Meine mum sollte 1mg abilify 5 ml morgens nehmen, dazu abends 100 mg amisulprid ( wurde auf 50mg runtergesetzt) und um 22 Uhr nimmt Sie quetiapin. Sie hat die ganze Zeit über, über Müdigkeit und Antriebslosigkeit geklagt. Sie hat Psychose. Jetzt nimmt Sie überhaupt kein abilify mehr und der Wahn kommt zurück. Wie kann man sie so einstellen, daß sie etwas fitter ist? Würdem 3ml abilify evtl langen? Oder mehr amisulprid? Habe Angst daß sie wieder abhaut, wenn ich Druck mache. Ihre Psychiaterin geht auf eine niedrigere Dosis nicht ein, obwohl sie unzufrieden ist. Hilfe :-/
Ok also nimmt sie dann 5mg ein, da es ja 1mg/ml Tropfen sein müssten?
Das Quetiapin und Amisulprid sollte sie aus meiner Sicht ganz absetzen, da Aripiprazol(Abilify) allein sehr Nebenwirkungsarm ist und man normal erstmal auf eine wirkungsvolle Monotherapie (Ein Antipsychotikum) kommen sollte.
Ich ch würde erstmal Amisulprid und Quetiapin ganz absetzen und erst wenn sie dann noch stabil ist das Aripiprazol reduzieren. In den kleinen Dosierungen kann Aripirpazol häufig den Schlaf fördern, also wenn kann Quetiapin theoretisch einen antipsychotischen Zusatznutzen haben aber den braucht man nur wenn Aripiprazol zu schwach ist.
Also Aripiprazol wirkt normal unter den 5mg die sie haben müsste verlässlich. Später wenn Amisulprid und Quetiapin draußen sind, sollte es ihr Nebenwirkungsmäßig nach ein paar Wochen deutlich besser gehen, da die anderen Antipsychotika die Nebenwirkungsvorteile vom Aripiprazol überdecken.
Allein ist Aripiprazol Nebenwirkungsarm und kann kognitiv sehr helfen, kann aber bei Motivation und Antrieb etwas schlechter sein als die älteren Antagonisten. Wenn sie also bei einer Monotherpie Aripirpazol ist, dann kann sie das erst bewerten und eventuell sogar auf 4 und dann eventuell 3mg runtergehen, was ich aber schon als Grenzdosis sehe wo man bei jeden 1mg Schritt sehr aufpassen muss.
Amisulprid macht zum Aripiprazol keinen Sinn, da diese um die D2-Blockade konkurieren und kombiniert keinen Sinn machen, nur in der Umstellung beim Übergang kann das kurzzeitig Sinn machen, wenn man sich um die Stabilität sorgen macht.
Quetiapin in kleinen Dosierungen ist bei Schlafförderung unzweckmäßig, da Aripiprazol den Schlaf an sich in den kleinen Dosierungen eher fördert und erst wenn da probleme da sind würde ich Quetiapin beibehalten, oder wenn Aripiprazol allein zu schwach wäre.
Das als Grundlage.
Negativsymptome kann sie später durch eine Aripiprazol-Monotherapie entweder durch Wechsel auf Cariprazin Monotherpie hinbekommen, was ein ähnlich wirkender Partialagonist wie Aripiprazol ist, aber durch ein etwas andereres Rezeptorprofil, leichte Vorteile auch bei Negativsymptomen hat.
Auch Aripiprazol 5mg was die kleinste Tablettendosis für eine relativ sichere Wirksamkeit ist kann allein deutlich bessere Negativsymptome haben, da Kognitionen die es verbessert besser werden.
Hier eine Nebenwirkungsübersicht um die einzelnen Antipsychotika grob zu vergleichen.
In der Tabelle siehst du das sehr deutlich:
Nebenwirkungen Antipsychotika 1/26
Kognitionen ist da von den Negativsymptomen eingeschlossen, nur bei Antrieb und Motivation kann Aripiprazol leichte Nachteile haben, aber das muss sich erstmal herausstellen wenn sie es alleine nimmt, da alle Antipsychotika Negativsymptome kaum behandeln können und wie du siehst die Kognitionen durch Amisulpid und Quetiapin stärker beeintächtigt sind.
Für deutlich mehr Motivation und Antrieb würde ich später die von mir entwickelte Intervalltherpapie mit Bupropion (NDRI-Antidepressivum) als Addon empfehlen, welche auch mit Aripiprazol funktioniert. Da klappt es durch das Bupropion auch mal Wochen und Monate ohne Antipsychotikum und in dem Einnahmerahmen mit kontinuierlichen Bupropion, kann man für Monate auch ohne Antipsychotika (also auch ohne Aripiprazol) stabil bleiben. Falls sie schon häufiger abgesetzt hat und immer mal wieder das machen sollte, dann wird sie das mit der Intervalltherpie als Extremen vorteil haben, aber manche schaffen es kaum die Antipsychotika auch nur kurz abzusetzen, da wäre das ergänzende Bupropion auch so zur langsamen Entwöhnung von den Antipsychotika auch bei normaler ergänzenden Einnahme wichtig.
Hier die Kurzfassung wobei da zwar viele Ergänzungen sind, aber Aripiprazol(Antipsychotika) und Bupropion(NDRI Antidepressivum) die Grundlage sind. Andere Medikamente werden erst bei Intervalleinnahme des Antipsychotikums möglich, was bisher keine offizielle Leitlinie ist und bis dahin man sich auch erstmal mit Aripiprazol + Bupropion stabilisieren kann.
5mg ist die kleinste Tablettendosis von Aripiprazol. 5ml müssten von den Tropfengrößen in Deutschland eigentlich dann auch 5mg sein, was für die Eindosierung sehr gut sein kann, da völlig unklar ist ob sie ohne den anderen Antipsychotika mehr oder sogar weniger braucht. 3mg ist da wirklich eine Grenzdosis die sehr individuell ist, deswegen würde ich bei 5mg bleiben und erstmal schauen ob sie beide anderen Antipsychotika absetzen kann. Wenn das klappt eventuell direkt nach den Bupropion(Antidepressivum) als Addon fragen und dann mit dieser zusätzlichen Sicherheit schauen ob reduzieren auf 3mg geht, weil Bupropion an sich die halbierung der Dosis von Aripiprazol ermöglichen kann, da sich dann die Blutspiegel ändern können.
Wichtig ist also erstmal die kleinste Dosis für Monotherapie Aripiprazol finden, aber dazu muss sie bei 5mg erstmal bleiben und kann auch die Tablettenform dafür erstmal nutzen. Wenn die anderen Antipsychotika für sagen wir 1-2 Monate draußen sind, dann werden die verbesserungen aufgrund der geringeren Nebenwirkungen sehr deutlich, aber da kann es eben sein das man Aripiprazol auf 7,5 oder 10mg steigern muss. Darum geht es erstmal zu sehen ob 5mg ohne alles andere ausreichen.
Wenn Probleme mit Schlaf auftreten würde gibt es auch bessere alternativen wie beispielweise Trazodon.