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Psychose & Schizophrenie Forum ❤️

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Ich weis nicht mehr weiter

Hasendame

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Hallo,
Um es kurz zu halten möchte ich gleich nach winziger Einführung zum Punkt kommen. Wir sind seit 2012 verheiratet, er kam aus den USA. Schon damals habe ich gemerkt dass er psychisch sehr angeschlagen war. Wir haben 1 Sohn, 11. Wir sind im Lauf der letzten 12-13 Jahre durch alle Facetten eines psychischen Ausnahmezustandes. Verbale Gewalt, Drohungen und Beschimpfungen, körperliche Gewalt und extraordinäre Eifersucht all dies in den positiv-Symptomzeiten, totaler Rückzug, depressive Verstimmung, viel schlafen, viel Alkohol, zeitweise Verlust der Erkennung, Konzentrationsschwäche, Antriebsschwäche. Da er leider in den ersten Jahren noch kein Deutsch sprach, wollte kein Therapeut sich ihm annehmen. Wir haben uns von Jahr zu Jahr vorgearbeitet. Vor etwa 1,5 Jahren ist er "aufgewacht" wie er es nennt. Zwar hat er schon immer mehr oder weniger Stimmen gehört und war mit seinem Freund dem Alien in Kontakt, doch verliert er sich jeden Tag mehr in seinem Aufgewachtsein, da er nun weiss er war auch von einer anderen Galaxie und muss hier im Aquarium böse Kreaturen und Menschen mental bekämpfen um zu analysieren wie man es im nächsten Aquarium besser macht. Letztes Jahr März ist er völlig ausgetickt und hat mich fast umgebracht, nicht sehend wer ich bin. Unser Sohn kam aus dem Bett und wollte helfen, wir konnten fliehen. Am Morgen danach habe ich ihm gesagt, Psychiatrie jetzt oder du musst gehen. Wir sind in die Psychitrie, hatten ein Gespräch und sind mangels Bett wieder nach Hause geschickt worden. 2 Wochen später der Anruf, Bett frei, er in der Negativphase nö ich krieg das hin. 3 Monate später spitzt es sich zu, er ist nur noch gereizt, kommt in Konflikt mit Junior, dieser rennt weg und hält ein Messer vor sich. Mein Mann packt ihn und bringt ihn zur Polizei "das Kind wollte mich umbringen"
Wir wurden alle vernommen, meinem Mann wurde für 2 Wochen ein Kontaktverbot ausgesprochen. Ich habe ein Kontaktverbot für 6 Monate unterschrieben. In dieser Zeit haben wir uns als Familie wieder angenähert ( in Absprache Jugendamt) im Dezember ist er wieder völlig bei uns eingezogen. Mitlerweile ist sein Alkoholkonsum wieder massiv, er lebt komplett in seiner anderen Welt und hat keine Krankheitseinsicht. Er ist nicht mehr gewalttätig aber ich sehe schon wieder die Situation verschärfen.
Was kann ich tun? Das Gesundheitssystem lässt uns völlig im Stich und er denkt alle Anderen sind "psycho"
 
Es gibt keine besonders guten Therapien bei Schizophrenie, vor allem wenn man starke Negativsymptome hat. Entweder man ist ruhig und völlig unmotiviert mit üblichen Antipsychotika oder man nimmt keine und wird reizbar, psychotisch und paranoid.

Welche Medikamente nimmt dein Mann genau @Hasendame? Übliche Absetzversuche führen zu solchen instabilen Phasen.
Drogen wie Alkohol und Zigaretten sollte man meiden.

Hier findest du im Forum eine Medikament-Empfehlung wobei das Bupropion (NDRI Antidepressivum) bei der Absetzproblematik hilft und gegen Nikotinsucht. Die Trimipramin-Tropfen sind schlaffördernd und können bei Suchtproblemen wie Alkoholsucht helfen. Das Antipsychotikum ist in dem Fall das gut verträgliche Aripiprazol, was im Idealfall sogar unterbrochen mit längeren Absetzphasen funktionieren kann, wenn das Bupropion täglich eingenommen wird.
Ist keine Standardtherapie, aber damit würden sich viele eurer Probleme leichter bewältigen lassen.

Welche Medikamente nimmt er zurzeit, wie häufig nimmt er diese ein und was hat er schon alles versucht?
Gibt auch so schlecht und besser verträgliche Antipsychotika, da kann ein Wechsel zu einem Verträglichen schon etwas ausmachen.
Es kann schon helfen, wenn man ein halbwegs verträgliches Antipsychotikum bekommt, dazu findest du hier einen Überblick über die Nebenwirkungen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß, wie instabil man mit schlechten Antipsychotika und daraus folgenden Absetzversuchen sein kann, also ein völlig anderer Mensch als man sich selbst kennt, sehr reizbar etc.
Für eine Familie kann das sehr schwer sein, wobei ich denke das dein Mann @Hasendame auch sehr auf deine Hilfe angewiesen ist und sich die Situation bei einer guten Medikamenteeinstellung grundlegend ändern würde!

Ist dein Mann arbeitslos oder muss dieser dich und das Kind mit einem Voll- oder Teilzeitjob versorgen? Problem kann sein, dass Schizophrenie und Medikamente einen sogut wie Arbeitsunfähig machen, also in manchen Situationen Erwerbsminderungsrente (wenn er die Voraussetzugen erfüllt) besser ist. Dann kann er zu der Rente noch 520€ dazuverdienen bei einem Paar müssten sogar 850€ zusätzlich bei maximal 3 Stunden arbeit täglich möglich sein, wobei man sich da genau über die aktuelle Rechtslage informieren muss.

So eine Entlastung durch Erwerbsminderungsrente kann es euch insgesamt erleichtern, damit er sich um seine Gesundheit und eigenen Baustellen ohne weitere finanzielle Sorgen besser kümmern kann. Später kann man dann immer noch mehr arbeiten, wobei das eben mit Kürzungen bei der Rente verbunden sein kann.
Da solltet ihr allgemein schauen, wie ihr den Druck auf ihn reduziert da die Psychose extremer psychischer Stress im Akutfall ist und mit den üblichen Antipsychotika man so gut wie keine Motivation hat, um einen Beruf mit der notwendigen Motivation nachgehen zu können, da das dann auch im Beruf Probleme bedeutet ob mit oder ohne Medikamente.

Von daher wäre es erstmal gut zu wissen, welche Antipsychotika er einnimmt, ob er überhaupt regelmäßig Medikamente außerhalb der Klinik einnimmt?
Ganz ohne Antipsychotika wird er immer wieder instabil werden, von daher sind solche für Betroffene manchmal übliche Absetzversuche kein guter Zustand für die Familie.
Wenn er dagegen täglich Antipsychotika einnimmt und somit ruhig ist, kann das Movtivationstechnisch auch ein unerträglicher Zustand für ihn sein, da Negativsymptome der Erkrankung durch Antipsychotika schwer behandelbar sind oder sogar schlechter werden können.
Da wäre dann die Behandlungsempfehlung von mir(Druckversion) besser, wobei ich eine Psychose ohne Stimmen habe und auch individuelle Faktoren reinspielen, auf welche Wirkstoffe man gut anspricht.

Generell ist es erstrebenswert ein Atypisches Antipsychotikum zu suchen, was er bereit ist, regelmäßig am besten täglich und durchgehend einzunehmen, ohne dass er damit völlig weggetreten ist.
Die Nebenwirkungstabelle hilft die Nebenwirkungen des jeweiligen Medikaments was man einnimmt besser zu verstehen und mögliche Alternativen zu erwägen.
Psychotherapie ist auch so für Schizophrene eher schwer zu finden, auch wenn es wichtig und nützlich sein kann, muss in erster Linie die medikamentöse Therapie stimmen und da gibt es viele Möglichkeiten.

Von daher wäre es gut zu wissen, welche Medikamente er zuhause einnimmt, was er so bereits für Wirkstoffe zuhause und in der Klinik hatte, wie er mit der Medikamenteeinnahme umgeht und alles? Da könnte ich dich grundlegend beraten, damit er gut verträgliche Wirkstoffe sich aufschreiben lässt oder im Idealfall die Empfehlung von mir ausprobieren kann.
 
Hallo,
Um es kurz zu halten möchte ich gleich nach winziger Einführung zum Punkt kommen. Wir sind seit 2012 verheiratet, er kam aus den USA. Schon damals habe ich gemerkt dass er psychisch sehr angeschlagen war. Wir haben 1 Sohn, 11. Wir sind im Lauf der letzten 12-13 Jahre durch alle Facetten eines psychischen Ausnahmezustandes. Verbale Gewalt, Drohungen und Beschimpfungen, körperliche Gewalt und extraordinäre Eifersucht all dies in den positiv-Symptomzeiten, totaler Rückzug, depressive Verstimmung, viel schlafen, viel Alkohol, zeitweise Verlust der Erkennung, Konzentrationsschwäche, Antriebsschwäche. Da er leider in den ersten Jahren noch kein Deutsch sprach, wollte kein Therapeut sich ihm annehmen. Wir haben uns von Jahr zu Jahr vorgearbeitet. Vor etwa 1,5 Jahren ist er "aufgewacht" wie er es nennt. Zwar hat er schon immer mehr oder weniger Stimmen gehört und war mit seinem Freund dem Alien in Kontakt, doch verliert er sich jeden Tag mehr in seinem Aufgewachtsein, da er nun weiss er war auch von einer anderen Galaxie und muss hier im Aquarium böse Kreaturen und Menschen mental bekämpfen um zu analysieren wie man es im nächsten Aquarium besser macht. Letztes Jahr März ist er völlig ausgetickt und hat mich fast umgebracht, nicht sehend wer ich bin. Unser Sohn kam aus dem Bett und wollte helfen, wir konnten fliehen. Am Morgen danach habe ich ihm gesagt, Psychiatrie jetzt oder du musst gehen. Wir sind in die Psychitrie, hatten ein Gespräch und sind mangels Bett wieder nach Hause geschickt worden. 2 Wochen später der Anruf, Bett frei, er in der Negativphase nö ich krieg das hin. 3 Monate später spitzt es sich zu, er ist nur noch gereizt, kommt in Konflikt mit Junior, dieser rennt weg und hält ein Messer vor sich. Mein Mann packt ihn und bringt ihn zur Polizei "das Kind wollte mich umbringen"
Wir wurden alle vernommen, meinem Mann wurde für 2 Wochen ein Kontaktverbot ausgesprochen. Ich habe ein Kontaktverbot für 6 Monate unterschrieben. In dieser Zeit haben wir uns als Familie wieder angenähert ( in Absprache Jugendamt) im Dezember ist er wieder völlig bei uns eingezogen. Mitlerweile ist sein Alkoholkonsum wieder massiv, er lebt komplett in seiner anderen Welt und hat keine Krankheitseinsicht. Er ist nicht mehr gewalttätig aber ich sehe schon wieder die Situation verschärfen.
Was kann ich tun? Das Gesundheitssystem lässt uns völlig im Stich und er denkt alle Anderen sind "psycho"

Ich finde es immer verwunderlich, wie sich hier Leute mit Drogen/Alkohol "das Hirn wegschießen" und sich dann wundern, wenn es tatsächlich auch so passiert 🤷‍♂️

Wenn deinem Mann der Sohn noch irgendwo am Herzen liegt, dann sollte er damit aufhören.

Kinder sind immer sehr sensibel und nehmen vieles auf. Ich habe selbst eine Tochter (schon 20), die aber auch noch sehr sensibel ist. Das würde sie auch jetzt noch belasten, wenn ich die ganze Zeit hier am "rumhalluzinieren" wäre.

Menschen wie ich, die schon beinahe chronisch psychotisch sind, leben schon fast in Askese, damit wir keine Psychose mehr bekommen. Und dann gibt es Leute, die hauen sich mit allem dicht, erzählen den wirrendsten Mist, und halten sich nicht für krank. Da muss ich mir schon irgendwie an den Kopf packen.

Kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen, denke das ist sehr sehr hart für deinen Sohn. Vielleicht täte eine Zeit ohne Vater auch mal gut, damit er sich wieder ordnen kann. Vielleicht bekommt man ja noch ne Chance für Psychotherapie für deinen Mann.

So schadet es mehr als es nützt, ist so meine Einschätzung aus dem Internet 😉
 
Hallo,
wie geht es dir? Ich weiß das es leichter gesagt als getan aber nehme deinen Sohn und gehe. Das alleine zu lesen ….

Wenn nicht für dich dann für dein Kind.

Und dann überlege wie du ihm helfen kannst.
 
Ich finde es immer verwunderlich, wie sich hier Leute mit Drogen/Alkohol "das Hirn wegschießen" und sich dann wundern, wenn es tatsächlich auch so passiert 🤷‍♂️

Wenn deinem Mann der Sohn noch irgendwo am Herzen liegt, dann sollte er damit aufhören.

Kinder sind immer sehr sensibel und nehmen vieles auf. Ich habe selbst eine Tochter (schon 20), die aber auch noch sehr sensibel ist. Das würde sie auch jetzt noch belasten, wenn ich die ganze Zeit hier am "rumhalluzinieren" wäre.

Menschen wie ich, die schon beinahe chronisch psychotisch sind, leben schon fast in Askese, damit wir keine Psychose mehr bekommen. Und dann gibt es Leute, die hauen sich mit allem dicht, erzählen den wirrendsten Mist, und halten sich nicht für krank. Da muss ich mir schon irgendwie an den Kopf packen.

Kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen, denke das ist sehr sehr hart für deinen Sohn. Vielleicht täte eine Zeit ohne Vater auch mal gut, damit er sich wieder ordnen kann. Vielleicht bekommt man ja noch ne Chance für Psychotherapie für deinen Mann.

So schadet es mehr als es nützt, ist so meine Einschätzung aus dem Internet 😉
Ganz deiner Meinung!
 
Kann mich den anderen Kommentatoren nur anschließen, denke das ist sehr sehr hart für deinen Sohn. Vielleicht täte eine Zeit ohne Vater auch mal gut, damit er sich wieder ordnen kann. Vielleicht bekommt man ja noch ne Chance für Psychotherapie für deinen Mann.
Kann man auch so bei Schizophrenie fast vergessen einen Psychotherapeuten zu bekommen, von daher ist das eine Unzumutbarkeit so eine Erwartung zu stellen. Psychotherapie ist bei Schizophrenie nur teilweise indiziert, also früher ist man davon ausgegangen, dass es keine Wirkung hat.
Das ihr hier eine Trennung der Familie fokussiert mit dem Druckmittel einer Psychotherapie finde ich falsch, da man erstens gerade aus dem Internet heraus keine solchen Familienzerreisenden Einschätzungen macht, die zudem alles verschlimmern können, zweitens Psychotherapie für ihren Mann so gut wie ausgeschlossen ist, wenn man schon mit gutem Deutsch bei Schizophrenie häufig keinen Psychotherapeuten bekommt.
Alkoholverzicht ist gut, aber was Rauchen angeht, sind Schizophrene häufig stark abhängig, da kommen nur wenige davon weg.

Beim Alkohol stimme ich im Grunde zu.
Alkohol ist vor allem dann schädlich, wenn man gar kein Antipsychotikum einnimmt, weil es in so einen Fall Symptome begünstigen kann und weitere Hemmungen bei Reizbarkeit und so fallen können, auch psychotische Symptome können verstärkt auftreten. Vielleicht ist der Gedanke ihres Manns das Antipsychotikum mit dem Alkohol irgendwie ersetzen zu können, da es kurzzeitig auch etwas beruhigen kann, aber das ist eben keine Lösung. Ganz ohne Antipsychotika oder Krankheitseinsicht ist er für sich und andere eine Gefahr, es wäre also besser wenn er überhaupt bereit ist wirksame Medikamente einzunehmen, woran es vermutlich schon mangelt.
 
Hallo,
wie geht es dir? Ich weiß das es leichter gesagt als getan aber nehme deinen Sohn und gehe. Das alleine zu lesen ….

Wenn nicht für dich dann für dein Kind.

Und dann überlege wie du ihm helfen kannst.
So ein Kontaktabbruch ist für alle sehr viel Stress und kann das auch verschlimmern, wenn dann ein Streit ums Kind und so daraus wird.

Ihr Mann, wenn antipsychotische Medikamente einnimmt, wird er halbwegs normal sein, dass Problem wird die komplette Krankheitseinsicht sein, Bereitschaft Medikamente einzunehmen und vielleicht das ihr Mann trotz Erkrankung arbeiten muss und dann dieser Druck kaum machbar ist. Mit Medikamenten ist man ruhig, aber man funktioniert kaum, ohne wird man reizbar aggressiv, paraonid und dann gibt es in der Familie Streit.

Ich habe daheim auch Jahre herumgeschriehen und so Sachen, als es schwer war und mir nix anderes als blinde Absetzversuche geblieben sind, das ist für eine solche Familie natürlich schwierig bis zum Risiko, weil ihr Mann praktisch selbst eine Belastung ist und im Akutfall ein Risiko.
Aber wenn er bereit ist Medikamente einzunehmen und Krankheitseinsicht hat, dann sollte er vielleicht eher erwerbsunfähig sein, aber für die Familie keine Belastung.

@Hasendame welche Medikamente bekommt dein Mann genau verordnet, und was davon nimmt er wie regelmäßig oder unregelmäßig ein? Wenn er gar keine Bereitschaft hat antipsychotisch wirksame Medikamente einzunehmen, dann werdet ihr immer wieder in so eine problematische Situation geraten, weil Rückfälle vorprogrammiert sind.
Es kann helfen seine Krankheitseinsicht zu fördern, indem er unter den besser verträglichen Antipsychotika eines ausprobiert. Dafür kann diese Nebenwirkungsliste helfen sein aktuell verordnetes Antipsychotikum mit Anderen zu vergleichen die vielleicht Nebenwirkungsärmer sind.
Falls er schon ein Verträgliches hat wäre auf längere Sicht auch die Medikamenteempfehlung von mir etwas, aber das erfordert ausreichend Krankheitseinsicht und das man seine Symptome gut kennt. Erstmal ist es gut, überhaupt ein Antipsychotikum zu finden das man bereit ist bei Symptomen und überhaupt möglichst regelmäßig einzunehmen.
 
Kann man auch so bei Schizophrenie fast vergessen einen Psychotherapeuten zu bekommen, von daher ist das eine Unzumutbarkeit so eine Erwartung zu stellen. Psychotherapie ist bei Schizophrenie nur teilweise indiziert, also früher ist man davon ausgegangen, dass es keine Wirkung hat.
Das ihr hier eine Trennung der Familie fokussiert mit dem Druckmittel einer Psychotherapie finde ich falsch, da man erstens gerade aus dem Internet heraus keine solchen Familienzerreisenden Einschätzungen macht, die zudem alles verschlimmern können, zweitens Psychotherapie für ihren Mann so gut wie ausgeschlossen ist, wenn man schon mit gutem Deutsch bei Schizophrenie häufig keinen Psychotherapeuten bekommt.
Alkoholverzicht ist gut, aber was Rauchen angeht, sind Schizophrene häufig stark abhängig, da kommen nur wenige davon weg.

Beim Alkohol stimme ich im Grunde zu.
Alkohol ist vor allem dann schädlich, wenn man gar kein Antipsychotikum einnimmt, weil es in so einen Fall Symptome begünstigen kann und weitere Hemmungen bei Reizbarkeit und so fallen können, auch psychotische Symptome können verstärkt auftreten. Vielleicht ist der Gedanke ihres Manns das Antipsychotikum mit dem Alkohol irgendwie ersetzen zu können, da es kurzzeitig auch etwas beruhigen kann, aber das ist eben keine Lösung. Ganz ohne Antipsychotika oder Krankheitseinsicht ist er für sich und andere eine Gefahr, es wäre also besser wenn er überhaupt bereit ist wirksame Medikamente einzunehmen, woran es vermutlich schon mangelt.

Ich denke schon, dass ich sagen kann, dass der Junge alleine besser dran wäre, nachdem ich das da gelesen habe.

Und wenn ich ganz ehrlich bin: Es ist schon fast eine Beleidigung für Psychotiker wie uns, wenn ich hier lese, wie sich Leute "mit allem dichtbomben" und nicht krankheitseinsichtig sind.

Da reicht es, wenn man 1 und 1 zusammen zählt.

Ich habe selbst eine Tochter, und auch in einer sozialen Einrichtung gearbeitet, die für Kinder zuständig war. Von daher denke ich, dass ich mir da schon ne Meinung erlauben kann.

Das Kind bekommt ja fast ein Trauma, wenn es so aufwächst.
 
  • Danke
Reaktionen: NAW
Ich habe selbst eine Tochter, und auch in einer sozialen Einrichtung gearbeitet, die für Kinder zuständig war. Von daher denke ich, dass ich mir da schon ne Meinung erlauben kann.
Hat man dir deine Tochter weggenommen? Musst oder musst du gleichzeitig Versorger deiner Tochter sein, du bekommst doch auch Erwerbsminderungsrente oder?
Du kennst die Ausgangssituation kein Stück, warum er keine Krankheitseinsicht hat, was von ihm in der Familie erwartet wird, was er leisten kann, wie sich die Medikamente bei ihm auswirken, warum er diese(wenn überhaupt) absetzt.
Wir haben hier keine genauen Informationen der Mutter, also sollte man auch keine vorschnellen Schlüsse ziehen, wenn es vielleicht viele Minderschwellige Möglichkeiten gibt das Problem zu bewältigen.
Oder wurde dir deine Tochter weggenommen und warst du immer Krankheitseinsichtig vom ersten Tag an?
 
Hat man dir deine Tochter weggenommen? Musst oder musst du gleichzeitig Versorger deiner Tochter sein, du bekommst doch auch Erwerbsminderungsrente oder?
Du kennst die Ausgangssituation kein Stück, warum er keine Krankheitseinsicht hat, was von ihm in der Familie erwartet wird, was er leisten kann, wie sich die Medikamente bei ihm auswirken, warum er diese(wenn überhaupt) absetzt.
Wir haben hier keine genauen Informationen der Mutter, also sollte man auch keine vorschnellen Schlüsse ziehen, wenn es vielleicht viele Minderschwellige Möglichkeiten gibt das Problem zu bewältigen.
Oder wurde dir deine Tochter weggenommen und warst du immer Krankheitseinsichtig vom ersten Tag an?

Ich habe mich von meiner Partnerin getrennt, als wir beide gesehen haben, dass es nicht weitergeht.

Und wenn zu Hause Aggressionen herrschen, würde ich JEDEM zur Trennung raten.

Weil DAS ist bestimmt nicht gut für das Kind.

SOLLTEN eigentlich beide Elternteile wissen. Wenn nicht, ja dann tut es mir leid.

Ist so meine ehrliche Meinung.

So wie ich sie auch jedem auf der Straße sagen würde.

Das Kind wird drunter leiden. Halte ich für so sicher, wie das Amen in der Kirche. Kenne viele Paare, die alleine Leben (Mutter + Kind) und den Kindern hat es nicht geschadet.

Monogamie ist übrigens out, habe ich gestern in der Zeitung gelesen. Nur so als "Food for thought".

Ich halte nichts für schlimmer für ein Kind als ne toxische Beziehung. Musste ich auch selbst als Kind drunter leiden. Dann kann man sich besser trennen.

Aber ist nur meine persönliche Meinung und nicht mein therapeuthischer Rat, weil den können wir beide nicht geben!
 
Ich habe mich von meiner Partnerin getrennt, als wir beide gesehen haben, dass es nicht weitergeht.

Und wenn zu Hause Aggressionen herrschen, würde ich JEDEM zur Trennung raten.

Weil DAS ist bestimmt nicht gut für das Kind.

SOLLTEN eigentlich beide Elternteile wissen. Wenn nicht, ja dann tut es mir leid.

Ist so meine ehrliche Meinung.

So wie ich sie auch jedem auf der Straße sagen würde.

Das Kind wird drunter leiden. Halte ich für so sicher, wie das Amen in der Kirche. Kenne viele Paare, die alleine Leben (Mutter + Kind) und den Kindern hat es nicht geschadet.

Monogamie ist übrigens out, habe ich gestern in der Zeitung gelesen. Nur so als "Food for thought".

Ich halte nichts für schlimmer für ein Kind als ne toxische Beziehung. Musste ich auch selbst als Kind drunter leiden. Dann kann man sich besser trennen.

Aber ist nur meine persönliche Meinung und nicht mein therapeuthischer Rat, weil den können wir beide nicht geben!
für dich ist also Trennung eben das erste woran du denkst.
Das die Aggressionen von der Erkrankung und weniger von der Persönlichkeit kommen ist dir klar?
Ich war vor der Schizophrenie einer der ruhigsten Menschen, die man kaum aus der Fassung bringen konnte, das Gegenteil von Aggressiv. Mit der Psychose und den beschissenen Therapien musste ich erleben das man entweder "Ruhiggestellt" ist und kein Leben mehr hat, oder diese absetzt und mit Aggressionen und ähnlichen Problemen wie mit den Medikamenten zu kämpfen hat.

Es geht klar immer auch darum, was das Beste fürs Kind ist, aber du gibst den Vater die Schuld für seine Krankheit, ohne überhaupt der Mutter die Möglichkeit zu geben die genaue Situation zu beschreiben.
Du warst ja Informatikkaufmann, da hat man ja einen relativ Privilegierten Job den man an eine Psychose womöglich leichter anpassen kann, als irgendwo anders in der Wirtschaft, falls ihr Mann überhaupt noch arbeitet, was keiner von uns weiß und dass ein Problem sein kann, wenn Mutter quasi den Vater als Versorger sieht und er mit der Krankheit und dem Job konfrontiert ist.
Da und bezüglich der Medikamente kann man sehrwohl schauen, ob ihr Mann mitwirkt, wenn man weiß ob und wo man den Druck für ihn abbauen kann, denn es ist für alle schwer überhaupt zu verstehen das man mit so einer Erkrankung eben eine Behinderung und Einschränkungen hat.

Solche vorschnellen Schlüsse zu treffen, dafür braucht die Mutter kein Forum wie dieses aufzusuchen, diese Ratschläge kann dir jeder geben und wenn sollte so etwas eben die letzte Konsequenz sein, wenn man vorher alles andere ausprobiert hat.
Lasst wenigstens mal die Mutter die komplette Situation und alles erklären und hört bitte auf hier Familien auseinanderreißen zu wollen, nach dem Motto: Wurde schon alles ausgeschöpft ich kann ja 1+1 zusammenzählen. Klar reicht ein solcher Vorfall und ist Besorgniserregend, trotzdem kann ihr Mann nix zu seiner Erkrankung und die Aggressionen sind Teil davon und therapierbar, wenn man bereit ist Medikamente überhaupt einzunehmen(wovon wir erstmal hier nix wissen und was die Hintergründe sind.)

Oder steht da irgendwo das er arbeitet oder arbeitslos ist. Stell dir vor @Andre82 du arbeitest oder bist arbeitslos und deine Familie verlangt von dir das du wie ein Gesunder funktionierst? Man muss sich schon erstmal die Situation anschauen und bei Schizophrenie hat er Ansprüche auf Erwerbsminderung und anderes, was womöglich noch in keiner direkten Erwägung gezogen wurde, also das sollte wir erstmal schauen wie der Ist und Sollzustand ist. Zudem was bringt es wenn die Familie sich trennt und dann er oder sie auf der Straße steht und kein Job da ist. Das Kind leidet unter dem Streit der Eltern mehr, als wenn man sich unterstützt und ernsthaft schaut wo man ihm noch helfen kann.

Du hast es nie probiert, du stempelst einfach ab und das finde ich fatal und Empathielos. Wenn du keine Ahnung hast das die Schizophrenie Aggressionen erzeugt oder das Krankheitsbedingt ist und es automatisch auf dem Zustand der Familie schiebst, dann bist du falsch dran, denn solche Symptome sind eher ein Zeichen von Überforderung und schlechten oder gar keinen Medikamenten.
 
Ich habe leider auch kein Verständnis für diesen Mann.

Erst letztens habe ich einen Alkoholiker in einem Interview sagen hören dass es ihm gut geht wenn er akut vom Alkohol berauscht ist. Die einzigen die daran leiden seien seine Familienmitglieder.
 
Schizophrenie ist auch nicht die Entschuldigung für jedes Verhalten.

Selbst ich habe mich nach einer Psychose entschuldigt.

Will mich mit dem Thema auch nicht weiter beschäftigen.
 
  • Danke
Reaktionen: NAW
Ich bekomme am Handy die Zitat Funktion nicht hin.
@Maggi
Ich möchte meinen Beitrag nicht so verstanden wissen das eine Familie auseinander gerissen wird. Ich habe nur den Text Hasendame gelesen und mein erster Gedanke war Mutter und Kind müssen aus der Situation heraus. Was bringt es der Famile wenn es allen schlecht geht? Wenn das zu Hause kein zu Hause ist, kein Ort der Sicherheit und Geborgenheit. Ja das lese ich da heraus ohne weiter Umstände zu kennen. Aber woher soll die Kraft kommen um für das Kind, für sich selbst und für den Mann zu sorgen. Oder auch nur ansatzweise Hilfe zu bekommen? Ohne einen Ort zu haben wo eine Pause ein Abschalten möglich ist? Diese Verantwortung kann kein Mensch alleine stemmen.
Das heißt aber doch nicht das auf Dauer nur Trennung und Kontaktabruch das einzige Mittel ist.
 
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