Ich bekomme nur noch Abilify Maintaina 300 mg.
300 mg Abilify Maintena Depots, sind etwa 10-15 mg in Tablettenform am Tag was im Grunde eine Dosis für Akutbehandlung darstellt.
Als Frau bräuchtest du für eine Erhaltungstherapie 2-7,5mg Aripiprazol am Tag.
Das bedeuetet das du auf 7,5mg reduzieren kannst und vermutlich anschließend auch auf 5mg.
Aktuell hast du die doppelte Dosis die du benötigst
@Nursey.
Ziel ist ja:
55–60 % D2 Rezeptorblockade für die Erhaltungstherapie.
Kurzantwort (wissenschaftlich korrekt):
Abilify Maintena 300 mg entspricht pharmakokinetisch etwa 10–15 mg Aripiprazol oral pro Tag. Es gibt
keinen festen Umrechnungsfaktor, sondern einen
Bereich, weil die Depotform eine andere Freisetzungskinetik hat.
Warum 300 mg Depot NICHT exakt 10 mg oder 15 mg oral sind
Die Depotform setzt Aripiprazol über 28–30 Tage frei.Dabei entstehen
steady‑state‑Plasmaspiegel, die NICHT linear zur Dosis sind.
Die wichtigsten Punkte:
Depot hat geringere Spitzen, aber höhere Talspiegel
Oral: Peak → Abfall → Peak → AbfallDepot: relativ konstante Spiegel
Depot hat eine höhere Bioverfügbarkeit
Oral: First‑Pass‑MetabolismusDepot: Umgeht den First‑Pass
Depot erreicht höhere AUC (Gesamtwirkstoffmenge)
Deshalb wirkt 300 mg Depot stärker als „300 mg / 30 Tage = 10 mg“.
Was zeigen die PET‑ und PK‑Daten?
Aripiprazol oral (PET‑Daten):
- 5 mg → 55–60 % D2
- 10 mg → 70–80 %
- 20 mg → 85–95 %
Abilify Maintena 300 mg (PK‑Daten):
- entspricht ungefähr 10–15 mg oral
- D2‑Belegung im steady state: ~70–85 %
Das bedeutet:
300 mg Depot liegen zwischen 10 mg und 15 mg oral – je nach Person, Geschlecht, Metabolismus und CYP2D6‑Status.
Warum gibt es keinen festen Umrechnungsfaktor?
Weil die Depotform:
- langsamer anflutet
- gleichmäßiger freisetzt
- weniger Spitzen hat
- eine höhere AUC erzeugt
- CYP2D6‑Unterschiede stärker ausgleicht
- Geschlechtsunterschiede verstärkt (Frauen höhere Spiegel)
Deshalb ist die Umrechnung
immer ein Bereich, nie ein exakter Wert.
Gibt es einen Korrekturfaktor?
Ja – aber er ist
nicht offiziell, sondern ergibt sich aus PK‑Modellen:
Faustregel aus der Literatur:
Depot mg pro Monat÷20≈orale mg pro Tag
Für 300 mg:
300÷20=15
Für 400 mg:
400÷20=20
Das ist aber
zu hoch, weil Depot gleichmäßiger wirkt.
Deshalb korrigiert man nach unten:
Realistische Korrektur:
- 300 mg Depot → 10–15 mg oral
- 400 mg Depot → 15–20 mg oral
Warum du „rechnerisch 10 mg“ sagst – aber pharmakologisch 10–15 mg rauskommt
Rechnerisch:
300 mg/30 Tage=10 mg/Tag
Pharmakologisch:
- Depot hat höhere Bioverfügbarkeit
- Depot hat höhere AUC
- Depot hat weniger Peaks
- Depot hat stabilere Spiegel
- Depot hat langsamere Clearance
→
Deshalb wirkt es stärker als 10 mg oral.
Fazit
- 300 mg Maintena = 10–15 mg oral
- 400 mg Maintena = 15–20 mg oral
- Es gibt keinen festen Faktor, nur einen Bereich
- Die Depotform wirkt stärker als die rechnerische Tagesdosis
- Frauen haben im Schnitt höhere Spiegel
- CYP2D6‑Poor‑Metabolizer haben deutlich höhere Spiegel
Dort steht viel wesentliches über Depot und Dosisumrechnung auch wir stark die Rezeptorblockaden unter welcher Dosis dort sind.
Klar kann man Spiegelmessung machen, aber dazu müsste erstmal die Grundeinstellung stimmen.
Interessant. Ich empfinde es eher als Behandlungsfehler. Was die eher immer interessiert hat, waren EKG, regelmäßig Kontrollen. Blutabnahme wurde nie angesprochen, auch als ich Spiegel mal messen lassen wollte (da abilify so lange im Blut bzw lange HWZ hat) wurde ich abgekanzelt "braucht man nicht"
Ich empfinde es halt als ausgesprochen schlampig.. so fühlt es sich gerade an.
Bei einer Zunahme von 30 kg hätte man reagieren müssen.
Sehe ich auch teilweise so, wobei die Leitlinien beim Aripiprazol leider schon irreführend sind.
Ich hatte nur 5mg Aripiprazol als ich bei einem drohenden Rückfall darauf umgestellt worden bin. Die Akutwirkung war immer noch überragend.
Wegen der damaligen Olanzapin + Aripiprazol kombi ist das ja jetzt schon 3 Jahre her.
Warst du da in Akutbehandlung oder wie lange hattest du das in welchen Dosierungen genau?
Ab 15 mg Olanzapin ist EKG angezeigt, das wäre sogesehen Vorschrift.
Da Olanzapin + Aripiprazol unterschiedlich verstoffwechselt werden und Olanzapin um das 1,1-1,2 Fache 10-20% ansteigt, ist in dem Fall Spiegelkontrolle kein Fehler und sogar Ratsam, aber keine zwingende Notwendigkeit.
Zumindest ein Bluttest wäre drin gewesen.
Bedenklich ist einfach nur ob du dir das alles merken kannst, da könntest du auch freundlich fragen ob bereits mal ein Bluttest oder Spiegelkontrolle machen könnte und darum Bitten, denn wir Betroffene sind auch manchmal grob.
Wie man in den Wald schreit, so schreit es ja bekanntlich zurück.
Von daher ist "Braucht man nicht" politisch korrekt, aber man erwartet ja schon etwas mehr von seinem Therapeuten und genau da unterscheiden sich Ärzte die sich für ihren Patienten auch mal eine halbe Stunde nehmen und jene die in 5 Min durchwinken.
Deswegen kann man vielleicht schon von Versorgungsproblem sprechen.
Es wäre schon überhaupt mal gut wenn die richtige Dosis gewählt werden würde, nur leider sind da auch die DGPPN-Leitlinien etwas schwammig und Irreführend und man müsste eben noch die notwendigen Dosierungen für die 50-65% D2-Rezeptorblockaden angeben, damit man zumindest ungefähr weis in welchem Bereich man in der Erhaltungstherapie liegen sollte.
Du brauchst ja schließlich keine 3 Jahre Akuttherpie auch wenn das Aripiprazol vermutlich wenig schadet. In meinen Augen fahrlässig, aber bis auf den Arzt zu wechseln hat man da wenig Möglichkeiten.
Das zeigt zumindest eine Systemschwäche, deswegen will ich mir da kein Urteil über deine Ärzte leisten, sondern dir empfehlen kooperativ zu bleiben, da wir Erkrankte definitiv am kürzeren Hebel sind und jede unnötige Aufregung als Symptom bewertet werden kann, was Behandlungsbedürftig ist.
Bist du an die Depotspritze gebunden? Das ist eh Betrug am Patienten und diese Depots sind ein Vermarktungsproblem, weil man so dummheit belohnt und auf Zwang und meist zu hohen Dosierungen setzt, statt angemessene Dosierungen. Tabletten bist du flexibel und kannst zumindest eine gute Erhaltungsdosis finden.
@Nursey es bringt wenig wenn du dich aufregst. Wenn du Olanzapin allein nimmst, ist das Metabolische Risko größer als wenn du Aripirpazol dazu einnimmst. Nur muss man da auch auf Dosierungen und alles achten.
Die Kombi ist also zur Olanzapin Monotherapie zumindest von der Metaabolischen Seite vorteilhaft, was du ganz oben an der Tabelle erkennst. Gibt zumindest eine Evidenzlage das die Kombi vorteilhaft sein kann. Besser ist natürlich Aripiprazol Monotherapie, aber im Akutfall brauchen die Ärzte manchmal mehr und da nimmt man auch am stärksten zu.
Ebenso von Risperidon was auch ein Dickmacher ist und dazu noch ein sehr unverträglicher.
An sich ist das Aripiprazol zumindest eine sehr gute Wahl, von daher vielleicht unterstützen dich deine Psychiater ja, damit du off-label später auch zusätzlich Bupropion bekommst. Falls diese weiteren Ärger machen, solltest du wechseln oder zumindst eine 2. Meinung dir suchen.
Kompleter Theapieabbruch wäre für dich schlimmer, weil das ohne einen Schwimmreifen wie die Intervalltherapie mit Bupropion sehr böse enden kann. Damit kannst du dann spätestens abnehmen, aber da muss man erstmal Schritt für Schritt sich vorarbeiten und braucht gute Ärzte die einen das im Vertrauen verordnen ohne Angst das der Patient dann rechtlich oder mit anderen Dingen kommt wenn dann doch etwas anders als gewünscht läuft.
Wut und so ist ohnehin kein guter Ratgeber. Bleib lieber auf dem Boden und schau erstmal was du machen kannst und ob dich deine Ärzte unterstützen, denn das wäre ja schon viel Wert wenn man dir etwa 7,5 mg (15mg getleit) Aripiprazol gibt und dich später das Bupropion ergänzen lässt um das Gewichtsproblem zu lösen, dann kannst du mit Aripiprazol vielleicht auf 5mg runtergehen.
Je höher die Antipsychotikadosis umso stärker ist man auch blockiert was den Stoffwechsel auch senkt. Aripiprazol ist eines der wenigen Wirkstoffe mit extrem hohen Bindunssträken aufgrund des Partialagonismus, weshalb auch Dosierungen von 5-10mg häufig schon maximal wirken obwohl theoretisch bis zu 30mg möglich sind. Ab 10mg steigt die Wirkung nur noch leicht, also starke Rezeptorblockaden machen nur selten Sinn, da der Faktor Zeit wichtiger ist.
Aripiprazol 7,5mg (Tablettenform) + Bupropion 150mg könnest du etwa beim nächsten Termin anfragen, wo Aripiprazol mit der kleineren Dosis weniger gewichtsprobleme macht und ausreichend sein sollte und Bupropion Impulsivität, Unruhe und Reizbarkeit reduziert was auch beim Gewicht positiv auffällt, da diese Faktoren das Essverhalten beeinflussen.
Wenn man dir keine Aripiprazol-Tabletten geben will und auch vom Bupropion abrät bzw. dich abweist, dann solltest du dir einen Psychiater/in suchen, der zumindest deine Probleme ernst nimmt und dich da unterstützt.
Generell machen alle Antipsychotika eine Gewichtszunahme, also man muss trotzdem irgendwie dranbleiben und etwas Sport machen.
Vitamin B6 kann ich dir zeitweise in Dosierungen von 100mg empfehlen, auch das kann Unruhe und Reizbarkeit und Appetit reduzieren. Nur für Wochen/Monate da periphere Neuropathie auftrete kann, was du durch Ameisenlauf oder Taubheitsgefühl in den Fingern/Händen merkst.
B12 und B9 sind auch nützlich. B6 ist für die Neurotransmittersynthese wichtig, von daher ist ein hoher B6 Status sinnvoll. Magnesium lohnt es auch und eventuell etwas Vitamin C.
Mir hat
Lithium Orotat 20mg geholfen was man über diesen Anbieter bekommt da es in Deutschland kein richtiges Nahrungsergänzung ist, ist es etwas schwieriger zu bekommen. Das sind aber wirklich nur minimale Doisierungen. Vor allem für Später bei den schwierigsten Reduzierungsschritten und Intervalltherapie kann das und Sulfarophan (Brokkoli-Extrakt) einen unterschied machen.
Appetit kommt teils auch von Nährstoffmangel und das tut die klassische Medizin bisher nur begrenzt adressieren, da es bei Schizophrenie durchaus Mangelzustände geben kann.
Du drehst ja auch keinen Radio leiser, nur weil zu wenig Strom aus der Steckdose kommt.
Ich kann dir die ganzen Nahrungsergänzungen und wo du das günstig beziehen kannst mal zusammenstellen bei gelegenheit.
Diese Fallpräsentation belegt auch den Zusatznutzen von Bupropion bei Schizophrenie:
Europe PMC