Es ist eine Frechheit mit den Depotspritzen. Damit trägt man zur Stigmatisierung psychisch Kranker bei, da kein gesunder Mensch sich so ein Depot auf unfreiwilliger Basis geben lassen würde. Die verwendeten Wirkstoffe sind meist auch sehr unverträglich und machen fett.
Wenn man diesen Problemen nicht mehr Herr wird und man immer mehr die Patientenrechte zur Vermarktung von Depots einschränkt, dann sollte man besser gleich Depots ganz verbieten, außerhalb des tatsächlichen Strafrechts, etwa wenn jemand auf Bewährung ist.
So scheint man den normalen Kranken von den Rechten weiter einzuschränken, dass diese durch diese Maßnahmen selbst paranoid und gefährlich werden, da man kein vertrauenswürdiges psychiatrisches System mehr hat und die letzten Jahrzehnte ein Pharmahersteller, "Johnson & Johnson (Janssen)" mit den Depots ein Vermögen gemacht hat. Andere verträglichere Wirkstoffe haben es schwer, überhaupt erstattet zu werden trotz günstigerer Preise.
Erst kürzlich wurde ein 4-Wochen-Depot von Risperidon zugelassen, ohne dass ein Zusatznutzen erkennbar ist.
So etwas schafft man nur durch Lobbyismus und ein sehr korruptes Krankenkassensystem oder einen Staat, welcher diesen Missbrauch an Patienten überhaupt erst zulässt.
Wo ist da die Logik geblieben? Teure Medikamente belasten das Budget der Krankenkassen.
Man zahlt für alte unverträgliche Wirkstoffe in Depotform, die 1990 zugelassen wurden, ca. 300–600 € im Monat. Für neue patentierte verträgliche Wirkstoffe in Tablettenform sind keine 120–180 € im Monat übrig. Folge ist, dass man mehr Depots braucht und noch mehr Geld ausgibt, weil kein normaler Mensch sich diese überwiegend unverträglichen Wirkstoffe in Depotform auf Zwang geben lassen würde.
Bleibt die Frage, ob es da überhaupt eine Logik gibt. Sind eben korrupte, geldgierige Asgeier, die diese Zustände in Deutschland erzeugt haben. Man sollte die Depots ganz verbieten per Gesetz, außerhalb von echtem Strafvollzug, dann würde man zumindest wieder das Hirn einschalten und an besseren Therapien arbeiten können.
Gibt also keine Logik, und den Krankenkassenspitzenverbänden oder wer auch immer über die Finanzierung der Depot-Spritzen entscheidet, die bekommen dann eben von den Pharmaherstellern das Geld oder haben dort ihre eigenen Leute sitzen.
Man müsste mal die wirklichen Preise transparent machen, also auch das, was einzelne Hersteller an diesen Medikamenten an Geld umsetzen.
Das Argument, man könne die Tabletteneinnahme ja evtl. öfter einmal vergessen, zieht nicht, sich länger abbauende Wirkstoffe wie etwa das Aripiprazol (das im Depotspritzenbereich noch gar nicht als Generikum erhältlich ist) können nachgenommen werden, nur kurz den Blutspiegel steigernde Wirkstoffe werden ausgelassen und man hat dann halt mal für zwölf Stunden einen etwas niedrigeren Spiegel im Blut als sonst.
Da es wirklich auch Schwachsinn ist und man hier von keinen Spiegelmedikamenten sprechen kann. Aripiprazol wirkt ab Tag 1 voll, also es braucht selbst bei 5 mg Minimaldosis keine 5 Tage, bis sich ein theoretischer Blutspiegel aufgebaut hat. Auch Cariprazin soll in der Akutbehandlung nahezu sofort wirksam sein und in der Akutbehandlung eingesetzt werden, was ich kürzlich von einem Betroffenen gehört habe, welcher das seitens seines Arztes so erfahren hat.
Desweiteren sind die konstanten Wirkspiegel von Depotspritzen kein Vorteil, da man genau diese Pausen der Wirkstoffspiegel braucht, um keine Supersensitivität an den Dopaminrezeptoren zu entwickeln. Das bedeutet, man erzeugt damit chronische Fälle, die immer höhere Dosierungen brauchen.
Prof. Paulzen hat dazu auf dem DGPPN-Kongress im Dezember 2025 einen Vortrag gehalten, in dem er anhand einer Tierstudie gezeigt hat, dass kontinuierliche Einnahme von Antipsychotika zu Supersensitivität führt. Auch hohe Dosierungen führen zu Supersensitivität. Unterbrochene Einnahme in kleineren oder moderaten Dosierungen führte dagegen zu keiner Supersensivität.
Tabletten
@eselhinterkarotte kann man also auch mal weglassen für ein, zwei Tage, am Wochenende etwa, und man hat einen gesundheitlichen Vorteil dadurch. Bei den Depotspritzen geht das schlecht.
Die Halbwertszeit ist beim Aripiprazol und Cariprazin kein Argument, denn die Rezeptoren werden anscheinend unabhängig vom Blutspiegel, sagen wir, mit aktivem Aripiprazol sehr zügig belegt, sodass es praktisch auch als Akutmedikament wie Haloperidol oder Flupentixol zügig wirken sollte. Atypische wie Risperidon kann man teils Wochen einnehmen ohne Wirkung, weil diese von der Akutwirkung unzuverlässlich sind.
Es gibt schon meist einen Generikahersteller, und wenn man Umstellungspflichten und einen besseren Wettbewerb möglich macht, dann wären die Preise auch auf einem Normalmaß.
Man sollte das Zeug einfach vom Markt nehmen, dann ist wenigstens Ruhe!
Früher klappte es ja auch ohne Depot's und heute sind diese eher ein Hindernis für Innovation und Fortschritt. Man bindet damit Patienten unnötig an Einzelwirkstoffe und schränkt auch die Therapiemöglichkeiten ein.