Völlig neues Medikament verspricht Hoffnung!

Hätte Brexpiprazol denn eine Aussicht auf einen Zusatznutzen gehabt ?, mal dumm gefragt:) Laut CoPilot hat der Hersteller deshalb nie einen Antrag auf Zulassung gestellt in Deutschland. Wohl wegen der niedrigen Preise hier und dem AMNOG‑/G‑BA‑Bewertungsverfahren?
Die entscheidende Frage ist weniger, ob Brexpiprazol „eine Aussicht auf Zusatznutzen“ gehabt hätte, sondern wie der Zusatznutzen im deutschen System überhaupt definiert wird. Und genau dort liegt das Problem.

🔹 1. Wie „Zusatznutzen“ im AMNOG/G‑BA‑System definiert ist​

In Deutschland gilt:Bessere Verträglichkeit zählt nicht als Zusatznutzen, solange sie nicht in großen, direkten Vergleichsstudien eindeutig belegt ist.Gerade in frühen Zulassungsphasen ist das praktisch kaum möglich, weil:
Das bedeutet:Ein Wirkstoff kann klinisch klar verträglicher sein – und trotzdem keinen Zusatznutzen bekommen.

🔹 2. Warum Hersteller wie Otsuka (Brexpiprazol) oder Sumitomo (Lurasidon) keinen Antrag gestellt haben​

Ein „Antrag“ ist im AMNOG‑System kein einfacher Schritt.Er bedeutet:
Nach den Erfahrungen mit Lurasidon war klar, wie die Bewertung in Deutschland läuft.Die Hersteller wussten also:
Unter diesen Bedingungen ist es nachvollziehbar, dass kein Antrag gestellt wurde.

🔹 3. Die strukturelle Schieflage: Alte Depots werden bevorzugt, neue Wirkstoffe blockiert​

Während neue Wirkstoffe streng bewertet werden, passiert bei Depotvarianten alter Substanzen Folgendes:
Damit entsteht ein System, in dem:

🔹 4. Was passiert nach Patentablauf?​

Ob Lurasidon oder Brexpiprazol als Generika kommen, ist offen.Wenn die Preise in Deutschland extrem niedrig wären, könnte es passieren, dass:
Das ist bereits bei anderen Nischenwirkstoffen passiert.

🔹 5. Warum das System als ungerecht empfunden wird​

In den letzten Jahren wurden Depotvarianten alter Wirkstoffe immer wieder neu patentiert – teilweise über Zeiträume, die man sonst nur bei völlig neuen Substanzen kennt.Dabei sind Depottechnologien eigentlich Formulierungsinnovationen, die international oft nur 5 Jahre Schutz erhalten.

In Deutschland führt diese Praxis dazu, dass:
Das ist eine strukturelle Fehlentwicklung, die dringend überprüft werden müsste.