Psychose- & Schizophrenie Forum | Computational Psychiatrie & Selbsthilfe
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Grund zur Hoffnung: Intervalltherapie mit Bupropion
Behandlungskonzept, welches mit Bupropion (Antidepressivum und Nikotinentwöhnung) eine stabilere Reduktion des Antipsychotikums ermöglicht. Das dämpfende Antipsychotikum wird dabei nur selten und bedarfsgerecht benötigt.
Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz
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Grund zur Hoffnung: Intervalltherapie mit Bupropion
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Kurzantwort:Quetiapin zeigt eine transiente striatale D2‑Besetzung mit hohen Peak‑Werten kurz nach Einnahme (IR ≈45–60 % bei Cmax) und sehr niedrigen Trough‑Werten (nahe 0–10 %) — extrastriatale Besetzung ist vergleichsweise höher und bleibt relevanter für Wirkung und Nebenwirkungen.
1. Gefundene PET‑Rohdaten Übersicht
Wichtig: Ich zitiere nur Studien, die Raclopride für striatale Messungen und Fallypride/FLB‑457 für extrastriatale Messungen verwendet haben.
Extrastriatal > striatal; z. B. temporaler Cortex Occupancy ≈40–80 %, Putamen ≈26–36 %.
Gründer et al. / Journal of Nuclear Medicine report
[18F]fallypride
Patienten, variable Intervalle
Striatal ≤50 % selbst bei hohen Plasmakonzentrationen; extrastriatal deutlich höher.
2. Wichtige Interpretationen
Peak vs Trough ist entscheidend. Messungen am Cmax zeigen moderate bis teils klinisch relevante striatale Occupancy; Messungen am Trough zeigen oft sehr niedrige Werte. (Peak ≈30–50 % IR; Trough ≈0–10 %).
Formulierungseffekt: XR reduziert Peak‑Occupancy gegenüber IR bei gleicher Nominaldosis; das erklärt unterschiedliche klinische Profile.
Extrastriatal wichtig für Wirkung/Nebenwirkung: Fallypride/FLB‑457‑Studien zeigen höhere extrastriatale Besetzung (temporal cortex, thalamus) als striatal — das korreliert mit antipsychotischer Wirkung bei niedriger striataler Occupancy und mit geringem EPS‑Risiko.
Klinische Konsequenz: Quetiapin kann antipsychotisch wirken trotz niedriger Trough‑D2‑Belegung; daher sind Messzeitpunkt, Formulierung und Metabolit (norquetiapin) für Interpretation und Leitlinien essentiell.
3. Vorschlag für Dosisbänder
Nutze die vorhandenen fünf Bänder, aber mit einer Quetiapin‑spezifischen Fußnote zur Peak/Trough‑Dynamik und Metabolitenwirkung:
StandarderhaltungDosis: 150–300 mg/Tag Striatale D2‑Belegung: ~8–18 % Ziel: klinische Stabilität bei leichten bis moderaten Symptomen; Wirkung primär über Nicht‑D2‑Mechanismen.
AkutbereichDosis: 300–600 mg/Tag Striatale D2‑Belegung: ~12–25 % (Peak kurz höher) Ziel: verstärkte antipsychotische Effekte durch Kombination aus Peak‑D2‑Bindung und Norquetiapin‑Effekt; nicht D2‑typisch.
Oberer Bereich ReserveDosis: 600–800 mg/Tag Striatale D2‑Belegung: ~18–30 % Ziel: Reserve bei Non‑Response; Nutzen begrenzt, Nebenwirkungen steigen.
Überblockade WarnzoneDosis: keine typische D2‑Überblockade‑Zone bei Quetiapin (D2‑Belegung bleibt <50 %) Hinweis: Für Quetiapin ist klassische Überblockade nicht relevant; Nebenwirkungsrisiken entstehen primär über H1/α1/anticholinerge/metabolische Effekte.
4. Leitlinienimplikationen und Formulierungsvorschlag
Formulierungsvorschlag:„Quetiapin erreicht in PET‑Studien nur geringe striatale D2‑Belegung (typisch 0–30 % je nach Dosis und Messzeitpunkt). Die antipsychotische Wirkung beruht überwiegend auf Norquetiapin‑Metabolismus und Nicht‑D2‑Mechanismen (5‑HT₂A, H1, α1, NET). Daher ist Quetiapin nicht mit klassischen D2‑zentrierten Antipsychotika gleichzusetzen; Dosisbänder sollten Peak/Trough‑Dynamik und Metabolitenwirkung berücksichtigen. Ärzt:innen wählen Dosisbänder unter Berücksichtigung dieser Besonderheiten und dokumentieren Messzeitpunkt, Formulierung (IR vs XR) und klinisches Ziel.“
5. Monitoring und operative Hinweise für Leitlinie
Messzeitpunkt dokumentieren bei PET/TDM‑Vergleichen (Cmax vs Trough).
Bei Dosissteigerung auf Sedierung, orthostatische Effekte, anticholinerge Symptome und metabolische Parameter achten.
Bei Verdacht auf antipsychotische Unterversorgung nicht allein auf D2‑Occupancy schauen; klinische Symptomatik und Norquetiapin‑Wirkung berücksichtigen.
Formulierung: XR reduziert Peak‑Occupancy; bei Bedarf XR vs IR in Leitlinie differenzieren.
Quetiapin – Ki‑Werte
Dopamin
D2: 120–180 nM
D3: 100–200 nM
D1: 500–800 nM
Serotonin
5‑HT2A: 30–60 nM
5‑HT2C: 100–200 nM
5‑HT7: 100–200 nM
5‑HT1A: >1000 nM
Histamin / Adrenerg
H1: 1–5 nM
α1: 10–20 nM
α2: 100–200 nM
Muskarin
M1–M5: 100–200 nM
Funktionsart
D2/D3/5‑HT2A/2C/H1/α1/M1: Antagonist
kein Partialagonismus
kein inverser Agonismus
Norquetiapin – Ki‑Werte
Dopamin
D2:30–50 nM
D3:30–60 nM
moderat
Serotonin
5‑HT1A: 10–20 nM (Partialagonist)
5‑HT2A: 30–60 nM (Antagonist)
5‑HT2C: 100–200 nM (Antagonist)
Transporter
NET: 0.3–1.0 nM (starker Inhibitor)
SERT: 20–40 nM (moderater Inhibitor)
Histamin / Adrenerg / Muskarin
H1: 5–10 nM
α1: 20–40 nM
M1: 50–100 nM
Funktionsart
D2/D3/5‑HT2A/2C/H1/α1/M1: Antagonist
5‑HT1A: Partialagonist
NET/SERT: Transporter‑Inhibitor
Heatmap – Quetiapin vs. Norquetiapin vs. Kombiniert
Legende
<5 nM 5–20 nM 20–60 nM 60–200 nM >200 nM
Target
Quetiapin
Norquetiapin
Kombiniert
D2
(A)
(A)
D3
(A)
(A)
5‑HT2A
(A)
(A)
5‑HT2C
(A)
(A)
5‑HT1A
(PA)
NET
(Inhibitor)
SERT
(Inhibitor)
H1
(A)
(A)
α1
(A)
(A)
α2
(A)
(A)
M1
(A)
(A)
Klinische Essenz (kompakt)
✔ Antipsychotisch
Quetiapin: schwach
Norquetiapin: moderat (D2 30–50 nM)→ zusammen leicht antipsychotisch, aber nicht wie Risperidon/Amisulprid.