Vorgehen beim Rückkehr in die Familie
Hallo Johannes,
ich wurde 2021 psychotisch und zwangsweise eingeliefert.
Zu diesem Moment teilte ich mir mit meiner getrennt lebenden Ex-Frau das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder (2/3 der Woche bei ihr, 1/3 bei mir) aber wenn die Kinder bei mir waren war ich fähig meine Krankheit zu verstecken und so etwas wie ein "normaler" Vater zu sein. Wenn die Kinder jedoch nicht da waren lebte ich meinen Wahn in vollen Zügen aus...
Nach dem Klinikaufenthalt (2,5 Monate) war meine Ex natürlich und (jetzt für mich) verständlich sehr skeptisch und weigerte sich das die Kinder wieder zu mir kamen. Wir haben dann nach einigen Wochen den Kompromiss gefunden das Anfangs die Kinder pro Woche einen Tag einige Stunden im Beisein meiner Mutter zu mir kamen. Auch um die Kindesmutter zu beruhigen. Dies haben wir dann so einige Monate gemacht wo ich beweisen konnte das es mit mir wieder aufwärts ging. Und ehrlich gesagt war ich mit den Negativsymptomen zu dieser Zeit gar nicht fähig alleine für mehr als einige Stunden ein "echter Vater" zu sein. Die Zeit verging und ich wurde immer stärker und stabiler und nach einigen Monaten wurde zuerst meine Mutter ausgespannt :) , die Zeiten langsam erhöht und nach ± einem Jahr sind wir wieder zum Vorkrankheitsprogramm zurückgekehrt.
Ich arbeite wieder normal, bin (glaube ich) wieder ein guter Papa, unternehme viel mit den Kindern, manage den Haushalt, Essen, Kleider waschen/bügeln und fürs putzen habe ich eine Fachkraft :)
Und auch wenn ich 100% krankheitseinsichtig gibt es einige Sachen in der Psychose die sagen wir sonderbar waren und auch noch immer für mich "übernatürlich" bleiben... sonderbare Zufälle.
Dies alles um dir Mut zu machen, hier auf dem Forum sind naturgemäß mehr Leute die es "schwierig" haben um ganz aus der Psychose zu kommen da Leute die es ganz daraus schaffen vielleicht nicht mehr daran erinnert werden wollen und das Forum daher nicht besuchen oder sich hier nicht mitteilen?
Ich würde dir raten auch einen Kompromiss zu suchen und es anfangs sehr langsam anzugehen... und im Nachhinein bin ich meiner Ex dankbar das wir das Problem so regeln konnten.