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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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Hat wer Erfahrungen mit Olanzapin und Quetiapin

ThomasErtl1993

Well-known member
Seitdem ich kein Quetiapin mehr nehme und nur noch Olanzapin (30mg) haben meine Schlafstörungen eigentlich aufgehört.

Jedoch würde mir momentan das Fahren eines Autos schwer fallen. Weil die Aufmerksamkeit eingeschränkt ist.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
 
Hm, ich habe bei 15mg Olanzapin leicht das Gefühl dass mir die Kontrolle entzogen wird. So als ob ich nicht ganz Frau der Lage bin. Die Aufmerksamkeit ist eigentlich o.k. bei mir.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ja, irgendwie als müsste ich sie abgeben. Wie als ob mir etwas schwindelig ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
30 mg Olanzapin ist doch ziemlich unüblich, oder? Ich habe eine Zeit lang 20 mg genommen, was so viel ich weiss die höchstdosis ist. Vielleicht an der Stelle nochmal nach Alternativen schauen? Gegen Schlafstörungen hilft olanzapin jedenfalls ziemlich wirksam. Auch bei mir. Klar, mit der Aufmerksamkeit ist es oft schwierig bei olanzapin, das ist der Preis den man für die Stabilität zahlt.
 
20 MG ist die offizielle Höchstdosis von Olanzapin. Kleine Änderungen machen sich schon sehr bemerkbar, bei mir jedenfalls. Mit 30 MG würde ich eigentlich kein Auto mehr fahren. Was ist das für ein Arzt?
So eine Megadosis wird eigentlich nur in der Psychatrie unter Aufsicht verabreicht, meiner Kenntnis nach.
 
Olanzapin ist nicht stark genug, um unter 20 mg in jedem Fall (!) zu wirken. Das liegt an der schwächeren DA D2- und an der dafür starken 5HT-2A-Affinität und/oder Wirkung. Deshalb ist es auch fast schon ein No-go in der Verordnung, wenn man die erheblichen Nebenwirkungen dieses Wirkstoffs nicht wegstecken kann.
 
Aus meiner Erfahrung macht Olanzapin sehr müde und lässt die Waage an ihre Grenzen stoßen

Aber auch unter Quetiapin konnte ich, trotz eines halben Tags Schlaf, keine Erhohlung finden

Daraufhin habe ich dann das Thema "Besserer Schlaf durch Psychopharmaka?" eröffnet
 
Seitdem ich kein Quetiapin mehr nehme und nur noch Olanzapin (30mg) haben meine Schlafstörungen eigentlich aufgehört.

Jedoch würde mir momentan das Fahren eines Autos schwer fallen. Weil die Aufmerksamkeit eingeschränkt ist.

Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
Ist eben schon Hochdosisbereich:

Dosis–Belegung–Einordnung​

Dosis/TagD2‑Belegung (ca.)BereichKlinische Bedeutung
5 mg40–55 %subtherapeutischsedierend, affektiv, kaum antipsychotisch
7,5 mg50–60 %Erhaltung (unterer Bereich)sensible Patient:innen
10 mg60–70 %Erhaltungoptimaler Bereich
15 mg70–80 %Akutantipsychotisch, metabolische Risiken ↑
20 mg75–85 %hoher Akutbereichstarke Belastung
25 mg80–88 %Überbereichkaum sinnvoll

Klinische Kernaussagen​

  • Olanzapin ist eines der wirksamsten, aber auch verträglichkeitskritischsten Atypika, mit massiver metabolischer Belastung, starker Sedierung und anticholinergen Effekten, die Kognition und Funktion beeinträchtigen.
  • Im Bereich von 10–15 mg/Tag (D2‑Belegung 60–80 %) liegt ein wirksames antipsychotisches Fenster, das besonders bei agitiert‑aggressiven und schwer positivsymptomatischen Verläufen geeignet ist.
  • Für Negativsymptome, kognitive Einschränkungen, junge Patient:innen und Langzeittherapie ist Olanzapin ungeeignet, sofern Alternativen verfügbar sind.
  • Die metabolische Last ist die zentrale Limitierung und erfordert striktes Monitoring (Gewicht, Glukose, Lipide).



@ThomasErtl1993
Wenn du mich fragst bist du im Bereich Supersensibilität, also hast bereits eine erhebliche Tolleranzentwicklung, damit du überhaupt 30mg Bupropion benötigst.

Seitdem ich kein Quetiapin mehr nehme und nur noch Olanzapin (30mg) haben meine Schlafstörungen eigentlich aufgehört.
Ich hätte mehrere Ansätze die dir helfen können:
1. An sich macht Bupropion zwar wach, aber kann in deinem Fall auch müde machen und die Reduktion von Olanzapin ermöglichen. Bupropion moduliert NET und DAT, was dieser dopaminergen Supersensivität entgegenwirkt.

5) Warum Bupropion bei TRS‑ähnlichen Bildern sinnvoll sein​

Ich bleibe hier bewusst allgemein, ohne individuelle Empfehlungen.

DAT‑Modulation → Striatale Stabilisierung

  • verbessert Reizfilterung
  • verbessert Klarheit
  • reduziert „verpeiltes“ Denken
  • kann Halluzinationen nicht verstärken, sondern klarer machen, weil das System wieder sortiert

NET‑Modulation → Präfrontale Kontrolle

  • verbessert Fokus
  • reduziert Zerfahrenheit
  • verbessert Impulskontrolle
  • reduziert „Willenlosigkeit“

SERT‑Modulation → Ich‑Stabilisierung (+ SSRI Escitalopram)

  • reduziert Derealisation
  • reduziert „neben sich stehen“
  • verbessert affektive Stabilität

Warum das bei TRS relevant ist?

Weil echte TRS nicht primär dopaminerg ist –aber Pseudo‑TRS sehr oft dopaminerg‑präfrontal‑affektiv ist.

Richtige TRS kommt eher vom NDMA und Glutamat:

Wie kann man das Glutamat/GABA‑Problem mit bestehenden Möglichkeiten angehen?​

Ich bleibe rein pharmakologisch, ohne individuelle Empfehlungen.

A) Atypika mit glutamaterger Wirkung

Clozapin
  • stärkste NMDA‑Modulation
  • GABA‑Interneuron‑Effekte
  • einziges Mittel mit echter TRS‑Wirksamkeit
Olanzapin
  • schwächere, aber vorhandene NMDA‑Modulation
  • 5‑HT2A‑Blockade → indirekte Glutamat‑Modulation
Aripiprazol
  • moduliert NMDA über D2‑Partialagonismus
  • stabilisiert dopaminerge/glutamaterge Balance

B) Add‑on‑Strategien (pharmakologisch gedacht)

  • NMDA‑Co‑Agonisten (D‑Serin, Glycin, Sarcosin)
  • entzündungsmodulierende Substanzen (z. B. Sulforaphan)
  • GABA‑Stabilisierung (B6, Magnesium)
  • präfrontale Modulation (NET/DAT‑Modulation → Bupropion)
Sulfarophan (Brokkolie Extrakt)
diese B) Add‑on‑Strategien würde ich dir empfehlen. Du hattest ja vorher Quetiapin was übers Norquetiapin auch NET wie ein leichtes SNRI Antidepressivum anspricht. Bupropion würde das abdecken und die DAT-Modulation wäre auch antipsychotisch relevant.

Hier findest du eine Fallpräsentation, die zeigt das sich durch Bupropion bei bereits vortherapierten Betroffenen der Panss um 50% von ca. 100 auf 50 verbessert hat.
Europe PMC

B) Add‑on‑Strategien (pharmakologisch gedacht)

  • NMDA‑Co‑Agonisten (D‑Serin, Glycin, Sarcosin)
  • entzündungsmodulierende Substanzen (z. B. Sulforaphan)
  • GABA‑Stabilisierung (B6, Magnesium)
  • präfrontale Modulation (NET/DAT‑Modulation → Bupropion)


GABA-Stabilisierung kann man mit handelsüblicher Nahrungsergänzung machen:

Das wären oben Bestelllinks mit Dosierungen wie ich es habe. Wäre zumindest einen versuch Wert. NMDA‑Co‑Agonisten wären bei Psychose kontraproduktiv, kann aber so nützlich sein, da dort eine Hypofunktion vorliegt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich fahr unter der Medikation generell kein Auto und auch kein Fahrrad, ich bin zu verplant für den Straßenverkehr und was man alles im Blick haben muss. Zu Fuß ist am sichersten!
 
Ich fahre Auto, hab allerdings nie mehr als 10 mg olanzapin genommen, daher weiß ich nicht wie es sich anfühlt mit 30 mg. Es kommt ganz auf deine Müdigkeit und Konzentration an. Was sagen denn die Ärzte? Ist es möglich mit 30 mg Olanzapin Auto zu fahren?
 
Bist du dann so etwa wie ein schnellmetabolisierer @ThomasErtl1993 .

Normal ist ja 30mg Olanzapin wirklich sehr viel. Was sagt da dein Arzt und hast du dann einfach mit der Zeit immer weniger Wirkung gehabt.

Gut wenn bei dir 30mg Olanzapin wie bei anderen 10mg wirken, dann wäre das ja ok.

Autofahren, sollte man sich auch wenn man darf gut überlegen.

Vielleicht ist ja oben von den aufgezählten Möglichkeiten etwas dabei, was du so mal probieren kannst.

Wichtig ist ja das du mit dem Olanzapin leben kannst. Wenn die Dosis aber immer weiter eskaliert, ist das zumindest bedenklich. Olanzapin hat zwar ein geringeres EPS-Risiko, aber so etwas tritt in hohen Dosierungen auch auf. Meine Sorge wären die Spätfolgen, wenn man mit den Antipsychotika immer weiter eskallieren muss.

Bupropion als NDRI Antidepressivum mit NET und DAT modulation macht über NET das was Norclozapin teils leistet. DAT kann antipsychotischen zusatznutzen haben und in so einer Phase vielleicht helfen von solchen Olanzapindosierungen wieder wegzukommen.

Im Grunde dämpft man ja alles weg, aber Halluzinationen werden eher auch von schwachen Dopaminsignalen begünstig, weshalb diesee mild modulierende DAT-Hemmung einfach und Wirkungsvoll sein kann.
 
nein bin vermutlich kein Schnellmetabolisierer.

irgendwann kommt eine Zeit wo ich die Medis absetzen kann. Aber da ist noch ein langer Weg dahin.

Beim letzten mal hat es fast 5 Jahre gedauert.
 
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