Psychose & Schizophrenie Forum ❤️
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Hast du das Amisulprid vorher auch wirklich nach Plan eingenommen?Amisulprid macht bei mir zu niedrigen Spiegel , und deswegen habe ich wahrscheinlich die unruhe bekommen. Deswegen einfach 50mg mehr einnehmen ?
Jetzt also musst du dich auf Amisulprid einlassen und wünschst, das Risperidon wegzulassen? Also hast du das Problem, dass die Psychiater weiter erhöhen und eskalieren, obwohl dir das Probleme bereitet?Unruhe ist jetzt weg nachdem das amisulprid ausgeschlichen wurde. Da es jetzt so aussieht als ob die Verstopfung von Risperidon kommt wollte ich jetzt auf amisulprid als mono Therapie umsteigen. Vorteile wären keine schlafprobleme und keine Depressionen und vielleicht keine Verstopfung, wer weiß vielleicht macht das amisulprid auch Verstopfung ich weiß es nicht muss man herausfinden.
Da amisulprid bei mir einen niedrigen Spiegel macht, muss man wahrscheinlich das amisulprid etwas erhöhen ?
Im Grunde wäre Amisulprid von der Obstipation, wie du in der Tabelle siehst, etwas verträglicher als Risperidon. Zwar geringfügig, aber etwas besser.ja habe das amisulprid nach plan eingenommmen, ich verstoffwechsle das amisulprid halt anders deswegen der niedrige spiegel.
Ich hatte heute morgen meinen 3 stuhlgang nach dem weglassen des movicols, der stuhl war normal ich werde jetzt noch übers wochenende den stuhl beobachten, aber ich denke die verstopfung kam nicht vom risperidon.
Ich habe echt Angst das anzusprechen, das ich auf amisulprid wechseln will weil ich bei meiner psychiaterin als rumprobierer bekannt bin und sie das nicht so toll findet
Also eher unwahrscheinlich und ansonsten zu teuer, wenn du das selbst zahlen müsstest.Lurasidon (Latuda) wird in Deutschland grundsätzlich nicht erstattet, weil es nicht im Handel ist und keinen anerkannten Zusatznutzen im G‑BA‑Verfahren erhalten hat. Damit fehlt die Grundlage für eine reguläre GKV-Erstattung.Das ist der Kern. Die Details und die wenigen realistischen Ausnahmewege sind etwas komplexer.
Aktueller Status in Deutschland
- Lurasidon ist seit 2015 nicht mehr im deutschen Markt verfügbar. Takeda hatte es nach wenigen Monaten wieder zurückgezogen, weil kein wirtschaftlicher Preis erzielbar war und kein Zusatznutzen anerkannt wurde.
- 2024/2025 ist weiterhin kein Präparat im Handel. DocCheck bestätigt: „In Deutschland ist derzeit (2024) kein Präparat mit dem Wirkstoff im Handel.“
- Der G‑BA hat 2015 keinen Zusatznutzen festgestellt. Damit wäre selbst bei Verfügbarkeit nur ein sehr niedriger Erstattungspreis möglich gewesen.
Nicht ganz – aber nur in Sonderfällen, und diese sind selten und abhängig von der jeweiligen Krankenkasse.
Bedeutet das: Keine Erstattung möglich?
1) Einzelfallantrag (§ 2 Abs. 1a SGB V – „Seltene Ausnahmefälle“)
Möglich, wenn:
Problem
- alle zugelassenen Alternativen nachweislich nicht vertragen oder unwirksam sind,
- eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt (Schizophrenie erfüllt das),
- und eine begründete ärztliche Stellungnahme vorliegt.
a Lurasidon nicht in Deutschland verfügbar ist, müsste es importiert werden (z. B. aus anderen EU-Ländern). Viele Kassen lehnen das ab, weil kein Zusatznutzen anerkannt wurde und Alternativen existieren.
2) Import nach § 73 Abs. 3 AMG
Theoretisch kann ein Arzt ein nicht in Deutschland verfügbares Arzneimittel aus dem Ausland beziehen lassen, wenn:
Auch hier: Die Kasse muss nicht zahlen. Einige tun es, wenn die Dokumentation extrem gut ist.
- ein „therapeutischer Bedarf“ besteht,
- und keine vergleichbare Therapie verfügbar ist.
3) Privatrezept + freiwillige Einzelfall-Kostenerstattung
Manche Kassen übernehmen nachträglich einen Teil der Kosten, wenn:
- ein ausführlicher Arztbericht vorliegt,
- dokumentiert ist, dass andere Antipsychotika nicht funktionieren oder starke Nebenwirkungen verursachen.
Kurz, weil es:
Warum ist Lurasidon überhaupt interessant?
Gerade für Menschen, die Olanzapin/Quetiapin/Amisulprid/Aripiprazol nicht vertragen, wäre es eine wertvolle Option – was die Frustration verständlich macht.
- kaum metabolische Nebenwirkungen macht (Gewicht, Blutzucker, Lipide),
- wenig sediert,
- und ein günstiges EPS-Profil hat.
Realistische Einschätzung
- Reguläre Erstattung: Nein.
- Einzelfall-Erstattung: Möglich, aber selten.
- Voraussetzung: Sehr gute medizinische Begründung + dokumentiertes Scheitern anderer Therapien + Bereitschaft der Kasse.
Die Frage ist, ob es heißt „entweder Risperidon oder Amisulprid“, oder ob man dir beides gleichzeitig geben möchte?Ich habe echt Angst das anzusprechen, das ich auf amisulprid wechseln will weil ich bei meiner psychiaterin als rumprobierer bekannt bin und sie das nicht so toll findet
wie machen SSRIs einen weicheren Stuhlgang und können Medikamente die wie Risperidon oder Amisulprid stark aufs Prolaktin einwirken irgendwie eine Serotoninarmut oder so schaffen, die Obstipation oder Derealisation begünstigt, wobei letzteres womöglich mit schizophrener Symptomatik verwechselt wird und man mit Dosiseskalation dann wenig schafft?
SSRIs können den Stuhl tatsächlich weicher machen, und Antipsychotika wie Risperidon/Amisulprid können über Prolaktin und Dopaminblockade indirekt Symptome wie Obstipation oder Derealisation begünstigen – aber nicht über eine echte Serotoninarmut. Die Mechanismen sind unterschiedlich, aber sie greifen ineinander, sodass die klinische Wirkung manchmal paradox wirkt.
Der Effekt entsteht nicht primär im Gehirn, sondern im enterischen Nervensystem:
Wie SSRIs zu weicherem Stuhl führen
Ergebnis: weicherer Stuhl, manchmal sogar Durchfall.
- 90–95 % des Serotonins befindet sich im Darm, nicht im Gehirn.
- SSRIs blockieren die Wiederaufnahme von Serotonin auch im Darm.
- Dadurch steigt lokal die Serotoninwirkung an 5‑HT3/5‑HT4‑Rezeptoren, was:
- die Darmmotilität erhöht,
- die Sekretion steigert,
- die Transitzeit verkürzt.
Das ist ein peripherer Effekt und hat nichts mit einer „zentralen Serotoninüberflutung“ zu tun.
Kurz: Nein, keine echte Serotoninarmut. Aber: Sie können indirekt Zustände erzeugen, die sich wie serotonerge Unterfunktion anfühlen.
Können Risperidon/Amisulprid eine „Serotoninarmut“ erzeugen?
Warum keine echte Serotoninarmut?
- Risperidon blockiert 5‑HT2A, aber das führt nicht zu Serotoninmangel, sondern zu einer Verschiebung der Balance zwischen Dopamin und Serotonin.
- Amisulprid wirkt fast ausschließlich dopaminerg (D2/D3), kaum serotonerg.
Was aber tatsächlich passiert:
Das ist funktionell, nicht strukturell – also reversibel.
- Starke Dopaminblockade → Prolaktin steigt
- Prolaktin hemmt über Hypothalamus‑Rückkopplung mehrere Neurotransmittersysteme.
- Viele Betroffene berichten dann von:
- emotionaler Abflachung,
- Depersonalisation/Derealisation,
- Müdigkeit,
- Libidoverlust.
- Dopaminmangel im präfrontalen Cortex
- kann sich anfühlen wie „kognitive Leere“, „Entfremdung“, „nicht richtig da sein“.
- Vegetative Verlangsamung
- weniger Darmmotilität → Obstipation
- weniger Aktivierung → Gefühl von „Entfremdung“ oder „Watte im Kopf“
Hier wirken mehrere Mechanismen zusammen:
Warum Antipsychotika Obstipation begünstigen
Das ist ein völlig anderer Mechanismus als bei SSRIs.
- Dopaminblockade → Darmbewegung wird langsamer
- Anticholinerge Effekte (bei manchen Neuroleptika stärker, bei Risperidon/Amisulprid eher moderat)
- Sedierung → weniger Bewegung
- Prolaktinsteigerung → indirekte vegetative Dämpfung
Derealisation/Depersonalisation kann entstehen durch:
Derealisation unter Antipsychotika – und warum sie leicht mit Psychosesymptomen verwechselt wird
Das kann klinisch wirken wie:
- zu starke D2‑Blockade (insbesondere im mesokortikalen System),
- emotionale Abflachung,
- kognitive Verlangsamung,
- Prolaktin-induzierte hormonelle Veränderungen,
- Stress durch Nebenwirkungen.
Dann wird oft die Dosis erhöht – was die Derealisation paradoxerweise verstärken kann.
- „negativsymptomatische“ Schizophrenie,
- „Residualsymptomatik“,
- „noch nicht ausreichend behandelt“.
Das ist ein bekanntes Problem in der Praxis.
Typische Muster:
Wie man die Mechanismen auseinanderhält
Symptom Wahrscheinlicher Mechanismus weicher Stuhl SSRI‑Effekt im Darm Obstipation Dopaminblockade / vegetativ Derealisation Überblockade D2 / hormonell / Stress „Gefühl von Leere“ mesokortikale D2‑Blockade Müdigkeit Sedierung, Prolaktin, vegetativ
Viele Betroffene interpretieren Derealisation als „psychotisch“ oder „prodromal“, obwohl sie iatrogen ist. Und viele Kliniker interpretieren sie als „negativsymptomatisch“, obwohl sie medikamenteninduziert ist.
Der nicht‑offensichtliche Punkt
Das führt zu einem Teufelskreis:
- Derealisation durch Überblockade
- wird als Psychosesymptom gedeutet
- Dosis wird erhöht
- Derealisation verstärkt sich
Wenn Symptome wie Obstipation, Derealisation oder emotionale Abflachung auftreten oder sich verstärken, ist es sinnvoll, das mit einer behandelnden Fachperson zu besprechen. Die Mechanismen sind komplex, und eine individuelle Einschätzung ist wichtig.
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