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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

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Vorgehen beim Rückkehr in die Familie

Johannes

Active member
Hallo ihr lieben,

ich bin neu hier und versuche mich kurz zu fassen. Meine Frau hat rückblickend vermutlich schon vor 10 Jahre erste Positivsymptome gezeigt und Negativsymptome sogar länger. Wir sind seit 15 Jahren verheiratet und haben 4 Kinder im Alter zwischen 5 und 13.

Im Frühjahr/Sommer 2024 ist das Verhalten meiner Frau eskaliert, es hat jedoch noch bis zum Jahreswechsel gedauert bis ich geschnallt habe was los ist. Nach einer Odysee via Jugendamt und Familiengericht ist sie nun Anfang August in die Klinik gegangen und nach 6 Wochen wieder entlassen worden. Die Diagnose war paranoide Schizophrenie. Das Jugendamt hat ihr verwehrt zu den Kindern zurückzukehren solange es kein Gutachten oder eine ärztliche Erklärung gibt, dass sie das Sorgerecht bedenkenlos ausüben kann.

Ich war davor ihr Feind, sie hatte einen imaginären Neuen und wollte die Scheidung. Alles weil Gott ihr das gesagt hat und vieles mehr. Jetzt kann sie es nicht erwarten und will so schnell wie möglich in die Familie zurück. Nach ein paar begleiteten Treffen hat das Jugendamt auch unbegleiteten Treffen auch zuhause zugestimmt. Wenn ich sie auf Begebenheiten vor dem Klinikaufenthalt anspreche hat sie stets Ausreden oder Entschuldigungen parat. Oder ich war schuld aber nie die Psychose. Daher wirkt sie nicht sehr einsichtig auch wenn sie sagt, dass sie weiß, dass es wichtig ist, dass sie die Medikamente einnimmt. Seltsamerweise ist ihr Psychotherapeut der Ansicht sie wäre voll einsichtig und könnte auch gut wieder die Verantwortung für die Kinder übernehmen.

Ich bin noch etwas skeptisch und will ihr und den Kindern nicht zu schnell zu viel Hoffnung machen. Wenn ich mich mit Leuten vom Fach oder mit umfangreicher Erfahrung mit Menschen mit Schizophrenie unterhalte, bekomme ich total unterschiedliche Antworten. Von „natürlich können viele nach 3 Monaten wieder zurück zu den Kindern“ bis hin zu „die wird nie wieder in der Lage sein den Kindern ein stabiles Umfeld zu bieten“ war alles mehrfach vertreten. Unser enges Umfeld (außer ihre Herkunftsfamilie) ist komplett dagegen, dass sie so schnell auch nur für kurze Treffen in die Wohnung kommt.

Ich habe auch Bauchschmerzen sie in die Wohnung zu lassen, zu schnell ins alte Umfeld könnte Trigger auslösen. Ich habe aber auch Befürchtungen, dass ein Fernhalten von den Kindern zu einem Rückfall führen könnte. Ein längeres Fernbleiben aus der Wohnung könnte nach meiner Einschätzung auch das Risiko eines Rückfalls minimieren. Da kann ich mich aber auch täuschen. Sie neigt sehr stark dazu nur das zu verstehen was sie gerne hören will, das macht die Kommunikation sehr schwierig. Andererseits wirkt sie recht stabil im Moment was aber auch täuschen kann…

Ich finde es wirklich schwierig vernünftige Beratung für die Situation zu bekommen.

Was denkt ihr dazu? Was ist eure Erfahrung? Lieber langsam um die Kinder zu schützen? Also noch ein paar Wochen die antreffen außerhalb stattfinden lassen?

Weiß jemand wie lange so eine ärztliche Erklärung dauert und ob da auch die Stabilität und das Rückfallrisiko miteinfließt?

Sollte jemand in einer ähnlichen Situation (gewesen) sein würde ich mich über Kontaktaufnahme freuen!

Lg

Johannes
 
Hallo Johannes,

Ich bin schizophren und habe ein Kind. Ich bin geschieden und habe freiwillig meinen Sohn beim Vater leben lassen. Ich kann nur sagen dass es schwer ist zuzugeben dass man eine psychose hat und dass das auch noch etwas dauern kann bis sie das zugibt. Das hat auch etwas mit Scham zu tun. Es dauert aber auch bis man vom ganz vom wahn weg ist. Ausserdem redet man mit ärzten und psychologen oft anders als mit dem umfeld, deshalb können die das oft anders beurteilen. Es wird nie die 100%tige sicherheit geben dass sie ganz vom wahn weg ist trotzdem brauchen die Kinder ihre Mutter und wenn sie ihre Medikamente nimmt tut sie schon viel damit das Risiko gering gehalten ist. Ich glaube nicht dass es gut ist die Kinder länger als nötig von der Mutter wegzuhalten und sie scheint ja einigermaßen vernünftig zu sein. Ich persönlich überlege mir aber gut ob ich wieder die volle Verantwortung für ein Kind übernehme.
 
Hallo Flemli,

danke für die Offenheit. Die große Frage ist ob es nicht viel zu früh ist und zu schnell geht. Ob es für sie und die Kinder nicht besser ist abzuwarten bis eine gewissen Stabilität und umfangreichere Einsicht gegeben ist.

Daneben ist es was anderes ein Kind zu handeln oder vier. Immerhin kann es scheinbar ja trotz Medikation zu einem Rückfall kommen wenn der Stress zu groß wird. Zumindest habe ich das so gelesen. Ist das richtig? Und bei vier Kindern kommt das nunmal deutlich häufiger vor als bei einem Kind.

Liebe Grüße

Johannes
 
Hallo Johannes,

Du hast recht vier Kinder zu handeln kann deutlich stressiger sein als ein Kind zu handeln. Und wenn ich das richtig verstanden hab sieht sie die Kinder ja, nur eben nicht so oft. Ich kann deinen Alltag nicht nachvollziehen deshalb weiß ich nicht wieviel Stress ihr habt. Stress sollte sie aufjedenfall vermeiden. Aber sie wird ja eine gewisse Routine damit haben 4 Kinder zu handeln.

Ich glaube eine klare Antwort gibt es auf die Frage nicht wann der richtige Zeitpunkt ist. Deshalb ist es auch schwer eine kompetente Beratung dazu zu bekommen. Eigentlich muss sie das einschätzen. Sie ist die einzige die weiß wie es ihr geht. Wobei das bei dieser Krankheit echt schwierig ist. Die fehlende krankheitseinsicht kann wie gesagt auch einfach durch Scham kommen und es ist fraglich ob die überhaupt irgendwann dir gegenüber kommt.

Tut mir leid wenn ich dir keine klare Antwort geben kann aber letztenendes könnt nur ihr das einschätzen du und deine Frau.

LG
Flemli
 
Ich wage zu behaupten, dass wir für vier Kinder relativ wenig Stress haben. Aber vermeiden kann man das wohl kaum bei vier Kindern unter 13.

Du meinst sie ist gewohnt vier Kinder zu handeln… das ist so nicht ganz der Fall. Richtig Stress bringt ins Familienleben m. E. die Schule. Unsere Große ist seit 3 Jahren ein Selbstläufer. Mit der zweiten hat sie 2,5 Jahre keine Hausaufgaben gemacht (sie steht schulisch entsprechend da) und der dritte ist erst letztes Jahr in die Schule gekommen und um ihn wiedersiehst auch nicht gekümmert. Um schulische Organisation habe ich mich schon immer gekümmert, da ihr das zu viel war (also auch alle Emails und WhatsApp-Gruppen usw…).
Seit einem Jahr habe ich alles übernommen. Demnach kann man es nicht so sagen, dass sie es gewohnt ist 4 Kinder zu handeln. Das hat mich aber tatsächlich an einen Punkt gebracht, den ich noch nicht bedacht habe… Danke dafür!
 
Hallo Johannes,

ich wurde 2021 psychotisch und zwangsweise eingeliefert.
Zu diesem Moment teilte ich mir mit meiner getrennt lebenden Ex-Frau das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder (2/3 der Woche bei ihr, 1/3 bei mir) aber wenn die Kinder bei mir waren war ich fähig meine Krankheit zu verstecken und so etwas wie ein "normaler" Vater zu sein. Wenn die Kinder jedoch nicht da waren lebte ich meinen Wahn in vollen Zügen aus...

Nach dem Klinikaufenthalt (2,5 Monate) war meine Ex natürlich und (jetzt für mich) verständlich sehr skeptisch und weigerte sich das die Kinder wieder zu mir kamen. Wir haben dann nach einigen Wochen den Kompromiss gefunden das Anfangs die Kinder pro Woche einen Tag einige Stunden im Beisein meiner Mutter zu mir kamen. Auch um die Kindesmutter zu beruhigen. Dies haben wir dann so einige Monate gemacht wo ich beweisen konnte das es mit mir wieder aufwärts ging. Und ehrlich gesagt war ich mit den Negativsymptomen zu dieser Zeit gar nicht fähig alleine für mehr als einige Stunden ein "echter Vater" zu sein. Die Zeit verging und ich wurde immer stärker und stabiler und nach einigen Monaten wurde zuerst meine Mutter ausgespannt :) , die Zeiten langsam erhöht und nach ± einem Jahr sind wir wieder zum Vorkrankheitsprogramm zurückgekehrt.
Ich arbeite wieder normal, bin (glaube ich) wieder ein guter Papa, unternehme viel mit den Kindern, manage den Haushalt, Essen, Kleider waschen/bügeln und fürs putzen habe ich eine Fachkraft :)

Und auch wenn ich 100% krankheitseinsichtig gibt es einige Sachen in der Psychose die sagen wir sonderbar waren und auch noch immer für mich "übernatürlich" bleiben... sonderbare Zufälle.

Dies alles um dir Mut zu machen, hier auf dem Forum sind naturgemäß mehr Leute die es "schwierig" haben um ganz aus der Psychose zu kommen da Leute die es ganz daraus schaffen vielleicht nicht mehr daran erinnert werden wollen und das Forum daher nicht besuchen oder sich hier nicht mitteilen?

Ich würde dir raten auch einen Kompromiss zu suchen und es anfangs sehr langsam anzugehen... und im Nachhinein bin ich meiner Ex dankbar das wir das Problem so regeln konnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist schwierig, so etwas aus der Ferne zu beurteilen. Bei jedem verläuft auch die Symptomatik anders. Man kann weder pauschal sagen, dieses oder jenes geht nie wieder, ebenso kann man aber auch nicht sagen die Sachen sind wieder problemlos möglich.

Das ist eine sehr individuelle Geschichte bei jedem. Da du deine Frau am Besten kennst, kannst du sie auch noch am ehesten einschätzen, unabhängig von irgendwelchen Fachleuten.
Wichtig ist, so glaube ich, dein Bauchgefühl. Die Intuition hätte mir in der Vergangenheit so manche Probleme vom Hals gehalten die der Verstand nicht gesehen hat. Daher, achte auf dein Bauchgefühl.
 
Hallo Johannes,

ich wurde 2021 psychotisch und zwangsweise eingeliefert.
Zu diesem Moment teilte ich mir mit meiner getrennt lebenden Ex-Frau das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder (2/3 der Woche bei ihr, 1/3 bei mir) aber wenn die Kinder bei mir waren war ich fähig meine Krankheit zu verstecken und so etwas wie ein "normaler" Vater zu sein. Wenn die Kinder jedoch nicht da waren lebte ich meinen Wahn in vollen Zügen aus...

Nach dem Klinikaufenthalt (2,5 Monate) war meine Ex natürlich und (jetzt für mich) verständlich sehr skeptisch und weigerte sich das die Kinder wieder zu mir kamen. Wir haben dann nach einigen Wochen den Kompromiss gefunden das Anfangs die Kinder pro Woche einen Tag einige Stunden im Beisein meiner Mutter zu mir kamen. Auch um die Kindesmutter zu beruhigen. Dies haben wir dann so einige Monate gemacht wo ich beweisen konnte das es mit mir wieder aufwärts ging. Und ehrlich gesagt war ich mit den Negativsymptomen zu dieser Zeit gar nicht fähig alleine für mehr als einige Stunden ein "echter Vater" zu sein. Die Zeit verging und ich wurde immer stärker und stabiler und nach einigen Monaten wurde zuerst meine Mutter ausgespannt :) , die Zeiten langsam erhöht und nach ± einem Jahr sind wir wieder zum Vorkrankheitsprogramm zurückgekehrt.
Ich arbeite wieder normal, bin (glaube ich) wieder ein guter Papa, unternehme viel mit den Kindern, manage den Haushalt, Essen, Kleider waschen/bügeln und fürs putzen habe ich eine Fachkraft :)

Und auch wenn ich 100% krankheitseinsichtig gibt es einige Sachen in der Psychose die sagen wir sonderbar waren und auch noch immer für mich "übernatürlich" bleiben... sonderbare Zufälle.

Dies alles um dir Mut zu machen, hier auf dem Forum sind naturgemäß mehr Leute die es "schwierig" haben um ganz aus der Psychose zu kommen da Leute die es ganz daraus schaffen vielleicht nicht mehr daran erinnert werden wollen und das Forum daher nicht besuchen oder sich hier nicht mitteilen?

Ich würde dir raten auch einen Kompromiss zu suchen und es anfangs sehr langsam anzugehen... und im Nachhinein bin ich meiner Ex dankbar das wir das Problem so regeln konnten.
Vielen Dank! So eine vollkommene Einsicht und Klarheit bei der Unterscheidung was Wahn ist und was nicht, so, wie du sie hast, ist ja auch nochmal eine ganz andere Nummer. Ich zweifle auch nicht daran, dass es trotz der Diagnose möglich ist, dass sie für die Kinder da sein kann… das ist für dich super gelaufen am Ende.
 
Ist schwierig, so etwas aus der Ferne zu beurteilen. Bei jedem verläuft auch die Symptomatik anders. Man kann weder pauschal sagen, dieses oder jenes geht nie wieder, ebenso kann man aber auch nicht sagen die Sachen sind wieder problemlos möglich.

Das ist eine sehr individuelle Geschichte bei jedem. Da du deine Frau am Besten kennst, kannst du sie auch noch am ehesten einschätzen, unabhängig von irgendwelchen Fachleuten.
Wichtig ist, so glaube ich, dein Bauchgefühl. Die Intuition hätte mir in der Vergangenheit so manche Probleme vom Hals gehalten die der Verstand nicht gesehen hat. Daher, achte auf dein Bauchgefühl.
Ja… wenn das so einfach wäre… ich komme mir seit 1,5 Jahren vor als wäre meine Frau ausgetauscht. Gut, es hatte sich in den Jahren davor schon angedeutet aber wenn man planlos ist was dahinter lauert, dann rennt man halt blind weiter.

Fachleute wissen in dem Fall vermutlich besser als ich worauf zu achten ist. Ich weiß nicht, ob sie wirklich nicht einsichtig ist oder ob sie aus Scham den Wahn verdrängt. Ich weiß nicht ob sie (ohne die Absicht zu haben) sich selbst (und damit auch mich) belügt. Ich denke halt, dass der Drang in ihr zu den Kindern zurückzukehren und aus der derzeitigen Situation zu flüchten extrem ist. Und da sie sich nicht bewusst ist wie schädigend ihr Verhalten für die Kinder war und dies auch nicht einsieht (zumindest verhält sie sich so) geht das halt eigentlich gar nicht. Denn dann wird sie auch in Zukunft nicht erkennen können wie ihr Verhalten auf die Kinder wirkt. Damit hab ich mir eigentlich schon selbst eine Antwort gegeben…
 
Hallo Johannes,

wie ist denn jetzt die aktuelle Situation?

Bei uns ist es ähnlich, mein Mann und ich waren fast 16 Jahre zusammen, er ist mit der Krankheit paranoide Schizophrenie in die Beziehung gekommen und war medikamentös eingestellt. Mitte 2021 hat er seine Tabletten abgesetzt, ab da begann ein schleichender Prozess. Ab Mitte 2024 hatte ich das Gefühl es stimmt etwas nicht, konnte es aber nicht greifen. Im Nachhinein hat alles Sinn ergeben. 2025 hat er sich nur noch auf seine Sachen konzentriert kein Interesse am Familienleben. Im letzten Jahr begannen auch die Vorwürfe und ich konnte ihm nichts mehr Recht machen. Ich war an allem Schuld was seiner Meinung nach schief gelaufen ist. Permanente Vorwürfe, die einfach nicht stimmten. Ende 2025 ist er in die Klinik gekommen und hat sich Anfang 2026 von mir getrennt. Ich bekomme wenig bis gar keine Auskünfte von der Klinik. Auf Grund unseres gemeinsamen Kindes habe ich nun eine räumliche Trennung vorgenommen. Komme aber immer wieder an den Punkt, wo ich unsicher bin und nicht weiß, ob ich mich richtig verhalte. Er hat noch keine Wohnung gefunden, er konnte auch seit Absetzen der Medikamente plötzlich nicht mehr mit Geld umgehen, und ist daher noch in der Klinik.
 
Hallo Johannes,

wie ist denn jetzt die aktuelle Situation?

Bei uns ist es ähnlich, mein Mann und ich waren fast 16 Jahre zusammen, er ist mit der Krankheit paranoide Schizophrenie in die Beziehung gekommen und war medikamentös eingestellt. Mitte 2021 hat er seine Tabletten abgesetzt, ab da begann ein schleichender Prozess. Ab Mitte 2024 hatte ich das Gefühl es stimmt etwas nicht, konnte es aber nicht greifen. Im Nachhinein hat alles Sinn ergeben. 2025 hat er sich nur noch auf seine Sachen konzentriert kein Interesse am Familienleben. Im letzten Jahr begannen auch die Vorwürfe und ich konnte ihm nichts mehr Recht machen. Ich war an allem Schuld was seiner Meinung nach schief gelaufen ist. Permanente Vorwürfe, die einfach nicht stimmten. Ende 2025 ist er in die Klinik gekommen und hat sich Anfang 2026 von mir getrennt. Ich bekomme wenig bis gar keine Auskünfte von der Klinik. Auf Grund unseres gemeinsamen Kindes habe ich nun eine räumliche Trennung vorgenommen. Komme aber immer wieder an den Punkt, wo ich unsicher bin und nicht weiß, ob ich mich richtig verhalte. Er hat noch keine Wohnung gefunden, er konnte auch seit Absetzen der Medikamente plötzlich nicht mehr mit Geld umgehen, und ist daher noch in der Klinik.
Hallo Mondenkind,
das Jugendamt hat nach ein paar begleiteten Treffen mit den Kindern davon Abstand genommen, dass sie ein Gutachten oder eine ärztliche Erklärung dafür, dass sie bedenkenlos das Sorgerecht ausüben kann, verlangen. Nach Rücksprache wurde mir klar gemacht, dass ich durch die Zuweisung der Wohnung sowie der Generalvollmacht für die Kinder alle rechtlichen Mittel habe um für das Wohl der Kinder zu sorgen. Sie haben praktisch mir den Ball zugespielt und sich rausgezogen. Dann haben wir noch eine Familienhelferin bekommen. Die rechtlichen Mittel zu haben ist ja schön und gut, aber mir fehlt ganz klar die Objektivität und das fachliche Know-how um zu erkennen wie sich ihr Verhalten auf die Kinder auswirkt. Ich bin da noch immer ratlos.

Inzwischen ist meine Frau bedingt durch unseren Umzug häufiger zu Besuch was die beiden Großen (12 und 13) nervt. Sie meinen die Mama bringt Chaos mit. Dem stimme ich teilweise zu, jedoch ist es nicht mehr so schlimm wie früher. Sie erzählt jedem, dass sie geheilt ist und nur eine Psychose hatte (ich habe Sie nie von der Diagnose paranoide Schizophrenie reden gehört) und hat auch schon erwähnt, dass sie die Medikamente nur nimmt da es eine der Auflagen von mir ist, dass sie wieder in die Familie darf. Zwischendurch hat sie Dinge gesagt, die mich sehr an ihren Wahn erinnert haben. Als wir vor zwei Wochen ein Gespräch hatten hat sie gemeint, dass ihre Psychose ja nur daraus bestand, dass sie einen anderen hatte und daraus, dass sie zu viel Zeit für beten verbracht hat. Das ist eben nur ein Bruchteil dessen was war. Was ist nun? Hat sie den Rest vergessen oder betrachtet sie diesen weiter als Realität? Ich weiss nichtmal inwiefern sie mir vertraut...

Unser Stand ist, dass wir im Moment getrennt sind. Das ignoriert sie aber und erzählt anderen, dass sie zuhause wohnt (was nicht stimmt) versucht mich zu küssen, will die ganze Zeit mit mir Hand in Hand gehen oder sich bei mir einhaken. Die denkt meine ablehnende Haltung hat damit zu tun, dass ich sauer auf sie bin, weil sie einen fiktiven Neuen hatte. Aber tatsächlich ist es so, dass ich versuche Distanz zu halten, da mir nicht klar ist, wie es weitergehen soll.

Für meine Frau ist es umgekehrt wie bei deinem Mann, es gibt nur noch die Familie. Manchmal denke ich die Variante, die du hast, wäre für mich einfacher. Wenn Sie kein Interesse mehr an der Familie hätte würde die Verantwortung der Entscheidung nicht bei mir liegen. So kann ich nur falsch entscheiden... Wie wirkt sich das "nicht mit Geld umgehen können" aus? Haut er einfach alles raus? Meine Frau tendiert in die Richtung.

Meine Frau hatte in der Klinik auch keine Schweigepflichtsentbindung mir gegenüber unterschrieben. Dennoch konnte ich die meisten Dinge, die die Familie tangierten, in Erfahrung bringen. Mach denen klar, dass du nicht an medizinischen Details von Ihm interessiert bist, sondern an Dingen, die dich bzw. euer Kind betreffen und außerdem kann der Rat auch allgemein gehalten werden was wichtig für Angehörige ist. Allgemeine Aussagen über voraussichtliche (Mindest-)Aufenthaltsdauer oder Tendenzen wie "es geht aufwärts" lassen sie sich meist auch entlocken. Außerdem ist der behandelnde Arzt im Regelfall sehr interessiert daran von Angehörigen zu erfahren, was vor der Einweisung gewesen ist.

Ich freue mich noch immer über Kontakt zu jemandem, der etwas Ähnliches hinter sich hat (oder auch mitten drin steckt).

Liebe Grüße
J.
 
Ich denke, generell ist es nicht schlecht, dass du die rechtliche Vorkehrung für eure Kinder hast, jedenfalls aktuell. Sicherlich bedeutet Schizophrenie haben nicht, dass man nicht in der Lage ist sich um seine Kinder zu kümmern. Das bedeutet aber stabil zu sein. Und soweit ich es in Erfahrung gebracht habe, bedeutet stabil zu sein, eine gewisse Krankheitseinsicht, psychologische Begleitung in Form einer Therapie und Verlässlichkeit bzw. bereit zu sein Verantwortung zu übernehmen. Nach deiner Schilderung klingt es aktuell noch nicht so. Das kann sich eventuell auch noch ändern. Ich würde auch mit den älteren Kindern ins Gespräch gehen, Kinder haben eigentlich eine gute Intuition, ob etwas stimmt oder nicht.

Ich kann aber auch sagen, dass mein Mann vor absetzten der Tabletten nicht viel Krankeheitseinsicht hatte, aber er hat wenigstens die Medikamente genommen.
Es klingt als ob deine Frau noch eine Restsymptomatik hat, sie reflektiert noch nicht. Mir wurde erklärt, dass es auch bei jedem mit der Erkrankung unterschiedlich ist und das man erst von einer Stabilität sprechen kann, wenn eine gewisse Refletktion vorhanden ist. Bei meinem Mann aktuell auch nicht der Fall, immer wieder neue Vorwürfe, die Vergangenheit wird, ich nenne es mal, umgedichtet. Kannst du mit ihr reden, nimmt sie Dinge an?

Ja Geld spielt bei meinem Mann eine große Rolle. Er hat in einer gemeinsamen Besprechung mit seiner Psychologin gesagt, dass ich über sein Geld verfügt habe, weil ich Lebensmittel gekauft habe, die er nicht wollte. Wir haben Gott sei Dank getrennte Konten. Er spiegelt auch überhaupt nicht wieder, was er alles geshoppt hat, dass er deswegen kein Geld mehr hat. Er ruft mich auch in regelmäßigen Abständen an und wirft mir vor, dass ich ihm noch Geld schulde oder es unterschlagen habe. Obwohl die finanzielle Belastung immer bei mir lag und er mir eigentlich noch Geld schuldet.

Wir haben uns mit seiner Psychologin geeinigt, dass er unser Kind zweimal die Woche sieht. Das läuft jetzt zur Probe. Es läuft mal besser, mal schlechter. Unser Kind ist zwischendurch wegen fehlender Verlässlichkeit durch ihn sehr enttäuscht und weint oft. Das kann ich auf Dauer nicht mit ansehen.

Im letzten Gespräch mit seiner Psychologin ist auch die Oberärztin habe ich meinen Eindruck der letzten Jahre geschildert, es wurde dann nur gesagt, dass es verletzend für meinen Mann ist und das sie den Sinn nicht sieht, warum ich das erzähle. Das hat mich sehr verletzt, es wird irgendwie keine Unterstützung für Angehörige angeboten.
 
Ich denke, generell ist es nicht schlecht, dass du die rechtliche Vorkehrung für eure Kinder hast, jedenfalls aktuell. Sicherlich bedeutet Schizophrenie haben nicht, dass man nicht in der Lage ist sich um seine Kinder zu kümmern. Das bedeutet aber stabil zu sein. Und soweit ich es in Erfahrung gebracht habe, bedeutet stabil zu sein, eine gewisse Krankheitseinsicht, psychologische Begleitung in Form einer Therapie und Verlässlichkeit bzw. bereit zu sein Verantwortung zu übernehmen. Nach deiner Schilderung klingt es aktuell noch nicht so. Das kann sich eventuell auch noch ändern. Ich würde auch mit den älteren Kindern ins Gespräch gehen, Kinder haben eigentlich eine gute Intuition, ob etwas stimmt oder nicht.

Ich kann aber auch sagen, dass mein Mann vor absetzten der Tabletten nicht viel Krankeheitseinsicht hatte, aber er hat wenigstens die Medikamente genommen.
Es klingt als ob deine Frau noch eine Restsymptomatik hat, sie reflektiert noch nicht. Mir wurde erklärt, dass es auch bei jedem mit der Erkrankung unterschiedlich ist und das man erst von einer Stabilität sprechen kann, wenn eine gewisse Refletktion vorhanden ist. Bei meinem Mann aktuell auch nicht der Fall, immer wieder neue Vorwürfe, die Vergangenheit wird, ich nenne es mal, umgedichtet. Kannst du mit ihr reden, nimmt sie Dinge an?

Ja Geld spielt bei meinem Mann eine große Rolle. Er hat in einer gemeinsamen Besprechung mit seiner Psychologin gesagt, dass ich über sein Geld verfügt habe, weil ich Lebensmittel gekauft habe, die er nicht wollte. Wir haben Gott sei Dank getrennte Konten. Er spiegelt auch überhaupt nicht wieder, was er alles geshoppt hat, dass er deswegen kein Geld mehr hat. Er ruft mich auch in regelmäßigen Abständen an und wirft mir vor, dass ich ihm noch Geld schulde oder es unterschlagen habe. Obwohl die finanzielle Belastung immer bei mir lag und er mir eigentlich noch Geld schuldet.

Wir haben uns mit seiner Psychologin geeinigt, dass er unser Kind zweimal die Woche sieht. Das läuft jetzt zur Probe. Es läuft mal besser, mal schlechter. Unser Kind ist zwischendurch wegen fehlender Verlässlichkeit durch ihn sehr enttäuscht und weint oft. Das kann ich auf Dauer nicht mit ansehen.

Im letzten Gespräch mit seiner Psychologin ist auch die Oberärztin habe ich meinen Eindruck der letzten Jahre geschildert, es wurde dann nur gesagt, dass es verletzend für meinen Mann ist und das sie den Sinn nicht sieht, warum ich das erzähle. Das hat mich sehr verletzt, es wird irgendwie keine Unterstützung für Angehörige angeboten.
Hallo Mondenkind,

danke für deine Antwort. Ihre psychologische Begleitung besteht aus einem Telefonat alle drei Monate... Die Verlässlichkeit ist inzwischen relativ gut bei ihr...

Ich bin mit den älteren Kindern in regelmäßigem Austausch. Es ist teilweise sehr interessant deren Sichtweise kennenzulernen.

Danke für deine Einsichten, das ist sehr interessant. Mit ihr zu sprechen ist so ein Thema. Manche Dinge will ich nicht ansprechen, da ich nicht weiss inwiefern sie sich daran erinnert oder auch nicht mehr...

Das ist aber eine sehr schräge Reaktion von den Behandelnden... Hast du das in seiner Gegenwart erzählt? Auch dann wäre es deren Fehler. Und die müssen doch wissen was war. Der Betroffene erzählt doch nur seine Sicht der Dinge und bei fehlerhafter Wahrnehmung können die doch nicht wissen, was von dem, das er erzählt, auch tatsächlich der Realität entspricht. Es ist ja nur ein Bruchteil der Wahninhalte so offensichtlich wie bsw. Verfolgung durch Geheimdienste...

So eine richtige Unterstützung für Angehörige scheint es nur durch Psychologen zu geben (wenn man das Glück hat einen zu finden) oder durch Gruppen Angehöriger von Schizophrenieerkrankter. Solche Gruppen gibt es auch für Kinder, das soll sehr hilfreich für die sein...

Liebe Grüße
J.
 
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