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Orangejuice

Well-Known Member
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16 Juli 2023
Beiträge
298
Hallo liebes Forum,

Wie sieht es bei euch mit Akzeptanz aus, könnt ihr die Krankheit akzeptieren ?. Wenn ja , wie seid ihr dahin gekommen ?

Mir fällt es selber total schwer, renne von Arzt zu Arzt oder zu Heilpraktikern. Frage mich warum es keine Ursache gibt und wieso mir das passiert ist . Manchmal hadere ich auch damit ob man nicht organisch was finden könnte. Das ganze quält mich sehr. Wie sieht es bei euch aus ?
 
Ich konnte es lange nicht akzeptieren, ich habe einfach nicht verstanden, dass es nicht heilbar ist.Manchmal bin ich traurig darüber.
 
Ich konnte es lange nicht akzeptieren, ich habe einfach nicht verstanden, dass es nicht heilbar ist.Manchmal bin ich traurig darüber.
Geht mir genauso. Oft bin ich auch wütend, die Medizin kann so viel, aber da garnichts außer Symptome mit Medikamenten weg drücken. Es müsste viel mehr im Bereich Ursachenbehebung geforscht werden. Vllt hast du ja Glück und gehörst zum ersten Drittel.
 
die Medizin kann so viel, aber da garnichts außer Symptome mit Medikamenten weg drücken.
Mehr als Symptome weg drücken kann die Medizin gar nicht. Oder weiß ein Mediziner, der Antibiotika gibt, wirklich, warum die Bakterien gerade dort einen Herd bilden konnten, und nicht vom allmächtigen Immunsystem getötet wurden? Herzinfarkte kann man auch nur mit Stents reparieren (Meisterleistung zwar, aber...). Der Psychiater weiß auch nicht, warum das an sich harmlose Dopamin Zellen zum Halluzinieren bringt.
Mit Schulmedizin kann man trotzdem sehr alt werden, das will ich aber bei meiner Lebensqualität gar nicht.

Ich habe lange gebraucht, bis ich realisiert habe, dass zu meinen chronischen Kopfschmerzen und meiner Schwäche noch eine handfeste in Schüben verlaufende Psychose hinzugekommen ist. Vorher bin ich immer wieder aufgestanden und arbeiten gegangen.
 
Eigentlich habe ich mich damit abgefunden, dass ich ewig Pillen nehmen muss. 🤔 Was soll man machen? 🤔🤔
 
Ich akzeptiere die Krankheit in dem Sinne, dass ich Medikamente nehme, Therapeuten besuche und meine Wahrnehmung immer stark hinterfrage. Aber ich bedaure es sehr Schizophrenie zu haben und frage mich, ob ich diese Krankheit vielleicht nicht erlebt hätte, wenn vieles in meiner Kindheit und Jugend anders gelaufen wäre. Manchmal macht mich der Gedanke traurig, welches Leben ich vielleicht führen würde, wenn ich nicht diese Krankheitserfahrung gemacht hätte.
 
Akzeptanz ja, aber vor allem weil mir nichts anderes übrig bleibt.
Auf dem Weg dahin habe ich viel Biographiearbeit geleistet und oft versucht alles zu verstehen.
Mich, Menschen, die Welt und alles dazwischen. Die vielen Tiefs und Momente des Wahns solange mitgenommen und verändern wollen, bis ich verstanden habe, dass das alles ein Teil von mir ist. Ob ich will oder nicht. Dabei auch die Zwiespältigkeit wahr- und mitgenommen.

Kunst ist ein wundervoller Kanalisator von Manie. Ich schreibe Gedichte, mach Musik und philosphiere unglaublich gerne (wenn der Kopf es zulässt) und freue mich kindlich über diese überglückvollen Momente, die mich davor bewahren komplett im dunklen Tal der Wahnhaftigkeit und des Nicht in die Gesellschaft passens zu versinken.
Neben Menschen in meinem Umfeld, die mich akzeptieren wie ich bin (unabhänig eines Wissenstandes über meine Erkrankung), ist es das was mich am Leben hält.

Ich muss mit mir klarkommen in 'guten' wie in 'schlechten' Zeiten und kann dabei nicht erwarten, dass andere Menschen mich verstehen oder akzeptieren, wie ich bin. Das ist aber nicht mein Problem, solange ich vor dem Spiegel stehen kann, für mich und mein Handeln gerade stehe und weiß, dass Ich auch Ich bin und das ist mehr als eine geschundene Seele und ein unangepasster Kopf.

Auf dem Weg hab ich viel versucht meine Gefühle zu verstehen, meine Kindheit und Jugend aufgearbeitet und mich dabei meinen Ängsten und Erwartungen gestellt. Vieles was ich bei 'gesunden' Menschen wahrnehme, empfinde ich nicht oder anders und das ist nunmal so. Diese Akzeptanz war für mich sehr wichtig für eine weitergehende Akzeptanz meines Ichs
 
Durch ein gesteigertes Verständnis der Erkrankung ist auch meine Einsicht und Akzeptanz gewachsen. Mit meiner guten Familie ergeht es mir nicht so schlimm zum Glück. Ich bin noch relativ optimistisch dass durch technologischen Fortschritt die Krankheit mehr und mehr verstanden wird, das scheint mir nicht all zu fern. Mit einer Heilungstherapie oder Lösung des Problems wird es allerdings wohl noch dauern.
 
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