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Reale Probleme im Wahn geschaffen

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Hallo, ich hatte im letzten Sommer meine 2. psychotische Episode. Noch zum Teil im Wahn habe ich mich aufgrund von Ängsten gegen ärztlichen Rat selbst aus der Klinik entlassen. Einen Tag später habe ich übermütig meine geliebte Wohnung gekündigt und mir vor lauter Druck eine teurere zugelegt. Nun muss ich zum einen den Rückfall verkraften, leide aber nun unter der Situation was sich daraus ergeben hat mehr, als unter der Krankheit. Ich werde erdrückt von meinen Fixkosten, komme dadurch nicht zur Ruhe und bin depressiv angeschlagen. Ich habe die Möglichkeit zur Umschulung, die ich gerne machen möchte, weiß aber einfach nicht, wie ich das alles schaffen soll. Habt ihr im Wahn auch mal etwas getan, was sich im Nachhinein erst gezeigt hat? Wozu würdet ihr mir raten?
 
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Also in dem Ratgeber den ich gelesen habe steht, dass bei unüberlegten Geldausgaben auf Grund eines "die freie Willensbildung ausschließenden krankhaften Zustand", durch einen ärztlichen Attest Verträge rückgängig gemacht werden können. Wie das dann im Detail aussieht weiß ich nicht und würde ich mit deinem Arzt, Sozialarbeiter, Anwalt o.Ä. mal besprechen.
 
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Kenne ich auch. Habe aufgrund einer Psychose vor vielen Jahren die Wohnung gekündigt bekommen. War nicht schön. Aber es ist weitergegangen. Ich habe bald eine neue gefunden.
 
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Ich habe im Wahn meinen Arbeitsplatz gekündigt, weil ich mich von den Kollegen verfolgt gefühlt habe.
 
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Noch eins: Während einer akkuten Psychose bin ich einmal in den Wald gegangen und habe den Hausschlüssel weggeworfen. Im Wald habe ich mich verirrt und eine Nacht auf einem Jägerstand geschlafen. Am nächsten Tag bin ich völlig kaputt heimgekommen. Kurze Zeit später war ich wieder in der Psychiatrie.
 
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Während einer Psychose ein Kündigungsdokument meiner Wohnung anfertigen? Dieses noch adressieren und dem Vermieter zukommen lassen. Dann noch mit einem neuen Vermieter einen Vertrag über eine neue Wohnung abschließen?
Also da ist es bedeutend wahrscheinlicher, dass ich flüchtend total erschöpft im Wald aufwache und dann zwangseingewiesen werde.

Das Verrückteste, was mir passiert ist: ich habe in meiner Wohnung mein Handy verlegt und hab es nie wieder gefunden. Selbst bei meinem Auszug ist es nicht wieder aufgetaucht.
 
TS
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@Kopernikus ja, die Psychose war nicht mehr schwer akut, ich war 3 Wochen in der Klinik und habe mich dann selbst entlassen. Überstanden war sie aber noch nicht, für mich hatte noch immer alles einen höheren Sinn und ich habe alles dadurch leichtfertig und unüberlegt entschieden
 
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Die Psychose besteht ja nicht nur aus der Akutphase. Ich denke mal die Unzurechnungsfähigkeit wird auch die Anfangsphase sowie postpsychotische Depression betreffen.
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Also um auf die Zeichnung einzugehen. Nach der Logik wäre man dann ja monate, ja jahrelang unzurechnungsfähig. Glaubt mir, das wollt ihr rechtlich nicht sein.

Ich bin immer leicht psychotisch. Welchen Zustand ich jetzt als gesund bezeichnen würde, kann ich nicht sagen. Aber 1-3 Monate akute Psychose? Da würde mein Hirn die Psychosewelt zur normalen Welt definieren. Ich würde dann die Realität als Psychose wahrnehmen....

Bei mir sieht das eher so aus: 1-2 Wochen Vorlaufzeit, die nicht in einer Psychose enden muss. Dann 1-2 Wochen akute Psychose (da ist dann Fasching) und danach geht es mir dann ein paar Tage gut, da ist mein Kopf müde und muss etliche Dinge verarbeiten und ordnen. Da bleibt dann eine gewohnte Stimme übrig und das ist auch gut so.

Auf der Suche nach Gleichgesinnten wird mir immer mehr bewusst, dass ich nicht Einzigartig, sondern ein Sonderling bin.
 
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Unzurechnungsfähig ist vielleicht nicht das richtige Wort, aber mMn aufjedenfall in der Entscheidungsfähigkeit beeinträchtigt. Die Juristen haben da sicherlich das richtige Vokabular für. Kontext war ja von unglücklichen Entscheidungen zurücktreten zu können, ich kann mir vorstellen, dass man das tatsächlich für den ganzen Zeitraum mit ärztlichem Rückhalt kann.
Bei mir sieht das eher so aus: 1-2 Wochen Vorlaufzeit, die nicht in einer Psychose enden muss. Dann 1-2 Wochen akute Psychose (da ist dann Fasching) und danach geht es mir dann ein paar Tage gut, da ist mein Kopf müde und muss etliche Dinge verarbeiten und ordnen.
Interessant, dass es bei dir so verläuft. Gar keine postpsychotischen Depressionen? Bei mir lief es eigentlich immer ähnlich wie in der Grafik ab. Allerdings variieren die Zeiträume, das stimmt, jenachdem was man schon als akut bezeichnet. Es ist auch eine generische Grafik, die verschiedenen psychotischen Unterformen (paranoid, schizoaffektiv etc.) werden nicht weiter spezifiziert. Ich wollte nur schnell anschaulich darstellen, dass es sich im Regelfall um eine sehr langfristige Geschichte jenseits der Akutphase handeln kann, die auch so in der Fachgemeinschaft anerkannt ist.
 
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Bei einer Schizophrenie ist der Verlauf meistens chronisch. Die Abbildung stellt den Idealfall dar, den es vermutlich nur in den seltensten Fällen gibt und wenn klare äußere Auslöser vorliegen.
 
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@Pflegefall
Die Psychose schleicht ja eher aus. Sie endet nicht plötzlich. Und da ordnet sich die Welt langsam wieder. ich komme wieder klar. Die Hellhörigkeit nimmt ab. Und mein Hirn fährt langsam runter. Und da ist ja noch die eine Stimme. Die relativiert den Wahnsinn. Bringt mich zum Lachen und baut mich auf.

Und klar, kein Krankheitsverlauf hat allgemein Gültigkeit. Aber eine akute Psychose 1-3 Monate. Also ganz ehrlich, danach wäre die Welt für mich eine andere. Das würde sich auch nicht mehr so ordnen, dass eine vernünftige Welt übrig bleiben würde.
 
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Bei einer Schizophrenie ist der Verlauf meistens chronisch. Die Abbildung stellt den Idealfall dar, den es vermutlich nur in den seltensten Fällen gibt und wenn klare äußere Auslöser vorliegen.
Das deckt sich nicht mit meinen Quellen, hast du hierfür einen Verweis? Im Buch Schizophrenie von Asmus Finzen heißt es im Kapitel Verlauf und Prognose:
Eine Nachuntersuchung von M. Bleuler (1972) an 208 schizophrenen Patienten über 22 Jahre hinweg ergab, dass die häufigste Verlaufsform einer schizophrenen Psychose (40 Prozent aller Schizophrenien) durch eine oder mehrere akute Phasen gekennzeichnet ist, die wieder abheilen. Fast ebenso häufig (nahezu 40 Prozent aller Fälle) treten wellenförmig verlaufende mittelschwere oder leicht chronische Psychosen auf. Weitaus seltener (8 Prozent der Fälle) kommt der unmittelbar zu schwerster chronischer Psychose führende Verlauf vor. Alle anderen Verlaufsformen sind verhältnismäßig selten; sie treten nur bei 11 Prozent aller Kranken auf.
@Kopernikus Ich verstehe was du meinst, das meinte ich mit der Überlegung, wie man akut definiert. Laut dem Graph ist akut ja bereits ein mittleres Erregungsniveau, den Höhepunkt von 1 1/2 Wochen von denen ich überwiegend fixiert war würde ich auch keine 1-3 Monate aushalten, da bin ich bei dir.
 
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Das deckt sich nicht mit meinen Quellen, hast du hierfür einen Verweis? Im Buch Schizophrenie von Asmus Finzen heißt es im Kapitel Verlauf und Prognose:

Beim Verlauf, da scheiden sich die Geister:
https://de.wikipedia.org/wiki/Verlauf_der_Schizophrenie

Es ist da die Rede von "Eher günstigen Ausgang"

Die aktuellste Studie kommt da auf 7% (Marneros 1991)

Bleuer kommt demnach auch nur auf 30% mit eher günstigem Ausgang.

__
Insofern findet man da kaum verlässliche Quellen, wenn die Studien soweit auseinander gehen. (0-50%)
Ich gehe eben eher vom Schlechteren aus, wo ca. 10% realistisch klingt. Von Schizophrenie kann man ja auch erst sprechen, wenn die Symptome länger bestehen, da fallen normale akute Psychosen (Medikamente oder Drogeninduziert) normal heraus.

Früher etwa 1930 wo es noch keine Neuroleptika gab, da waren die Verläufe insgesamt besser, also das deckt sich eher mit der optimistischen Prognose, welche du zitiert hast.
 
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ích wollte mein ganzes Geld verschenken. Weil ich dachte damit in eine Gruppe aufgenommen zu werden die alles bezahlt bekommt. Und das ganze Geld hergeben wäre der Vertrauensbeweis. Habs aber zum Glück dann nicht gemacht weil ich vorher eingeliefert wurde.
 
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Gibt auch viele Schizophrene die niemals ne Diagnose bekommen haben.
Die Psychiater wollen einen ja meist auch nicht direkt nach der ersten Psychose mit dieser Diagnose labeln. Da wird dann nach anderen Gründen für die Psychose gesucht. Oft heißt es dann drogeninduzierte Psychose oder akute vorübergehende psychotische Störung.
Das ist aber nach ICD-10 meist schon ne Schizophrenie. Sobald die Drogenpsychose nach abklingen der eigentlichen Drogenwirkung noch weiter geht, kann man schon fast von ner Schizophrenie sprechen oder?

Wenn es dann bei der einen Psychose bleibt, dann kommt niemals die Diagnose Schizophrenie.

All diese Menschen mit sehr gutem Verlauf findet man auch nicht in den Studien wieder.
Ich bin überzeugt, dass Schizophrenie ne bessere Prognose hat, als weitläufig angenommen. Vielleicht 30% nur eine Episode.
 
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Ich habe in der Psychose einen Wohnwagen auf einem Campingplatz gemietet, weil ich dachte, dort in der Natur sei es besser zu leben. Kündigungsfrist war 6 Monate, bin aber nach 4 Wochen raus aus dem Vertrag gekommen, da meine Eltern damals beide die Vollmacht über mein Handeln hatten. Sie zeigten lediglich die Beglaubigung vom Amtsgericht dem Vermieter und sagten, sie wären mit der Vermietung nicht einverstanden.
Ich sags euch... 4 Wochen im Wohnwagen im Winter... Das war ein Spaß. Gut, dass ich danach meine alte Wohnung wieder bekommen habe. Geht rechtlich also einfach und schnell.
 
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