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Zu viele Medikamente und eine Krise

Bei mir hilft es gegen die NWs der NLs. Aber nicht jeder braucht ein AD. Ich wahrscheinlich schon. Mein Absetzversuch des ADs ist schief gegangen.
 
Naja, vielleicht wäre es doch mal zu überlegen, aber mir graut davor. Ich hätte Angst vor unerwünschten Wirkungen, aber ich gebe zu dass ich es nie probiert habe. Ich glaube es wäre nichts für mich. Wahrscheinlich müsstest du erst die NL absetzen und das geht wohl nicht. Wenn du dann als erstes das AD absetzt schlagen die NW voll zu. Vielleicht schlage ich es mal vor, aber meine Art ist es eigentlich nicht. Ich könnte es probehalber versuchen.
 
Du kommst ja auch so, den Umständen der hohen Dosierungen der NLs entsprechend, ganz gut klar. Denke auch, dass es immer individuell ist, ob jemand ein AD braucht oder nicht. Auch ADs haben Nebenwirkungen. ADs wirken natürlich auch generell gegen die Negativsymptomatik der Erkrankung, nicht nur gegen die NWs der NLs.
 
Ja, Negativsymptomatik habe ich nur wegen der Medikamente. Vor diesen Nebenwirkungen des AD hätte ich Angst. Ich habe mir schon genug eingebrockt. So gut komme ich nicht klar. Liege den ganzen Tag nur rum, war nur kurz draussen. Auch Putzen und so klappt gerade nicht. Und meine Freunde nehmen reiss aus vor mir. Schade dass ich damals noch geschlagen habe. Ich habe mir viel selbst kaputt gemacht.
 
Die Medikamente hauen voll rein. Ich bin gespannt wie lange das noch so geht. Vielleicht ja noch 1 1/2 Jahre lang. Ich bin im Moment auch allein. Mein Kumpel hält das so nicht aus mit mir. Meine Schlagerei hat sich zu einem massiven Problem für mich entpuppt. Die sind sehr vorsichtig was das reduzieren angeht. Ich nehme es so hin um Lehrgeld zu zahlen. Ich habe ein bisschen Angst dass der Bund sich einmischt, weil doch die Bundesregierung mehr auf psychiatrische Straftäter achten will. Da habe ich mir ganz schön was eingebrockt. Ich wache jeden Morgen mit einem tauben Gefühl auf und wenn es sich dann ausbreitet macht es mich depressiv. Ich bin schockiert darüber dass es für mich so eng geworden ist. Wie gesagt ist das Lehrgeld. Es ist beneidenswert dass die meisten von euch auf gerader Linie geblieben sind. Und dass ihr euch aussuchen könnt die Medikamente zu nehmen. Ich hoffe einfach dass sich für mich Möglichkeiten ergeben da herauszufinden.
 
Man schlägt ja auch andere Menschen nicht grundlos oder?

Strafe muss sein sagt sich das Bundesverfassungsgericht.

Wenn du Reue zeigst ist das allemal besser. Mit den Medikamenten hast du Pech gehabt. Wie lange musst du die noch hochpotent einnehmen?
 
Reue zeige ich auf jeden Fall. Es tut mir wahnsinnig leid. Ich muss bis 6/27 noch zur Bewährung. Ich hoffe dass sie mir die Chance geben Gefühle wieder zu zu lassen. Ich darf mich nur nicht darauf davontragen lassen.
 
Auch wenn es dir oft nicht gut geht mit der Medikation, finde ich es bemerkenswert wie klar du mit dir selbst und auch strukturiert bist. Das sind sehr gute Voraussetzungen für ein Leben mit dieser schweren Erkrankung. Wünsche dir, dass du bald weniger Medikation nehmen musst.
 
Hey, ich bin auch mal wieder das Forum besuchen. Hast du denn jetzt noch mal geschlagen im letzten jahr oder geht es noch um das von damals und falls es was neues war, wie kam es dieses Mal zu stande? Die selbe Psychose bzw. Wahngedanken?
 
Hey DeadPoet. Nein, zum Glück habe ich nicht mehr geschlagen. Nachdem es mit den Medikamenten so hin und her ging hat es sich irgendwie zugezogen. Es ist mir jetzt deutlich zu viel und ich warte, wie ja früher auch schon, auf Reduktion. Da wird mir klar wie lange das jetzt schon so geht. Bewährung ist wirklich kein Zuckerschlecken.
Wie gehts dir denn?
 
Ich fühle mich heute etwas besser. Aber die Lust Dinge anzupacken ist trotzdem nicht da. Ich verbringe sehr viel Zeit mit Nachdenken, was mein abgebrochenes Studium angeht und wie meine Zukunft aussehen soll. Ich würde gerne wieder arbeiten und den Kontakt zu Freunden wieder herstellen, aber dafür geht es mir noch zu schlecht. Ich habe ein zerrüttetes Leben geführt und die Schlägereien waren der Gipfel davon. Es wäre schön etwas Ordnung da hinein zu bringen und mich mit friedlichen Lebensinhalten zu beschäftigen. Morgen erfahre ich ob reduziert wird, ich kann es nur hoffen. Ohne die Medikamente hätte ich jetzt gute Stimmung. Etwas zu gut, aus dieser Stimmung ist viel Blödsinn entstanden, aber ich muss es nur in gesunde Bahnen lenken. Eigentlich ist es toll sich so gut zu fühlen, ich muss nur etwas mit dem Wahn aufpassen. Es könnte auch sein dass ich noch studiere, auch wenn ich das mit 52 als etwas spät empfinde. Im Moment ist es noch sehr schwankend, weil die Medikamente mich stark einschränken. Was ich mit meinen Gefühlen über die Jahre gemacht habe ist eher gruselig. Das ist nicht zur Nachahmung empfohlen.
 
Heute war ich bei der forensischen Ambulanz. Es wird noch geklärt ob ich reduziert werde. Die sind aufgrund meiner Taten vorsichtig geworden. Sie sind aber ganz nett, der Therapeut will an meinem Trauma arbeiten um Gefühle zu wecken. Ich schiebe alles auf die Medikamente und habe meine Zweifel ob das klappt. Meine Idee ist jetzt als Physiotherapeutin auf 620 Euro zu arbeiten und das Studium wieder zu beginnen, aber dazu müsste es mir besser gehen. Ich habe dem Therapeuten davon erzählt und er fand das gut.
Ich bin traurig weil mein guter Freund sich von mir distanziert hat. Ich hoffe es ist nicht ganz aus. Da kann man sehen was für eine Schneise der Zerstörung sich durch mein Leben zieht. Ich muss das alles ernster nehmen und aus meinem Leben noch etwas machen. Nicht mehr auffällig zu werden habe ich mir ganz fest vorgenommen. Die Zeit auf Quetiapin war eigentlich schön, bis es dann passierte und ich eine Frau schlug. Ich will das hinter mir lassen und meinem Leben eine gute Richtung geben.
 
Darf ich fragen welches AD du nimmst? Wollte demnächst Bupropion wieder mal versuchen damit ich allgemein eine gute Laune habe und in der Lage sein kann zu arbeiten.
Kann ich nachvollziehen. Ist eine schwierige Gemengenlage. Gerade in der Akutpsychiatrie wird man ja teils mit Neuroleptika zugeschüttet. Dabei entstehen noch größere Probleme. Mir persönlich hilft ein gutes Antidepressivum sehr, um funktionstüchtig zu bleiben und z. B. auf dem 1.Arbeitsmarkt zu arbeiten.
 
Meine Idee ist jetzt als Physiotherapeutin auf 620 Euro zu arbeiten
Damit kommst du auf über 14,75 Wochenstunden (Mindestlohn gilt auch in den "Minijobs"), das heißt, du bist nach spätestens einem halben Jahr deine Rente wieder los. Das kann eigentlich nicht das Ziel sein?!

Da kann man sehen was für eine Schneise der Zerstörung sich durch mein Leben zieht.
Mir kam wieder der Gedanke, dass du dir teilweise unbegründete Selbstvorwürfe machst (nicht im Sinne einer Distanzierung, sondern einer sehr einseitigen Betrachtung des Gesamtbilds). Überleg mal, was hätte sein können, wenn du massiv selber geschlagen worden wärest bei deinen Ausrastern. Und ob die Strafe des Pillenschluckenmüssen und Arschspritze reingehauen bekommen wirklich angemessen wäre, also rein im Vergleich zur zu erwartenden (was ist passiert) Strafe nach StGB mit Folge Soziale Arbeit oder erbringbare Geldstrafe, dann wär doch Schluss gewesen und niemand würde noch etwas von dir wollen, so aber zieht sich der Prozess der angeblichen (!) Sühne schier endlos lang und mit dauernd mitlaufenden Nebenwirkungen verbunden, um die medizinische Sprache zu benutzen, hin.

Bei mir ist es auch so ein scam, und zwar die Arbeit in der Werkstatt für behinderte Menschen (®). Ich werde nicht die Frührente erhalten und dann nach 20 Jahren sagen können, gut, jetzt habe ich im Alter dann auch die höhere Rente, nein, ich werde frühberentet und erreiche dann diese 20 Jahre Wiffbämm nicht mehr. Der Staat freut sich bei mir sowieso, weil ich eine verkürzte Lebenserwartung habe, Folge( n ) der Medikamenteneinnahme bis jetzt Aripiprazol/Cariprazin, die eigentlich die besten sind in der Beziehung, und dann wird mit der 20-Jahre-Forderung noch mal eins drauf gesetzt, so dass ich im Alter dann nur die Grundsicherung im Alter_und_bei_Erwerbsminderung_wie_bisher habe. Trotzdem ich also keinen Ansporn habe, soll ich mich ins Zeug legen wie ein Erster-Arbeitsmarkt-Arbeitnehmer, das ist im Kern das, das mich dabei so aufregt. Denn ich habe keinen Ausweg, so wie du mit der Depotspritze als Auflage der listig ausgesprochenen "Bewährung", wir sprechen uns wieder, wenn ich 64 bin, dann bin ich in meiner Minirente und du möglicherweise seit zehn Jahren medikamentenfrei, aber neidisch bin ich dir darauf trotzdem nicht, denn du wirst schwer gedämpft durch die "Antipsychotika", bis du wieder selbstständig das Absetzen testen kannst.

In diesem Sinne, es bleibt nur das Warten auf das Ende des Dschungels, also (sage ich mir) vorher planen, aber die Maus in der Lebendmausefalle kommt vorerst nicht da raus, sie muss warten und dann ist sie wahrscheinlich keine doppelte Hausmaus mehr. :-/
 
Damit kommst du auf über 14,75 Wochenstunden (Mindestlohn gilt auch in den "Minijobs"), das heißt, du bist nach spätestens einem halben Jahr deine Rente wieder los. Das kann eigentlich nicht das Ziel sein?!
Ich muss für den Minijob etwa 8 Std. arbeiten. Ein Minijob ist in der Rente erlaubt. Ich werde aber noch einmal nachfragen. Danke dafür.


kam wieder der Gedanke, dass du dir teilweise unbegründete Selbstvorwürfe machst (nicht im Sinne einer Distanzierung, sondern einer sehr einseitigen Betrachtung des Gesamtbilds). Überleg mal, was hätte sein können, wenn du massiv selber geschlagen worden wärest bei deinen Ausrastern. Und ob die Strafe des Pillenschluckenmüssen und Arschspritze reingehauen bekommen wirklich angemessen wäre, also rein im Vergleich zur zu erwartenden (was ist passiert) Strafe nach StGB mit Folge Soziale Arbeit oder erbringbare Geldstrafe, dann wär doch Schluss gewesen und niemand würde noch etwas von dir wollen, so aber zieht sich der Prozess der angeblichen (!) Sühne schier endlos lang und mit dauernd mitlaufenden Nebenwirkungen verbunden, um die medizinisch
Hm, naja. Sicher, eine Geldstrafe wäre dann ein Abwasch gewesen. Ich bin aber schlagend durch die Innenstadt gelaufen, also schon sehr auffällig. Ich finde auch dass psychiatrische Strafen oftmals mehr schmerzen als normale, aber man muss sich schon verhalten. Ich finde schon dass ich etwas falsch gemacht habe. Und man weiss ja auch nicht, ob ich beim nächsten Mal ein Messer zücke. Was bei mir nicht der Fall ist aber grundloses Schlagen ist schon nicht so toll. Ich finde ich habe eine ziemlich lange Bewährungsstrafe bekommen, da hat der angetrunkene Autofahrer weniger. Ich hatte ja sogar die Chance mich gut zu fühlen trotz Bewährung, aber es ging eben schief.
So lange ist es ja auch nicht mehr. Die Zeit geht schnell vorbei und dann habe ich es wieder selbst in der Hand. Bleibt zu hoffen dass es mir nie wieder passiert. Sonst wäre auch die Wohnung weg und ich könnte mein Leben in die Tonne treten.
 
Bleibt zu hoffen dass es mir nie wieder passiert. Sonst wäre auch die Wohnung weg und ich könnte mein Leben in die Tonne treten.
Das spricht desweiteren für dich. Dass du manches genauso realistisch siehst wie ein "Gesunder". Ich möchte dich nur weiter ermutigen: Lass deine Diagnose nicht wie ein Monument stehen, sie ist bereits jetzt anzweifelbar. Kennst du Aldous Huxley, "Brave New World"/"Schöne neue Welt"? So kommt einem die Psychiatrie manchmal vor. Es ist primär keine ärztliche Kunst, es ist einmal für die anderen Ärzte ein Hafen zum Umlenken von Schiffen, die man nicht haben will, weil ihre Behandlung zu schwierig wäre, dann traditionell ein gesellschaftliches Regulationsinstrument, wir sollen alle Angst davor haben, und die haben wir auch zurecht, denn es wird untergebracht und sogar "zwangsbehandelt", es ist eine Mühle, man kommt leicht rein, aber dann dauert es trotz intensiver Bemühungen, dass man sich wieder seine Freiheit und/oder körperliche Unversehrtheit - die doch sonst im Medizinbetrieb garantiert wird! - zurückholt. Ich glaube, dass du das Borderlinesyndrom hast und nicht psychotisch gestört warst/bist. Du bist/warst im Grenzbereich zwischen Neurose und Psychose, auch wenn vielleicht wenige Male etwas aus Zweiterem aufgeflackert ist. Ich will dich jetzt aber nicht diagnostizieren, dafür fehlt mir auch die Vorbildung und Erfahrung eines Arztes. Eines unabhängigen Arztes, meine ich, der sich nicht z. B. hinter der Hochschul-"Psychiatrie" versteckt, sondern (denn auch er ist vom "A.-Huxley-Syndrom" betroffen) sich die Mühe macht, bei Überwindung der eigenen Furcht bei jedem Patienten seriös zu helfen. Nicht immer lässt sich ein solcher Arzt oder auch "Psychologe" überhaupt auffinden, man muss auch selbst daran glauben, denn geliefert wird es nur in den wenigsten Fällen, meiner Erfahrung nach, auch ambulant. Die Ärzte geben ihre Macht nicht her; der psychiatrische Patient ist unfrei, der somatische Patient (ebenfalls) übermediziert.
 
Ja, die Diagnose als Monument...ich habe sie nun mal. Ich bin auf jeden Fall schizophren, Borderline äussert sich anders. Du hast schon recht was die Psychiatrie angeht. Das kommt wahrscheinlich daher, dass im Leben von heute alles geregelt sein muss. Es ist kein Platz mehr für Ausnahmen. Die Psychiatrie greift in unser Leben ein und lässt einem kaum Platz zum atmen. Ein Freund wurde zwangs eingewiesen, weil er einen Termin mit dem gesetzlichen Betreuer verweigert hatte. Das ist schon heftig. Ich denke aber schon dass man jemanden wie mich, die Menschen einfach schlägt nicht frei rumlaufen lassen kann. Das ist einfach Störung des öffentlichen Rechts. Man muss sich ja auch anpassen und friedlich mit den Mitmenschen umgehen. Der Staat gewinnt meistens, man wird zur Ordnung gezwungen. Das ist eben der Weg wie vorgegangen wird. Ich würde mir auch wünschen dass die Reintegration anders laufen würde, menschlicher. Aber so ist es nun mal. Man muss auch eigene Chancen erkennen und nutzen, auch als Betroffener.
 

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