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Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung

Persönliche Klarstellung – und wo hier Wissenslücken liegen​

Ich finde es ehrlich gesagt bemerkenswert, mit welcher Selbstsicherheit hier von „Unkenntnis“ gesprochen wird, während gleichzeitig zentrale Unterschiede zwischen Tabletten und Depotpräparaten komplett ausgeblendet werden.

Ja – natürlich ist der Medizinfuchs‑Preis der Listenpreis. Das weiß hier jeder, der sich länger als fünf Minuten mit Arzneimittelpreisen beschäftigt.
Aber genau hier liegt der Denkfehler: Rabatte ersetzen keinen Wettbewerb.

Wer glaubt, dass intransparente Herstellerabschläge das gleiche sind wie:
  • Aut‑idem‑Pflicht
  • Festbeträge
  • echter Generikawettbewerb
verkennt, wie Preisbildung im GKV‑System tatsächlich funktioniert.


Konkrete Zahlen statt Allgemeinplätze​

Risperdal Consta (2‑wöchig, seit 2002)

  • Listenpreis (AVP):ca. 190–200 € pro Injektion
  • Monatlich (2 Injektionen):~380–400 €
  • Jährlich:~4.500–5.000 €
Selbst mit Herstellerabschlägen reden wir hier realistisch immer noch von mehreren tausend Euro pro Jahr – für einen über 20 Jahre alten Wirkstoff.


Xeplion (Paliperidon, 1‑monatlich)

  • Listenpreis je nach Dosis:~450–700 € pro Monat
  • Jährlich:~5.500–8.000 €
Auch hier gilt:Rabatte ja – aber kein struktureller Preisverfall, weil:

  • kaum Anbieter
  • keine Austauschpflicht
  • keine Festbetragslogik

Reagila (Cariprazin, Tablette, seit 2018)

  • Listenpreis:ca. 300 € für 98 Kapseln
  • Reicht realistisch 2–3 Monate
  • Monatlich:~100–150 €
  • Jährlich:~1.200–1.800 €
Ein 16 Jahre neuerer Wirkstoff ist also 3–5‑mal günstiger als ein altes Depotpräparat.


Warum der Verweis auf „AMNOG regelt das“ hier ins Leere läuft​

AMNOG greift:
  • bei neuen Wirkstoffen
  • nicht bei alten Depotformulierungen
Risperdal Consta ist 2002 eingeführt worden – lange vor AMNOG.Hier gibt es keine nachträgliche Nutzen‑/Preisprüfung, sondern einen historisch gewachsenen Sonderstatus.


Der entscheidende Punkt, der immer übergangen wird​

Bei Tabletten gilt:
  • Austauschpflicht
  • Rabattverträge
  • Festbeträge
    ➡️ Preisdruck entsteht automatisch
Bei Depots gilt:
  • keine echte Austauschpflicht
  • kaum Generika
  • keine Festbetragsgruppen
    ➡️ Preise bleiben hoch – egal wie alt das Präparat ist
Das ist kein medizinisches Argument, sondern ein gesetzliches.


Und zur Behauptung „Krankenkassen verdienen an teuren Medikamenten“​

Das ist schlicht falsch.

Krankenkassen:
  • haben keine Gewinnmarge auf Arzneimittel
  • finanzieren sich über Beiträge
  • hohe Arzneimittelausgaben erhöhen den Beitragsdruck
Teure Medikamente sind kein Vorteil, sondern ein Kostenproblem, das an anderer Stelle kompensiert werden muss.


Die unbequeme Frage, die man sich stellen sollte​

Wenn man sich so schützend vor Hersteller‑Sonderregeln stellt, dann sollte man auch ehrlich beantworten:

Denn genau diese Kombination aus:
  • fehlendem Wettbewerb
  • hoher Dauerexposition
  • eingeschränkter Autonomie
ist es, die viele Betroffene kritisieren – nicht aus Panik, sondern aus Erfahrung.


Fazit​

Niemand bestreitet, dass es Rabatte gibt.
Aber solange Depotpräparate nicht denselben Regeln unterliegen wie Tabletten, bleibt das System:
  • teuer
  • intransparent
  • und strukturell verzerrt zugunsten weniger Hersteller
Das ist keine Ideologie – das ist eine Regelungslücke im SGB V.

Und genau darüber reden wir hier.


mit KI verständlich ausformuliert bzw. recherchiert

Die Darstellung greift zu kurz.
Listenpreise entsprechen nicht automatisch den realen Erstattungspreisen, da Rabattverträge und Verhandlungen greifen. Krankenkassen erzielen keine Gewinnmarge auf Arzneimittel, sondern tragen hohe Kosten. Depotpräparate sind technologisch aufwendiger in der Herstellung und unterliegen denselben sozialrechtlichen Rahmenbedingungen wie andere Arzneimittel.
Die Diskussion über Autonomie bei Zwangsmaßnahmen ist wichtig, aber sie ist ein juristisch-ethisches Thema und kein Beleg für eine strukturelle Preismanipulation.
 
@Maggi

Lass mal die KI weg.

Glaubst du wirklich es wird alles öffentlich Preis gegeben???

Die Patienten die so teure Medikamente verschrieben bekommen, sind meist König bei den Krankenkassen.
Sie wollen natürlich das sie bleiben.
Es ist nicht so, wie du denkst und auch die KI weiß die halbe Wahrheit.

Aber mir ist es egal.

Glaube doch was du willst.
KI hier KI da. Hahaha 😂

Das ist keine Kunst.

Mithilfe der KI hat schon jemand versucht mich anzuzeigen....weil angeblich die KI Recht hat.

Na klar.. von wegen, wurde wieder eingestellt. XD
Die Darstellung greift zu kurz.
Listenpreise entsprechen nicht automatisch den realen Erstattungspreisen, da Rabattverträge und Verhandlungen greifen. Krankenkassen erzielen keine Gewinnmarge auf Arzneimittel, sondern tragen hohe Kosten. Depotpräparate sind technologisch aufwendiger in der Herstellung und unterliegen denselben sozialrechtlichen Rahmenbedingungen wie andere Arzneimittel.
Die Diskussion über Autonomie bei Zwangsmaßnahmen ist wichtig, aber sie ist ein juristisch-ethisches Thema und kein Beleg für eine strukturelle Preismanipulation.

Abschließende Einordnung – damit wir nicht im Kreis laufen​

Die Darstellung ist nicht „zu kurz“, sie ist fokussiert. Und genau das scheint hier das Problem zu sein.

Niemand bestreitet:
  • dass Listenpreise nicht identisch mit Erstattungspreisen sind
  • dass Krankenkassen keine Gewinnmargen auf Arzneimittel haben
  • dass Depotpräparate technisch aufwendiger sind als einfache Tabletten
Das alles ist Grundwissen – und erklärt trotzdem nicht, warum ein über 20 Jahre altes Depotpräparat dauerhaft ein Vielfaches eines deutlich neueren Wirkstoffs kostet.

Der entscheidende Punkt, der immer wieder umgangen wird, ist nicht der einzelne Rabatt, sondern die Systemlogik:
  • Tabletten unterliegen Austauschpflicht, Festbeträgen und echtem Generikawettbewerb.
  • Depotpräparate unterliegen diesen Mechanismen nur eingeschränkt oder faktisch gar nicht.
Das ist kein Gefühl, keine Panik und keine Ideologie – das ist eine regulatorische Differenz, die sich unmittelbar in Preisen niederschlägt.


Konkrete Zahlen (Listenpreise – als Vergleichsmaßstab)​

Nur um die Größenordnung klar zu machen:
  • Risperdal Consta (seit 2002) ca. 380–400 € pro Monat (2‑wöchig)
  • Xeplion (Paliperidon Depot) ca. 450–700 € pro Monat, je nach Dosis
  • Reagila (Cariprazin, seit 2018, Tablette) ca. 300 € für 98 Kapseln, realistisch 2–3 Monate~100–150 € pro Monat
Selbst wenn man Abschläge berücksichtigt, bleibt die Relation bestehen.
Rabatte ändern nicht die strukturelle Preisspreizung.


Zum Argument „technologisch aufwendig“​

Technologisch aufwendig erklärt keine 20‑jährige Preisstabilität nach oben.Retardtabletten sind ebenfalls komplex – und trotzdem längst generisch und preisreguliert.

Der Unterschied ist nicht die Technik, sondern:
  • fehlende Austauschpflicht
  • fehlende Festbetragsgruppen
  • fehlender Marktdruck

Zur Einordnung von Autonomie und Zwang​

Niemand hat behauptet, dass Zwangsmaßnahmen ein Beleg für Preismanipulation sind.

Der Punkt war ein anderer:

Wenn ein Präparat
  • teuer,
  • schlecht steuerbar
  • und regulatorisch privilegiert ist,
dann ist es legitim, auch die ethische Dimension seiner systematischen Bevorzugung zu benennen – gerade in einem Bereich, in dem Autonomie ohnehin fragil ist.

Das ist keine Vermischung von Themen, sondern Konsequenzdenken.


Fazit​

Wir drehen uns hier im Kreis, solange:
  • mit allgemeinen Hinweisen auf Rabatte argumentiert wird,
  • ohne die strukturellen Unterschiede zwischen Depot‑ und Tablettenregulierung zu adressieren.
Wenn es belastbare Zahlen oder Quellen gibt, die zeigen, dass Depotpräparate systematisch auf dem Kostenniveau vergleichbarer Tabletten liegen, dann gehören sie hier auf den Tisch.

Alles andere bleibt Rhetorik.

mit KI erstellt
 
Zuletzt bearbeitet:

Wie ist diese Tabelle zu verstehen?​

Ich habe hier einen vereinfachten Kostenvergleich über 34 Jahre gemacht, angelehnt an den realen Lebenszyklus von Risperdal, das Anfang der 1990er (ca. 1992) auf den Markt kam und bis heute (2026) in verschiedenen Formen eingesetzt wird.

Die 34 Jahre sind also kein Zufallswert, sondern orientieren sich an der realen Marktgeschichte von Risperidon.


Cariprazin – theoretisches Vergleichsmodell​

Für Cariprazin habe ich ein Gedankenexperiment gemacht:

Was wäre, wenn Cariprazin ebenfalls schon 1992 auf den Markt gekommen wäre –aber es hätte nur ein einziges Depot, nämlich ein 2‑wöchiges Depot, gegeben?
Annahmen dabei:

  • Nach Ablauf der Patente wird konsequent auf Generika umgestellt
  • Das gilt sowohl für Tabletten als auch für das Depot
  • Es gibt keine dauerhafte Bindung an teure Original‑Depots
  • Depotanteil moderat (20 %)
Das Modell zeigt also, wie sich die Kosten entwickeln würden, wenn nach Patentablauf tatsächlich ein Preisverfall stattfindet – so wie man es von Generika eigentlich erwartet.


Risperidon / Paliperidon – reale Pipeline​

Beim Risperidon/Paliperidon habe ich dagegen die tatsächliche Produktentwicklung berücksichtigt:

  • Risperdal (Tablette)
  • Risperdal Consta (2‑wöchiges Depot)
  • Xeplion (4‑wöchig)
  • Trevicta (3‑monatlich)
  • Hafyera (6‑monatlich)
  • Okedi (wieder 4‑wöchig)
Der entscheidende Unterschied:

Beim Depot findet praktisch keine echte Umstellung auf günstige Generika statt.
Auch wenn formell Generika existieren:

  • sie kosten nahezu gleich viel
  • es gibt keine Austauschpflicht
  • viele Patient:innen bleiben jahrelang auf teuren Depots
Deshalb wird im Modell angenommen, dass der Depotanteil über die restlichen 22 Jahre auf einem durchschnittlichen Originalpreisniveau bleibt.


Was zeigt der Vergleich?​

  • Beide Modelle starten gleich (12 Jahre Original‑Tablette)
  • Danach trennen sich die Wege:
    • Cariprazin fällt nach Patentablauf klar in günstige Generika
    • Risperidon/Paliperidon bleibt durch die Depot‑Pipeline dauerhaft teuer
  • Schon bei 20 % Depotanteil entstehen über 34 Jahre Milliarden Mehrkosten
  • Bei 35 % Depotanteil (realistisch in der Praxis) dehnt sich dieser Effekt massiv aus

Bezugsgröße​

Die Rechnung bezieht sich auf 500.000 Patient:innen, was etwa 0,5 % der deutschen Bevölkerung entspricht und gut zur Größenordnung der tatsächlich behandelten Menschen mit Schizophrenie passt.





Vergleich Cariprazin vs. Risperidon/Paliperidon​

Eingesetzte Modelle​

  • Cariprazin (das Referenz-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 8 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Original-Depot 300 €/Monat
    • 14 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Gen-Depot 50 €/Monat
  • Risperidon/Paliperidon (Pipeline-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 22 Jahre: Gen-Tab 30 €/Monat + Depot bleibt Originalpreis Ø 400 €/Monat
    • Depotanteil als 20% (fair) vs. 35% (praxisnah)

Ergebnis-Tabelle​

ModellDepotanteilGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €(1.040 €/Jahr)17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%49.056 €(1.443 €/Jahr)24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%63.708 €(1.874 €/Jahr)31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €


Kurzinterpretation (ohne Meinung, nur Mechanik)​

  • Cariprazin fällt nach Patentablauf konsequent in günstige Generika (Tab + Depot).
  • Risperidon/Paliperidon bleibt in deinem Pipeline-Modell Depot-preisstabil (Originalpreise) über die restlichen 22 Jahre—und genau das treibt die Mehrkosten.
 

Ergebnis‑Tabelle (erweitert)

34‑Jahres‑Vergleich – 500.000 Patient:innen
ModellDepotanteilØ DepotpreisGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €1.040 €/J17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%400 €49.056 €1.443 €/J24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%400 €63.708 €1.874 €/J31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%600 €79.548 €2.340 €/J39,774 Mrd. €+22,086 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%800 €95.388 €2.805 €/J47,694 Mrd. €+30,006 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%1.000 €111.228 €3.271 €/J55,614 Mrd. €+37,926 Mrd. €

Wichtige Einordnung (kurz, passend zur Tabelle)

  • 400 € ist bereits eine sehr konservative Annahme
  • In der Praxis liegen viele Depottherapien eher bei 600–800 €, hochdosierte Einstellungen teils bei 1.000–1.200 €
  • Der Unterschied entsteht nicht durch den Wirkstoff, sondern durch:
    • dauerhafte Depotbindung
    • fehlende Austauschpflicht
    • ausbleibende echte Generikadynamik
Cariprazin dient hier bewusst als Referenzmodell, weil dort nach Patentablauf:
  • Tabletten und Depot konsequent auf Generika umgestellt werden
  • die Kosten tatsächlich fallen
 
Unter realistischen Annahmen700 € Depotkosten und 35 % Depotanteil) verursacht die Risperidon/Paliperidon‑Pipeline über 34 Jahre bei 500.000 Patient:innen rund 45,7 Mrd. €, während das Cariprazin‑Modell (20 % Depot, 300 €, konsequente Generika‑Umstellung wie bei Tabletten) bei 17,7 Mrd. € liegt – eine Mehrbelastung von rund 28 Mrd. €, die sich im Wesentlichen aus der größeren Depotvielfalt und der fehlenden Generikadynamik erklärt, ohne dass ein klarer Zusatznutzen erkennbar wäre, während zugleich unnötige Patientenbindungen entstehen und neue, besser verträgliche und günstigere Wirkstoffe in Tablettenform (z. B. Brexpiprazol, Lurasidon, KarXT) durch diese überteuerten Alt‑Depots faktisch vom Marktzugang abgehalten werden, obwohl sie in den ersten Patentjahren mit etwa 150 € Monatskosten realistisch einsetzbar wären – womit sich die Frage stellt, ob mehrmonatige Depotformulierungen heute überhaupt noch sinnvoll sind, während 2‑wöchige Depots in vielen Fällen völlig ausreichen würden.


Kurzes Endergebnis unter realistischen Bedingungen wenn zukünftig Cariprazin auch in Depot angeboten werden würde:

Cariprazin 17,7 VS 45,7  Mrd. € für Risperidon/Paliperidon

Man zahlt für Risperidon/Paliperidon das 2,6 Fache und hat stetig steigende kosten nach diesen 34 Jahren = Gegenwart.
 
  • Cariprazin nach Jahr 34: 80% Gen‑Tab 30 €/Monat + 20% Gen‑Depot 50 €/Monat
Ø Monat=0,8⋅30+0,2⋅50=34⇒Ø Jahr=34⋅12=408
  • Risperidon/Paliperidon realistisch nach Jahr 34: 65% Gen‑Tab 30 €/Monat + 35% Depot 700 €/Monat
Ø Monat=0,65⋅30+0,35⋅700=264,5⇒Ø Jahr=264,5⋅12=3.174
Baseline (34 Jahre):
  • Cariprazin: 17,688 Mrd. € (35.376 € pro Patient)
  • Risperidon/Paliperidon (700 €, 35%): 45,714 Mrd. € (91.428 € pro Patient)

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren​

HorizontCariprazin gesamtRisperidon/Paliperidon gesamtMehrkosten vs. Cariprazin
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €



Wichtig ist dabei auch die Einordnung der Depottherapie selbst:
2‑wöchige Depots sind in vielen Fällen ausreichend und werden insgesamt nur selten wirklich benötigt. Sie können sinnvoll eingesetzt werden, etwa gezielt in instabilen Phasen oder im Rahmen strukturierter Intervalltherapien, wie sie auch in meiner Medikamentenempfehlung beschrieben sind. In solchen Konzepten wäre ein Depot pro Quartal in der Regel völlig ausreichend.

Die heute verbreiteten ein‑, drei‑ oder sogar sechsmonatigen Depotformulierungen bringen dagegen häufig keinen zusätzlichen therapeutischen Mehrwert, erhöhen aber Risiken, Nebenwirkungen und Kosten erheblich. Gleichzeitig verstärken sie unnötige Patientenbindungen und erschweren den Wechsel auf besser verträgliche Therapien.

Gerade bei modernen Wirkstoffen mit guter Verträglichkeit zeigt sich, dass Tabletten bevorzugt angenommen werden, wenn Patient:innen Einsicht entwickeln und Vertrauen in die Behandlung haben. Eine Versorgung, die auf verträgliche Tabletten plus seltene, gezielte Depot‑Intervalle setzt, wäre medizinisch sinnvoller, ökonomisch deutlich günstiger und würde die Akzeptanz psychiatrischer Behandlung insgesamt stärken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Folgende Therapieorientierung könnte vielen Patienten helfen:
Die von mir entwickelte Therapieorientierung ist hier zu finden:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)

Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Kurzfassung | Broschüre – mit beigefügter Antipsychotika‑Vergleichsliste)

Bei dieser verlinkten Intervalltherapie – mit stabilisierendem Bupropion – werden zwar mehrere Medikamente eingesetzt, im Durchschnitt liegen die Kosten für diese Generika in Tablettenform jedoch gemeinsam bei etwa 100 € pro Monat.

Anstelle des dort vorgesehenen Antipsychotikums in oraler Bedarfsmedikation könnte ergänzend gelegentlich ein kurz wirksames Depot eingesetzt werden, zum Beispiel ein zweiwöchig wirksames Depot, das nur bei Bedarf verwendet wird. Dies ist gut umsetzbar, da in der verlinkten Therapieform eine kontinuierliche Einnahme des Antipsychotikums über etwa 1,5 bis 3 Wochen am Stück in der Regel ausreicht. In diesem Rahmen kann ein solches Depot gezielt stabilisierend wirken, während die übrigen Medikamente – insbesondere Bupropion sowie ergänzend später auch Lithium‑Orotat in Mikrodosierung – weiterhin täglich in Tablettenform eingenommen werden und antipsychotisch eine ebenso wichtige therapeutische Rolle spielen.

In der Praxis zeigt sich, dass Aripiprazol in Tablettenform häufig bereits in Dosierungen von 5 mg oder 7,5 mg eine ausreichende antipsychotische Wirkung entfaltet. Entsprechende Depotformulierungen in dieser Dosierungsgröße existieren jedoch bislang nicht; die verfügbaren Depots beginnen erst bei deutlich höheren Tagesdosisäquivalenten (ab etwa 12,5 mg), was für viele Patient:innen nicht stimmig erscheint – auch wenn dies regulatorische oder galenische Gründe haben mag.

Zusätzlich wären kürzere Wirkdauern, etwa zwei‑ oder dreiwöchige Depots, medizinisch sinnvoll, um den Einsatz von Depots besser an intermittierende oder bedarfsorientierte Therapiekonzepte anzupassen, statt ausschließlich auf die derzeit verfügbare vierwöchige Wirkdauer dieses an sich gut verträglichen Wirkstoffs in Depotform festgelegt zu sein.

Das ist keine Werbung für Depots, sondern eine Perspektive darauf, wo Depots tatsächlich einen sinnvollen Nutzen hätten. Voraussetzung dafür wären jedoch auch weitere Alternativwirkstoffe zu Bupropion, da es derzeit das einzige NDRI‑Antidepressivum ist. Ziel wäre dabei keine starke dopaminerge Stimulation, sondern eine milde, gut verträgliche Modulation.

In diesem Kontext hätten Depotlösungen überhaupt erst einen klaren Nutzen: nicht als dauerhafte Langzeitbindung, sondern als kurzfristige Stabilisierungshilfe, die flexibel und intermittierend eingesetzt wird, etwa ein‑ bis zweimal pro Jahr in Form eines zwei‑, drei‑ oder vierwöchigen Depots. Genau hier liegt der Unterschied zu den heute verbreiteten hochdosierten Monats‑ oder Mehrmonatsdepots, die für solche Therapieansätze weder notwendig noch sinnvoll sind.

Betroffene könnten mit dieser neu entwickelten Therapie wieder besser in den Arbeitsmarkt integriert werden und hätten eine deutlich höhere Lebensqualität. Ganz abgesehen davon, wie viel Leid man Betroffenen, Angehörigen und dem gesamten Umfeld ersparen könnte.

Auf diese Weise ließen sich durch gezielte gesetzliche Anpassungen Kostenexplosionen verhindern, echte Forschung und Innovation belohnen, Patienten besser behandeln und Vertrauen wiederherstellen. Es geht darum, finanzielle Anreize dort zu setzen, wo wir langfristig hinwollen – auch wenn manches davon zunächst wie eine Utopie klingen mag.

Wenn wir Therapie, Forschung und finanzielle Anreize konsequent an Verträglichkeit, Lebensqualität und tatsächlichem Nutzen ausrichten, könnten genau solche Konzepte den Weg zu einer moderneren und menschlicheren Psychiatrie ebnen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Man kann viel Geld sinnvoll sparen und echte Forschung damit unterstützen. Leider werden die faulen belohnt mit Milliarden die man ohne not verschwendet.
Sind nur drei gesetzesänderungen notwendig, aber solche lücken zeigen auch politisches versagen. Solche Altlasten machen das Gesundheitssystem unbezahlbar und schadet aktiv kranke, deren Rechte man einschränkt um noch mehr depots auch ambulant auf zwang verordnen zu können.
Traurig ist das.
 
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