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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Meine Mutter befindet sich aktuell in einer Psychose - Wie kann ich ihr helfen?

Andreas91

New member
Hallo zusammen,

meine Mutter hat seit sie ca. 20 Jahre alt ist die Krankheit Schizoaffektive Störung. Sie ist jetzt 53 Jahre Alt und die Krankheit ist erneut ausgebrochen. Sie nimmt Abilify 400 mg Depot. Leider hilft das ihr nicht wirklich. Sie hat Paranoia und ist getrieben vom Wahn, bestimmt Dinge zu erledigen.

Ihre Paranoia zeichnet sich aus indem sie nicht mehr arbeiten geht. Sie glaubt, dass es ihr wegen anderen Menschen schlecht geht und sie sich deshalb isoliert hat. Gleichzeitig hat sie ein Misstrauen gegenüber Ärzte in ihrer Stadt entwickelt, so dass ich sie nicht mehr überreden kann, eine Klinik aufzusuchen. Auch gegenüber Kliniken außerhalb der Stadt, wehrt sie sich. Ihre Argumente sind, dass es ihr es am nächsten Tag besser geht, wenn sie alleine ist. Sie glaubt auch dran, dass sie einen Reha Platz bekommt für psychisch kranke, wo es ihr dann besser gehen wird. Der Reha Platz ist jedoch noch nicht beantragt und ich befürchte, dass das 3 bis 6 Monate dauert, bis sie dort unterkommt. Sie sucht ständig ausreden, gegenüber einen Aufenthalt in der Klinik. Gleichzeitig möchte sie auch auf keinen Fall ihre alten Medikamente (ich glaube es heißt Risperdal) nehmen. Diese waren in der Vergangenheit sehr gut und sie konnte Symptom frei Leben. Leider hatte sie die Nebenwirkungen, dass ihr Appetit angeregt wurde und sie dadurch Zunahm. Das ist auch der Grund, warum sie auf abilify umgestiegen ist. Um das zu erreichen, hat sie ihren Psychiater gewechselt. Sie hat fast alle Kontakte in WhatsApp blockiert, bis auf mich und ihre Schwester und möchte mit keinem reden. Generell hat sie in letzter Zeit ihre Ärzte gewechselt, sobald ihr etwas nicht gepasst hat. Einmal hat sie mitbekommen, dass nicht der Arzt selber ihre spritze gemischt hat, sondern eine Angestellte. Laut ihr hat die Angestellte das falsch gemacht und deshalb wirkt die Spritze nicht. Direkt am nächsten Tag hat sie mich angerufen und darüber ihren Frust abgelassen. Sie hat nun eine neue Hausärztin die ihre die Spritze bisher einmal verabreicht hat.

Ihr Wahn zeichnet sich dadurch aus, dass irgendwelche Dinge im Kopf hat, die sofort und dringend erledigt werden müssen. Beispiel sind, Objekte aus ihrer Wohnung zu entfernen, oder dass sie plötzlich dringend spenden muss.

Heute wollte ich sie besuchen, da sie mich gestern drum gebeten hat. Vorher angekommen, wurde ich drum gebeten wieder nach Hause zu gehen, weil sie alleine sein muss damit es ihr besser geht. Der Grund warum es ihr schlecht ging, lag aus ihrer Sicht, an ihrer Nachbarin. Ich habe sie versucht zu überreden, in eine Klinik zu gehen für professionelle Hilfe. Sobald man das erwähnt wird sie wütend und auch laut und verneint dies. Sie möchte auf keinen Fall in eine Klinik, da sie auch erst 1 Monat krank geschrieben ist und andere länger Zeit haben krankgeschrieben zu sein, laut ihr. Als ich in ihre Wohnung gesehen habe, lagen ebenfalls ganz viele alte Fotos sortiert auf dem Boden. Sie war auch kurz draussen und ist wirr umher gelaufen um an bestimmten Stellen etwas aufzusammeln oder hin zu legen. Gleichzeitig hat sie mich ständig darum endlich zu gehen. Ich stand draussen verzweifelt und wusste nicht so Recht was ich tun sollte. Ihr Zustand machte auf mich keinen guten Eindruck. Am Ende bin ich gegangen.

Die Krankheit wurde in den letzten Wochen immer intensiver. Vor über einem Monat war sie noch auf der Arbeit und wollte zum Anwalt und Betriebsrat um mehr Homeoffice Tage durch zu bekommen, da ihre Abteilung nur 1 Tag Home Office hatte, während andere Abteilungen mehrere Tage HO haben. Dazu kommt, dass sie neidisch auf einen jungen Kollegen war, der wohl vom Chef immer gelobt wurde, weil der Chef ihn befördern möchte. Sie selbst wollte aber ebenfalls befördert werden. Vor ca. 4 Wochen hat sie immer über ihre Krankheit geredet und die Ursache dafür in ihrer Vergangenheit gefunden. Das hat sie allen erzählt. Sie hat mir gesagt, dass wenn sie das allen erzählt, wird es ihr besser gehen. Nachdem sie das allen erzählt hatte, kam die Phase, wo sie Abstand suchte und alle am Handy blockierte.
In den letzten 4 Wochen hat sie ebenfalls gesagt, dass sie weg ziehen muss, am besten 200 bis 300 km weg. Wo sie keiner kennt, da jeder auf der Arbeit von ihrer Krankheit weiß und alle Leute darüber sprechen. Auch die Ärzte sprechen laut ihr über sie und ihre Krankheit.

Aus meiner Sicht, der Sicht meiner Tante und den Nachbarn, muss sie dringend in eine Klinik um professionelle Hilfe zu bekommen. Leider schaffe ich es nicht, sie davon zu überzeugen mit in die Notfall Aufnahme zu kommen.

Meine Mutter ist aktuell bei einer Psychaterin in Behandlung. Mit ihr, meiner Mutter und mir gab es auch ein Gespräch, wo sie meine Mutter dazu bewegen wollte, zusätzlich abilify Medikamente einzunehmen. Dies war vergeblich. Die Psychaterin hat leider bis zum 01.06. Urlaub.

Mich und alle anderen Angehörigen belastet die Situation gerade sehr. Ich stehe kurz vor einem Job Wechsel und würde sie gerne täglich in professionellen Händen haben, da sie auch fast täglich von morgens bis abends schreibt und anruft, um ihre wahnhaften Aufgaben zu erledigen.

Ich dachte mir, ich Frage mal hier im Forum um Rat. Vielleicht hat jemand hier eine ähnliche Situation gehabt und es geschafft, dass die betroffene Person, sich freiwillig in eine Klinik begeben hat.

Gerne würde ich auch meine Mutter Zwangs einweisen lassen, da sie nicht mehr Herr über ihre eigenen Gedanken ist. Hat hier jemand Erfahrung mit? Ist es möglich die 110 oder 112 zu wählen um jemanden zu holen, der sich ihren Zustand vor Ort Anschauen und bewerten kann und sie auch in eine Klinik einweist? Die letzten Psychoseschübe haben alle damit geendet, dass meine Mutter freiwillig in eine Klinik gegangen ist. Es gab eine Freundin, die sie überreden konnte. Leider kann sie in ihrem jetzigen Zustand die Freundin nicht leiden, da sie aus ihrer Sicht eine "Verräterin" ist. Sie wurde ebenfalls blockiert.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Solange deine Mutter nicht eigen oder fremdgefährdend ist kann man leider (oder auch zum Glück)nichts machen. Bleibe doch dabei es ihr vorzuschlagen. Vielleicht geht sie wenn ihr Zustand sich verschlechtert. Es tut mir leid dass du das mit ansehen musst. Ist bestimmt nicht so leicht. Du könntest in eine Angehörigen Selbsthilfegruppe gehen. Diese gibt es oft in Psychiatrien.
 
Leider hatte sie die Nebenwirkungen, dass ihr Appetit angeregt wurde und sie dadurch Zunahm. Das ist auch der Grund, warum sie auf abilify umgestiegen ist. Um das zu erreichen, hat sie ihren Psychiater gewechselt. Sie hat fast alle Kontakte in WhatsApp blockiert, bis auf mich und ihre Schwester und möchte mit keinem reden
Das hört sich aber alles nicht so unvernünftig an, und schon gar nicht psychotisch. Eine 400mg-Spritze Aripiprazol wirkt nicht? Vielleicht bist du überbesorgt! Schau dir mal die Statistiken an, wieviele Menschen 20 Jahre früher sterben, weil sie durch die Gewichtszunahme und die erschwerte Tabakabstinenz diese Jahre eben verlieren, da gönnst du deiner Mutter doch etwas Besseres!


zusätzlich abilify Medikamente einzunehmen. Dies war vergeblich.
Hat auch seinen guten Grund gehabt. Risperidon wurde durch die große Dosis Aripiprazol (es gibt noch eine 300 mg-Spritze) ersetzt, seitdem gesteigerte Aktivität.

In den USA hat eine Universität einmal rausgehauen, dass die mid-ager vielleicht gar keine Neuroleptika mehr brauchen... Ich kann das nicht selbst beurteilen, weil ich selbst zu dieser Altersgruppe gehöre, es wäre jedoch weitere Recherchen wert. Wir Schizophrenen sind keine Abfallkübel für die Sonderwünsche und Tricks der Pharmaindustrie, sich eventuell einen Zugang zu einem bloßen Abnehmer von deren Produkten zu erschleichen!
 
Wenn es schlimmer wird mit deiner Mutter würde ich die 112 wählen und sie einweisen lassen. Du musst halt Gründe finden, dass sie sie mitnehmen.
Ist sie evtl. eigengefährdet?
 
Das ist auch der Grund, warum sie auf abilify umgestiegen ist. Um das zu erreichen, hat sie ihren Psychiater gewechselt. Sie hat fast alle Kontakte in WhatsApp blockiert, bis auf mich und ihre Schwester und möchte mit keinem reden. Generell hat sie in letzter Zeit ihre Ärzte gewechselt, sobald ihr etwas nicht gepasst hat. Einmal hat sie mitbekommen, dass nicht der Arzt selber ihre spritze gemischt hat, sondern eine Angestellte. Laut ihr hat die Angestellte das falsch gemacht und deshalb wirkt die Spritze nicht. Direkt am nächsten Tag hat sie mich angerufen und darüber ihren Frust abgelassen. Sie hat nun eine neue Hausärztin die ihre die Spritze bisher einmal verabreicht hat.
@Andreas91
Bei mir ist es von den früheren Diagnosen her ähnlich: F20 (paranoide Psychose) und F25.2 gemischte schizoaffektive Psychose. Das kann sich ja im Verlauf ändern, und schizoaffektiv F25 zeigt häufig auch die Möglichkeit eines besseren Verlaufs auf als eine reine F20-Diagnose.

Seit wann genau ist sie auf das Aripiprazol-Depot umgestiegen und nahm sie ihre Medikamente vorher, wenn ja, welche und welche Dosierungen?

Abilify ist an sich ein vergleichsweise sehr verträgliches Antipsychotikum. Angesichts dessen ist ihr Schritt mit der Umstellung in meinen Augen richtig.
Es kann sein, dass sie Supersensitivität bereits vorher hatte, da es bei den atypischen Antagonisten über die Jahre Dauereinnahme zu dieser Problematik kommen kann, dass Betroffene immer höhere Dosierungen benötigen.

Aripiprazol ist ein Partialagonist, der da geringere Risiken hat, starke Rezeptorblockaden macht und aufgrund des Partialagonismus das Risiko bei Überdosierung zumindest geringer ist.

Was du beschreibst, ist ein Verfolgungswahn, wobei keiner wirklich beweisen kann, ob die Angestellte die Spritze vielleicht wirklich anders gemischt hat, als es vorgeschrieben ist. Ich finde, es ist von daher okay, und ein zusätzlicher Kontakt bei der Psychiaterin ist aktuell eher positiv, da ihr da etwas engere Termine helfen.
=> Gute Entscheidung, die ihr nützt, auch wenn die Angestellte alles richtig gemacht hat.


Risperidon ist schlimm und Paliperidon, der aktive Metabolit, ist teils noch unverträglicher. Das habe ich auch zu Beginn der Behandlung 2010/11 bekommen und es war kein Leben. Vor allem ein Beruf kann mit diesen Wirkstoffen eine einzige Qual sein, da man dann völlig weggetreten sein kann und entsprechend selbst einfachste Aufgaben zur extremen Herausforderung werden. Bei mir hat es körperlich zu einem Leistungseinbruch geführt. Nach 5–15 min etwas schwerer Waldarbeit, war ich damals fix und fertig und kopfmäßig eine Eigen- und Fremdgefährdung, da die Einschränkungen zumindest bei mir sehr gravierend waren. Solche eher dämpfenden Wirkstoffe können zu Beginn einer Therapie stehen und da vielleicht auch in manchen Fällen richtig oder angebracht sein, aber als Patient sehe ich vorwiegend bei diesen Wirkstoffen einen extremen ökonomischen Druck.
=> Deine Mutter liegt richtig.


Ihr Wahn zeichnet sich dadurch aus, dass irgendwelche Dinge im Kopf hat, die sofort und dringend erledigt werden müssen. Beispiel sind, Objekte aus ihrer Wohnung zu entfernen, oder dass sie plötzlich dringend spenden muss.
Das hatte ich auch mit dem Spenden. Ansonsten: Was ist bei dir dein normaler innerer Antrieb und deine Motivation? Das zeichnet sich bei Betroffenen als Wahn ab. Dieser ist schwieriger zu behandeln und hat viel damit zu tun, sich selbst und die Diagnose zu verstehen und Resilienz zu entwickeln.
Das mit den Objekten klingt eher nach einem leichten Zwang, wobei andersherum ein Messiesyndrom, bei dem man sich zumüllt, das in meinen Augen problematischere Problem ist. Viele Betroffene tun sich ja schwer, ihre Wohnung zu putzen oder ausreichend Körperpflege zu betreiben, wenn man gerade keinen Sauberkeitswahn hat.

Um ihr zu helfen, würde ich sogar vorschlagen, dass sie bei ihrer Psychiaterin zusätzlich nach Bupropion fragt.
Bupropion ist ein ideales Add-on, als NDRI-Antidepressivum moduliert es präfrontales Dopamin über NET (Aggressivität und Reizbarkeit, innere Unruhe werden reduziert). Dopamin im Striatum moduliert es auf eine halluzinationsreduzierende Art, da zu leise Dopaminsignale verstärkt werden. Somit verbessert sich die Wahrnehmung und das Gehirn muss weniger Gedächtnislücken durch Fantasie und Halluzinationen füllen.
Antipsychotika wie Aripiprazol schneiden die zu lauten Dopaminsignale ohnehin verlässlich ab. Damit werden leise Dopaminsignale auch klarer.

Also wie eine Schere. Antipsychotika schneiden zu laute Dopaminsignale ab. Bupropion verstärkt zu schwache Dopaminsignale, ohne die lauteren zu verstärken, da bei den Lauteren die präsynaptischen Autorezeptoren das Dopamin verzögert freigeben müssen, da es sich wie ein Stau länger im synaptischen Spalt bleibt.

Bupropion hat ein Verhältnis von 2:1 von NET zu DAT. NET ist der Noradrenalintransporter. Dieser baut präfrontales Dopamin ab und wiederverwertet es teilweise. Diese präfrontale Gehirnregion ist bei Schizophrenie häufig unterversorgt, was Negativsymptome, Unruhe und Reizbarkeit fördert. Wenn man Medikamente absetzt, dann bricht diese präfrontale Kontrolle weg, dann wird man reizbar und empfindlich für Kritik und andere Probleme.
Die DAT-Wirkung über den Dopamintransporter wirkt überwiegend im Striatum, wo viele Dopamintransporter sind. Dort dämpfen die Antipsychotika selbst die Überschüsse herunter, wobei Bupropion die leiseren Signale dort verstärkt,.
Das ist wie wenn man vor dem Fernseher sitzt und zwei sich lautstark über etwas anderes unterhalten und alles andere übertönen. Antipsychotika machen die Allgemeinlautstärke leiser und Bupropion stellt das Fernsehgerät etwas lauter oder die Bildqualität schärfer. Damit muss man sich dann weniger zusammenfantasieren, da weniger übertönt wird.

Ich würde ihr also empfehlen, Bupropion zum Aripiprazol-Depot zu ergänzen. Fallberichte zeigen Verbesserungen im PANSS von 100 auf 50 oder von 100 auf 40, bei einer Neueinstellung mit zusätzlich Bupropion bei bestehender Medikation.
Das kann für deine Mutter ein weiterer großer Schritt sein. Da Bupropion an sich sehr verträglich ist und bereits 150 mg in Studien diese hohe Wirkung gezeigt haben, bedeutet das Medikament keine Zusatzbelastung, also nimmt von der Wirkweise das Antipsychotikum viel ab und verbessert Motivation und Antrieb für die normalen Dinge.

Für zusätzlich Bupropion müsste sie dann mindestens beim Aripiprazol 400er auf das 300er Depot, da Bupropion den Aripiprazolspiegel um das 1,5-Fache steigern kann.

https://journals.lww.com/clinicalne...and_benefits_of_bupropion_treatment_in.5.aspx

Du solltest mit deiner Mutter also eher darüber sprechen, ob sie sich zusätzlich Bupropion vorstellen kann, da dies auch die leichte innere Unruhe, die Aripiprazol hinterlässt, gut ausgleichen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Deine Mutter wirkt nicht unbedingt psychotisch, habe ich das Gefühl. Denn viele Dinge, die du nennst, habe ich auch im gesunden Zustand gemacht. Dass ich Dinge plötzlich erledigen muss oder soziale Kontakte meide. Ich habe die Umstellung von Risperidon auf Abilify, die ich mal probiert habe, auch nicht vertragen, und ich leide auch an zu viel Gewicht. Also ich verstehe die Probleme deiner Mutter. Sehe auch den Sinn dahinter nicht sich sein Leben lang zuzudröhnen. Solang sie nicht wirklich wahnhaft ist, und sich oder andere gefährdet, musst du damit leben, wie sie sich verhält. Aber dass sie zum Psychiater geht, ist sicher eine gute Idee.
 
Sie hat Paranoia und ist getrieben vom Wahn, bestimmt Dinge zu erledigen.
Kannst du zu 100 % versichern, dass sie das Aripiprazol-Depot überhaupt von ihrer Hausärztin bekommt?
Wenn du nur das Wort deiner Mutter hast, dann kann sie dir alles erzählen.

Wie lange nimmt sie es schon ein?

Ich denke, dass sie dir eine Geschichte auftischt über die Einnahme von Aripiprazol-Depot, da du das weder so einfach bestätigen noch wiederlegen kannst. Du müsstest da als Angehöriger schon direkt mit ihrer Hausärzt:in oder Psychiater:in sprechen. Hast du das gemacht oder bist du da eingebunden?
Die Krankheit wurde in den letzten Wochen immer intensiver.
Das klingt eher wie wenn sie kein Antipsychotikum einnimmt.
Viele Betroffene nehmen keine Antipsychotika oder kaum welche. An sich würden auch Tabletten mit 5–10 mg ausreichen, da 400 mg Depot eine hohe Akutdosis um 20mg ist. Das 300-Depot wären auch 10–15 mg, was im Akutfall funktionieren mag, aber das immer noch richtig viel ist.

Aripiprazol (Rohdaten)

Du müsstest dir sicher sein können, dass sie überhaupt Medikamente einnimmt und dir keine Geschichte erzählt.

Da du zumindest von keiner akuten Eigen- und Fremdgefährdung erzählst, würde ich an deiner Stelle erst einmal beim Sozialpsychiatrischen Dienst nachfragen, ob und wann eine Klinikeinweisung möglich ist.

Mein Eindruck ist, dass deine Mutter vielleicht gar kein Antipsychotikum nimmt.

Ich würde an deiner Stelle also erst mal ihren Hausarzt oder auch (früheren) Psychiater anrufen. Als Angehöriger müssen sie dir ja, glaube ich, Auskunft über die Medikamenteneinnahme geben. Du müsstest erst mal wissen, ob und wie verlässlich sie überhaupt Medikamente einnimmt, da viele Betroffene absetzen und es dann genau zu solchen Situationen, wie du sie beschreibst, kommt.
Sie kann dir ja alles erzählen bei einem „Depot“, und dann muss sie bei 400 mg auch nichts zusätzlich einnehmen, da das wirklich eine hohe Akutdosis ist. Selbst die kleinste übliche Tabletten-Dosis Aripiprazol (5 mg) kann sehr wirksam sein.

@Andreas91
Ich bezweifle, dass sie dir die Wahrheit erzählt, ihre Symptome sprechen dafür, dass sie keine Antipsychotika nimmt.
Wenn sie tatsächlich 400 mg Aripiprazol hat, ist das eher eine hohe Akutdosis, was ich unüblich bei schizoaffektiven Symptomen sehe.
Bereits die kleinen Dosierungen von (5–10 mg am Tag) sind normal wirksam.

Falls sie das 400-Depot nimmt, dann ist sie eher überdosiert, da sie sich dann schon bei 20–30 mg bewegt und das keinen Zusatznutzen hat und einige der Nebenwirkungen da auch ihren Zustand erklären könnte.
Aripiprazol (Rohdaten)
Wenn sie also Depot nimmt, dann sollte das kleinere Depot womöglich immer noch zu viel sein.

Welche Tablettendosierungen hatte sie vorher?

Ich würde als Angehöriger auch eher mit ihr in die Klinik gehen wollen, da man dort die Medikamentenspiegel prüfen kann, ob und was sie überhaupt tatsächlich einnimmt. Ob die 110, die 112 oder der SpDi die richtige Kontaktadresse sind, hängt sehr von den Umständen ab. Der Sozialpsychiatrische Dienst wäre überhaupt ein guter Ansprechpartner für dich, ich würde es zuerst dort versuchen. Die können dir sicher besser sagen, was in deinem Fall zu tun ist.

Wenn sie Aripiprazol 400mg Depot einnimmt, dann nimmt sie eher zu viel als zu wenig. Die Nebenwirkungen sind da paradox und ähneln jenen, wenn man kein Antipsychotikum einnimmt.
  • Akathisie
  • Schlaflosigkeit
  • motorische Unruhe
  • Antriebssteigerung
  • Reizbarkeit

Viele Betroffene geben nur vor, ihre Medikamente einzunehmen, und das Bild, das du von deiner Mutter zeichnest, deutet auf Unwirksamkeit hin.
Wenn du mit ihrem Hausarzt oder Psychiater direkt sprichst, dann weißt du auch sicher Bescheid, was sie nimmt und verordnet bekommt.
 
Vor ca. 4 Wochen hat sie immer über ihre Krankheit geredet und die Ursache dafür in ihrer Vergangenheit gefunden. Das hat sie allen erzählt. Sie hat mir gesagt, dass wenn sie das allen erzählt, wird es ihr besser gehen.
Dann lass sie ihren Weg gehen. Wenn sie Handlungsfreiheit gewinnt durch solche Erkenntnisse (?), dann ist es ja gut. Wenn es sich um Kartenhäuser handelt, muss sie sie selbst abräumen, hatte vorher aber auch einen Erkenntnisgewinn. Es gibt häufig die "gemachte Schizophrenie", und ich meine damit jetzt nicht speziell nicht angemessen vorgehende "Angehörige". Die Krankheit Schizophrenie existiert zum überwiegenden Teil als fiktive Kategorie, um ein Individuum abzuwerten und zu kritisieren. Wir müssen den Menschen ihre Freiheit lassen, auch Ärzte haben das immer wieder gesagt.
 
Dann lass sie ihren Weg gehen. Wenn sie Handlungsfreiheit gewinnt durch solche Erkenntnisse (?), dann ist es ja gut. Wenn es sich um Kartenhäuser handelt, muss sie sie selbst abräumen, hatte vorher aber auch einen Erkenntnisgewinn. Es gibt häufig die "gemachte Schizophrenie", und ich meine damit jetzt nicht speziell nicht angemessen vorgehende "Angehörige". Die Krankheit Schizophrenie existiert zum überwiegenden Teil als fiktive Kategorie, um ein Individuum abzuwerten und zu kritisieren. Wir müssen den Menschen ihre Freiheit lassen, auch Ärzte haben das immer wieder gesagt.
Ich finde das offen gesagt von dir eine Frechheit, wenn du hier zum Sohn dieser Mutter meinst, dass es ihn nichts angeht. Denn Akutsymptome sind das sehr wohl, nur kann man die Schwere übers Schreiben und Internet kaum sehen.

Meiner Meinung nach nimmt sie schlichtweg kein Depot ein. Wenn sie also überhaupt keine Medikamente einnimmt, dann bleibt eine Einweisung in eine Klinik, denn nur dort kann man sie in einem geschützten Rahmen stabilisieren. Ohne Selbstmord und sonstige Gefährdungen.

Auch hat @Andreas91 einige Akutsymptome benannt, was dafür spricht, dass entweder das Depot erst einmal ein paar Tage benötigt, bis es wirkt (wenn etwas neu angesetzt wurde), oder falls eines da ist, man zumindest mit dem behandelnden Arzt über die Symptome sprechen sollt.

Du @Andreas91 solltest also ihre Symptome mit ihrem Arzt besprechen und prüfen, ob sie dir mit dem Depot die Wahrheit sagt. Gibt viele, die sich ein Rezept holen und die Tabletten dann wegwerfen. Vielleicht meinte deine Mutter, dass sie das selbst besser kann als der Arzt seine Assistenz.

Also erst einmal mit ihren Therapeuten reden, da die normal das was sie zu Hause anstellt, kaum sehen, und Patienten auch im Akutfall etwas vorspielen.

Ich bezweifle, dass sie etwas Antipsychotisches einnimmt, also eher zum Schlafen etwas zur Beruhigung.

Sei es drum. Du als Sohn hast da ein Recht, informiert zu werden, und solltest das auch nutzen. Wenn du weißt, was das Problem ist, dann kann man meist auch leichter etwas machen.
 
Ich finde es sehr gut das du erkannt hast das es deiner Mutter nicht gut geht und das sie hilfe braucht. Oft bekommen wir nicht rechtzeitig hilfe und dann kann es immer schlimmer werden. In der Psychatrie habe ich Patienten erlebt die in ihrer Psychose hängen geblieben sind und wahrscheinlich nie wieder da raus kommen. Es ist eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung die das Leben komplett auf denn Kopf stellt.
Bleibe an ihrer Seite und deutete immer wieder an das du ihr nur helfen möchtest und auf ihrer Seite bist. Es kostet viel Zeit und Geduld aber sie braucht professionelle Hilfe. Ich hatte ähnliches Verhalten in meiner akut Phase, das alles ist definitiv nicht " normal ". Sich versuchen zu isolieren ist ein Symptom der Erkrankung und auch der rest denn du schreibst. Der Haken ist das wenn sie Zeit für sich braucht ihr auch denn Freiraum geben. Wir neigen zum grübeln da brauchen wir unsere ruhe, aber schauen das der kontakt nicht ganz abbricht.
 
Denn Akutsymptome sind das sehr wohl, nur kann man die Schwere übers Schreiben und Internet kaum sehen.

Meiner Meinung nach nimmt sie schlichtweg kein Depot ein.
Die Deutungshoheit über von außen als solche bezeichnete "Symptome" wird den Erkrankten regelmäßig weggenommen. Dabei kann es durchaus auch andere Ursachen geben als biologisch-genetische! Einsicht ist der beste Weg zur Besserung, aber auch Verständnis!
 
Es gibt Langzeitstudien durch die man sagen kann, dass eine dauerhafte Behandlung mit Neuroleptika dem Gehirn eher abträglich ist

Es wurde z.B. eine Reduktion der Gehirnmasse (Atrophie) festgestellt

Daraufhin hat man vermieden die Dosierung auf Dauer hoch anzusetzen

Was jedoch auch miteingespielt haben kann ist, dass Betroffene oftmals im Vergleich zu nicht Betroffenen einen eher ungesünderen Lebensstil pflegen - durch weniger Bewegung, einer zu einseitigen Ernährung, einen stärkeren Drogenkonsum usw.
 
Hör nicht auf manche Kommentare die dir was von der bösen pharmaindustrie erzählen. Ruf die 112 und erzähle von den starken Wahnvorstellungen und so. Und sag das direkt am Telefon mit der schizoaffektiven störung. Desweiteren kannst du den sozial psychiatrischen Dienst einschalten die helfen dir. Eine Psychose muss man sofort behandeln...
 
Dann lass sie ihren Weg gehen. Wenn sie Handlungsfreiheit gewinnt durch solche Erkenntnisse (?), dann ist es ja gut. Wenn es sich um Kartenhäuser handelt, muss sie sie selbst abräumen, hatte vorher aber auch einen Erkenntnisgewinn. Es gibt häufig die "gemachte Schizophrenie", und ich meine damit jetzt nicht speziell nicht angemessen vorgehende "Angehörige". Die Krankheit Schizophrenie existiert zum überwiegenden Teil als fiktive Kategorie, um ein Individuum abzuwerten und zu kritisieren. Wir müssen den Menschen ihre Freiheit lassen, auch Ärzte haben das immer wieder gesagt.
Ich bin davon ausgegangen, dass die Betroffene unter Aripiprazol durchscheinende Restsymptomatik hat, und habe nicht dazu geraten, diese mit dem Hammer zu beseitigen. Hier im Forum besteht auch das Problem, dass jeder nur seinen Standpunkt kennt, das andere ist Internet-Illusion, somit werden deine geäußerten Ängste+Befürchtungen eher gefördert, als dass ihnen abgeholfen wird, leider.
 
Hallo Andreas,
ich habe das Abilify auch mal eine Zeit lang genommen. Bei mir hat es leider nicht ausgereicht, um die Psychose in Schach zu halten.
Ich würde an deiner Stelle mit der Klinik reden. Vielleicht lässt sie sich von einem Arzt überreden in die Klinik zu gehen.
 
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