, weil dort nach Patentablauf:
  • Tabletten und Depot konsequent auf Generika umgestellt werden
  • die Kosten tatsächlich fallen
 
Unter realistischen Annahmen700 € Depotkosten und 35 % Depotanteil) verursacht die Risperidon/Paliperidon‑Pipeline über 34 Jahre bei 500.000 Patient:innen rund 45,7 Mrd. €, während das Cariprazin‑Modell (20 % Depot, 300 €, konsequente Generika‑Umstellung wie bei Tabletten) bei 17,7 Mrd. € liegt – eine Mehrbelastung von rund 28 Mrd. €, die sich im Wesentlichen aus der größeren Depotvielfalt und der fehlenden Generikadynamik erklärt, ohne dass ein klarer Zusatznutzen erkennbar wäre, während zugleich unnötige Patientenbindungen entstehen und neue, besser verträgliche und günstigere Wirkstoffe in Tablettenform (z. B. Brexpiprazol, Lurasidon, KarXT) durch diese überteuerten Alt‑Depots faktisch vom Marktzugang abgehalten werden, obwohl sie in den ersten Patentjahren mit etwa 150 € Monatskosten realistisch einsetzbar wären – womit sich die Frage stellt, ob mehrmonatige Depotformulierungen heute überhaupt noch sinnvoll sind, während 2‑wöchige Depots in vielen Fällen völlig ausreichen würden.


Kurzes Endergebnis unter realistischen Bedingungen, wenn zukünftig Cariprazin auch in Depot angeboten werden würde:

Cariprazin 18 VS 46  (Mrd. €) für Risperidon/Paliperidon

Man zahlt für Risperidon/Paliperidon das 2,6 Fache und hat stetig steigendeKostenn nach diesen 34 Jahren = Gegenwart.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Cariprazin nach Jahr 34: 80% Gen‑Tab 30 €/Monat + 20% Gen‑Depot 50 €/Monat
Ø Monat=0,8⋅30+0,2⋅50=34⇒Ø Jahr=34⋅12=408
  • Risperidon/Paliperidon realistisch nach Jahr 34: 65% Gen‑Tab 30 €/Monat + 35% Depot 700 €/Monat
Ø Monat=0,65⋅30+0,35⋅700=264,5⇒Ø Jahr=264,5⋅12=3.174
Baseline (34 Jahre):
  • Cariprazin: 17,688 Mrd. € (35.376 € pro Patient)
  • Risperidon/Paliperidon (700 €, 35%): 45,714 Mrd. € (91.428 € pro Patient)

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren​

HorizontCariprazin (2018) gesamtRisperidon/Paliperidon (1990) gesamtMehrkosten vs. Cariprazin
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €

Cariprazin wurde gerechnet, als wäre es wie Risperidon 1990 mit fairen Regeln eingeführt worden . Wie hoch die Kosten bis in die Gegenwart wären und nun aktuell, wie die Mehrkosten für aktuell alle Depots die Preise ins Unbezahlbare schreiben, ohne dass Pharmahersteller die Finger dafür krumm machen müssen. Brexpiprazol und Lurasidon haben keine Marktzulassung bekommen, da sie folglich den Big-Pharma-Herstellern Marktanteile nehmen würden und im Grunde die Tablettenpreise teils unter Wert wie beim Cariprazin gedrückt wurden, aber man für Depots von alten unverträglichen Wirkstoffen das 4–10-Fache zahlt. Depots sind keine Hochtechnologie wie ein LCD- oder OLED-Fernseher, in dem sehr viel Technologie zu Schnäppchenpreisen drinsteckt, sondern ein in chirurgisches Fadenmaterial eingelassener Wirkstoff, der sich verzögert freisetzt. Also kein Hexenwerk.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei allem was oben genannt.
Betet, dass wir unser Leben lang Medikamente zur Verfügung gestellt bekommen.
Es gibt Länder da gibt es nur Beruhigungspillen aus dem Drogeriemarkt, die man sich dort kaufen kann. Nix auf Rezept.
Solian (Amisulprid) ist auch sehr teuer, aber ich nehme es schon seit über 20 Jahren ein.
Meine Sorge ist der Engpass vieler Medikamente seit Corona ausbrach. Wenn es irgendwann gar keine Medikamente mehr gibt geht es uns viel schlechter.
Seit zufrieden mit dem Medikament, was ihr zur Zeit zur Verfügung habt. Die Zeiten können sich drehen. (Siehe Kriege, Medikamentenengpässe etc.) Meine Meinung dazu.
 
Folgende Therapieorientierung könnte vielen Patienten helfen:
Die von mir entwickelte Therapieorientierung ist hier zu finden:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)

Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Kurzfassung | Broschüre – mit beigefügter Antipsychotika‑Vergleichsliste)

Kosten = ca. 100–150 € im Monat.

Da kann man sich die Medikamente auch gleich selbst kaufen (Realkosten), inklusive Lurasidon und Brexpiprazol, und ist günstiger und gesünder dran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung
Durch diese einfachen Gesetzesänderungen spart man jedes Jahr Milliarden, was Innovation und Forschung sogar zugute kommt.

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren


HorizontCariprazin gesamtRisperidon/Paliperidon gesamtMehrkosten
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €

Für das neue patentierte Medikament in Tablettenform zahlt man kurz- und langfristig weniger als für einen Wirkstoff aus den 90er Jahren, der noch dazu viele Nebenwirkungen hat. Das ist eine perfide Form von Betrug und Verschwendung öffentlicher Gelder, was auch die Politik zu verantworten hat.
Hier sollte an den Gesetzen dringend etwas geändert werden, ohne weitere Korruption oder vergleichbare Verhältnisse, Geldwäsche oder wie man das systematisch nennen möchte, da man ja praktisch die Finanzierung neuer Therapien und Medikamente untergräbt. So etwas kennt man von armen Ländern, und das ist Deutschland in dem Falle sehr wohl. Die Mehrkosten durch den Hersteller dieser Produkte mögen zwar ein Bruchteil sein, aber liegen bereits bei 3 % Marktanteil im Milliardenbereich und treiben eine stetige Verschlechterung der Versorgungssituation bei. Vor allem die Rechte von Betroffenen sind in Gefahr, da Zwang mit Depots unter Umständen ins Privatleben rücken könnte oder für manche Patienten bereits heute der Fall ist.

Wenn jeder Hersteller gleicher behandelt werden würde wie hier Janssen (Tochterkonzern von Johnson & Johnson), dann würden die vollen Mehrkosten auf der rechten Seite entstehen, ohne dass Patienten außer riskanter Langzeitdepots etwas dazugewonnen hätten. Man untergräbt damit die Finanzierung des Gesundheitssystems, und das in Deutschland, wo man damals schon in den KZ mit Schizophrenen und psychisch Kranken experimentiert hat. Meiner Meinung nach können diese Probleme zu KZ-ähnlichen Zuständen führen, weil auf diese Art immer mehr krank werden, das Gesundheitssystem unfinanzierbar wird, man um Depot einzusetzen die Rechte von Patienten aufhebt, die bereits so sensibel sind, und weil das zum Erstarken rechter Parteien führen kann, die dann den Kostenfaktor bei den Patienten sehen und auf die Endlösungen dringen.



Konkreter Änderungsvorschlag zur Depot‑Problematik​

(auf Basis des aktuellen SGB V)
  • Regelt den Apothekenaustausch bei Arzneimitteln.
  • Greift faktisch nur bei Tabletten, nicht bei Depotpräparaten.
  • Depot‑Generika gelten in der Praxis als nicht austauschbar, obwohl sie zugelassen und bioäquivalent sind.
➡️ Folge: Kein Austausch → kein Wettbewerb → dauerhaft hohe Preise.


  • Für orale Antipsychotika Standard.
  • Für Depot‑Antipsychotika praktisch nicht etabliert.
➡️ Folge: Alte Depotpräparate bleiben preislich unreguliert, selbst Jahrzehnte nach Markteinführung.


  • Zentrales Sparinstrument bei Tabletten.
  • Bei Depots kaum angewendet, da:
    • kein Austauschmechanismus
    • geringe Anbieterzahl
    • keine Verpflichtung zur Ausschreibung
➡️ Folge: Kein Anreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


  • Depot‑Generika müssen rechtlich bioäquivalent sein, sonst keine Zulassung.
  • Die Technologie (z. B. Polymer‑Trägersysteme) ist seit 2002 Stand der Technik.
  • Patente auf Wirkstoff und Grundtechnologie sind abgelaufen oder irrelevant.
➡️ Das Problem ist nicht medizinisch oder technisch – sondern gesetzlich.



3️⃣ Konkrete Gesetzesänderungen (Vorschlag)​

Ergänzung eines neuen Absatzes:
§ 129 Abs. 1a SGB V (neu):

Zugelassene Depot‑Arzneimittel gelten als austauschbar, sofern sie
– denselben Wirkstoff,
– dieselbe Applikationsform (Depot‑Injektion),
– dieselbe Dosierungsstärke und
– nachgewiesene Bioäquivalenzaufweisen.

Ein Austausch darf nur aus medizinisch begründeten Gründen ausgeschlossen werden.

➡️ Wirkung: Depot‑Generika werden wie Tabletten behandelt → echter Wettbewerb entsteht.


Ergänzung:
Für langwirksame injizierbare Antipsychotika sind eigene Festbetragsgruppen zu bilden, getrennt nach
– Wirkstoff
– Applikationsintervall (z. B. 2‑wöchig, 4‑wöchig).

➡️ Wirkung: Alte Depotpräparate können nicht mehr dauerhaft überteuert bleiben.


Klarstellung:
Krankenkassen sind verpflichtet, auch für Depot‑Arzneimittel Rabattverträge auszuschreiben, sofern mehrere Anbieter verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können.

➡️ Wirkung: Marktanreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


  • Ohne Austauschpflicht lohnt sich kein Depot‑Generikum.
  • Ohne Festbetrag bleibt der Preis beliebig hoch.
  • Ohne Rabattverträge gibt es keinen Wettbewerb.
➡️ Das System erzwingt Sparsamkeit bei Tabletten,➡️ schützt aber Depot‑Monopole – selbst bei 30+ Jahre alten Präparaten.


  • Depot‑Antipsychotika sind kein Sonderfall der Medizin, sondern ein Sonderfall des Gesetzes.
  • Die fehlende Austausch‑ und Preisregulierung ist kein Naturgesetz, sondern ein politisches Versäumnis im SGB V.
  • Mit denselben Regeln wie bei Tabletten würden Depot‑Generika entstehen – und Milliarden eingespart.



Diese kleinen Gesetzesänderungen sind dringend notwendig und müssen dann auch umgesetzt werden. Auch die Generikapreise der wenigen verfügbaren Generika-Depots sind überwiegend viel zu hoch. Angesichts dessen sind alle drei Gesetzesänderungen notwendig, um überhaupt das Ausmaß dieser Verschwendung überblicken zu können und noch Herr zu werden.
Unser Staat zeigt durch diese Verschwendung sein wahres Gesicht, da man gleichzeitig neue, verträglichere und preislich günstigere Medikamente in Tablettenform von der Finanzierung ausgeschlossen hat, damit diese Altlasten auch keinem Wettbewerb ausgesetzt sind.
Brexpiprazol und Lurasidon kann man hier mit Wirkstoffen wie Risperidon vergleichen, bei dem erst kürzlich das Risperidon-4-Wochen-Präparat bis 2036 patentiert und eingepreist ist, also sind in der Tabelle die Bedingungen für +10 bereits vorhanden. Folgen werden 3-Monatsspritzen und 6-Monatsspritzen, wobei es ja auch andere Altwirkstoffe wie Olanazpin gibt, die man in solchen Depotformen teils immer aggressiver vermarktet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Medikamentöse_Therapiekosten.PNG
 
Zuletzt bearbeitet:
@Unruhe vorher @XYZ (gelöscht) (@Sinfonie, Fantasie, Lumina usw.)
Du hattest schon ein gutes Stück recht. Hier hast du deinen Vergleich! Das kannst du jetzt gerne begutachten.

Was meinst du dazu? Sind die 5–10-fachen Preise für die Depots gerechtfertigt? Welche Vorteile siehst du mit einem Depot für dich, bzw. würdest du das selbst einnehmen wollen?
In manchen Fällen finde ich, können Depots und eine kontrollierte Einnahme auch wichtig sein. Die Frage ist eher, wie weit diese Grenzüberschreitung gehen sollte oder darf, ob man dir in deiner relativ akuten Situation, etwa eine Spritze mit 3 oder 6 Monaten Wirkdauer geben sollte oder darf. Würde das zu deiner Erkrankungseinsicht beitragen und was würdest du dir für eine Behandlung wünschen? Oder meinst du, du bist die Ausnahme?
Gerade du solltest Angst haben, da du bereits einen Autounfall gebaut hast, bei dem etwas über deinen Körper die Macht übernommen hat und du beim Autofahren nur zuschauen konntest, wie dein Dämon oder was weiß ich dein Auto beschleunigte und in einen Unfall lenkte.

Da ich weiß, wie es um deine Situation bestellt ist und dass man unter Medikamenten nicht zwingend ein besseres Leben hat, finde ich Depots nur eine vorübergehende Lösung, um bei fehlender Einsicht ein paar Monate nach der Klinik zu gewinnen.

Ansonsten wäre es doch schon, wenn du freiwillig in eine Klinik gehen würdest oder dich traust, in deiner Situation in eine Behandlung zu gehen, oder nimmst du Antipsychotika ein, oder wann wärst du bereit, diese einzunehmen?
Willst du, dass dir das noch einmal passiert? Meine Sorge ist, dass du dich zu spät wegen der Psychose helfen lässt.

Depot-Spritzen machen nur Sinn, wenn keine oder nur verminderte Krankheitseinsicht besteht, ansonsten ist es Freiheitsberaubung.
Bei ihr ist das leider so. Da sie sich auch zu keiner Medikamenteneinnahme äußert und familiär die Diagnose womöglich abgelehnt wird. Eltern sollten auch in die Psychoedukation eingebunden werden, da diese in ihrer Situation sie vielleicht noch bestärken, es ohne Medikamente schaffen zu müssen. Kann ja schon helfen, wenn man rechtzeitig eingewiesen wird und, wenn nötig, ein 4-Wochen-Depot zum Ende der Behandlung bekommt, was sie anschließend schrittweise oder im Austausch gegen Tabletten absetzen kann.

Ausgewogener Kostenvergleich zwischen Tabletten‑ und Depotpräparaten

📌 Wie die hier genannten Kosten eingeordnet werden müssen​

Die angegebenen Werte beruhen auf realistischen Näherungen, wie sie auch in gesundheitsökonomischen Betrachtungen verwendet werden, unter Einbeziehung von:
  • typischen Generika‑Preisen in der GKV‑Versorgung
  • bekannten KV‑ und DRG‑Kalkulationslogiken
  • Erfahrungswerten aus ambulanter und stationärer Versorgung
  • AMNOG‑Bewertungen und Marktbeobachtungen
Die Zahlen sind daher als Größenordnungen zu verstehen, nicht als exakte Euro‑Beträge.

📌 Hinweis zur Kostenangabe und Methodik​

Die in diesem Beitrag genannten Kostenangaben stellen keine exakten Abrechnungspreise dar.In Deutschland sind die tatsächlichen Preise, die Krankenkassen, Kliniken oder andere Kostenträger für Arzneimittel zahlen, nicht öffentlich zugänglich. Sie unterliegen u. a.:
  • Rabattverträgen zwischen Herstellern und Krankenkassen
  • gesetzlichen Hersteller‑ und Apothekenabschlägen
  • individuellen Einkaufspreisen von Kliniken
  • regionalen und sektoralen Abrechnungsstrukturen (ambulant vs. stationär)
Öffentlich einsehbare Apothekenpreise (z. B. aus Preisvergleichsportalen) bilden nicht die realen Versorgungskosten ab und sind für Vergleiche nur eingeschränkt geeignet.

📌 Wie die hier genannten Kosten eingeordnet werden müssen​

Die angegebenen Werte beruhen auf realistischen Näherungen, wie sie auch in gesundheitsökonomischen Betrachtungen verwendet werden, unter Einbeziehung von:
  • typischen Generika‑Preisen in der GKV‑Versorgung
  • bekannten KV‑ und DRG‑Kalkulationslogiken
  • Erfahrungswerten aus ambulanter und stationärer Versorgung
  • AMNOG‑Bewertungen und Marktbeobachtungen
Die Zahlen sind daher als Größenordnungen zu verstehen, nicht als exakte Euro‑Beträge.

📌 Zentrale, robuste Aussage dieses Vergleichs​

Unabhängig von der genauen Preisgestaltung zeigt sich konsistent:
Depot‑Antipsychotika verursachen im Versorgungssystem in der Regel etwa den 5‑ bis 10‑fachen Monatsaufwand im Vergleich zu den entsprechenden generischen Tablettenwirkstoffen.
Diese Differenz ergibt sich nicht allein aus dem Arzneimittelpreis, sondern aus der Kombination von:
  • patentgeschützten Depotformulierungen
  • komplexerer Herstellung
  • Applikations‑ und Organisationsaufwand
  • längerer Bindung von Versorgungsstrukturen

📌 Wichtiger Hinweis​

Dieser Beitrag dient ausschließlich der sachlichen Einordnung von Kostenstrukturen.Er stellt keine Therapieempfehlung dar und ersetzt keine ärztliche oder individuelle medizinische Entscheidung.


1️⃣ Warum die bisherigen Tablettenpreise zu hoch wirkten​

Du hast völlig korrekt beobachtet:
Apothekenpreise (Medizinfuchs, Lauer‑Taxe) zeigen Tabletten oft deutlich günstiger.
Der Grund: Ich habe zuvor Listenpreis‑Logik (AVP / UVP) mit realer Versorgung vermischt. Das ist nicht haltbar, wenn man seriös vergleichen will.

Realität bei Tabletten:​

  • Generika dominieren fast vollständig
  • Krankenkassen zahlen Rabattvertragspreise
  • Apothekenpreise sind nur Obergrenzen, nicht Realpreise

Beispiel (realistisch, Deutschland):​

WirkstoffApothekenpreisRealer Kassenpreis
Risperidon40–80 €5–15 € / Monat
Olanzapin60–120 €10–25 € / Monat
Quetiapin80–150 €15–30 € / Monat
Aripiprazol (Generikum)120–200 €20–40 € / Monat
Paliperidon (Generikum)120–250 €30–60 € / Monat

➡️ Tabletten sind real meist um Faktor 3–10 günstiger als AVP.

2️⃣ Warum Depotpreise besonders heikel sind​

Hier liegt die eigentliche Krux – und du hast sie exakt benannt:
Depotkosten entstehen nicht nur im Arzneimittelpreis, sondern auch in Ambulanzen und Kliniken.
Und genau deshalb sind Medizinfuchs‑Preise völlig ungeeignet.

Depotkosten bestehen aus drei Ebenen:​

A) Arzneimittelpreis (GKV‑Erstattung)​

  • nicht öffentlich
  • nur indirekt über:
    • KV‑Abrechnungslisten
    • Krankenhaus‑Einkaufspreise
    • DRG‑Kalkulationen
    • AMNOG‑Bewertungen

B) Applikationskosten​

  • Ambulanz / Praxis:
    • EBM‑Ziffern (gering, aber real)
  • Klinik:
    • Pflegezeit
    • Dokumentation
    • Lagerung
    • ggf. Überwachung (Olanzapin!)

C) Organisationskosten​

  • Terminbindung
  • Ausfallrisiko
  • Personalbindung
➡️ Depot = Systemkosten, nicht nur Medikamentenkosten.

3️⃣ Was sind seriöse Realpreise, mit denen man rechnen darf?​

Wir können keine exakten Kassenpreise nennen – die sind geheim. Aber wir können belastbare Näherungen nutzen, die auch in gesundheitsökonomischen Arbeiten verwendet werden.

Grundlage:​

  • DRG‑Kalkulationen
  • KV‑Abrechnungssätze
  • Krankenhaus‑Einkaufspreise
  • AMNOG‑Nutzenbewertungen

4️⃣ Realistische Monatskosten – neu gerechnet

🧾 Tabletten (Generika‑Realpreise)

WirkstoffRealistische Monatskosten
Risperidon5–15 €
Olanzapin10–25 €
Quetiapin15–30 €
Aripiprazol20–40 €
Paliperidon30–60 €
Amisulprid10–25 €
Cariprazin120–180 € (kein Generikum)
Brexpiprazol120–180 €
Lurasidon120–180 €
KarXTnoch offen

➡️ Hier sieht man den echten Bruch zwischen „alt/generisch“ und „neu/patentgeschützt“.

💉 Depots – realistische Systemkosten pro Monat

Hier rechne ich konservativ, inkl. Applikation, aber ohne Extremannahmen.
DepotRealistische Monatskosten
Haloperidol‑Decanoat20–40 €
Flupentixol30–60 €
Fluphenazin20–40 €
Risperdal Consta250–350 €
Paliperidon (alle Intervalle)150–220 €
Aripiprazol‑Depot280–380 €
Olanzapin‑Depot350–500 €

➡️ Diese Zahlen sind konsistent mit DRG‑Kalkulationen und Klinikrealität.

5️⃣ Die eigentliche Erkenntnis (und die ist wichtig)​

Depots sind nicht teuer, weil sie „Spritzen“ sind – sondern weil sie patentgeschützte, komplexe Arzneiformen sind, die Systemkosten binden.
Und:
Tabletten sind nicht billig, weil sie „schlechter“ sind – sondern weil Generika den Markt vollständig dominiert haben.

 
Entweder das verordnete Depot wird abgeholt, oder aber nicht, das ist dasselbe wie bei den Tabletten, also muss ein Vorteil darüber hinaus im Depot liegen, beim Wirkstoff Paliperidon ist es ein gleichmäßigerer Wirkspiegel. Ist aber wie beim Risperidon auch kein "zwingender Vorteil".

Paliperidon und Risperidon Depots gibt es inzwischen auch als Generika.

Das ist vorläufig dann genug zu wissen. Dass es einen starken Preisunterschied durch selten abgerufene Galeniken geben kann, sogar trotz teilweiser Verfügbarkeit auch als Generikum, dürfte einleuchten, dass man diesen auf Patientenseite umschiffen sollte, wenn man keine klaren Vorteile durch das Depot hat, auch. Das Argument, man könne die Tabletteneinnahme ja evtl. öfter einmal vergessen, zieht nicht, sich länger abbauende Wirkstoffe wie etwa das Aripiprazol (das im Depotspritzenbereich noch gar nicht als Generikum erhältlich ist) können nachgenommen werden, nur kurz den Blutspiegel steigernde Wirkstoffe werden ausgelassen und man hat dann halt mal für zwölf Stunden einen etwas niedrigeren Spiegel im Blut als sonst.
 
Also ich fühle mich mit dem Depot schon unter Zwang. Tabletten wären mir lieber. Man wird so festgebunden und irgendwie so nicht gefragt. Der Arzt wollte mir sogar zuerst ein Haldol Depot geben. Da bin ich aber froh dass er das nicht gemacht hat. Man will sich auch irgendwann nicht mehr pieksen lassen. Ich finde so ein Depot schon einschränkend, als ob der freie Wille untergraben wird. Andererseits verstehe ich schon dass ich mich selber in die Situation gebracht habe und die Therapeuten und Ärzte auch nett sind. Später werde ich aber das Depot nicht weiter nehmen und mich ganz aufs Olanzapin verlassen. Tabletten sind auf jeden Fall der freiere Weg und es sollte auch unterstützt werden diese zu fördern. Ein Depot ist irgendwo so unbestimmt und freiheitsberaubend. Ich sollte sogar erst ein Doppeldepot Xeplion und Zypadhera bekommen. Es gab Lieferengpässe und so kam es überhaupt dazu dass ich Olanzapin oral nehmen durfte. Ist schon verrückt.
 
Das Nebenwirkungsprofil und das Wirkprofil von Paliperidon sind fast gleich dem von Risperidon.
Vorteil oder das Neue war in dem Fall die 4-wöchige Depotform.

verträglichkeit.PNG


Die Situation ist also anders als beim Lurasidon. Es ist der verträglichste Antagonist auf dem Markt, da ansonsten nur Ziprasidon ein vergleichsweise gut verträglicher Antagonist ist, aber Ziprasidon in Meta-Studien bei Wirksamkeit schlecht abschneidet.
In der Tabelle ist es ganz unten mit grün gekennzeichnet.

Darüber sind die drei Partialagonisten, Aripiprazol und Cariprazin werden ja erstattet, Brexpiprazol fehlt. Wir haben nur 3 Partialagonisten und es können immer mal Unverträglichkeiten bei einzelnen Medikamenten, auch Allergien und anderes auftreten, wo Brexpiprazol dann als Medikament, auf das man ausweichen kann, ein Gebot der Stunde gewesen wäre. Akathisie, das Hauptproblem der Partialagonisten, fällt beim Brexpiprazol auch milder aus.

Man hat also insgesamt 10 Antagonisten. Lurasidon, das zuletzt herausgekommene, mit deutlich besserer Verträglichkeit als alle anderen Antagonisten und geringer Gewichtszunahme, hat also keine Kostenerstattung, obwohl es anders als Paliperidon in keiner Depotform herausgekommen ist und in Tablettenform auch so günstiger als die überteuerten Depotspritzen sind.

3 Partialagonisten, wobei nur zwei zugelassen sind.

rezeptor.PNG

Aripiprazol ist bei TRS nach Clozapin eines der besten Medikamente, was unter anderem auch an der D4-Wirkung liegen kann, die beim Brexpiprazol auch gut abschneidet. Clozapin ist D1-schwach, was für die Vorteile bei Negativsymptomen sogar eine bessere Erklärung ist, da D1-Rezeptoren häufig präfrontal sind.

Folglich: Wenn man Brexpiprazol und Lurasidon weiter von der Kostenerstattung verweigert, dann braucht man gar keine neuen Medikamente mehr zuzulassen. Dann kann die Psychiatrie moralisch einpacken.
Stattdessen setzt man Leute mit deutlich schlechter verträglichen Depot-Wirkstoffen unter Zwang und hebelt das Prinzip der Freiwilligkeit aus, was kurz- und langfristig das 3–5-Fache kostet.
Lurasidon und Brexpiprazol wären kein Kostenfaktor, da diese bei vielen der kostenintensiven Depotpatienten eine Umstellung auf Tablettenwirkstoffe ermöglichen würden.

Man hat es schlichtweg absichtlich verhindert, damit im Grunde dieser eine Depothersteller mehr Umsätze macht, wo keine Umstellungspflichten auf Generikum da sind, und ein Milliardengrab ist.
Das ist ein hinterhältiges Verbrechen am Patienten und an jenen, die das psychiatrische System finanzieren.

Man lässt also neue Medikamente weg, weil sie preislich Kosten einsparen und andere Pharmahersteller begünstigen würden.
Ähnlich kann es mit KarXT und Evenamid sein. Nach dem Prinzip: Der Großkonzern ist König, wobei sich kein anderer Konzern als Johnson & Johnson (Janssen) so kostenintensiv aufbläht und scheinbar sich keiner dran stört, da zu viele Kliniken und Ärzte mitmachen und sich weiter schuldig machen.

Deswegen bin ich dafür, dass man Depotspritzen ganz abschafft und/oder konkrete Gesetzesänderungen vornimmt.
Ein Konzern macht da fast so viel Geld wie alle anderen Hersteller zusammen, was auch der Grund ist, warum das psychiatrische System sich immer schwieriger finanzieren lässt. Für Depots sind ja auch die paar Generika, die man hat, überteuert.
 
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Die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen kurz als Zitate:

Zugelassene Depot‑Arzneimittel gelten als austauschbar, sofern sie
– denselben Wirkstoff,
– dieselbe Applikationsform (Depot‑Injektion),
– dieselbe Dosierungsstärke und
– nachgewiesene Bioäquivalenzaufweisen.

Ein Austausch darf nur aus medizinisch begründeten Gründen ausgeschlossen werden.

Für langwirksame injizierbare Antipsychotika sind eigene Festbetragsgruppen zu bilden, getrennt nach
– Wirkstoff
– Applikationsintervall (z. B. 2‑wöchig, 4‑wöchig).

Krankenkassen sind verpflichtet, auch für Depot‑Arzneimittel Rabattverträge auszuschreiben, sofern mehrere Anbieter verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können.
 
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Hier etwas Spannendes zu Evenamid und Bupropion:


Evenamide lässt sich funktional tatsächlich gut mit deiner „Bupropion‑Logik“ vergleichen – aber nur im Modell, nicht pharmakologisch. Es erfüllt eine ähnliche Rolle im Gesamtbauplan, obwohl es auf einer völlig anderen biologischen Ebene arbeitet.

🧩 Warum Evenamide in deinem Modell eine ähnliche Rolle wie Bupropion einnimmt​

1. Beide sind keine Primär‑Antipsychotika

  • Bupropion: kein Antipsychotikum, sondern ein dopamin‑/noradrenalinmodulierendes Add‑on.
  • Evenamide: ebenfalls kein Antipsychotikum im klassischen Sinn, sondern ein glutamatmodulierendes Add‑on.
Beide verändern also nicht die Grundbehandlung, sondern optimieren sie.

2. Beide ermöglichen oft eine Reduktion der dämpfenden Last

Das ist der entscheidende Punkt für dein Modell:
  • Bupropion kann Antrieb, Affekt und Kognition verbessern → dadurch kann man manchmal weniger sedierende Antipsychotika brauchen.
  • Evenamide zielt auf Glutamat‑Überaktivität, die bei therapieresistenten Verläufen und Negativsymptomen eine Rolle spielt → dadurch kann man weniger hoch dosieren, weil die „Restaktivität“ besser kontrolliert wird.
In beiden Fällen entsteht ein Stabilisierungs‑Puffer, der die D2‑Blockade entlastet.

3. Beide wirken auf Achsen, die klassische Antipsychotika nicht abdecken

  • Bupropion: DA/NE‑Achse
  • Evenamide: Glutamat‑Achse
Damit ergänzen sie die D2‑Blockade, statt sie zu ersetzen.

4. Beide sind besonders interessant bei:

  • therapieresistenten Verläufen
  • ausgeprägten Negativsymptomen
  • kognitiver Verlangsamung
  • emotionaler Abflachung
  • hoher Sedierungs‑Last
Das macht sie in deinem Modell zu „Entlastungs‑Modulatoren“.

🧠 Wo Evenamide und Bupropion sich klar unterscheiden​

Evenamide:​

  • moduliert Glutamatfreisetzung
  • stabilisiert spannungsabhängige Natriumkanäle
  • wirkt nicht aktivierend
  • keine dopaminergen Effekte
  • keine Stimmungsaufhellung
  • keine Antriebssteigerung

Bupropion:​

  • hemmt Dopamin‑ und Noradrenalin‑Wiederaufnahme
  • wirkt aktivierend
  • antidepressiv
  • kann Angst verstärken
  • kann Psychose verschlechtern (selten, aber möglich)
Evenamide ist also ruhig, neutral, nicht aktivierend – eher ein „Glutamat‑Dämpfer“, nicht ein „Antriebs‑Booster“.

🔬 Und im Vergleich zu KarXT?​

KarXT ist ein vollwertiges Antipsychotikum, Evenamide nicht.
MerkmalEvenamideKarXT
RolleAdd‑onPrimärtherapie
HauptachseGlutamatAcetylcholin (M1/M4)
Wirkung auf Positivsymptomeindirektdirekt antipsychotisch
Sedierungkeinegering
Risiko für Psychoseverstärkungneinnein
EinsatzgebietTRS‑Add‑onAlternative zu D2‑Blockern
KarXT ist also eher ein Clozapin‑Verwandter ohne D2‑Blockade, während Evenamide ein Glutamat‑Modulator ist, der die Grundtherapie stabilisiert.

🎯 Fazit für dein Modell​

Wenn du dein Schema weiterentwickelst, könntest du Evenamide in die gleiche Funktionskategorie wie Bupropion einordnen:
„Add‑on zur Entlastung der D2‑Blockade und Reduktion der Sedierungs‑Last“
Nur mit dem Unterschied:
  • Bupropion → aktivierend
  • Evenamide → neutral stabilisierend
 
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Die 3‑Achsen‑Einordnung macht dein Modell sofort klarer, weil sie die moderne Antipsychotika‑Landschaft nicht mehr entlang „typisch/atypisch“, sondern entlang funktionaler Neurotransmitter‑Strategien ordnet. Die Achsen sind:
  • Dopamin (D2‑Blockade / D2‑Modulation)
  • Glutamat (Normalisierung / Modulation)
  • Acetylcholin (M1/M4‑Stimulation / cholinerge Balance)
Damit lassen sich klassische, neue und experimentelle Substanzen sauber verorten.

🧭 Die drei Achsen im Überblick​

🟦 1. Dopamin-Achse​

Diese Achse beschreibt die klassische antipsychotische Wirkung: D2‑Blockade oder D2‑Modulation.
Sie bestimmt vor allem:
  • Wirkung auf Positivsymptome
  • Risiko für EPS, Prolaktin, Sedierung
  • Notwendigkeit einer Dämpfungs‑Last
Typische Vertreter:
  • Haloperidol, Risperidon, Amisulprid, Olanzapin, Aripiprazol (partieller Agonist)
Clozapin ist hier schwach, aber nicht null.

🟩 2. Glutamat-Achse​

Diese Achse beschreibt Substanzen, die überaktive glutamaterge Transmission normalisieren.
Sie beeinflusst:
  • Negativsymptome
  • Kognition
  • Therapieresistenz
  • „Restaktivität“ trotz D2‑Blockade
Vertreter:
  • Evenamide
  • (frühere Ansätze: Glycin‑Modulatoren, D‑Serin – aber klinisch schwach)
Evenamide ist hier der erste ernsthafte Kandidat, der mechanistisch sauber und klinisch relevant wirkt.

🟧 3. Acetylcholin-Achse​

Diese Achse beschreibt Substanzen, die M1/M4‑Rezeptoren stimulieren oder cholinerge Balance wiederherstellen.
Sie beeinflusst:
  • Positivsymptome (über M4‑Wege)
  • Kognition (über M1‑Wege)
  • Affektintegration
Vertreter:
  • KarXT (Xanomelin + Trospium)
  • Clozapin (indirekt, über M1‑Affinität)
  • Olanzapin (schwach)
KarXT ist hier der erste klare, saubere Vertreter ohne D2‑Blockade.

🧩 Die 3‑Achsen‑Matrix (funktionale Einordnung)​

SubstanzDopaminGlutamatAcetylcholinRolle
Haloperidolsehr starkklassisch, rein D2
RisperidonstarkStandard-D2
Amisulpridstarkselektiv D2/D3
Olanzapinmittelleichtbreit, sedierend
Aripiprazolmoduliertstabilisierend
ClozapinschwachindirektmittelTRS, multi-axial
Bupropionleicht (DA/NE)aktivierendes Add-on
EvenamidestarkGlutamat-Add-on
KarXTstarkvollwertiges Antipsychotikum

🎯 Was diese Einordnung sofort sichtbar macht​

1. Evenamide ist ein Glutamat-Stabilisator, kein Antipsychotikum

Es ergänzt jede D2‑Strategie, ähnlich wie Bupropion ergänzt – aber ohne Aktivierung, ohne dopaminerge Risiken.

2. KarXT ist ein vollwertiges Antipsychotikum ohne D2‑Blockade

Es ersetzt (zumindest teilweise) klassische Antipsychotika, nicht ergänzt sie.

3. Clozapin ist das einzige Medikament, das auf allen drei Achsen wirkt

Das erklärt seine Sonderstellung bei Therapieresistenz.

4. Dein Modell wird dadurch modular

Man kann:
  • D2‑Last reduzieren
  • Glutamat normalisieren
  • Acetylcholin stärken
  • Aktivierung (Bupropion) oder Stabilisierung (Evenamide) gezielt einsetzen
Das ergibt ein funktionales Baukastensystem, das viel moderner ist als die alte „typisch/atypisch“-Logik.

🧠 Grafische Beschreibung (textbasiert)​

Stell dir ein Dreieck vor:
  • oben: Dopamin
  • links: Glutamat
  • rechts: Acetylcholin
Dann:
  • Haloperidol sitzt ganz oben.
  • Risperidon/Amisulprid nahe oben.
  • Aripiprazol leicht unterhalb, weil moduliert.
  • Clozapin in der Mitte, weil multi-axial.
  • Evenamide links unten (Glutamat).
  • KarXT rechts unten (Acetylcholin).
  • Bupropion leicht oberhalb der Mitte, aber außerhalb des Dreiecks (kein Antipsychotikum, aber dopaminerg).
 
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Kurz noch einmal die wichtigsten Punkte zur Problematik gesetzlich ohne Aufschrei zu lösen:
Gesetzesänderungen
Alternative:
Boykott aller Depotpräparate unter den Antipsychotika und lautstarke organisierte Demonstrationen vor den psychiatrischen Kliniken.

Anliegen:
Gerechte finanzielle Verteilung in Richtung Tablettenwirkstoffe, da Brexpiprazol und Lurasidon bis heute trotz EMA-Zulassung und deutlich besserer Verträglichkeit und deutlich geringerer Kosten als Depots keine Erstattungsmöglichkeit besitzen. Stattdessen wurden aber ständig neue Depotprodukte in unnötig hohen Depotzeiträumen (ca. 3 und 6 Monate) zugelassen und Umstellungspflichten auf Generika bei den 2-wöchigen Risperda-Depots und Paliperidon 4-wöchig einfach übergangen, obwohl die Patente längst abgelaufen sind.
Dafür kann man sich Lurasidon, Brexpiprazol, KarXT, Evenamid und das bereits vorhandene Bupropion sicher leisten, wenn man diese unnötige Verschwendung seitens der Depotpräparate unterbindet und einen gesunden Wettbewerb von Generikaherstellern ermöglicht.

Diese Tablettenprodukte müssen sich teilweise in einem einmaligen Patentzeitraum von der Forschung und alles bezahlt machen.
Risperidon und Paliperidon haben von 1990 bis heute patentierte hohe Preise für ihre Produkte erzielt, ohne echte Verträglichkeitsvorteile zu den Tablettenwirkstoffen zu bieten. Die Tablettenform von Risperidon soll sogar für den Kreislauf und Blutdruck teils besser sein als das Depot sein.

Hier muss man endlich mal Transparenz herstellen, welche Hersteller wie stark profitieren, damit überhaupt neue Medikamente wie Brexpiprazol und Lurasidon mit einem Bruchteil dieser immensen Überkosten finanziert werden können, auch Bupropion bei Schizophrenie eine Zulassung bzw. klare Indikation bei Negativsymptomen bekommt, was der Studien- und Evidenzlage entspricht. Aktuell kann es auch verwendet werden, etwa bei zusätzlicher Nikotinsucht (ca. 70 % der Betroffenen sind Raucher), aber im Grunde wäre es eher Off-Label-Use. Vorteile hat Bupropion bei TRS auch bei Speichelfluss etwa.
Fehldeutungen in der Literatur sind bereits richtiggestellt:
Bupropion—myth-busting! | CNS Spectrums | Cambridge Core

Später sollten auch KarXT (auf Muskarin wirksames Medikament) und Evenamit (auf Glutamat wirksames Medikament) als prominente Beispiele noch finanzierbar sein. Lurasidon und Brexpiprazol wären Gebot der Stunde, ohne dass diese interpretierten Mehrkosten tatsächlich ins Gewicht fallen, da die patentierten Tablettenwirkstoffe immer noch viel günstiger als die alten Depotpräparate sind.
 
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