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Schwerpunkt: Intervalltherapie mit Bupropion

🔗⭐ Medikamente-Orientierung: Kurzfassung

Patientenbasiertes Behandlungskonzept mit kontinuierlichem Bupropion und zeitlich begrenzten antipsychotischen Behandlungsphasen. Die Übersicht beschreibt persönliche Langzeiterfahrungen und die zugrunde liegenden pharmakologischen Überlegungen.


Zur möglichen Vermeidung dopaminerger Supersensitivität
schrieb Prof. Dr. Stephen M. Stahl:

“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
Prof. Dr. Stephen M. Stahl, persönliche Korrespondenz

Vertiefung & Hintergründe:

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Schizoaffektiv-Depressiv - Amisulprid

Falls das noch aktuell ist ... Ich nehme 200mg Amisulprid und mir geht es nicht gut damit. Das volle Programm depressive Negativsymptomatik ("aber eigentlich (sic) wirkt es doch auch antidepressiv", so eine Ärztin), wie unter Wasser sein. Die Ärzte wollen es nicht runterdosieren, weil die Psychose dann wieder auftreten könnte. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll.
An sich hat mir als einziges Medikament Bupropion (NDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel) bei den Negativsymtomen geholfen. Ausschließlich absetzen des Antipsychotikums führen bei mir nur zu minimalen Verbesserungen bei Negativsymptomen. Bupropion ist Wiederaufnahmehemmer von Dopamin und Noradrenalin, also das setzt an den wichtigen Rezeptoren an. Vielleicht solltest du das zusätzlich zum Amisulprid dir aufschreiben lassen. Später wenn du doch Amisulprid absetzen möchtest, kann Bupropion zumindest vorübergehend etwas stabilisieren.
 
Er spürt die Dämpfung vom Amisulprid. Amisulprid 200 mg habe ich mal 1 1/2 Jahre lang genommen. Es machte keine Gewichtszunahme/Heißhunger, aber seelisch bekam ich auch kein wirklich gutes Gefühl damit. Es wirkte in der Erhaltungstherapie gegen die Positivsymptome, nicht explizit gegen Negativsymptome wie sozialer Rückzug, Denkblockaden und Denkträgheit durch die Dopamin D2-Dämpfung und Depressionen. Ich wollte dann auf 100 mg/Tag runtergehen, bemerkte aber, dass dann die Gedanken zu laut wurden. Antidepressiv oder ähnliches habe ich damit aber auch nichts bemerkt, zumindest nichts Positives.

Für Negativsymptomatik könnte man Bupropion zusammen mit einem 2nd gen Antipsychotikum ausprobieren, oder zuerst auf Cariprazin 1,5 mg - 2,5 mg / Tag wechseln und dann, nach der Ausprobierphase Cariprazin neu, nach Rücksprache mit der Ärztin und Checken des Beipackzettels (ggf. auch der Fachinformation) das Bupropion hinzunehmen. In den USA könntest du Cobenfy (R), das ist Xanomelin Trospium, nehmen und hättest sowohl eine indirekte Dopamin D2-dämpfende als auch eine (Gehirn) M1/M4-agonisierende Wirkung. Es ist aber unklar, ob es auch nach Deutschland kommt, im ungünstigsten Fall bekommt es zwar die EMA-Zulassung, in Deutschland jedoch keine Erstattungsfähigkeit durch die GKV.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
An sich hat mir als einziges Medikament Bupropion (NDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel) bei den Negativsymtomen geholfen. Ausschließlich absetzen des Antipsychotikums führen bei mir nur zu minimalen Verbesserungen bei Negativsymptomen. Bupropion ist Wiederaufnahmehemmer von Dopamin und Noradrenalin, also das setzt an den wichtigen Rezeptoren an. Vielleicht solltest du das zusätzlich zum Amisulprid dir aufschreiben lassen. Später wenn du doch Amisulprid absetzen möchtest, kann Bupropion zumindest vorübergehend etwas stabilisieren.
Ich nehme bereits Bupropion, 300mg. Eine Wirkung hat es bei mir leider nicht.
 
Du hattest ja schon Abilify, das wirkt bereits ab 5mg. Vielleicht hattest du eine zu hohe Dosis, da es normal etwas besser verträglich sein sollte.

Mit aller Gewalt nichts zu nehmen, geht meistens schief, da tust du dir keinen Gefallen, wenn du dann mit schwerem Rückfall nochmal in die Klinik musst und hinterher noch mehr ein häufchen Elend bist!

Um zumindest vorübergehend die Antipsychotika absetzen zu können (Intervalltherapie) kann ich dich meine Medikamente-Orientierung nahelegen, die theoretisch auch mit Amisulprid statt Aripiprazol funktionieren kann. Dafür ist beim Absetzen das Bupropion NDRI als stabilisierendes Antidepressivum sehr wichtig. Citalopram SSRI Antidepressivum dämpft Emotionen und Libido. Es kann bestimmte anfängliche Nebenwirkungen des Bupropions wie mögliche Miktionsstörungen und Verstopfung aufheben.
Trimipramin-Tropfen (trizyklisches Antidepressivum) helfen abends zum Schlafen, da Bupropion und die wiederkehrende Psychose wach macht. Trimipramin-Tropfen sind in der Dosis hauptsächlich sedierend, können aber bei Suchtproblemen wie Alkoholsucht auch helfen. Bupropion ist auch ein Nikotinentwöhnungsmittel, mit dem man das Rauchen dann auch aufhören kann, was ratsam wäre, da Nikotinsucht womöglich auch Psychose begünstigt und sehr viele Betroffene Raucher sind.

Bei mir geht es auch in Richtung schizoaffektiv und da hat das funktioniert, auch über die Jahre fast komplett aufs Antipsychotikum verzichten zu können.
Wichtig wäre später auch Magnesium und Vitamin B6. Dazu kannst du normal Magnesium 400mg und Vitamin B6 100mg (hochdosiert) zumindest eine Weile einnehmen, da B6 Unruhe und Akathisie, was auch beim Absetzen auftritt, beheben kann und Magnesium bei dem neuronal aktivierenden Glutamat regulierend ansetzt, was ausschlaggebend für die dopaminerge Überfunktion ist. Das kann schon einen immensen Unterschied machen.

Wenn du erstmal so Amisulprid ohne alles absetzt, dann solltest du dir das vielleicht in ein Tagebuch oder so eintragen wie sich deine Situation verändert und wie lange du es etwa ohne das Antipsychotikum schaffst. Dann aber bitte frühzeitig mit Amisulprid gegensteuern, weil es normal immer schlimmer wird, also erst der psychische Stress bis ins Extreme geht und man dann irgendwann akut und absolut wirr ist, was du vermeiden solltest.
Lieber dann für eine Zeit das Amisulprid einnehmen und dann die von mir genannten Ergänzungen probieren. Magnesium (normal 400mg) und B6(hochdosiert) wäre wichtig, wobei hochdosiert auch die anderen B-Vitamine mit B-Komplex Präparaten supplementiert werden kann, es gibt 8 verschiedene B-Vitamine, wobei man dann zusätzlich B6 immer noch einnehmen kann, da dies auch in hochdosierten Komplex Präparaten meist deutlich unter 100mg ist. Ab 200mg können Nervenschäden auftreten, aber bei Akathisie starker innerer Unruhe können phasenweise auch 300-600mg Vitamin B6 helfen.

Du kannst da ja etwas herumprobieren, bei der Medikamenteempfehlung von mir ist das Bupropion entscheidend, was auch Nikotinentwöhnungsmittel ist und vor allem in den Absetzphasen des Antipsychotikums, da wirkt Bupropion besonderst gegen Negativsymptome und kognitive Einschränkungen, es macht wach und konzentiert, also man kann besser und klarer damit denken, was ja mit den Medikamenten und der Psychose sehr eingeschränkt sein kann.
Ich habe eine Frage zur Intervalltherapie. Du schreibst "Bedarf nur 1-3 Wochen am Stück bei Frühwarnsymptomen, mit Pausen von etwa 2-6 Monate". Was ist mit Bedarf gemeint? Wenn man die Positiv-Symptome zu stark merkt? Wann nehme ich es für eine Woche und wann für drei? Genauso beim Weglassen des Antipsychotikums - 2 oder 6 Monate? Von was ist das abhängig? Wird man da nicht psychotisch, wenn man von 100 auf 0 das Neuroleptikum von jetzt auf gleich absetzt? Oder soll hier das Bupropion entgegen steuern? Danke für Deine Antwort.
 
Habe die selbe diagnose und bei mir halfen 100mg so gut das ich selber ich auf 200mg hoch gestiegen bin. Habe Voher risperidon, olanzapin, abilify oder reagila hinter mir und finde das es für meine psyche so gut tut beruhigt und gleichzeit, sehr antidepressiv zu gleich ist. Negative gedanke sind nicht weg aber posivtiv verbssert. Aushaltbar. Das zeug macht abhängig obwohl ärtze das nicht sagen. Man muss erst wieder ohne lernen, was ich hinter mir habe aber es geht mir besser mit amisulbrit. Burpiopn sollte ich aich nehmen aber das macht halr sehr unruhigt und ein wenig komisch im kopf.
 
Burpiopn sollte ich aich nehmen aber das macht halr sehr unruhigt und ein wenig komisch im kopf.
Hattest du da auch Amisulprid dazu eingenommen? Bei mir hat das Bupropion, die Unruhesymptome länger zurückgehalten, die ansonsten ohne Antipsychotika noch viel stärker aufgetreten sind. Ich hatte Aripiprazol (Abilify) dazu, bzw. das dann für längere Zeitintervalle absetzen können.

Wielange hast du Bupropion ausprobiert und wieviel Amisulprid hattest du dazu genommen?
 
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