Insgeheim kann ich auf Dauer mit positiven Gefühlen nicht umgehen. Das ist schlecht weil ich ein positiver Mensch bin. Ich halte mich also selber nicht aus. Ich hoffe die Erkenntnis bringt mir was.
Ich denke, du siehst auch allgemein alles im Moment etwas sehr negativ. Denk doch mal, du bist bis auf die Xeplionspritzen ein freier Mensch, und von diesen nimmst du im Moment sogar an, dass sie dein wahres Wesen nicht entscheidend negativ verändern (
und du kannst ja zu einer anderen Substanz wechseln oder ganz ausschleichen, wenn die Bewährungsauflage psychiatrische Behandlung um ist, zumindest kannst du dann als die Stärkere in deinem Patientenverhältnis um diesen Wechsel bitten). Du lebst in geordneten Verhältnissen und bist bis auf die Antriebslosigkeit im Haushalt auch dazu fähig, brauchst keine Betreuung an allen Ecken und Enden, wie bei manchen Leuten, die sogar oft gar keine Medikamente einnehmen (außer vielleicht solche für körperliche Leiden). Hamburg ist eine schöne Stadt, das Meer ist da und die Menschen sind ein bisschen wie das Meer, weltoffen, aber auch tüchtig und intelligent für sich selber, dabei nicht auf den Mund gefallen. Wir hatten in der WfbM auch schon einen Auftrag von Hamburg, ich hoffe, dass die Geschäftsbeziehung zu Alster Arbeit irgendwann weitergeht, wenn nicht, dann haben sie uns doch um einiges vorangebracht. Arbeit und Beziehungen sind nicht das Wichtigste im Leben, manchmal muss man auch über sich selbst nachdenken. Heute habe ich etwa ein Angebot für ein Außenpraktikum bekommen und angenommen. Meinen Zustand würde ich als stabil beschreiben. Wir leben in schwierigen Zeiten, inzwischen, nach Corona, durch globale Konflikte, auch wenn wir geographisch (noch) von ihnen entfernt sind. Da liegt die Depression nahe, aber das ist eine Flucht in das Sich-selbst-Bespiegeln. Die Politik können wir meistens nicht ändern, auch die Umweltzerstörung nur mit einem "Schmetterlingsflügelschlag aus der Chaostheorie" und das auch nur wenn auch andere mitmachen, aber wir können eine gesunde Selbstzufriedenheit pflegen, etwa "sie können von mir nicht mehr wollen, als das: ich nehme so und soviel oder so oft dieses oder jenes Medikament und bin damit dann tendenziell gesund, andere 'Meinungen' zählen nicht und werden nicht aufgenommen", oder "Der Verzicht auf eine auskömmliche Altersrente tut weh, aber ich kann ja in der WfbM oder der EM-Rente bleiben, um das am Ende abzumildern (ich kann z. B. mit 64 statt erst mit 67 Jahren in die Altersrente gehen, wenn ich bis dahin dabei bleibe und nicht schwer gesundheitlich abbaue).
Ich hoffe, dir aus den negativen Gedanken herausgeholfen zu haben. Vielleicht kannst du aus dem von mir Geschriebenen noch nichts für dich ziehen, weil ich selber vielleicht auch nicht so "fit und fidel" bin, wie man im Internet ja leicht vorspielen kann, aber ich wollte dir mitgeben, dass du schon einigermaßen auf dem richtigen Weg bist, nur eben noch mehr Positives und Er-Leichterndes müsste meiner Meinung nach bei dir bald kommen, damit es aufwärts geht, mit der Stimmung in erster Linie. Viel Erfolg!