Hallo,
Ich habe unter Aripiprazol stark zugenommen und bin oft hundemued und antriebslos. Jetzt soll ich zusaetzlich Reagila bekommen. Ich habe gelesen, dass man davon auch zunimmt und einige muede werden. Gibts auch welche denen das geholfen hat?
Jetzt weiß ich wieder, warum sich "John Doe" als anonymes Pseudo durchgesetzt hat, Ok, Jane Doe. Geht ja in Ordnung, ist auch smooth oder wie jüngere Leute vielleicht sagen würden, cool. Das weibliche Pendant zu Anonymus erklärterweise "John Zehe". Zur Sache: Das Paradigma ist die Dämpfung dopaminerger Aktivität, deshalb dämpfen auch die Partialagonisten Cariprazin (Reagila (R)) und Aripiprazol (Abilify (R), Abilify Maintena (R), verschiedene Generika) über eine Art "Rauschübersteuerung" dieses Geschehen im Gehirn. Zusätzlich Aripiprazol zu Clozapin ist zum Beispiel Quatsch. Ich hafte allerdings nicht für diese Aussage, denn es geht hier um ein Reservemedikament (der medizinisch-industrielle Komplex verzeiht kleine sachliche Fehler nicht und sucht einen Ansatzpunkt, um Leute unglaubwürdig zu machen oder einzuschüchtern, auch wenn es von außen gesehen für ihn gar keinen Sinn ergibt und ich nehme es derzeit nicht selbst ein, kenne auch diese Kombi nicht aus eigener Erfahrung). Ich kenne die Kombination von Cariprazin und Aripiprazol auch, bin davon aber nicht begeistert. Man kennt die resultierende Gesamtwirkung noch nicht, vielleicht wirkt das Reagila (R) dann zu stark anregend und vice versa auch das Aripiprazol (denn es hat einen stärkeren agonistischen Anteil auf DA D2 als das Cariprazin). Vielleicht wäre der Kompromiss, dass der Arzt
nur noch das Reagila verschreibt (und ab 2029 dann ein Generikum) und du wie ich es immer gemacht habe das Medikament auf mehrere Tage streckst (das geht wegen der langen Halbwertszeit). Also sich z. B. 2 mg/Tag durch alle drei Tage eine Hartkapsel à 6 mg zuführen. Der Arzt wird das dann stillschweigend dulden, weil er keine Argumente dagegen hat. Ich würde die Chance nutzen und bei diesem Medikament bleiben. Dr. Stephen Stahl (UK, USA) hält es z. B. für eine Weiterentwicklung des Aripiprazols und scheint auch gegenüber low dose relativ offen zu sein. Ist doch besser als immer bei 15 mg Aripiprazol/Tag kleben bleiben, ich weiß wovon ich spreche, denn ich wurde (bisher zumindest) noch von keinem Arzt bei low dose unterstützt. Es gibt ein Zitat von ihm, dass der schwächere PartialAGONISMUS ggü. Aripiprazol wieder an die Stoßrichtung der "optimalen" (kein Zitat) Medikation hinkommt. Das heißt für mich low dose und trotzdem breitbandige Wirksamkeit (durch D3-Einstellung), ich habe bisher nicht bemerkt, dass ich geistig be-hindert durch das Medikament werde. Müdigkeit und Gewichtszunahme kann sein, aber Impulskontrollstörungen sind denke ich besser als mit Aripiprazol. Binge eating kann die Folge von so etwas sein (muss aber nicht, und wenn man die Nebenwirkungen insgesamt betrachtet, schneiden beide, Aripiprazol und Cariprazin, gegenüber den älteren Präparaten eigentlich doch ganz gut ab, finde ich). Müdigkeit kann man nicht so klar analysieren, da die Partialagonisten ja auch Schlafstörungen und Übelkeit als Nebenwirkungen hervorrufen können. Auch hier aber wieder, vielleicht stellt man sich auf einige Nebenwirkungen ein, vielleicht macht speziell dich z. B. Cariprazin nicht so schwammig müde wie das Aripiprazol 10..15 mg. Wenn man den Arzt dazu kriegen kann, dass er es verschreibt, dürfte Cariprazin m.M.n. durchaus eine gute Wahl sein. Bei der Dosis muss man aufpassen, dass es mit der Einteilbarkeit der nicht teilbaren Hartkapseln über mehrere Tage klappt, für eine Zieldosis von 1,5 mg z. B. die 4,5 mg Reagila (R) nehmen und somit auf maximal drei Tage strecken.