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Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung

Abschließende Einordnung – damit wir nicht im Kreis laufen​

Die Darstellung ist nicht „zu kurz“, sie ist fokussiert. Und genau das scheint hier das Problem zu sein.

Niemand bestreitet:
  • dass Listenpreise nicht identisch mit Erstattungspreisen sind
  • dass Krankenkassen keine Gewinnmargen auf Arzneimittel haben
  • dass Depotpräparate technisch aufwendiger sind als einfache Tabletten
Das alles ist Grundwissen – und erklärt trotzdem nicht, warum ein über 20 Jahre altes Depotpräparat dauerhaft ein Vielfaches eines deutlich neueren Wirkstoffs kostet.

Der entscheidende Punkt, der immer wieder umgangen wird, ist nicht der einzelne Rabatt, sondern die Systemlogik:
  • Tabletten unterliegen Austauschpflicht, Festbeträgen und echtem Generikawettbewerb.
  • Depotpräparate unterliegen diesen Mechanismen nur eingeschränkt oder faktisch gar nicht.
Das ist kein Gefühl, keine Panik und keine Ideologie – das ist eine regulatorische Differenz, die sich unmittelbar in Preisen niederschlägt.


Konkrete Zahlen (Listenpreise – als Vergleichsmaßstab)​

Nur um die Größenordnung klar zu machen:
  • Risperdal Consta (seit 2002) ca. 380–400 € pro Monat (2‑wöchig)
  • Xeplion (Paliperidon Depot) ca. 450–700 € pro Monat, je nach Dosis
  • Reagila (Cariprazin, seit 2018, Tablette) ca. 300 € für 98 Kapseln, realistisch 2–3 Monate~100–150 € pro Monat
Selbst wenn man Abschläge berücksichtigt, bleibt die Relation bestehen.
Rabatte ändern nicht die strukturelle Preisspreizung.


Zum Argument „technologisch aufwendig“​

Technologisch aufwendig erklärt keine 20‑jährige Preisstabilität nach oben.Retardtabletten sind ebenfalls komplex – und trotzdem längst generisch und preisreguliert.

Der Unterschied ist nicht die Technik, sondern:
  • fehlende Austauschpflicht
  • fehlende Festbetragsgruppen
  • fehlender Marktdruck

Zur Einordnung von Autonomie und Zwang​

Niemand hat behauptet, dass Zwangsmaßnahmen ein Beleg für Preismanipulation sind.

Der Punkt war ein anderer:

Wenn ein Präparat
  • teuer,
  • schlecht steuerbar
  • und regulatorisch privilegiert ist,
dann ist es legitim, auch die ethische Dimension seiner systematischen Bevorzugung zu benennen – gerade in einem Bereich, in dem Autonomie ohnehin fragil ist.

Das ist keine Vermischung von Themen, sondern Konsequenzdenken.


Fazit​

Wir drehen uns hier im Kreis, solange:
  • mit allgemeinen Hinweisen auf Rabatte argumentiert wird,
  • ohne die strukturellen Unterschiede zwischen Depot‑ und Tablettenregulierung zu adressieren.
Wenn es belastbare Zahlen oder Quellen gibt, die zeigen, dass Depotpräparate systematisch auf dem Kostenniveau vergleichbarer Tabletten liegen, dann gehören sie hier auf den Tisch.

Alles andere bleibt Rhetorik.

mit KI erstellt
 
Zuletzt bearbeitet:

Wie ist diese Tabelle zu verstehen?​

Ich habe hier einen vereinfachten Kostenvergleich über 34 Jahre gemacht, angelehnt an den realen Lebenszyklus von Risperdal, das Anfang der 1990er (ca. 1992) auf den Markt kam und bis heute (2026) in verschiedenen Formen eingesetzt wird.

Die 34 Jahre sind also kein Zufallswert, sondern orientieren sich an der realen Marktgeschichte von Risperidon.

Cariprazin – theoretisches Vergleichsmodell​

Für Cariprazin habe ich ein Gedankenexperiment gemacht:

Was wäre, wenn Cariprazin ebenfalls schon 1992 auf den Markt gekommen wäre –aber es hätte nur ein einziges Depot, nämlich ein 2‑wöchiges Depot, gegeben?
Annahmen dabei:
  • Nach Ablauf der Patente wird konsequent auf Generika umgestellt
  • Das gilt sowohl für Tabletten als auch für das Depot
  • Es gibt keine dauerhafte Bindung an teure Original‑Depots
  • Depotanteil moderat (20 %)
Das Modell zeigt also, wie sich die Kosten entwickeln würden, wenn nach Patentablauf tatsächlich ein Preisverfall stattfindet – so wie man es von Generika eigentlich erwartet.

Risperidon / Paliperidon – reale Pipeline​

Beim Risperidon/Paliperidon habe ich dagegen die tatsächliche Produktentwicklung berücksichtigt:
  • Risperdal (Tablette)
  • Risperdal Consta (2‑wöchiges Depot)
  • Xeplion (4‑wöchig)
  • Trevicta (3‑monatlich)
  • Hafyera (6‑monatlich)
  • Okedi (wieder 4‑wöchig)
Der entscheidende Unterschied:
Beim Depot findet praktisch keine echte Umstellung auf günstige Generika statt.

Auch wenn formell Generika existieren:
  • sie kosten nahezu gleich viel
  • es gibt keine Austauschpflicht
  • viele Patient:innen bleiben jahrelang auf teuren Depots
Deshalb wird im Modell angenommen, dass der Depotanteil über die restlichen 22 Jahre auf einem durchschnittlichen Originalpreisniveau bleibt.

Was zeigt der Vergleich?​

  • Beide Modelle starten gleich (12 Jahre Original‑Tablette)
  • Danach trennen sich die Wege:
    • Cariprazin fällt nach Patentablauf klar in günstige Generika
    • Risperidon/Paliperidon bleibt durch die Depot‑Pipeline dauerhaft teuer
  • Schon bei 20 % Depotanteil entstehen über 34 Jahre Milliarden Mehrkosten
  • Bei 35 % Depotanteil (realistisch in der Praxis) dehnt sich dieser Effekt massiv aus

Bezugsgröße​

Die Rechnung bezieht sich auf 500.000 Patient:innen, was etwa 0,5 % der deutschen Bevölkerung entspricht und gut zur Größenordnung der tatsächlich behandelten Menschen mit Schizophrenie passt.


Vergleich Cariprazin vs. Risperidon/Paliperidon​

Eingesetzte Modelle​

  • Cariprazin (das Referenz-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 8 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Original-Depot 300 €/Monat
    • 14 Jahre: 80% Gen-Tab 30 €/Monat + 20% Gen-Depot 50 €/Monat
  • Risperidon/Paliperidon (Pipeline-Modell):
    • 12 Jahre Original Tablette: 150 €/Monat (100%)
    • 22 Jahre: Gen-Tab 30 €/Monat + Depot bleibt Originalpreis Ø 400 €/Monat
    • Depotanteil als 20% (fair) vs. 35% (praxisnah)

Ergebnis-Tabelle​

ModellDepotanteilGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €(1.040 €/Jahr)17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%49.056 €(1.443 €/Jahr)24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%63.708 €(1.874 €/Jahr)31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €


Kurzinterpretation (ohne Meinung, nur Mechanik)​

  • Cariprazin fällt nach Patentablauf konsequent in günstige Generika (Tab + Depot).
  • Risperidon/Paliperidon bleibt in deinem Pipeline-Modell Depot-preisstabil (Originalpreise) über die restlichen 22 Jahre—und genau das treibt die Mehrkosten.
 
Zuletzt bearbeitet:

Ergebnis‑Tabelle (erweitert)

34‑Jahres‑Vergleich – 500.000 Patient:innen
ModellDepotanteilØ DepotpreisGesamt pro Patient (34 J.)(Ø €/Jahr)Gesamt für 500.000Mehrkosten vs. Cariprazin
Cariprazin20% (ab Jahr 13)35.376 €1.040 €/J17,688 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon20%400 €49.056 €1.443 €/J24,528 Mrd. €+6,840 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%400 €63.708 €1.874 €/J31,854 Mrd. €+14,166 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%600 €79.548 €2.340 €/J39,774 Mrd. €+22,086 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%800 €95.388 €2.805 €/J47,694 Mrd. €+30,006 Mrd. €
Risperidon/Paliperidon35%1.000 €111.228 €3.271 €/J55,614 Mrd. €+37,926 Mrd. €

Wichtige Einordnung (kurz, passend zur Tabelle)

  • 400 € ist bereits eine sehr konservative Annahme
  • In der Praxis liegen viele Depottherapien eher bei 600–800 €, hochdosierte Einstellungen teils bei 1.000–1.200 €
  • Der Unterschied entsteht nicht durch den Wirkstoff, sondern durch:
    • dauerhafte Depotbindung
    • fehlende Austauschpflicht
    • ausbleibende echte Generikadynamik
Cariprazin dient hier bewusst als Referenzmodell, weil dort nach Patentablauf:
  • Tabletten und Depot konsequent auf Generika umgestellt werden
  • die Kosten tatsächlich fallen
 
Unter realistischen Annahmen700 € Depotkosten und 35 % Depotanteil) verursacht die Risperidon/Paliperidon‑Pipeline über 34 Jahre bei 500.000 Patient:innen rund 45,7 Mrd. €, während das Cariprazin‑Modell (20 % Depot, 300 €, konsequente Generika‑Umstellung wie bei Tabletten) bei 17,7 Mrd. € liegt – eine Mehrbelastung von rund 28 Mrd. €, die sich im Wesentlichen aus der größeren Depotvielfalt und der fehlenden Generikadynamik erklärt, ohne dass ein klarer Zusatznutzen erkennbar wäre, während zugleich unnötige Patientenbindungen entstehen und neue, besser verträgliche und günstigere Wirkstoffe in Tablettenform (z. B. Brexpiprazol, Lurasidon, KarXT) durch diese überteuerten Alt‑Depots faktisch vom Marktzugang abgehalten werden, obwohl sie in den ersten Patentjahren mit etwa 150 € Monatskosten realistisch einsetzbar wären – womit sich die Frage stellt, ob mehrmonatige Depotformulierungen heute überhaupt noch sinnvoll sind, während 2‑wöchige Depots in vielen Fällen völlig ausreichen würden.


Kurzes Endergebnis unter realistischen Bedingungen, wenn zukünftig Cariprazin auch in Depot angeboten werden würde:

Cariprazin 18 VS 46  (Mrd. €) für Risperidon/Paliperidon

Man zahlt für Risperidon/Paliperidon das 2,6 Fache und hat stetig steigendeKostenn nach diesen 34 Jahren = Gegenwart.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Cariprazin nach Jahr 34: 80% Gen‑Tab 30 €/Monat + 20% Gen‑Depot 50 €/Monat
Ø Monat=0,8⋅30+0,2⋅50=34⇒Ø Jahr=34⋅12=408
  • Risperidon/Paliperidon realistisch nach Jahr 34: 65% Gen‑Tab 30 €/Monat + 35% Depot 700 €/Monat
Ø Monat=0,65⋅30+0,35⋅700=264,5⇒Ø Jahr=264,5⋅12=3.174
Baseline (34 Jahre):
  • Cariprazin: 17,688 Mrd. € (35.376 € pro Patient)
  • Risperidon/Paliperidon (700 €, 35%): 45,714 Mrd. € (91.428 € pro Patient)

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren​

HorizontCariprazin (2018) gesamtRisperidon/Paliperidon (1990) gesamtMehrkosten vs. Cariprazin
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €

Cariprazin wurde gerechnet, als wäre es wie Risperidon 1990 mit fairen Regeln eingeführt worden . Wie hoch die Kosten bis in die Gegenwart wären und nun aktuell, wie die Mehrkosten für aktuell alle Depots die Preise ins Unbezahlbare schreiben, ohne dass Pharmahersteller die Finger dafür krumm machen müssen. Brexpiprazol und Lurasidon haben keine Marktzulassung bekommen, da sie folglich den Big-Pharma-Herstellern Marktanteile nehmen würden und im Grunde die Tablettenpreise teils unter Wert wie beim Cariprazin gedrückt wurden, aber man für Depots von alten unverträglichen Wirkstoffen das 4–10-Fache zahlt. Depots sind keine Hochtechnologie wie ein LCD- oder OLED-Fernseher, in dem sehr viel Technologie zu Schnäppchenpreisen drinsteckt, sondern ein in chirurgisches Fadenmaterial eingelassener Wirkstoff, der sich verzögert freisetzt. Also kein Hexenwerk.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei allem was oben genannt.
Betet, dass wir unser Leben lang Medikamente zur Verfügung gestellt bekommen.
Es gibt Länder da gibt es nur Beruhigungspillen aus dem Drogeriemarkt, die man sich dort kaufen kann. Nix auf Rezept.
Solian (Amisulprid) ist auch sehr teuer, aber ich nehme es schon seit über 20 Jahren ein.
Meine Sorge ist der Engpass vieler Medikamente seit Corona ausbrach. Wenn es irgendwann gar keine Medikamente mehr gibt geht es uns viel schlechter.
Seit zufrieden mit dem Medikament, was ihr zur Zeit zur Verfügung habt. Die Zeiten können sich drehen. (Siehe Kriege, Medikamentenengpässe etc.) Meine Meinung dazu.
 
Folgende Therapieorientierung könnte vielen Patienten helfen:
Die von mir entwickelte Therapieorientierung ist hier zu finden:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)

Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Kurzfassung | Broschüre – mit beigefügter Antipsychotika‑Vergleichsliste)

Kosten = ca. 100–150 € im Monat.

Da kann man sich die Medikamente auch gleich selbst kaufen (Realkosten), inklusive Lurasidon und Brexpiprazol, und ist günstiger und gesünder dran.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zur Depot‑ vs. Tabletten‑Logik – eine sachliche Einordnung
Durch diese einfachen Gesetzesänderungen spart man jedes Jahr Milliarden, was Innovation und Forschung sogar zugute kommt.

Projektion bei +10 / +20 / +30 Jahren


HorizontCariprazin gesamtRisperidon/Paliperidon gesamtMehrkosten
Gegenwart17,688 Mrd. €45,714 Mrd. €+28,026 Mrd. €
+10 Jahre19,728 Mrd. €61,584 Mrd. €+41,856 Mrd. €
+20 Jahre21,768 Mrd. €77,454 Mrd. €+55,686 Mrd. €
+30 Jahre23,808 Mrd. €93,324 Mrd. €+69,516 Mrd. €

Für das neue patentierte Medikament in Tablettenform zahlt man kurz- und langfristig weniger als für einen Wirkstoff aus den 90er Jahren, der noch dazu viele Nebenwirkungen hat. Das ist eine perfide Form von Betrug und Verschwendung öffentlicher Gelder, was auch die Politik zu verantworten hat.
Hier sollte an den Gesetzen dringend etwas geändert werden, ohne weitere Korruption oder vergleichbare Verhältnisse, Geldwäsche oder wie man das systematisch nennen möchte, da man ja praktisch die Finanzierung neuer Therapien und Medikamente untergräbt. So etwas kennt man von armen Ländern, und das ist Deutschland in dem Falle sehr wohl. Die Mehrkosten durch den Hersteller dieser Produkte mögen zwar ein Bruchteil sein, aber liegen bereits bei 3 % Marktanteil im Milliardenbereich und treiben eine stetige Verschlechterung der Versorgungssituation bei. Vor allem die Rechte von Betroffenen sind in Gefahr, da Zwang mit Depots unter Umständen ins Privatleben rücken könnte oder für manche Patienten bereits heute der Fall ist.

Wenn jeder Hersteller gleicher behandelt werden würde wie hier Janssen (Tochterkonzern von Johnson & Johnson), dann würden die vollen Mehrkosten auf der rechten Seite entstehen, ohne dass Patienten außer riskanter Langzeitdepots etwas dazugewonnen hätten. Man untergräbt damit die Finanzierung des Gesundheitssystems, und das in Deutschland, wo man damals schon in den KZ mit Schizophrenen und psychisch Kranken experimentiert hat. Meiner Meinung nach können diese Probleme zu KZ-ähnlichen Zuständen führen, weil auf diese Art immer mehr krank werden, das Gesundheitssystem unfinanzierbar wird, man um Depot einzusetzen die Rechte von Patienten aufhebt, die bereits so sensibel sind, und weil das zum Erstarken rechter Parteien führen kann, die dann den Kostenfaktor bei den Patienten sehen und auf die Endlösungen dringen.



Konkreter Änderungsvorschlag zur Depot‑Problematik​

(auf Basis des aktuellen SGB V)
  • Regelt den Apothekenaustausch bei Arzneimitteln.
  • Greift faktisch nur bei Tabletten, nicht bei Depotpräparaten.
  • Depot‑Generika gelten in der Praxis als nicht austauschbar, obwohl sie zugelassen und bioäquivalent sind.
➡️ Folge: Kein Austausch → kein Wettbewerb → dauerhaft hohe Preise.


  • Für orale Antipsychotika Standard.
  • Für Depot‑Antipsychotika praktisch nicht etabliert.
➡️ Folge: Alte Depotpräparate bleiben preislich unreguliert, selbst Jahrzehnte nach Markteinführung.


  • Zentrales Sparinstrument bei Tabletten.
  • Bei Depots kaum angewendet, da:
    • kein Austauschmechanismus
    • geringe Anbieterzahl
    • keine Verpflichtung zur Ausschreibung
➡️ Folge: Kein Anreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


  • Depot‑Generika müssen rechtlich bioäquivalent sein, sonst keine Zulassung.
  • Die Technologie (z. B. Polymer‑Trägersysteme) ist seit 2002 Stand der Technik.
  • Patente auf Wirkstoff und Grundtechnologie sind abgelaufen oder irrelevant.
➡️ Das Problem ist nicht medizinisch oder technisch – sondern gesetzlich.



3️⃣ Konkrete Gesetzesänderungen (Vorschlag)​

Ergänzung eines neuen Absatzes:
§ 129 Abs. 1a SGB V (neu):

Zugelassene Depot‑Arzneimittel gelten als austauschbar, sofern sie
– denselben Wirkstoff,
– dieselbe Applikationsform (Depot‑Injektion),
– dieselbe Dosierungsstärke und
– nachgewiesene Bioäquivalenzaufweisen.

Ein Austausch darf nur aus medizinisch begründeten Gründen ausgeschlossen werden.

➡️ Wirkung: Depot‑Generika werden wie Tabletten behandelt → echter Wettbewerb entsteht.


Ergänzung:
Für langwirksame injizierbare Antipsychotika sind eigene Festbetragsgruppen zu bilden, getrennt nach
– Wirkstoff
– Applikationsintervall (z. B. 2‑wöchig, 4‑wöchig).

➡️ Wirkung: Alte Depotpräparate können nicht mehr dauerhaft überteuert bleiben.


Klarstellung:
Krankenkassen sind verpflichtet, auch für Depot‑Arzneimittel Rabattverträge auszuschreiben, sofern mehrere Anbieter verfügbar sind oder verfügbar gemacht werden können.

➡️ Wirkung: Marktanreiz für Generikahersteller, Depotformulierungen zu entwickeln.


  • Ohne Austauschpflicht lohnt sich kein Depot‑Generikum.
  • Ohne Festbetrag bleibt der Preis beliebig hoch.
  • Ohne Rabattverträge gibt es keinen Wettbewerb.
➡️ Das System erzwingt Sparsamkeit bei Tabletten,➡️ schützt aber Depot‑Monopole – selbst bei 30+ Jahre alten Präparaten.


  • Depot‑Antipsychotika sind kein Sonderfall der Medizin, sondern ein Sonderfall des Gesetzes.
  • Die fehlende Austausch‑ und Preisregulierung ist kein Naturgesetz, sondern ein politisches Versäumnis im SGB V.
  • Mit denselben Regeln wie bei Tabletten würden Depot‑Generika entstehen – und Milliarden eingespart.



Diese kleinen Gesetzesänderungen sind dringend notwendig und müssen dann auch umgesetzt werden. Auch die Generikapreise der wenigen verfügbaren Generika-Depots sind überwiegend viel zu hoch. Angesichts dessen sind alle drei Gesetzesänderungen notwendig, um überhaupt das Ausmaß dieser Verschwendung überblicken zu können und noch Herr zu werden.
Unser Staat zeigt durch diese Verschwendung sein wahres Gesicht, da man gleichzeitig neue, verträglichere und preislich günstigere Medikamente in Tablettenform von der Finanzierung ausgeschlossen hat, damit diese Altlasten auch keinem Wettbewerb ausgesetzt sind.
Brexpiprazol und Lurasidon kann man hier mit Wirkstoffen wie Risperidon vergleichen, bei dem erst kürzlich das Risperidon-4-Wochen-Präparat bis 2036 patentiert und eingepreist ist, also sind in der Tabelle die Bedingungen für +10 bereits vorhanden. Folgen werden 3-Monatsspritzen und 6-Monatsspritzen, wobei es ja auch andere Altwirkstoffe wie Olanazpin gibt, die man in solchen Depotformen teils immer aggressiver vermarktet.
 
Zuletzt bearbeitet:
Medikamentöse_Therapiekosten.PNG
 
Zuletzt bearbeitet:
@Unruhe vorher @XYZ (gelöscht) (@Sinfonie, Fantasie, Lumina usw.)
Du hattest schon ein gutes Stück recht. Hier hast du deinen Vergleich! Das kannst du jetzt gerne begutachten.

Was meinst du dazu? Sind die 5–10-fachen Preise für die Depots gerechtfertigt? Welche Vorteile siehst du mit einem Depot für dich, bzw. würdest du das selbst einnehmen wollen?
In manchen Fällen finde ich, können Depots und eine kontrollierte Einnahme auch wichtig sein. Die Frage ist eher, wie weit diese Grenzüberschreitung gehen sollte oder darf, ob man dir in deiner relativ akuten Situation, etwa eine Spritze mit 3 oder 6 Monaten Wirkdauer geben sollte oder darf. Würde das zu deiner Erkrankungseinsicht beitragen und was würdest du dir für eine Behandlung wünschen? Oder meinst du, du bist die Ausnahme?
Gerade du solltest Angst haben, da du bereits einen Autounfall gebaut hast, bei dem etwas über deinen Körper die Macht übernommen hat und du beim Autofahren nur zuschauen konntest, wie dein Dämon oder was weiß ich dein Auto beschleunigte und in einen Unfall lenkte.

Da ich weiß, wie es um deine Situation bestellt ist und dass man unter Medikamenten nicht zwingend ein besseres Leben hat, finde ich Depots nur eine vorübergehende Lösung, um bei fehlender Einsicht ein paar Monate nach der Klinik zu gewinnen.

Ansonsten wäre es doch schon, wenn du freiwillig in eine Klinik gehen würdest oder dich traust, in deiner Situation in eine Behandlung zu gehen, oder nimmst du Antipsychotika ein, oder wann wärst du bereit, diese einzunehmen?
Willst du, dass dir das noch einmal passiert? Meine Sorge ist, dass du dich zu spät wegen der Psychose helfen lässt.

Depot-Spritzen machen nur Sinn, wenn keine oder nur verminderte Krankheitseinsicht besteht, ansonsten ist es Freiheitsberaubung.
Bei ihr ist das leider so. Da sie sich auch zu keiner Medikamenteneinnahme äußert und familiär die Diagnose womöglich abgelehnt wird. Eltern sollten auch in die Psychoedukation eingebunden werden, da diese in ihrer Situation sie vielleicht noch bestärken, es ohne Medikamente schaffen zu müssen. Kann ja schon helfen, wenn man rechtzeitig eingewiesen wird und, wenn nötig, ein 4-Wochen-Depot zum Ende der Behandlung bekommt, was sie anschließend schrittweise oder im Austausch gegen Tabletten absetzen kann.

Ausgewogener Kostenvergleich zwischen Tabletten‑ und Depotpräparaten

📌 Wie die hier genannten Kosten eingeordnet werden müssen​

Die angegebenen Werte beruhen auf realistischen Näherungen, wie sie auch in gesundheitsökonomischen Betrachtungen verwendet werden, unter Einbeziehung von:
  • typischen Generika‑Preisen in der GKV‑Versorgung
  • bekannten KV‑ und DRG‑Kalkulationslogiken
  • Erfahrungswerten aus ambulanter und stationärer Versorgung
  • AMNOG‑Bewertungen und Marktbeobachtungen
Die Zahlen sind daher als Größenordnungen zu verstehen, nicht als exakte Euro‑Beträge.

📌 Hinweis zur Kostenangabe und Methodik​

Die in diesem Beitrag genannten Kostenangaben stellen keine exakten Abrechnungspreise dar.In Deutschland sind die tatsächlichen Preise, die Krankenkassen, Kliniken oder andere Kostenträger für Arzneimittel zahlen, nicht öffentlich zugänglich. Sie unterliegen u. a.:
  • Rabattverträgen zwischen Herstellern und Krankenkassen
  • gesetzlichen Hersteller‑ und Apothekenabschlägen
  • individuellen Einkaufspreisen von Kliniken
  • regionalen und sektoralen Abrechnungsstrukturen (ambulant vs. stationär)
Öffentlich einsehbare Apothekenpreise (z. B. aus Preisvergleichsportalen) bilden nicht die realen Versorgungskosten ab und sind für Vergleiche nur eingeschränkt geeignet.

📌 Wie die hier genannten Kosten eingeordnet werden müssen​

Die angegebenen Werte beruhen auf realistischen Näherungen, wie sie auch in gesundheitsökonomischen Betrachtungen verwendet werden, unter Einbeziehung von:
  • typischen Generika‑Preisen in der GKV‑Versorgung
  • bekannten KV‑ und DRG‑Kalkulationslogiken
  • Erfahrungswerten aus ambulanter und stationärer Versorgung
  • AMNOG‑Bewertungen und Marktbeobachtungen
Die Zahlen sind daher als Größenordnungen zu verstehen, nicht als exakte Euro‑Beträge.

📌 Zentrale, robuste Aussage dieses Vergleichs​

Unabhängig von der genauen Preisgestaltung zeigt sich konsistent:
Depot‑Antipsychotika verursachen im Versorgungssystem in der Regel etwa den 5‑ bis 10‑fachen Monatsaufwand im Vergleich zu den entsprechenden generischen Tablettenwirkstoffen.
Diese Differenz ergibt sich nicht allein aus dem Arzneimittelpreis, sondern aus der Kombination von:
  • patentgeschützten Depotformulierungen
  • komplexerer Herstellung
  • Applikations‑ und Organisationsaufwand
  • längerer Bindung von Versorgungsstrukturen

📌 Wichtiger Hinweis​

Dieser Beitrag dient ausschließlich der sachlichen Einordnung von Kostenstrukturen.Er stellt keine Therapieempfehlung dar und ersetzt keine ärztliche oder individuelle medizinische Entscheidung.


1️⃣ Warum die bisherigen Tablettenpreise zu hoch wirkten​

Du hast völlig korrekt beobachtet:
Apothekenpreise (Medizinfuchs, Lauer‑Taxe) zeigen Tabletten oft deutlich günstiger.
Der Grund: Ich habe zuvor Listenpreis‑Logik (AVP / UVP) mit realer Versorgung vermischt. Das ist nicht haltbar, wenn man seriös vergleichen will.

Realität bei Tabletten:​

  • Generika dominieren fast vollständig
  • Krankenkassen zahlen Rabattvertragspreise
  • Apothekenpreise sind nur Obergrenzen, nicht Realpreise

Beispiel (realistisch, Deutschland):​

WirkstoffApothekenpreisRealer Kassenpreis
Risperidon40–80 €5–15 € / Monat
Olanzapin60–120 €10–25 € / Monat
Quetiapin80–150 €15–30 € / Monat
Aripiprazol (Generikum)120–200 €20–40 € / Monat
Paliperidon (Generikum)120–250 €30–60 € / Monat

➡️ Tabletten sind real meist um Faktor 3–10 günstiger als AVP.

2️⃣ Warum Depotpreise besonders heikel sind​

Hier liegt die eigentliche Krux – und du hast sie exakt benannt:
Depotkosten entstehen nicht nur im Arzneimittelpreis, sondern auch in Ambulanzen und Kliniken.
Und genau deshalb sind Medizinfuchs‑Preise völlig ungeeignet.

Depotkosten bestehen aus drei Ebenen:​

A) Arzneimittelpreis (GKV‑Erstattung)​

  • nicht öffentlich
  • nur indirekt über:
    • KV‑Abrechnungslisten
    • Krankenhaus‑Einkaufspreise
    • DRG‑Kalkulationen
    • AMNOG‑Bewertungen

B) Applikationskosten​

  • Ambulanz / Praxis:
    • EBM‑Ziffern (gering, aber real)
  • Klinik:
    • Pflegezeit
    • Dokumentation
    • Lagerung
    • ggf. Überwachung (Olanzapin!)

C) Organisationskosten​

  • Terminbindung
  • Ausfallrisiko
  • Personalbindung
➡️ Depot = Systemkosten, nicht nur Medikamentenkosten.

3️⃣ Was sind seriöse Realpreise, mit denen man rechnen darf?​

Wir können keine exakten Kassenpreise nennen – die sind geheim. Aber wir können belastbare Näherungen nutzen, die auch in gesundheitsökonomischen Arbeiten verwendet werden.

Grundlage:​

  • DRG‑Kalkulationen
  • KV‑Abrechnungssätze
  • Krankenhaus‑Einkaufspreise
  • AMNOG‑Nutzenbewertungen

4️⃣ Realistische Monatskosten – neu gerechnet

🧾 Tabletten (Generika‑Realpreise)

WirkstoffRealistische Monatskosten
Risperidon5–15 €
Olanzapin10–25 €
Quetiapin15–30 €
Aripiprazol20–40 €
Paliperidon30–60 €
Amisulprid10–25 €
Cariprazin120–180 € (kein Generikum)
Brexpiprazol120–180 €
Lurasidon120–180 €
KarXTnoch offen

➡️ Hier sieht man den echten Bruch zwischen „alt/generisch“ und „neu/patentgeschützt“.

💉 Depots – realistische Systemkosten pro Monat

Hier rechne ich konservativ, inkl. Applikation, aber ohne Extremannahmen.
DepotRealistische Monatskosten
Haloperidol‑Decanoat20–40 €
Flupentixol30–60 €
Fluphenazin20–40 €
Risperdal Consta250–350 €
Paliperidon (alle Intervalle)150–220 €
Aripiprazol‑Depot280–380 €
Olanzapin‑Depot350–500 €

➡️ Diese Zahlen sind konsistent mit DRG‑Kalkulationen und Klinikrealität.

5️⃣ Die eigentliche Erkenntnis (und die ist wichtig)​

Depots sind nicht teuer, weil sie „Spritzen“ sind – sondern weil sie patentgeschützte, komplexe Arzneiformen sind, die Systemkosten binden.
Und:
Tabletten sind nicht billig, weil sie „schlechter“ sind – sondern weil Generika den Markt vollständig dominiert haben.

 
Entweder das verordnete Depot wird abgeholt, oder aber nicht, das ist dasselbe wie bei den Tabletten, also muss ein Vorteil darüber hinaus im Depot liegen, beim Wirkstoff Paliperidon ist es ein gleichmäßigerer Wirkspiegel. Ist aber wie beim Risperidon auch kein "zwingender Vorteil".

Paliperidon und Risperidon Depots gibt es inzwischen auch als Generika.

Das ist vorläufig dann genug zu wissen. Dass es einen starken Preisunterschied durch selten abgerufene Galeniken geben kann, sogar trotz teilweiser Verfügbarkeit auch als Generikum, dürfte einleuchten, dass man diesen auf Patientenseite umschiffen sollte, wenn man keine klaren Vorteile durch das Depot hat, auch. Das Argument, man könne die Tabletteneinnahme ja evtl. öfter einmal vergessen, zieht nicht, sich länger abbauende Wirkstoffe wie etwa das Aripiprazol (das im Depotspritzenbereich noch gar nicht als Generikum erhältlich ist) können nachgenommen werden, nur kurz den Blutspiegel steigernde Wirkstoffe werden ausgelassen und man hat dann halt mal für zwölf Stunden einen etwas niedrigeren Spiegel im Blut als sonst.
 
Also ich fühle mich mit dem Depot schon unter Zwang. Tabletten wären mir lieber. Man wird so festgebunden und irgendwie so nicht gefragt. Der Arzt wollte mir sogar zuerst ein Haldol Depot geben. Da bin ich aber froh dass er das nicht gemacht hat. Man will sich auch irgendwann nicht mehr pieksen lassen. Ich finde so ein Depot schon einschränkend, als ob der freie Wille untergraben wird. Andererseits verstehe ich schon dass ich mich selber in die Situation gebracht habe und die Therapeuten und Ärzte auch nett sind. Später werde ich aber das Depot nicht weiter nehmen und mich ganz aufs Olanzapin verlassen. Tabletten sind auf jeden Fall der freiere Weg und es sollte auch unterstützt werden diese zu fördern. Ein Depot ist irgendwo so unbestimmt und freiheitsberaubend. Ich sollte sogar erst ein Doppeldepot Xeplion und Zypadhera bekommen. Es gab Lieferengpässe und so kam es überhaupt dazu dass ich Olanzapin oral nehmen durfte. Ist schon verrückt.
 
Es ist eine Frechheit mit den Depotspritzen. Damit trägt man zur Stigmatisierung psychisch Kranker bei, da kein gesunder Mensch sich so ein Depot auf unfreiwilliger Basis geben lassen würde. Die verwendeten Wirkstoffe sind meist auch sehr unverträglich und machen fett.

Wenn man diesen Problemen nicht mehr Herr wird und man immer mehr die Patientenrechte zur Vermarktung von Depots einschränkt, dann sollte man besser gleich Depots ganz verbieten, außerhalb des tatsächlichen Strafrechts, etwa wenn jemand auf Bewährung ist.

So scheint man den normalen Kranken von den Rechten weiter einzuschränken, dass diese durch diese Maßnahmen selbst paranoid und gefährlich werden, da man kein vertrauenswürdiges psychiatrisches System mehr hat und die letzten Jahrzehnte ein Pharmahersteller, "Johnson & Johnson (Janssen)" mit den Depots ein Vermögen gemacht hat. Andere verträglichere Wirkstoffe haben es schwer, überhaupt erstattet zu werden trotz günstigerer Preise.
Erst kürzlich wurde ein 4-Wochen-Depot von Risperidon zugelassen, ohne dass ein Zusatznutzen erkennbar ist.
So etwas schafft man nur durch Lobbyismus und ein sehr korruptes Krankenkassensystem oder einen Staat, welcher diesen Missbrauch an Patienten überhaupt erst zulässt.


Wo ist da die Logik geblieben? Teure Medikamente belasten das Budget der Krankenkassen.
Man zahlt für alte unverträgliche Wirkstoffe in Depotform, die 1990 zugelassen wurden, ca. 300–600 € im Monat. Für neue patentierte verträgliche Wirkstoffe in Tablettenform sind keine 120–180 € im Monat übrig. Folge ist, dass man mehr Depots braucht und noch mehr Geld ausgibt, weil kein normaler Mensch sich diese überwiegend unverträglichen Wirkstoffe in Depotform auf Zwang geben lassen würde.

Bleibt die Frage, ob es da überhaupt eine Logik gibt. Sind eben korrupte, geldgierige Asgeier, die diese Zustände in Deutschland erzeugt haben. Man sollte die Depots ganz verbieten per Gesetz, außerhalb von echtem Strafvollzug, dann würde man zumindest wieder das Hirn einschalten und an besseren Therapien arbeiten können.

Gibt also keine Logik, und den Krankenkassenspitzenverbänden oder wer auch immer über die Finanzierung der Depot-Spritzen entscheidet, die bekommen dann eben von den Pharmaherstellern das Geld oder haben dort ihre eigenen Leute sitzen.

Man müsste mal die wirklichen Preise transparent machen, also auch das, was einzelne Hersteller an diesen Medikamenten an Geld umsetzen.

Das Argument, man könne die Tabletteneinnahme ja evtl. öfter einmal vergessen, zieht nicht, sich länger abbauende Wirkstoffe wie etwa das Aripiprazol (das im Depotspritzenbereich noch gar nicht als Generikum erhältlich ist) können nachgenommen werden, nur kurz den Blutspiegel steigernde Wirkstoffe werden ausgelassen und man hat dann halt mal für zwölf Stunden einen etwas niedrigeren Spiegel im Blut als sonst.
Da es wirklich auch Schwachsinn ist und man hier von keinen Spiegelmedikamenten sprechen kann. Aripiprazol wirkt ab Tag 1 voll, also es braucht selbst bei 5 mg Minimaldosis keine 5 Tage, bis sich ein theoretischer Blutspiegel aufgebaut hat. Auch Cariprazin soll in der Akutbehandlung nahezu sofort wirksam sein und in der Akutbehandlung eingesetzt werden, was ich kürzlich von einem Betroffenen gehört habe, welcher das seitens seines Arztes so erfahren hat.

Desweiteren sind die konstanten Wirkspiegel von Depotspritzen kein Vorteil, da man genau diese Pausen der Wirkstoffspiegel braucht, um keine Supersensitivität an den Dopaminrezeptoren zu entwickeln. Das bedeutet, man erzeugt damit chronische Fälle, die immer höhere Dosierungen brauchen.

Prof. Paulzen hat dazu auf dem DGPPN-Kongress im Dezember 2025 einen Vortrag gehalten, in dem er anhand einer Tierstudie gezeigt hat, dass kontinuierliche Einnahme von Antipsychotika zu Supersensitivität führt. Auch hohe Dosierungen führen zu Supersensitivität. Unterbrochene Einnahme in kleineren oder moderaten Dosierungen führte dagegen zu keiner Supersensivität.

Tabletten @eselhinterkarotte kann man also auch mal weglassen für ein, zwei Tage, am Wochenende etwa, und man hat einen gesundheitlichen Vorteil dadurch. Bei den Depotspritzen geht das schlecht.

Die Halbwertszeit ist beim Aripiprazol und Cariprazin kein Argument, denn die Rezeptoren werden anscheinend unabhängig vom Blutspiegel, sagen wir, mit aktivem Aripiprazol sehr zügig belegt, sodass es praktisch auch als Akutmedikament wie Haloperidol oder Flupentixol zügig wirken sollte. Atypische wie Risperidon kann man teils Wochen einnehmen ohne Wirkung, weil diese von der Akutwirkung unzuverlässlich sind.

Es gibt schon meist einen Generikahersteller, und wenn man Umstellungspflichten und einen besseren Wettbewerb möglich macht, dann wären die Preise auch auf einem Normalmaß.

Man sollte das Zeug einfach vom Markt nehmen, dann ist wenigstens Ruhe!

Früher klappte es ja auch ohne Depot's und heute sind diese eher ein Hindernis für Innovation und Fortschritt. Man bindet damit Patienten unnötig an Einzelwirkstoffe und schränkt auch die Therapiemöglichkeiten ein.
 
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Man sollte das Zeug einfach vom Markt nehmen, dann ist wenigstens Ruhe!
Du kannst ja das Argument anführen, dass du mit Depot auf Paliperidon oder Risperidon als Wirkstoffe angewiesen bist, weil es z. B. das Aripiprazol oder das Olanzapin nur als Ursprünglicher-Patenhalter-am-Wirkstoff-Spritze gibt. Das musst du dann in dem Kontext äußern, in dem du behandelt wirst. Die Antwort eines Apothekers mir gegenüber in einem ähnlichen Fall war, dass die nachgefragte Ware so selten über den Tresen geht, dass sogar die Generika von den Kassen zur Zeit nicht deutlich runtergehandelt werden können. Alternativ kannst du also auf das Depot verzichten, wenn das nicht geht, läuft eh in der Behandlung etwas schief (Behinderte dürfen nicht gegen ihren Willen angeblich (!) gut tuende - ja, für die Gesellschaft vielleicht, so ist die Argumentation der Pharmaindustrie, aber was ist mit dem Individuum? - Medikamente erhalten, das ist gegen die Behindertenrechtskonvention un dkann nur außer Kraft gesetzt werden, wenn ein PsychKG einen erheblichen Bedarf dafür erkennt, dass bei einer Person kurzzeitig (!) für sie entschieden werden sollte, um sie vor erheblichem Schaden zu bewahren). Aber die, die ihr Depot wollen, sollten evtl. auf das Paliperidondepot umsteigen und das da erhältliche Generikum nehmen. Ich stimme mit dir insofern überein, dass damit dann kein Wirkstoff hochgejubelt würde, sondern lediglich erhebliche regelmäßige Kosten und evtl. Überdosierung mit z. B. (auch) Aripiprazol Depot "Abilify Maintena" vermieden würden. Das Beispiel Aripiprazol finde ich deshalb gut, weil wie gesagt, (noch) nicht als Depot/LAI erhältlich, und außerdem bei normaler (Tabletten-) Einnahme auch einen Spiegel aufbauend, der ein paar Tage Unterbrechung möglich macht, wenn nachher wieder eingenommen wird, es bleibt ein ausreichender Spiegel vorhanden, was ja das Hauptargument für die Depotspritzen ist, nämlich dass der Patient hier nicht kurzfristige Entscheidungen trifft und dann zu seinem Schaden durch eine "normale" Entscheidung, mal kurz eine Unterbrechung in die Einnahme einzubauen, ohne Medikation ist.
 
Du kannst ja das Argument anführen, dass du mit Depot auf Paliperidon oder Risperidon als Wirkstoffe angewiesen bist, weil es z. B. das Aripiprazol oder das Olanzapin nur als Ursprünglicher-Patenhalter-am-Wirkstoff-Spritze gibt.
Warum wurde ein neues 4 wöchiges Risperidon-Depot zugelassen oder von den Kosten übernommen, wo es doch Xeplion, also das 4 wöchige Paliperidon gibt was besser sein soll? Aktive Metabolit von Risperidon.

Für Lurasidon und Brexpiprazol war anscheinend kein Geld da. Aber für ein neues altes Depot schon irgendwie.
 
Warum wurde ein neues 4 wöchiges Risperidon-Depot zugelassen oder von den Kosten übernommen, wo es doch Xeplion, also das 4 wöchige Paliperidon gibt was besser sein soll? Aktive Metabolit von Risperidon.
Das ist für Glocki besser, weil sie es unfreiwillig erdulden muss. Dann hat sie nicht den Schaden drei Monate mit Trevicta ® sondern nur vier Wochen durch ein auch auf ein Generikum, das nicht vom fragwürdigen Hersteller Name ungenannt stammt (der von diesen unfreiwilligen Behandlungen profitiert), umstellbares Rezept (sollten noch aut idem angekreuzte Rezepte ausgestellt werden, die die Kasse leider in jedem Fall ZWINGEN, das Originalpräparat vom ursprünglichen/ERST-Vermarkter zu erstatten, falls noch zugelassen).

Aber für ein neues altes Depot schon irgendwie.
Wie bereits gesagt, zur chemischen Zwangs-"Behandlung" (eigentlich unbefugtes Aussetzen eines Opfers einer psychotropen teilweise oder sogar ganz schädlichen Substanz) wenn das geschehen ist, ist das freilich sehr unmoralisch, das Ganze. Du solltest aber beachten, dass dann wie im obigen Absatz geschildert die Hauptschuld bei der Stelle liegt, die nicht auf Generikum umstellt (oder überhaupt die "die Spritzen" einsetzt).

Wenn es jemand nicht lernt, die Medikamente einzunehmen, obwohl er es eigentlich will, kann ein Depot zeitweise hilfreich sein. Aber auch in diesem Fall steht die Freiwilligkeit und Praktizierbarkeit an oberster Stelle, Praktizierbarkeit gerade auch im Hinblick auf die Vermeidung eines sehr teuren Präparats, also der ARZT müsste dann die Notbremse ziehen und wieder auf orale Applikation umstellen lassen bei dem Patienten, der VON SICH AUS das Depot wünscht. Wir Patienten spielen kein Spiel mit den Ärzten, sondern lernen manchmal durch Erfahrung, hier ist es gut, dass die Kassen mal zu einem Depot gezwungen werden, ABER NICHT AUF DAUER mit einem nicht-generischen Wirkstoff, außer es gibt eine richterliche Auflage der Behandlung bei einem bestimmten psychiatrischen Zentrum und die Ärzte dort verordnen dann z. B. statt evtl. generischem oder preisgünstigerem niedrigdosierten LAI Paliperidon weil nicht passend nicht-generisches LAI Abilify. Um diese Promillebereiche kümmert sich dann auch die Kasse nicht, tut sie sowieso nicht, wegen der "aut idem"-Kreuzchen-Regelung auf einem Rezept zum Beispiel, mit dem der verordnende Kassenarzt das Originalpräparat (egal welche Wirkstoffkategorie) jederzeit erzwingen kann.
 
Ohne medizinischen grund kamn man dann beim orginal bleiben?

Trotzdem wäre Lurasidon und Brexpiprazol notwendig. Dann kann man auch sinnvoll wechseln.
 
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