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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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Kommt das von der Schizophrenie?

Hatte vor zwei Jahren beides abgesetzt weil ich dachte ich schaff es ohne Medis.
Dann wollten Sie mir Solian vor einem Jahr andrehen. Da wurde ich rückfällig.
Habe mich geweigert wegen der Angst vor Nebenwirkungen.
Wollte nichts neues probieren.

Nun wäre ich bereit etwas neues auszuprobieren.
Bupropion müsstest du zuletzt reduzieren, da dies stabilisiert, ohne nachteilig zu sein. Dieses verbessert im Grunde die Wirkung der Antipsychotika und ermöglicht es, diese kurzzeitig oder phasenweise abzusetzen oder zumindest leichter zu reduzieren.

Dieses kannst du also ohne Probleme beibehalten und solltest du auch, da es für die Antipsychotika fast wie ein Entzugsmedikament ist.
 
Ich habe Symptome, welche ich nicht ein ordnen kann.
Dachte schon es geht in Richtung ICH Störung. Bin mir aber nicht sicher.

Beispiel: Jemand redet von sich, meint aber mich.
Sagt: Ich muss mir die Brille putzen.
Ich denke mir nichts, beziehe es nicht auf mich, obwohl derjenige eigentlich mich meinte. Indirekt gesprochen hat.

Wie nennt man dieses Symptom und kommt es von der Schizophrenie?
Ein klassisches Symptom der Schizophrenie wäre der umgekehrte Fall. Niemand redet über dich, aber du beziehst alles auf dich. Hier handelt es von "mentaler Abwesenheit". Kennt jeder, muss nicht unbedingt was mit Schizophrenie zu tun haben.
 
Derzeit nehme ich 5mg Abilify und 10mg Citalopram.
Bupropion bekomm ich vermutlich nicht mehr verschrieben.
Hab Montag termin und werde es ansprechen , dass ich evt. REAGILA versuchen möchte.
 
Das ist vermutlich eine typische Erscheinung des Beziehungswahns

Das Gehirn kann durch Überlastung, bzw. eher einer Fehlsteuerung Reize scheinbar nicht mehr richtig den gegebenen Umständen zuordnen bzw. verwerten und statt den Input dann zu streichen, landet er wohl unverarbeitet bzw. ungefiltert im Bewusstsein des Betroffenen, mit der Anmerkung "Das muss etwas mit Dir zu tun haben"

Das Gehirn lässt vermutlich durch dessen von der Natur aus viel zu komplex gestalteten Einrichtung seinen Nutzer wohl in bestimmten Situationen im Stich, soll Er bzw. Sie mal machen und mal sehen, was sich daraus ergibt

Für meine Mutter hieß dieses Überlassen leider Jahrzehnte lange Qualen, weshalb ich nicht von Lebensqualität sprechen möchte und auch für Religionen kein offenes Ohr mehr habe
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für deine Antworten.
Hatte jahre lang 10mg Abilify und Bupropion.
Hatte dadurch ebenfalls später zu wenig Antrieb und Motivation.
Deswegen doch mal Reagila probieren?
Ja bei mir war es mit Abilify aehnlich. Kann nur von mir reden. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Der Wechsel zu Reagila hat sich aufjedenfall mal gelohnt.
 
Dein antipsychotikum ist zu wenig wenn du solche Symptome hast. Von reagila könntest du eine höhere dosis nehmen falls du es besser verträgst.
 
@Hoffnung2025
Das Phänomen, das du beschreibst, ist psychologisch sehr interessant, weil es genau an der Schnittstelle zwischen Wahrnehmung und sozialer Interpretation liegt.
..

Wie nennt man dieses Symptom?​

Wenn jemand indirekt über sich spricht („Ich müsste mal wieder...“), aber eigentlich dich damit meint (eine Aufforderung an dich), nennt man das in der Kommunikationspsychologie eine indirekte Botschaft oder Appell-Ebene.

Dass du diese Botschaft zunächst rein wörtlich nimmst und nicht sofort auf dich beziehst, kann verschiedene Ursachen haben:

  1. Mangelnde Theory of Mind: Das ist die Fähigkeit, zu verstehen, was ein anderer gerade denkt oder beabsichtigt. Wenn diese Fähigkeit eingeschränkt ist, nimmt man Sätze sehr buchstäblich (literal). Man hört, was gesagt wird, aber nicht, was "zwischen den Zeilen" gemeint ist.
  2. Konzentrations- oder Aufmerksamkeitsstörungen: Wenn das Gehirn durch Stress oder den "Kampf oder Flucht"-Modus (den du erwähnt hast) überlastet ist, filtert es komplexe soziale Hinweise aus und konzentriert sich nur auf den direkten Informationsgehalt.
  3. Soziale Abnutzung: Durch das jahrelange Mobbing hast du vielleicht gelernt, dich innerlich zu distanzieren, um dich zu schützen. Das führt dazu, dass du Botschaften anderer nicht mehr automatisch "an dich heranlässt".

Kommt es von der Schizophrenie?​

Es gibt im Bereich der Schizophrenie und verwandten Psychosen Symptome, die damit verwandt sind, aber oft in die entgegengesetzte Richtung gehen:

  • Beziehungswahn: Hier beziehen Betroffene Dinge auf sich, die nichts mit ihnen zu tun haben (z. B. eine Nachrichtensprecherin im TV meint mich persönlich).
  • Ich-Störungen: Hier verschwimmen die Grenzen zwischen dem "Ich" und der Umwelt (z. B. man denkt, die eigenen Gedanken werden laut ausgesprochen).
Was du beschreibst – also eine indirekte Botschaft nicht als solche zu erkennen – ist eher typisch für:

  • Kognitive Symptome bei Schizophrenie (Schwierigkeiten, soziale Kontexte schnell zu entschlüsseln).
  • Autismus-Spektrum-Störungen (starkes Fokusieren auf die wörtliche Bedeutung).
  • Traumafolgen: Wenn man im Überlebensmodus ist, ist das Gehirn für subtile soziale Spielchen oft "blind", weil es nur nach echten Bedrohungen scannt.

Wie kann man das einordnen?​

Es wirkt so, als hättest du eine Barriere aufgebaut. Einerseits ist das ein Schutz (du lässt dich nicht sofort manipulieren), andererseits führt es zu Missverständnissen im Alltag.

In der Fachsprache könnte man es als eine Störung der sozialen Kognition bezeichnen. Das Gehirn "rechnet" in dem Moment nicht damit, dass das Gegenüber unpräzise oder manipulativ spricht.

Fühlt es sich für dich eher so an, als würdest du die Absicht des anderen erst viel später verstehen (wie ein "Aha-Erlebnis" im Nachhinein), oder bleibt die Situation für dich auch später völlig unlogisch?
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es ist wie ein AHA Erlebnis im Nachhinein und oft versuche ich durch logisches Denken heraus zubekommen ob es an mich gerichtet war, indirekt. Auch wenn ich es anfangs garnicht auf mich bezogen habe.
 
Dieses zeitverzögerte Verständnis, das du als „AHA-Erlebnis im Nachhinein“ beschreibst, ist ein sehr klassisches Zeichen dafür, dass dein Gehirn soziale Informationen seriell (nacheinander) statt parallel (gleichzeitig) verarbeitet.

Während andere Menschen die wörtliche Bedeutung und die soziale Absicht oft zeitgleich erfassen, trennst du diese Prozesse unbewusst voneinander.
..
Hier ist eine Einordnung, warum das passiert und wie man diesen Prozess nennt:

Der Fachbegriff: „Offline“-Mentalisierung​

In der Psychologie unterscheidet man zwischen zwei Arten, soziale Situationen zu verstehen:

  • Online-Mentalisierung: Das ist die Fähigkeit, während eines Gesprächs sofort die Absichten, Wünsche oder Gefühle des Gegenübers zu „lesen“.
  • Offline-Mentalisierung: Das ist genau das, was du beschreibst. In der Situation selbst nimmst du nur die Fakten auf. Erst wenn du später in Ruhe darüber nachdenkst und logische Schlussfolgerungen ziehst, „fällt der Groschen“. Du musst die Situation quasi wie ein Detektiv rekonstruieren, statt sie intuitiv zu spüren.

Warum nutzt du logisches Denken als „Ersatz“?​

Wenn die intuitive soziale Antenne (oft durch Stress, Traumata oder neurobiologische Faktoren) gedämpft ist, springt der Verstand ein. Das nennt man auch Kompensation.

  • Der Filter-Effekt: Dein Gehirn priorisiert in der direkten Interaktion die Information („Ich müsste mal wieder...“ = „Aha, Arbeit steht an“). Da du dich, wie du früher erwähnt hast, oft im Schutz- oder Stealth-Modus befindest, blockt dein System alles ab, was nicht eindeutig und direkt an dich gerichtet ist. Das ist ein hocheffizienter Schutzmechanismus gegen Manipulation.
  • Soziale Kognition: Bei Schizophrenie oder nach langem Mobbing kann die „Verarbeitungsgeschwindigkeit“ für soziale Hinweise reduziert sein. Das Gehirn braucht einfach länger, um den Kontext (Wer steht vor mir? In welcher Beziehung stehen wir? Was will derjenige von mir?) mit dem Satz abzugleichen.

Ist das „AHA-Erlebnis“ ein gutes Zeichen?​

Ja, absolut. Dass dieses Erlebnis überhaupt stattfindet, zeigt zwei wichtige Dinge:

  1. Deine Theory of Mind ist vorhanden: Du besitzt die Fähigkeit, die Perspektive anderer zu verstehen, sie ist nur im Moment der Interaktion nicht „aktiviert“.
  2. Kein Realitätsverlust: Im Gegensatz zum Beziehungswahn (wo man fälschlicherweise überzeugt ist, alles beziehe sich auf einen) prüfst du die Situation logisch und kritisch nach. Du suchst nach der Wahrheit, statt einer Illusion zu erliegen.

Ein kleiner Impuls für den Alltag​

Da du sagst, dass du es oft erst später durch Logik herausfindest: Es ist völlig legitim, in der Situation direkt nachzufragen. Ein kurzes „War das gerade ein Wink mit dem Zaunpfahl an mich?“ kann die Schleife des Grübelns im Nachhinein oft sofort unterbrechen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Klingt einfach nach einem Missverständnis. Undeutliche Kommunikation. Ich mag sowas auch nicht. Würde ich nicht zu viel hinein interpretieren. Wie viel grübelst Du?
 
Ich bin schon etwas am Grübeln, woher das kommt. Ob ich nicht nur Schizophren sondern auch Autist bin. Nehme nun wieder 5mg Abilify und werde dabei bleiben. Nicht mehr reduzieren.
Evt. sogar umstellen.

Meine Geschwister haben auch schon gesagt, dass Sie sich autismus vorstellen könnten. Allerdings sind wir genetisch nicht Verwandt, ich war Pflegekind.
Aber das kann nur ein Arzt rausfinden.

Denke das die alles auf die Schizophrenie schieben Kommunikation, missverständnisse etc.

Obwohl Sie sagen mir sieht man es nicht an, meine Erkrankung.
Ich hätte nur so einen Knopf zum umschalten.
 
Ich bin schon etwas am Grübeln, woher das kommt. Ob ich nicht nur Schizophren sondern auch Autist bin. Nehme nun wieder 5mg Abilify und werde dabei bleiben. Nicht mehr reduzieren.
Evt. sogar umstellen.
Bupropion NDRI könntest du leicht zum Abilify + Citalopram SSRI hinzufügen.
Du hattest ja Bupropion schon, wobei sich das ideal mit dem Citalopram ergänzt. Abilify 5mg ist ja die kleinste Tablettendosis davon und wäre in dem Rahmen interessant.

@Hoffnung2025
Dann hättest du fast bis auf Trimipramin-Tropfen alles für die Intervalltherapie.

Alternativ könntest du später immer noch vom Aripiprazol (Abilify) aufs Cariprazin (Reagila) umstellen.

Bupropion wäre eben wichtig, da es reale Fortschritte bringt, vor allem wenn du das Aripiprazol so reduziert einnimmst.
 
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