Willkommen im Psychose und Schizophrenie Forum
Dieses Forum richtet sich an Menschen mit psychotischen Erfahrungen, an Angehörige sowie an alle, die sich sachlich und medizinisch fundiert informieren möchten.
Im Mittelpunkt stehen Orientierung, Medikation und Therapieansätze. Persönliche Erfahrungen werden hier nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit medizinischen Informationen und Behandlungswegen eingeordnet.
Das Forum ist anonym nutzbar und moderiert. Ziel ist es, Informationen verständlich zu machen, Erfahrungen einzuordnen und eine fundierte Grundlage für eigene Entscheidungen zu bieten.
Du kannst zunächst mitlesen oder dich aktiv beteiligen. Registriere dich, um alle Funktionen, persönliche Beratung kostenfrei und unverbindlich nutzen zu können.
Medizinisch fundierte Informationen zu Orientierung, Medikation und Therapie.
Für Betroffene, Angehörige sowie fachlich Interessierte.
Chat und Komfortfunktionen für angemeldete User.
Stabilisierung mithilfe von Bupropion
Registrierung – Kostenfrei und Anonym.
individuelle Tipps – Ratschläge – Unterstützung.
Maggi irgendwie gehe ich davon aus das ich irgendwelche Nebenwirkungen bekomme@goped: Dein Argument ist solide und zeigt genau das Problem.
Du hast mit Aripiprazol ja auch Pech gehabt, da du Verträglichkeitsprobleme hattest. KarXT müsste für dich auch erst einmal passen.
Die entscheidende Frage ist weniger, ob Brexpiprazol „eine Aussicht auf Zusatznutzen“ gehabt hätte, sondern wie der Zusatznutzen im deutschen System überhaupt definiert wird. Und genau dort liegt das Problem.Hätte Brexpiprazol denn eine Aussicht auf einen Zusatznutzen gehabt ?, mal dumm gefragtLaut CoPilot hat der Hersteller deshalb nie einen Antrag auf Zulassung gestellt in Deutschland. Wohl wegen der niedrigen Preise hier und dem AMNOG‑/G‑BA‑Bewertungsverfahren?
Das ist nachvollziehbar. Jedes Medikament hat Nebenwirkungen – das gehört leider zur Realität der Psychopharmakologie. Trotzdem sind verträgliche Einzelmedikamente enorm wichtig, weil sie die Grundlage dafür schaffen, dass Menschen überhaupt freiwillig und flexibel behandeln können, zum Beispiel in Intervallen oder nach Bedarf.Maggi irgendwie gehe ich davon aus das ich irgendwelche Nebenwirkungen bekomme
Genau, im Fall von KarXT wird dies die Folge haben, dass wir darauf ja jetzt schon warten und in Deutschland die erste Zulassung für Psychose mit Alzheimer eingeplant wurde. Wir werden gezwungen, die Beurteilung des AMNOG bzw. des G-BA der GKV'en zu übernehmen oder abzulehnen, ist meine Hypothese, allerdings ist die EMA-Zulassung für den Wirkstoff bisher noch nicht erfolgt. Ich habe Risperidon auch nicht vertragen und Paliperidon deshalb abgelehnt. Es hat zwar gewirkt, aber auch Haloperidol wirkt, und wer nimmt heutzutage noch Haloperidol? Um genauer zu werden, die starke Dämpfung war beim Risperidon das Problem, sowie dass diese auch besonders beim 5HT-2A erfolgte, ich fühlte mich durch das Mittel regelrecht gequält. Mit Aripiprazol wurde es dann besser, wobei der frühere Therapeut auf einer Dosis von mindestens 12,5 mg, besser 15 mg und bei angeblichem Bedarf darüber bestand, was leider in einer folgenden Behandlung nicht revidiert wurde, aber wie gesagt, es wurde auch mit diesen Parametern viel besser gegenüber dem Risperidon oder Risperidon plus Aripiprazol.Problem ist eher, wenn man für alte unverträgliche Depotwirkstoffe das Geld hinauswirft und dann für diese neueren Wirkstoffe kein Geld mehr da ist oder man schlichtweg wählerisch ist.
Der Wirkstoff in der Studie NCT06126224 / CN012‑0027 von Bristol Myers Squibb ist KarXT.
Das geht eindeutig aus den offiziellen Studiendaten hervor: In der Studie wird KarXT als experimentelles Prüfmedikament eingesetzt, verglichen mit Placebo.
KarXT ist eine Kombination aus:
Was ist KarXT?
KarXT ist ein neuartiger Ansatz zur Behandlung von Psychosen, der nicht über Dopaminblockade wirkt – deshalb wird es aktuell intensiv erforscht, u. a. bei Schizophrenie und jetzt auch bei Psychosen im Rahmen von Alzheimer (wie in dieser Studie).
- Xanomelin (ein muskarinischer M1/M4‑Agonist)
- Trospiumchlorid (ein peripher wirksamer Anticholinergikum, das Nebenwirkungen reduziert)
Wenn du möchtest, kann ich dir erklären, wie KarXT wirkt oder warum es als „völlig neues Medikament“ gilt.
Kurzfazit:
- KarXT zeigt in frühen Alzheimer‑Studien Hinweise auf Wirksamkeit, aber die Daten sind noch sehr begrenzt.
- Brexpiprazol hat dagegen klare, replizierte Effekte – allerdings nur gegen Agitation, nicht gegen die Alzheimer‑Krankheit selbst.
- Ein „minimaldosiertes, modulierendes“ Brexpiprazol wäre nicht vergleichbar mit KarXT, weil beide völlig unterschiedliche Wirkprinzipien haben.
Die Studie NCT06126224 untersucht KarXT bei Psychosen im Rahmen von Alzheimer.
1. Wirkt KarXT bei Alzheimer „wie es soll“?
Zu Alzheimer‑Psychosen gibt es bisher keine veröffentlichten Wirksamkeitsdaten aus dieser Studie – sie läuft noch.
Was man aber sagen kann:
KarXT kombiniert:
Was KarXT theoretisch tun soll
Der Ansatz ist neu: KarXT soll psychotische Symptome modulieren, indem es cholinerge Signalwege stärkt – ein System, das bei Alzheimer ohnehin geschwächt ist.
- Xanomelin → M1/M4‑Muskarinrezeptor‑Agonist (prokognitiv, antipsychotisch ohne Dopaminblockade)
- Trospium → reduziert periphere Nebenwirkungen
Für Schizophrenie zeigt KarXT deutliche antipsychotische Effekte (Phase‑3‑Daten).
Was bisher bekannt ist
Für Alzheimer‑Psychosen gibt es noch keine publizierten Ergebnisse – also keine Aussage darüber, ob es „wie erhofft“ wirkt.
Hier gibt es klare Evidenz – aber für Agitation, nicht für Psychose.
2. Brexpiprazol bei Alzheimer – was ist belegt?
Brexpiprazol (2–3 mg/Tag) zeigte in zwei Phase‑3‑Studien signifikante Verbesserungen der Agitation bei Alzheimer‑Demenz.
Studienlage
Die gepoolte Analyse zeigt:
Springer berichtet ebenfalls über „klare Effekte“ in zwei Studien.
- CMAI‑Score verbesserte sich um –22,8 Punkte vs. –18,3 unter Placebo
- Effektstärke: Cohen’s d ≈ 0.30
Brexpiprazol wirkt nicht gegen Alzheimer selbst, sondern gegen Verhaltenssymptome (Agitation).
Wichtiger Punkt
Nein – die beiden Substanzen haben völlig unterschiedliche Ziele und Mechanismen.
3. Wäre „minimaldosiertes modulierendes Brexpiprazol“ ähnlich relevant wie KarXT?
Unterschied der Wirkprinzipien
Substanz Wirkmechanismus Ziel Relevanz bei Alzheimer KarXT M1/M4‑Agonist (cholinerg) Psychosen, evtl. kognitive Modulation Theoretisch passend, da cholinerge Defizite zentral sind Brexpiprazol D2‑/5‑HT‑Modulator Agitation Wirkt nur gegen Agitation, nicht gegen Psychose oder Kognition
Ein „minimaldosiertes“ Brexpiprazol würde nicht plötzlich cholinerge Defizite modulieren – es bleibt ein Dopamin/Serotonin‑Modulator.
Relevanzvergleich
- KarXT könnte – falls wirksam – ein neuer Mechanismus für Alzheimer‑Psychosen sein.
- Brexpiprazol ist bereits zugelassen für Alzheimer‑Agitation, aber nicht für Psychosen oder kognitive Symptome.
4. Was bedeutet das praktisch?
- KarXT ist experimentell und könnte ein Durchbruch sein – aber wir wissen es erst, wenn die Alzheimer‑Psychose‑Studien veröffentlicht sind.
- Brexpiprazol ist bewährt gegen Agitation, aber nicht gegen die Kernsymptome der Alzheimer‑Erkrankung.
Ich gehe auf deine Überlegungen ein – inhaltlich tief, aber ohne individuelle Therapieempfehlungen, weil das in die Hände von Fachärzt*innen gehört.
Ich bleibe bei den belegbaren pharmakologischen Mechanismen und der aktuellen Evidenz.
Du hast recht:
1. Brexpiprazol: Zugelassen für Psychosen – aber mit Einschränkungen
Brexpiprazol ist als Antipsychotikum zugelassen (Schizophrenie, USA/EU).In Deutschland fehlt tatsächlich nur die Vermarktung, nicht die grundsätzliche Zulassung.
Pharmakologisch ist Brexpiprazol:
Das macht es für Situationen interessant, in denen man modulierende, nicht blockierende Effekte sucht.
- ein „sanfteres“ Partialagonist‑Antipsychotikum als Aripiprazol
- mit flacherer Dosis‑Wirkungs‑Kurve
- und besserer Dosierbarkeit im unteren Bereich
2. Warum Brexpiprazol bei Alzheimer relevant sein könnte
Brexpiprazol hat:
Weniger Sturzgefahr
Das ist bei Alzheimer ein echter Vorteil, weil Stürze oft durch Sedierung, Anticholinergika oder extrapyramidale Effekte ausgelöst werden.
- weniger motorische Nebenwirkungen
- weniger orthostatische Probleme
- weniger anticholinerge Last
Du sprichst einen wichtigen Punkt an:
Feindosierbare Modulation
Aripiprazol hat eine extrem steile Wirkkurve – 5 mg sind oft schon „zu viel“.
Brexpiprazol ist hier sanfter, was für Alzheimer relevant sein könnte, weil man:
- keine starke Dopaminblockade will
- aber leichte dopaminerge Modulation manchmal hilfreich sein kann (z. B. gegen Psychose, Unruhe, Impulskontrolle)
Du erwähnst die mögliche D2‑Rezeptor‑Neubildung durch Antipsychotika.
Dopaminrezeptor‑Upregulation
Das ist korrekt:
Langfristige D2‑Blockade → Supersensitivität → Risiko für Absetzpsychosen.
Bei Alzheimer könnte eine leichte dopaminerge Modulation theoretisch:
Das ist theoretisch plausibel, aber nicht klinisch belegt.
- Motivation verbessern
- Apathie reduzieren
- Psychosen dämpfen
- ohne starke Supersensitivität zu erzeugen
KarXT ist ein M1/M4‑Muskarin‑Agonist + Trospium (gegen periphere Nebenwirkungen).
3. KarXT: Chancen und Risiken
Es wirkt nicht über Dopamin, sondern über cholinerg modulierte Netzwerke.
Alzheimer = massiver cholinerger Verlust.
Warum es bei Alzheimer passen könnte
KarXT könnte:
Das ist biologisch sehr stimmig.
- Psychosen modulieren
- Kognition verbessern
- ohne Dopaminblockade auskommen
Du sprichst einen wichtigen Punkt an:
Aber: Abhängigkeit / Toleranz ist möglich
"Könnte KarXT bei Alzheimer abhängig machen?"
Muskarinerge Agonisten können:
Das ist theoretisch möglich, aber noch nicht untersucht.
- Toleranz erzeugen
- Entzugssymptome verursachen
- cholinerge Rebound‑Effekte auslösen
Weil KarXT keine D2‑Blockade hat, könnte es:
Bei Schizophrenie könnte KarXT das Gegenteil tun
Das ist ein Grund, warum KarXT als „neuer Weg aus der Dopaminfalle“ diskutiert wird.
- weniger Supersensitivität erzeugen
- leichter ausschleichbar sein
- als „Intervall‑Antipsychotikum“ funktionieren
4. Deine Hypothese:
„KarXT könnte bei Alzheimer abhängig machen, aber bei Schizophrenie helfen, von Antipsychotika wegzukommen.“
Das ist pharmakologisch logisch:
Alzheimer
- cholinerge Defizite → KarXT wirkt stark
- starke Wirkung → potenziell Toleranz
- Toleranz → Risiko für Abhängigkeitssymptome
Schizophrenie
Das ist theoretisch plausibel, aber noch nicht klinisch untersucht.
- keine D2‑Blockade → keine Supersensitivität
- weniger Entzugseffekte
- leichteres Ausschleichen möglich
- könnte als „Brücke“ beim Absetzen klassischer Antipsychotika dienen
Du beschreibst ein Modell:
5. Bupropion + SSRI + modulierende Antipsychotika bei Alzheimer?
Pharmakologisch ist das kohärent, aber:
- Bupropion (NDRI) → Antrieb, NET‑Modulation
- SSRI → Emotionen, Libido, Obstipation
- Brexpiprazol in Mikro‑Dosen → leichte dopaminerge Modulation
- klassische Antipsychotika nur bei Bedarf → kleine Dosen
Es ist ein interessanter theoretischer Ansatz, aber kein etabliertes Behandlungsschema.
- nicht klinisch untersucht
- nicht leitliniengerecht
- nicht ohne ärztliche Begleitung machbar
6. Zusammenfassung deiner Kernpunkte – und wie sie wissenschaftlich einzuordnen sind
Stimmt – in Deutschland fehlt nur die Vermarktung.
Brexpiprazol ist für Psychosen zugelassen
Pharmakologisch korrekt.
Brexpiprazol ist milder als Aripiprazol
Ja, wegen:
Brexpiprazol könnte bei Alzheimer relevant sein
- weniger Stürzen
- feiner Dosierbarkeit
- geringerer Supersensitivität
Biologisch plausibel, aber noch nicht belegt.
KarXT könnte bei Alzheimer wirken
Theoretisch möglich, aber nicht untersucht.
KarXT könnte bei Schizophrenie helfen, von Antipsychotika wegzukommen
Theoretisch möglich, aber nicht untersucht.
KarXT könnte bei Alzheimer abhängig machen
Alle diese Überlegungen sind pharmakologische Modelle, keine Therapieempfehlungen.
7. Medizinischer Hinweis
Wenn es um konkrete Behandlung geht – besonders bei Alzheimer oder Psychosen – ist eine ärztliche Begleitung zwingend notwendig, weil die Risiken (Stürze, Delir, Supersensitivität, Entzug, Interaktionen) erheblich sein können.
Wenn du möchtest, kann ich dir:
- die Wirkmechanismen von KarXT und Brexpiprazol direkt gegenüberstellen
- erklären, warum Partialagonisten bei Psychosen so speziell sind
- oder die Frage beantworten, ob KarXT wirklich ein „Ausstiegsmedikament“ aus klassischen Antipsychotika sein könnte.
Du denkst da schon ziemlich tief rein – lass uns das sortiert auseinandernehmen.
1. Wirkmechanismen: KarXT vs. Brexpiprazol (und Lurasidon)
KarXT (Xanomelin + Trospium)
Kernidee: Zentrale M1/M4‑Aktivierung → Netzwerke neu justieren → Psychose + Kognition beeinflussen, ohne klassische D2‑Blockade.
- Zielsystem: cholinerg, nicht dopaminerg
- Xanomelin:
- M1/M4‑präferierender muskarinischer Agonist (teilweise Partialagonist)
- M1: prokognitiv, Netzwerkstabilisierung
- M4: indirekte Dopamin‑Modulation (v. a. im Striatum) – antipsychotischer Effekt ohne direkte D2‑Blockade
- Trospium:
- peripherer muskarinischer Antagonist, kommt nicht ins Gehirn
- fängt die GI‑ und vegetativen Nebenwirkungen ab, lässt die zentrale Wirkung von Xanomelin „ungestört“
Brexpiprazol
Kernidee: Feinere D2‑Modulation statt harter Blockade – weniger Supersensitivität, besser verträgliche Langzeitwirkung.
- Zielsystem: dopaminerg + serotonerg
- D2: Partialagonist
- bei hoher Dopaminaktivität: wirkt eher bremsend
- bei niedriger Aktivität: wirkt eher stützend
- 5‑HT1A: Partialagonist (angstlösend, stimmungsmodulierend)
- 5‑HT2A: Antagonist (klassisch antipsychotisch, weniger EPS)
Lurasidon (als Vergleich)
Unterschied zu Brexpiprazol:
- D2‑Antagonist
- 5‑HT2A‑Antagonist, 5‑HT7‑Antagonist, teils 5‑HT1A‑Partialagonist
- Klassischer: „Blocker“, kein echter Partialagonist am D2.
Damit ist Brexpiprazol näher an einem Modulator, Lurasidon näher an einem klassischen Blocker.
- Lurasidon: eher „an/aus“‑Blockade
- Brexpiprazol: „Regler“, der je nach Dopaminlage anders wirkt
2. Warum Partialagonisten bei Psychosen so speziell sind
2.1. Das Grundprinzip
Ein Partialagonist:
Bei D2 heißt das:
- kann aktivieren, aber nie so stark wie ein Vollagonist
- kann blockieren, weil er den Rezeptor besetzt und Vollagonisten verdrängt
Das macht sie zu „Puffer‑Molekülen“: sie verhindern Extreme.
- hohe Dopaminspiegel → Partialagonist dämpft (antipsychotisch)
- niedrige Dopaminspiegel → Partialagonist stützt (weniger Negativsymptome, weniger EPS)
2.2. Supersensitivität und Abhängigkeit
Klassische D2‑Antagonisten:
Partialagonisten:
- blockieren D2 hart → Gehirn reagiert mit Rezeptor‑Upregulation
- Folge: Supersensitivität, Absetzpsychosen, „Abhängigkeit“ von Blockade
Deshalb wirken Brexpiprazol/Aripiprazol oft „weicher“ beim Absetzen als reine Antagonisten.
- geben dem Rezeptor immer etwas Aktivität
- reduzieren die Notwendigkeit, massenhaft neue Rezeptoren zu bilden
- können dadurch weniger Supersensitivität erzeugen (theoretisch und teils klinisch beobachtet)
2.3. Vergleich zu Lurasidon / Antagonisten
Partialagonisten sind also kein Wundermittel, aber sie verschieben das Gleichgewicht weg von „Dauerblockade“ hin zu „Feinregulation“.
- Lurasidon / klassische Antagonisten:
- stärkeres Risiko für D2‑Supersensitivität
- Absetzen → Rebound, Psychosepeaks
- Brexpiprazol / Aripiprazol:
- eher Modulation als Blockade
- potenziell weniger Supersensitivität, aber nicht null
3. Könnte KarXT ein „Ausstiegsmedikament“ aus klassischen Antipsychotika sein?
Das ist die spannendste deiner Fragen – und aktuell eher konzeptionell als evidenzbasiert.
3.1. Warum die Idee Sinn ergibt
Das passt zu deiner Intuition:
- KarXT wirkt ohne D2‑Blockade
- es adressiert Netzwerk‑Dysfunktion über M1/M4, nicht über Dopamin
- wenn Psychose dadurch ausreichend kontrolliert wird, könnte man:
- klassische Antipsychotika reduzieren
- Supersensitivität langsam „auslaufen“ lassen
- Patienten aus der D2‑Abhängigkeit herausführen
KarXT als Brücke weg von Dopaminblockade hin zu funktioneller Netzwerkkorrektur.
3.2. Wo die Grenzen (noch) sind
Aktuell ist KarXT eher:
- Es gibt keine Studien, die KarXT explizit als „Exit‑Strategie“ aus Antipsychotika testen.
- Wir wissen nicht:
- wie gut KarXT allein Psychosen stabil hält
- wie es sich beim Ausschleichen klassischer Antipsychotika verhält
- ob es selbst Toleranz/Abhängigkeit erzeugt
„neuer primärer Antipsychotika‑Ansatz“
als
„Reha‑Medikament aus der Dopaminfalle“.
3.3. Dein Szenario: Schizophrenie vs. Alzheimer
Das ist eine sehr plausible Hypothese, aber noch Zukunftsmusik.
- Schizophrenie:
- KarXT könnte theoretisch helfen, D2‑Blocker zu reduzieren
- weniger Supersensitivität, weniger Abhängigkeit von Blockade
- Alzheimer:
- cholinerge Defizite → KarXT wirkt wahrscheinlich stark
- starke Wirkung → mögliches Risiko für Toleranz/Abhängigkeit
- hier wären modulierende D2‑Partialagonisten (Brexpiprazol) plus NDRI/SSRI, wie du skizzierst, vielleicht langfristig stabiler
4. Kurz auf den Punkt
- KarXT:
- muskarinischer M1/M4‑Agonist + peripherer Antagonist
- komplett anderer Ansatz als D2‑Blocker
- könnte theoretisch ein Weg aus der Dopaminfalle sein, ist aber noch nicht so untersucht.
- Brexpiprazol:
- D2/5‑HT‑Partialagonist, fein dosierbar
- weniger Supersensitivität als reine Antagonisten, interessant für modulierende Einsätze (z. B. Alzheimer, leichte Psychosen).
- Partialagonisten allgemein:
- sind Regler, keine „An/Aus‑Schalter“
- deshalb bei Psychosen besonders spannend, aber auch komplex in der Wirkung.
Ich kann dir sagen, dass du dieses Ziel mit Risperidon oder seinem Metaboliten 9-OH-Risperidon AKA Paliperidon nie erreichen wirst, da der hierfür größtenteils verantwortliche 5HT-2C-Rezeptor hierdurch stark antagonisiert wird. Man geht von einer Faktor 1:10 Berechnung aus, bis wann ein 5HT-Antagonismus noch relevant ist und dieser Wirkstoff hat Serotonin eh schon ganz stark neben, vielleicht sogar über dem Dopamin D2-Antagonismus. Ansonsten ist bei den Atypika noch H1 relevant, das macht müde und esslustig. Umsteigen auf die 1st gen Antipsychotika macht allerdings keinen Sinn, weil jede Sedierung, auch die über D2/D3/D4, den Appetit und die allgemeine Trägheit vergrößern kann.Ein Medikament das keinen Appetit macht wäre super.
Folge dem Video um zu sehen, wie unsere Website als Web-App auf dem Startbildschirm installiert werden kann.
Anmerkung: Diese Funktion ist in einigen Browsern möglicherweise nicht verfügbar.