Maggi
Administrator
Abschließende Einordnung – damit wir nicht im Kreis laufen
Die Darstellung ist nicht „zu kurz“, sie ist fokussiert. Und genau das scheint hier das Problem zu sein.Niemand bestreitet:
- dass Listenpreise nicht identisch mit Erstattungspreisen sind
- dass Krankenkassen keine Gewinnmargen auf Arzneimittel haben
- dass Depotpräparate technisch aufwendiger sind als einfache Tabletten
Der entscheidende Punkt, der immer wieder umgangen wird, ist nicht der einzelne Rabatt, sondern die Systemlogik:
- Tabletten unterliegen Austauschpflicht, Festbeträgen und echtem Generikawettbewerb.
- Depotpräparate unterliegen diesen Mechanismen nur eingeschränkt oder faktisch gar nicht.
Konkrete Zahlen (Listenpreise – als Vergleichsmaßstab)
Nur um die Größenordnung klar zu machen:- Risperdal Consta (seit 2002) ca. 380–400 € pro Monat (2‑wöchig)
- Xeplion (Paliperidon Depot) ca. 450–700 € pro Monat, je nach Dosis
- Reagila (Cariprazin, seit 2018, Tablette) ca. 300 € für 98 Kapseln, realistisch 2–3 Monate → ~100–150 € pro Monat
Rabatte ändern nicht die strukturelle Preisspreizung.
Zum Argument „technologisch aufwendig“
Technologisch aufwendig erklärt keine 20‑jährige Preisstabilität nach oben.Retardtabletten sind ebenfalls komplex – und trotzdem längst generisch und preisreguliert.Der Unterschied ist nicht die Technik, sondern:
- fehlende Austauschpflicht
- fehlende Festbetragsgruppen
- fehlender Marktdruck
Zur Einordnung von Autonomie und Zwang
Niemand hat behauptet, dass Zwangsmaßnahmen ein Beleg für Preismanipulation sind.Der Punkt war ein anderer:
Wenn ein Präparat
- teuer,
- schlecht steuerbar
- und regulatorisch privilegiert ist,
Das ist keine Vermischung von Themen, sondern Konsequenzdenken.
Fazit
Wir drehen uns hier im Kreis, solange:- mit allgemeinen Hinweisen auf Rabatte argumentiert wird,
- ohne die strukturellen Unterschiede zwischen Depot‑ und Tablettenregulierung zu adressieren.
Alles andere bleibt Rhetorik.
mit KI erstellt
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