Maggi
Administrator
Womöglich kommt die Wirkung von Bupropion und Lithium wegen der Antipsychotika kaum durch. Zusätzlich kann Bupropion den Blutspiegel des Aripiprazol's um etwa 20-40% steigern, sodass es etwas stärker wirken könnte.Und als Antipsychotika Aripiprazol (5mg) und Amisulprid (50mg)
@Katzemaus
Ich würde dir empfehlen die Intervalltherapie zu testen, indem du Aripiprazol und Amisulprid erstmal für 1-4 Wochen absetzt, dann aber wieder einnimmst. Das könnte dir zeigen, ob dann die Wirkung von Bupropion etwa durchschlägt. Stimmungsmäßig wäre auch noch ein SSRI Antidepressiva denkbar, wie Citalopram oder Escitalopram, diese regulieren das Emotionale besser und dämpfen die Libido etwas, dann wäre auch Amisulprid grundsätzlich unnötigt, da dieses zu Prolaktinerhöhung führt, was einen ähnlichen Effekt auf Libido hat. Aripiprazol kann in kleinen Dosierungen etwas anregend sein, wobei auch das eine gewisse Dämpfung in dem Bereich hat. Die Erkrankung selbst kann mit übersteigerter Libido verbunden sein.
Schritte
1. testweise Aripiprazol und Amisulprid eines nach dem anderen mit ein paar Tagen dazwischen absetzen, dies kann abrupt passieren, da du bereits die kleinsten Tablettendosierungen hast.
2. Das, wenn möglich zumindest hinterher besprechen, wenn du Angst hast, dein Psychiater würde vorher das Ablehnen, um die Beziehung zum Arzt sicherzustellen, der normal keine Intervalltherapie vorsieht. Wenn du später mit Erfolg kommst und sagst das dir das geholfen hast, wird er es eher akzeptieren und dich dabei unterstützen(vollendete Tatsachen - Eigenverantwortun)
3. Wochen oder Monate später, wenn die Intervalltherapie läuft, dann kannst du nach Citalopram oder Escitaopram als SSRI Antidepressivum ergänzend fragen, da es Emotionen und Libido in der Intervallphase reduziert und auch mögliche Nebenwirkungen von Bupropion wie Miktionsstörungen oder Verstopfungssymptome.
4. Wie sich das Lithium darauf auswirkt ist mir unklar, das könnte praktisch das SSRI was ich dir empfohlen habe auch so schon ersetzen, das gar kein SSRI mehr nötig ist, da es etwa auch etwas dämpft und Libido reduziert und könnte theoretisch auch die Wirkung des Bupropions erhalten, sodass vielleicht längere Absetzintervalle des Antipsychotikums (am besten dann Aripiprazol Mono) möglich ist.
Da Lithium auch Sexuell dämpft, sehe ich bis auf eine etwas bessere antipsychotische Wirkung keinen direkten Nutzen beim Amisulprid.
Emotionale und sexuelle Dämpfung wie es SSRIs machen hat auch einen relativ verlässlichen antidepressiven Wirkeffekt, da man dann keine übertraurigkeit mehr hat und bei SSRIs sich trotzdem Voll fühlt, da diese keine innere Leere wie etwa Antipsychotika erzeugt, also eher ein warmes ausgefülltes Gefühl.
Fazit:
Aripiprazol und Amisulprid für ca. einen Monat absetzen, du kannst auch früher darauf zurückgreifen wenn du verschlechterung deiner Symptome bemerkst.
So sollten sich die Negativsymptome und Kongnitiven Symptom extem verbessern, trotzdem sollte dir klar sein das du danach zumindest kurzfristig eine Dämpfung brauchst. Normal kann so ein Absetzintervall bei hohen Bupropiondosierungen von ca. 300-450 auch für 3-6 Monate anhalten, also die Intervalle deutlich länger sein, nur irgendwann wird die Situation Rückläufig und auch leichte Depressionen und etwas Negativsymptome kommen in den Phasen, wo man ein Antipsychotikum braucht, wieder hoch.
Aripiprazol kann dann für 2-3 Wochen eingenommen ausreichen um hinterher wieder mit nur Antidepressiva+Lithium(in deinem Fall) weitermachen zu können. Alternativ wäre eben Antidepressiva+SSRI (ohne oder mit Lithium) zumindest denkbar, wobei man dann eher kleinere Dosierungen etwa von Lithium oder dem SSRI nutzen sollt, das kann eventuell helfen, Lithium in minimaler Wirkdosis oder vielleicht sogar deutlich darunter einzusetzen, um auf Langzeit Nierenschäden zu vermeiden.
So eine 2er Antidepressivakombi setzt vermutlich eine Dosisanpassung von Lithium voraus und sollte, wenn überhaupt sehr vorsichtig, in Absprache mit dem Psychiater erfolgen. Etwa würde da auch den Lithiumspiegel bestimmen und auf ein Minimal reduzieren bzw. häufiger kontrollieren, da sich die Lithiumdosis durch die Veränderung der Medikamenteeinstellung auch ändern kann.