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Zu viele Medikamente und eine Krise

Danke. Wir haben uns wegen meiner Wohnung gestritten. Er hatte meine Lampe schief gemacht und die Klobürste verunstaltet. Ich war sauer und wollte ihn eine kurze Zeit lang ausladen. Er hatte darauf keine Lust und wollte nicht mehr mit mir befreundet sein. Im Nachhinein denk ich, hätte ich insgesamt sagen sollen es macht nichts. Schliesslich ist/war er ein guter Freund. Ich hatte übertrieben. Ob das noch von meiner Mutter kommt oeer von mir eelber weiss igh nicht.
 
okay, ich dachte gerade, wo ist denn glocki? ich hoffe du kommst aus der situation wieder raus. und wünsche dir alles gute
 
Naja, zur Zeit leide ich. Es will nicht so recht besser werden mit den Medikamenten. Es ist einfach zu viel. Aber es wird schon werden, ich kann auch positives wahrnehmen.
 
Es bleibt wechselhaft. Heute ist es ein bisschen besser wieder. Ich denke Gott will mir eine Lehre erteilen. Wenn es ja auch mit weniger nicht geklappt hat. Kein Wunder. Niemand sollte so etwas dauerhaft mitmachen müssen, Medikamente müssen angepasst werden. Niemand sollte sich dauerhaft wie ein Zombie fühlen. Bei mir ist es so, dass ich die guten Gefühle schlecht ausgehalten habe. Unten drunter kann ich sie spüren. Ich mache mir Gedanken über gute Gefühle und wozu man sie nutzen kann. Für Freunde zum Beispiel, für die kirchliche Gemeinde, zum Arbeiten und einfach für sich selber.
Ich weiss nicht ob ich noch studieren kann. Man braucht für Islamwissenschaften ein Auslandssemester und das ist mit EM Rente schwer zu wuppen. Ich weiss noch nicht ob ich ein Stipendium annehmen darf, muss ich noch fragen. Vielleicht studiere ich besser im nächsten Leben und hole mir einen 620 Euro job als Physio.
In der Wohnung sieht es relativ unaufgeräumt aus. Ich komme so wie ich jetzt bin einfach nicht in die Puschen. Es kommt mir so vor, als sei dies die Zeit über mein Leben und was ich falsch gemacht habe nachzudenken. einem Freund von mir geht es auch gerade nicht gut. Er ist mit Alkohol rückfällig geworden. Er meinte gestern zu mir, es kommen auch wieder gute Tage für uns. Das hat mich aufgebaut. Einfach nur Spass haben wollen, so dachte ich früher, ist es nicht. Man braucht auch Verantwortungsgefühl und eine gute Selbsteinschätzung. Ich bin auf dem Weg, wenn auch gerade eher under cover.
 
Ach man ist das doof. Wenn ich bedenke wie lange ich das noch aushalten muss. Der Therapeut von der forensischen Ambulanz ist sehr nett. Wir bereiten gerade vor am Trauma zu arbeiten. Ich habe auch noch einen Termin mit einem Peerberater gemacht, auch um über das Trauma zu sprechen. Es ist schon erstaunlich dass es mir in den ganzen Jahren nicht geglückt ist eine Traumatherapie zu machen. Früher dachte ich, ich mache das mit den Stimmen. Aber das reichte nicht. Ich bin irgendwie immer um eine Therapie drum herum gekommen. Immer kam was dazwischen. Jetzt wird es möglich. Ich werde mal schreiben wie es so läuft. Mit den Medikamenten ist es oft so, dass mir der Eindruck entsteht dass nicht viel fehlt, aber immer werden meine Gefühle gestoppt. Das ist wirklich sehr unangenehm und reisst meinen Antrieb komplett herunter. Sie wollen in ein paar Wochen noch rinmal schauen ob doch reduziert werden kann. Ich hoffe es, auch wenn nur am Olanzapin gearbeitet wird und ich der Meinung bin es liegt auch an der Spritze.
Der Therapeut hat mich aufgefordert traurige Musik zu hören um zu sehen was es bewirkt. Ich gehe davon aus dass es nicht sehr viel bewirkt, dafür bin ich einfach zu sehr zugedröhnt.
 
Möchtest du @Glocki bezeichnen was für eine Art Trauma?

Ich kenn eigentlich nur das Psychosetrauma. Die Zeit Zuhause und in Ambulanter Behandlung. Das wirre Denken, das verstöhrte Tun. Ich werde nahezu täglich jäh daran erinnert, da ich ja in dieser Psycho-Wohnung, jetzt "Gesund", wohnen muss.
 
Ich habe ein schweres Kindheitstrauma. Meine Mutter hat meinen Stiefvater in einer Kneipe aufgegabelt mit der Einladung mich zu missbrauchen. Das ging dann jahrelang so. Meine Mutter war sehr böse und erlaubte mir kaum etwas. Das war eigentlich keine richtige Familie, sondern mehr kriminelle Energie seitens der Eltern. Echt schlimm.
Wie meinst du das, dass du in der Psychowohnung als Gesunder leben musst?
 
Viele lange Zeit mit kranken Gedanken alleine gelassen. Kind in Schule, Frau auf Arbeit. Ich in endlosen Gedankenspielen bei maximal 1h Schlaf. Man darf sich zurecht fragen wieso ich nicht stationär gegangen bin in dieser einen Phase, aber ich fühlte mich Zuhause am wohlsten und war so reguliert, dass ich nicht komplett verrückte dinge getan hatte.
Einfach Scheisse. Jetzt stabil in dieser Wohnung wohnen müssen, wo man einfach Krank war. Bei all den Gedankenspielen und leichtem Tun. Viel gelegen und im Kopfgedreht. Aktivitäten wie Staubsaugen rissen mich in die Wirklichkeit.

Na stationär war auch nie ein vergnügen und der Psychiater lies mich gewähren.
 
Es ist schon erstaunlich dass es mir in den ganzen Jahren nicht geglückt ist eine Traumatherapie zu machen. Früher dachte ich, ich mache das mit den Stimmen.
Du glaubst wirklich, dass die Stimmen dir helfen wollen. Ich kenne sie nur hinterhältig bösartig. Ich glaube, Du bist scheinbar stabil genug, das Trauma mit einem Therapeuten aufzuarbeiten. Viel Glück und Erfolg dabei.
 
Übers Trauma sprechen tut mir gut. Ich hatte heute ein Peergespräch in dem es um mein Trauma ging. Vielleicht macht das die Medikamente erträglicher, ich habe mich auf dem Rückweg beinahe wohl gefühlt. Ich freue mich schon auf das nächste Mal und mit dem Therapeuten aus der Ambulanz gehts ja auch ums Trauma. Es liegt oben auf und es ist befreiend. Meine Kindheit war so schrecklich, das muss man irgendwann aufarbeiten. Und wenn es besänftigend auf die Medikamente wirkt umso besser. Ich fühle mich ein bisschen wie die Aquariumsfische in Findet Nemo. Die nach ihrer Flucht aus dem Aquarium in Tüten auf dem Ozean schwimmen. Und jetzt? Fragt ein Fisch.
 
Erst jetzt bin ich wieder da, bin um halb elf losgefahren. Zur forensischen Ambulanz ist es immer eine halbe Weltreise. Wir bereiten noch vor am Trauma zu arbeiten. Wenn es losgeht soll ich 1x die Woche kommen, wie bei einer richtigen Therapie. Bin schon gespannt, der Therapeut will eine neuere Traumatherapie anwenden.
Mit den Medikamenten wird vielleicht im März runtergegangen, obwohl er meinte während der Traumatherapie nicht runterzugehen.
Mir gehts immer noch eher schlecht, weiss nicht was ich reden soll und fühle mich dumpf und mies gestimmt. Allerdings will da Freude in mir aufkommen. Diese wird aber gebremst. Also eine leichte Verbesserung. Ich wünschte ich könnte das Depot senken, das ist aber vom Spiegel her nicht drin. Es tut mir sehr leid dass ich Menschen geschlagen habe und ich glaube so etwas mache ich nie wieder. Mir fehlt immer noch Lebendigkeit, das ist so auf jeden Fall noch zu wenig.
 
Heute ist es mal wieder etwas besser. Aber ich merke wie ich innerlich nach weniger Medikamenten verlange. Irgendwann muss ich selbst die Verantwortung tragen niemanden mehr zu schlagen. So wie es jetzt ist wird mir diese Verantwortung abgenommen. Und das ist nicht nur schlecht. Ich habe es immerhin so geschafft über ein Jahr straffrei zu bleiben. Das ist mir mit weniger Medikamenten nicht geglückt. Es ist Fluch und Segen zugleich. Ich denke weiter fleissig über mein Leben nach und bin zu positiven Schlüssen gekommen. Ich sehe mein Leben wie durch den Boden einer Colaflasche. Alles ist seltsam gedämpft und umzäunt. Ich glaube dass das Schlagen schwachsinn war habe ich jetzt wirklich verstanden. Ich werde mit den vielen Medikamenten wirklich fit gemacht fürs Leben. So kommt alles anders als ich es mir freiwillig gedacht hatte. Aber ich muss sagen, ja die vielen Medikamente erfüllen einen Zweck. Man muss mich eben zu meinem eigenen Wohl ein wenig zwingen. Seltsam, aber so treibe ich dahin.
 
Ja akzeptiere deine Dosis wie sie ist im Moment:) Der richtige Zeitpunkt für eine Reduktion wird schon kommen. Schizophrenie bleibt lebenslang, und die Erholung kann Jahre dauern, bis man sich wieder halbwegs normal fühlt. So war es bei mir jedenfalls.
Im Fernsehen war vor kurzem eine Sendung in der gesagt wurde, Medikamente wirken besser wenn man an die positive Wirkung innerlich glaubt.
Alles Gute weiterhin und werde nicht rückfällig. Ich wünsche es Dir.
 
Ja, es ist schon schwierig. Wenn ich bedenke wie ich mich mit weniger Medikamenten fühlen würde. Aber es ist o.k., schliesslich habe ich es mit weniger nicht geschafft. Um mich wieder richtig anzufühlen müsste reduziert werden. Es ist die Crux von zu wenig und zu viel. Besser etwas zu viel als zu wenig. Wo mein Mittelwert liegt weiss ich nicht genau.
 
Die Tage an denen es besser ist scheinen zuzunehmen. Bin zwar immer noch Putzfaul aber meine Stimmung ist besser. Wenn ich es so mit ausgemergeltem Body schaffen sollte die Medikamentenlast wegzudrücken bin ich stolz. Wenn die Bewährung vorbei ist werde ich noch 15mg Olanzapin nehmen. Mag mich nicht mehr pieksen lassen. Heute bei der Genesungsgruppe ist meine positive Kraft voll durchgekommen. Ich bin ein positiver Mensch und das will ich auch Leben. Bin dabei die Schuld die ich trage zu bearbeiten. Schlagen oder einfach Termine absagen darf keine Option mehr sein. Ich möchte mich benehmen und mein Leben meinen Freunden widmen. Ich kann eine gute Freundin sein wenn ich freier bin. Ich will mir auch gerne helfen lassen. Daraus kann man einen positiven Glaubenssatz formen, ich lasse mir gerne helfen. Das ist wichtig, weil es mich vom einschnappen abhält. Ja, ich kann nur sagen die positiven Kräfte kommen durch und bereichern mich trotz Medikamente. Es ist aber vom Tun noch etwas entfernt und ich sitze meistens herum. Macht nichts, das kommt schon, so hoffe ich!
 
Es ist echt wechselhaft. Seit gestern wieder nicht so gut. Das ist echt nervig. Ich hätte so viel vor aber komme nicht dazu. Ich bereue es total dass ich es auf weniger nicht geschafft habe. Man kann es nur als Lehre sehen. Ich hoffe dass die Medikamente noch reduziert werden. Ich hänge richtig fest und komme nur manchmal auf den grünen Zweig. Es ist zum heulen. Ich hatte einem Freund, den ich im Stadtpark kennengelernt hatte gesagt ich rufe wieder an wenn es mir besser geht. Aber wann soll das sein? Ich muss mich zusammenreissen nicht sauer auf die Ärzte der forensischen Ambulanz zu werden. Ich weiss ja dass sie nur helfen wollen. Ich konnte so eine positive Kraft in mir fühlen. Das ist jetzt wieder total durch die Medikamente überlagert. Ich muss mir mal den Frust von der Seele schreiben, aber es ist unmöglich so.
 
Na ja, für ein paar Ohrfeigen an die Menschheit gibt es doch keine Bewährungsstrafe und keine Zwangsmedikation bei der Forensik.
Da muss doch noch mehr vorgefallen sein.
Ich sehe das als Strafe was du da durchmachst.
 
@Glocki
vom Schreiben her wirkst du sehr klar. Dass man dir ein Doppeldepot gibt, zeugt im Grunde schon davon, dass man bei dir immer mehr an Dosis braucht und sich eine Art Supersensitivität gebildet hat.
Ich würde dir vorsichtig das Bupropion (NDRI-Antidepressivum) empfehlen, da dies dir vielleicht etwas mehr Motivation gibt und diese Supersensitivität rückgängig machen kann.
An sich sollte Bupropion beim Paliperidon und Olanzapin zu keinen Anstiegen des Blutspiegels führen, da es bei diesen Wirkstoffen keine Relevanz hat.

Hier was du bei Umstellung auf Bupropion bei den jeweiligen Wirkstoffen beachten solltest:

Paliperidon (Xeplion):
Bupropion erhöht den Blutspiegel von Paliperidon nicht. Die beiden Substanzen haben keine relevante pharmakokinetische Wechselwirkung, weil ihre Stoffwechselwege kaum überlappen.

🧬 Warum es keine Spiegelsteigerung gibt​

  • Paliperidon wird überwiegend unverändert renal ausgeschieden. Der hepatische Metabolismus spielt nur eine Nebenrolle, und CYP‑Enzyme sind kaum beteiligt.
  • Bupropion hemmt CYP2D6, aber dieses Enzym ist für Paliperidon nicht relevant.
  • Es gibt keine Hinweise, dass Bupropion Transporter beeinflusst, die für Paliperidon wichtig wären (z. B. P‑gp).
Damit fehlt der Mechanismus, über den Bupropion den Paliperidon‑Spiegel erhöhen könnte.


⚠️ Klinisch relevante Punkte trotz fehlender PK‑Interaktion​

Auch wenn der Spiegel unverändert bleibt, gibt es einige Aspekte, die man im Blick behalten sollte:
  • Krampfschwelle: Bupropion senkt sie dosisabhängig; Paliperidon tut das selten, aber die Kombination kann das Risiko additiv erhöhen.
  • Aktivierung vs. Sedierung: Paliperidon ist eher neutral bis leicht sedierend, Bupropion aktivierend. Die Kombination kann individuell unterschiedlich wirken.
  • QT‑Intervall: Paliperidon kann das QT‑Intervall verlängern; Bupropion normalerweise nicht. Eine relevante Verstärkung ist nicht beschrieben, aber bei vorbestehenden Risiken bleibt es ein Beobachtungspunkt.

🧭 Einordnung im klinischen Alltag​

Die Kombination wird häufig eingesetzt, besonders bei Negativsymptomatik oder depressiver Komponente. Die Verträglichkeit ist meist gut, und keine Dosisanpassung von Paliperidon ist aufgrund von Bupropion nötig.

Olanzapin:
Bupropion steigert nach aktuellem Wissensstand nicht den Blutspiegel von Olanzapin. Die beiden Substanzen interagieren pharmakokinetisch kaum:
  • Olanzapin wird überwiegend über CYP1A2 und in geringerem Maß über CYP2D6 metabolisiert.
  • Bupropion ist ein starker CYP2D6‑Hemmer, beeinflusst aber CYP1A2 nicht – und genau dieses Enzym ist für den Olanzapin‑Abbau entscheidend.Daher ist keine relevante Erhöhung des Olanzapin‑Spiegels zu erwarten.

Was dennoch wichtig ist​

Auch ohne Spiegelanstieg gibt es klinisch relevante Interaktionen, die man im Blick behalten sollte:
  • Erhöhtes Krampfrisiko: Beide Medikamente können selten Krampfanfälle begünstigen. Die Kombination erhöht dieses Risiko additiv.
  • Sedierung & kognitive Effekte: Olanzapin kann sedieren; Bupropion wirkt eher aktivierend. Die Kombination ist nicht gefährlich, kann aber individuell unterschiedlich empfunden werden.
  • Rauchen als Störfaktor: Falls jemand raucht oder kürzlich aufgehört hat, kann sich der Olanzapin‑Spiegel durch das Rauchen selbst verändern (CYP1A2‑Induktion), nicht durch Bupropion. Das ist oft der eigentliche Grund für Spiegelverschiebungen.

Einordnung im klinischen Alltag​

In der Praxis wird die Kombination häufig eingesetzt, z. B. bei depressiver Symptomatik unter Olanzapin. Die Hauptsorge ist nicht der Spiegelanstieg, sondern das Krampfrisiko und die individuelle Verträglichkeit.
 
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