Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung

Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung
Durch diese einfachen Gesetzesänderungen spart man jedes Jahr Milliarden, was Innovation und Forschung sogar zugute kommt.

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren


HorizontCariprazin gesamtRisperidon/Paliperidon gesamtMehrkosten
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €

Für das neue patentierte Medikament in Tablettenform zahlt man kurz- und langfristig weniger als für einen Wirkstoff aus den 90er Jahren, der noch dazu viele Nebenwirkungen hat. Das ist eine perfide Form von Betrug und Verschwendung öffentlicher Gelder, was auch die Politik zu verantworten hat.
Hier sollte an den Gesetzen dringend etwas geändert werden, ohne weitere Korruption oder vergleichbare Verhältnisse, Geldwäsche oder wie man das systematisch nennen möchte, da man ja praktisch die Finanzierung neuer Therapien und Medikamente untergräbt. So etwas kennt man von armen Ländern, und das ist Deutschland in dem Falle sehr wohl. Die Mehrkosten durch den Hersteller dieser Produkte mögen zwar ein Bruchteil sein, aber liegen bereits bei 3 % Marktanteil im Milliardenbereich und treiben eine stetige Verschlechterung der Versorgungssituation bei. Vor allem die Rechte von Betroffenen sind in Gefahr, da Zwang mit Depots unter Umständen ins Privatleben rücken könnte oder für manche Patienten bereits heute der Fall ist.

Wenn jeder Hersteller gleicher behandelt werden würde wie hier Janssen (Tochterkonzern von Johnson & Johnson), dann würden die vollen Mehrkosten auf der rechten Seite entstehen, ohne dass Patienten außer riskanter Langzeitdepots etwas dazugewonnen hätten. Man untergräbt damit die Finanzierung des Gesundheitssystems, und das in Deutschland, wo man damals schon in den KZ mit Schizophrenen und psychisch Kranken experimentiert hat. Meiner Meinung nach können diese Probleme zu KZ-ähnlichen Zuständen führen, weil auf diese Art immer mehr krank werden, das Gesundheitssystem unfinanzierbar wird, man um Depot einzusetzen die Rechte von Patienten aufhebt, die bereits so sensibel sind, und weil das zum Erstarken rechter Parteien führen kann, die dann den Kostenfaktor bei den Patienten sehen und auf die Endlösungen dringen.



Konkreter Änderungsvorschlag zur Depot‑Problematik​

(auf Basis des aktuellen SGB V)
➡️ Folge: Kein Austausch → kein Wettbewerb → dauerhaft hohe Preise.


➡️ Folge: Alte Depotpräparate bleiben preislich unreguliert, selbst Jahrzehnte nach Markteinführung.


➡️ Folge: Kein Anreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


➡️ Das Problem ist nicht medizinisch oder technisch – sondern gesetzlich.



3️⃣ Konkrete Gesetzesänderungen (Vorschlag)​

Ergänzung eines neuen Absatzes:
§ 129 Abs. 1a SGB V (neu):

Zugelassene Depot‑Arzneimittel gelten als austauschbar, sofern sie
– denselben Wirkstoff,
– dieselbe Applikationsform (Depot‑Injektion),
– dieselbe Dosierungsstärke und
– nachgewiesene Bioäquivalenzaufweisen.

Ein Austausch darf nur aus medizinisch begründeten Gründen ausgeschlossen werden.

➡️ Wirkung: Depot‑Generika werden wie Tabletten behandelt → echter Wettbewerb entsteht.


Ergänzung:
Für langwirksame injizierbare Antipsychotika sind eigene Festbetragsgruppen zu bilden, getrennt nach
– Wirkstoff
– Applikationsintervall (z. B. 2‑wöchig, 4‑wöchig).

➡️ Wirkung: Alte Depotpräparate können nicht mehr dauerhaft überteuert bleiben.


Klarstellung:
Krankenkassen sind verpflichtet, auch für Depot‑Arzneimittel Rabattverträge auszuschreiben, sofern mehrere Anbieter verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können.

➡️ Wirkung: Marktanreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


➡️ Das System erzwingt Sparsamkeit bei Tabletten,➡️ schützt aber Depot‑Monopole – selbst bei 30+ Jahre alten Präparaten.





Diese kleinen Gesetzesänderungen sind dringend notwendig und müssen dann auch umgesetzt werden. Auch die Generikapreise der wenigen verfügbaren Generika-Depots sind überwiegend viel zu hoch. Angesichts dessen sind alle drei Gesetzesänderungen notwendig, um überhaupt das Ausmaß dieser Verschwendung überblicken zu können und noch Herr zu werden.
Unser Staat zeigt durch diese Verschwendung sein wahres Gesicht, da man gleichzeitig neue, verträglichere und preislich günstigere Medikamente in Tablettenform von der Finanzierung ausgeschlossen hat, damit diese Altlasten auch keinem Wettbewerb ausgesetzt sind.
Brexpiprazol und Lurasidon kann man hier mit Wirkstoffen wie Risperidon vergleichen, bei dem erst kürzlich das Risperidon-4-Wochen-Präparat bis 2036 patentiert und eingepreist ist, also sind in der Tabelle die Bedingungen für +10 bereits vorhanden. Folgen werden 3-Monatsspritzen und 6-Monatsspritzen, wobei es ja auch andere Altwirkstoffe wie Olanazpin gibt, die man in solchen Depotformen teils immer aggressiver vermarktet.