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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Radikale Akzeptanz

LordHabicht

Well-known member

Radikale Akzeptanz​


Manchmal hadern wir mit unserer Krankheit und würden am liebsten einfach alles hinschmeißen. „Warum ist das schon wieder so schwierig?“, „Was ist wenn es mir heute wieder schlecht geht?, „Ich kann nicht mehr“, „ich halte das nicht aus“, „wann ist dieser Alptraum vorbei?“.

Aber: Jammern und hadern bringt uns nicht weiter, am Ende müssen wir ja doch weitermachen und das Beste in jeder Situation geben. Das gute: Jede Krise geht vorbei! Ein Blick auf das Stimmungsprotokoll zeigt oft: Es ist eigentlich besser als man in einer Krise denkt. Wir denken, es gibt keine Fortschritte und das wird jetzt immer so schwierig bleiben. Das ist aber nicht so. Es wird auch wieder besser! Der Tag geht vorbei, auch wenn es uns mal nicht gut geht. Ich habe den Gedanken: „Ich habe schon weit schlimmere Situationen ausgehalten, ich werde auch diese meistern.“

Der Heilungsweg ist nicht linear und es gibt Umwege und Rückschritte. Es ist wie Fahrrad fahren lernen. Manchmal fallen wir hin, stehen wieder auf, lernen etwas daraus und machen weiter. Das Hinfallen tut etwas weh, aber es gehört zum Lernprozess dazu.

Ich habe die Erkenntnis gewonnen, verzweifeln bringt nichts! Stattdessen übe ich mich in radikaler Akzeptanz. Es ist der Widerstand gegen den Schmerz der das eigentliche Problem ist, nicht der Schmerz selbst! Es kommt wie es kommt. Ich akzeptiere alles was da in mein Leben kommt. Da kommt eine Krise? Ok, dann ist das einfach so, geht vorbei. Ich habe schlechte Gedanken und Gefühle? Ok, dann ist das einfach so, geht vorbei. Ich lasse zu. Ich lasse fließen. Ich lasse los. Ich kehre immer wieder langmütig zurück zur Realität. Ich gebe den Widerstand auf. Ich akzeptiere. Es ist nicht alles schlecht. Es gibt oft auch Lichtblicke und Momente über die man sich freuen kann! Ich gehe in die Aktivität so gut ich kann und halte mich so gut wie möglich an meinen Tagesplan. Wenn ich mal auf der Couch lande bin ich nicht böse mit mir.

Gestern hatte ich wieder eine typische Situation die mich früher in die Krise gestürzt hätte. Ich war bei der Tafel einkaufen und wieder mal waren die Reize und vielen Leute zu viel für mich. Ich geriet wieder in meinen alt bekannten Denktunnel mit den Zwangsgedanken. Ich lag mal wieder auf der Couch und hatte schlechte Gedanken. Wenn ich überlastet bin spielt mein Gehirn verrückt. Ich dachte aber auch „Ok, das ist jetzt einfach so. Es ist nur eine Überlastungsreaktion und das geht vorbei. Ich beobachte einfach die Gedanken und lasse los so gut ich kann.“ Meine neuen, positiven Denkstrukturen zeigen Wirkung und tragen mich durch solche schwierigen Zeiten. Ich konnte wieder aufstehen und Besorgungen machen, danach griff ich zum Buch und konnte 2 Stunden lesen. Da war immer noch das Bedrohungsgefühl und ich dachte „Ich lasse los. Ich brauche diese Gedanken nicht. Hier in der Realität ist es doch viel schöner als in meinem Kopf“.

Danach habe ich mir was zu essen gemacht, mich früh schlafen gelegt und die radikale Akzeptanz hat mir auch den Rest des Tages geholfen, zur Ruhe zu kommen und gut zu schlafen. Das alles konnte ich ohne mein Notfallmedikament meistern. Ich hätte es aber jederzeit nehmen können.

Mein Leben ist gut. So wie es ist, auch wenn es manchmal schwierig ist. Es ist meins und ich würde mit niemandem tauschen.

Fazit

Radikale Akzeptanz ist der Schlüssel zur mentalen Gesundheit und hilft uns ein gutes Leben auch mit Schizophrenie zu führen. Verzweifeln bringt nichts. Wir machen aus jeder Situation das Beste. Wir lassen los und lassen fließen. Krisen sind erlaubt und gehören dazu. Es passiert nichts schlimmes. Wenn es nicht mehr auszuhalten ist darf ich jederzeit einen Notfalltermin mit meinem behandelnden Arzt wahrnehmen oder in die Notaufnahme meines Krankenhauses gehen. Ich klettere und bin gesichert.
 
Es ist schön, dass du durch deinen Arzt ein Gefühl von Sicherheit hast. Richtig, die Medikamente können Symptome lindern, aber sie können nicht heilen. Auch ist hadern mit der Krankheit sicher der falsche Weg, daher finde ich es schön wie du es schaffst wieder “runterzukommen”. Trotzdem denke ich, dass es von Zeit zu Zeit auch sinnvoll ist nicht alles zu akzeptieren->ich bin krank->ich kann nicht arbeiten-> mir geht’s nicht gut, ich leg mich hin-> fuer was soll ich aufstehen, ich bin ja krank und darf liegen bleiben.
 
Ich sehe das ähnlich wie du. Rückschritte gehören dazu und trotzdem geht es weiter voran ...
Wir sind Menschen und keine Maschinen, die entweder funktionieren oder eben nicht.
Wir sind alle liebenswert und an Tagen, wo ich nicht so kann, wie ich möchte, bin ich besonders lieb zu mir.
Danke für den guten Text.
 
Es ist schön, dass du durch deinen Arzt ein Gefühl von Sicherheit hast. Richtig, die Medikamente können Symptome lindern, aber sie können nicht heilen. Auch ist hadern mit der Krankheit sicher der falsche Weg, daher finde ich es schön wie du es schaffst wieder “runterzukommen”. Trotzdem denke ich, dass es von Zeit zu Zeit auch sinnvoll ist nicht alles zu akzeptieren->ich bin krank->ich kann nicht arbeiten-> mir geht’s nicht gut, ich leg mich hin-> fuer was soll ich aufstehen, ich bin ja krank und darf liegen bleiben.
Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen akzeptieren und resignieren. Akzeptieren muss ich vor allem Dinge, die ich nicht ändern kann und die nicht in meiner Macht stehen. Wenn ich akzeptiere "ich bin krank", sollte die Reaktion sein, ich gebe mein bestes um die Situation zu verbessern. Aber erst mal ist es eine Tatsache.
 
Ich finde radikale Akzeptanz total gut. Habe allerdings Schwierigkeiten bei der Umsetzung, weil ich vieles bedauere. Hätte ich mal... ist mein Credo.
 
Ich denke es gibt einen Unterschied zwischen akzeptieren und resignieren. Akzeptieren muss ich vor allem Dinge, die ich nicht ändern kann und die nicht in meiner Macht stehen. Wenn ich akzeptiere "ich bin krank", sollte die Reaktion sein, ich gebe mein bestes um die Situation zu verbessern. Aber erst mal ist es eine Tatsache.
Ja, da bin ich ganz bei dir. Es geht darum Handlungsfaehig zu bleiben. Wenn Ich akzeptiere, muss es nicht heissen ich resigniere. Aber es bleibt eine gradwanderung und ein Kampf den man bereit sein muss zu kaempfen. Man kann es sich leicht bequem machen und keinen ausweg sehen. Im
fokus sollte aber stets stehen was kann ich persoenlich dafür tun das es mir besser geht. Und das ist für jeden Indiviuell. Manche verarbeiten ihre Probleme mit Schreiben, andere bei Sport und ganz andere widerrum in der Stille. Und es ist immer ein lernprozess
 
Ich glaube, wenn man sich selbst nicht nur akzeptiert, sondern auch liebt, wird man insgesamt glücklicher. Jeder hat Schwächen und Stärken, aber wenn man sich auf die Stärken konzentriert, kann man Schwächen auch gut abfedern. Ich habe mich im Grundcharakter, denke ich, wenig verändert, aber ich bin gelassener, freundlicher und aufgeweckter. So manche Negativsymptome können einen schon in den Abgrund ziehen, aber wenn man den Abgrund gesehen hat, weiß man auch, was man niemals will. Gut ist es, wenn die Höhen und Tiefen nicht so stark ausgeprägt sind, da helfen die Antipsychotika schon, weil man eher einen flacheren Affekt hat. Wichtig ist sich gut zuzureden und nicht das Schlimmste vorauszuahnen.
 
Es ist auch gut seine Schwächen zu kennen. Ich bin mal ins offene Messer gerannt weil ich meine Schwächen unterschätzt hatte. Kenne dich selbst ist nach wie vor ein guter Ratschlag zum Leben.
 
Meine Schwächen machen mir zum Glück keine Angst mehr, aber diese bewältigen zu versuchen, holt einen schon aus der Komfortzone. Manchmal wäre mehr Natur und Meditation hilfreich, um sich selbst mehr zu spüren und kennenzulernen. Vielleicht mache ich wirklich mal eine Woche Auszeit in einem Kloster. Muss ja nicht gleich religiös sein. Aber etwas den Geist frei lassen.
 
Das ist eine Superidee mit dem Kloster. Es bringt mich darauf noch einmal buddhistisch Campen zu fahren. Da war ich nämlich 2009 und es hatte mir so gut gefallen.
 

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