Im Grunde ist das keine sinnvolle Kombi. Beide blockieren D2 also hast du da Überschneidungen, die im schlimmsten Fall auch zu paradoxen Nebenwirkungen führen, wenn man etwa von den Medikamenten selbst psychotische Symptome bekommt.
Hier kannst du dir die Rezeptorprofile der einzelnen Antipsychotika anschauen, darunter Cariprazin(Reagila) und Risperidon.
Rezeptorbindungsprofile von Antipsychotika
Reagila ist bei Therapieresistenz womöglich eher etwas schwächer, da die D4 Wirkung etwas schwächer ist, die da relevant ist.
Aripiprazol wäre besser, da D2 und D4 Rezeptoren sehr gut belegt werden, was du an der hohen pKi siehst, mit Rottönen unterlegt.
Aripiprazol ist wie Cariprazin ein Partialagonist, also ebenso ein moderner verträglicher Wirkstoff.
Das Risperidon ist unpassend, da du siehst, dass es sehr ähnliche Rezeptoren blockiert, was meist zu mehr Nebenwirkungen und keiner besseren Wirkung führt. Risperidon schränkt auch allein für sich sehr ein, weshalb du das normal reduzieren/absetzen solltest.
Falls Aripiprazol allein zu schwach wäre oder du einen Ersatz für Risperidon suchst, dann wäre Quetiapin in geringer Dosis besser. Quetiapin ergänzt das Aripiprazol wie du in der Tabelle siehst besser, da bei Therapieresistenz eher auf ein bereits Wirkprofil gesetzt wird:
Anhang anzeigen 2085
Aripiprazol+Quetiapin wird auch so häufiger eingesetzt.
So würde ich dir
@Moriko empfehlen, dich bei deinem Psychiater zu melden, da es bei schwieriger Symptomlage eventuell eine Klinikbehandlung mit kurzzeitig klassischen hochpotenten Antipsychotika erfordert. Danach kannst du dann etwa Aripiprazol Monotherapie probieren, da das vermutlich besser wirkt. Falls das allein zu schwach wäre und Symptome durchkommen, dann Quetiapin ergänzen.
So wäre zumindest mein Tipp. Längerfristig hast du mit Aripiprazol auch leichter die Möglichkeit später die
Intervalltherapie mit Bupropion zu nutzen, was effektiv bei Negativsymptomen und kognitiven Symptomen hilft, aber erstmal eine Grundstabilität voraussetzt.
Also Aripiprazol (Hauptmedikament) + Quetiapin (bei weiteren Resistenzen)
Akuttherapie in der Klinik wird eher mit dem hochpotenten Flupentixol oder das klassische Haloperidol gemacht, wobei ich vom letzteren weniger überzeugt bin. Flupentixol fand dich im geschützten Klinikbereich noch am besten, also lässt sich leicht einnehmen und wirkt sehr schnell.
Klinik wäre auch so am Anfang der Therapie für dich besser, da du da Psychoedukation und Psychotherapie bekommst. Da lernst du dann erstmal wie die Medikamente wirken und dich orientieren, da anfangs die Medikamente schon recht stark sind, bis diese reduziert werden können.
Ich bin mir da unsicher, ob man mit Atypischen beginnen sollte, da diese eher für die Erhaltungstherapie nach der Akutbehandlung (ca. 2–3 Wochen in der Klinik) geeignet sind. In der Klinik sind das meist so 2–3 Wochen mit den Akutwirkstoffen, was dann erst auf den Atypischen, im Idealfall Monotherapie (ein Antipsychotikum) umgestellt wird.
Später werden also die Dosierungen dann wieder reduziert und man wird dann auch wieder leistungsfähiger im Denken.