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Eure Einsicht zur Psychose?!

TS
ChaosErbse
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Hey,

Mein Freund hat derzeit auch eine Psychose, allerdings weiß er davon quasi nichts.
Wie kam es bei euch das ihr euch Hilfe geholt habt?
Wie lange hat es gedauert bis ihr dann gesehen habt das alles nicht der Wahrheit entspricht?
Was hättet ihr euch von euren Angehörigen/Freunden gewünscht?
Was sollte man auf keinen Fall machen/sagen?

Liebe Grüße
 
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Knüpfe an Interessen an, die nichts mit dem Wahn zu tun haben. Etwas, was ihr sonst auch immer zusammen gemacht habt.
Ist das nicht möglich, teile ihm mit, dass dich seine speziellen Themen persönlich überforden und du dich gerne mit etwas anderem beschäftigen möchtest.
Schlage ihm vor ein Medikament einmalig zur Beruhigung zu nehmen, da dir aufgefallen ist, dass er gestresst ist. Erzähl ihm einfach, dass du das auch ab und an nimmst.
Diskutiere möglichst nicht über Wahninhalte, dadurch verhärtet er sich nur.
Komme ihn möglichst nicht mit Begriffen, die etwas mit Krankheit zu tun haben, eher mit Überlastung, Erschöpfung oder Überarbeitung.
 
TS
ChaosErbse
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Knüpfe an Interessen an, die nichts mit dem Wahn zu tun haben. Etwas, was ihr sonst auch immer zusammen gemacht habt.
Ist das nicht möglich, teile ihm mit, dass dich seine speziellen Themen persönlich überforden und du dich gerne mit etwas anderem beschäftigen möchtest.
Schlage ihm vor ein Medikament einmalig zur Beruhigung zu nehmen, da dir aufgefallen ist, dass er gestresst ist. Erzähl ihm einfach, dass du das auch ab und an nimmst.
Diskutiere möglichst nicht über Wahninhalte, dadurch verhärtet er sich nur.
Komme ihn möglichst nicht mit Begriffen, die etwas mit Krankheit zu tun haben, eher mit Überlastung, Erschöpfung oder Überarbeitung.
Hey,

vielen Dank.
Das schwierige ist, das wir beide uns nicht viel sehen können.
Er nimmt ja zum Glück schon Olanzapin, aber das wirkt bisher nicht zu 100%, das hat irgendwie nur die Angst und den Verfolgungswahn genommen.
Er nimmt auch zwischendurch Promethazin zur Beruhigung.

Diskutiere möglichst nicht über Wahninhalte, dadurch verhärtet er sich nur.
Danke. Über das BND reden wir kaum noch, da weiß er das ich da anderer Meinung bin. Aber seine Visionen…
Es Überfordert mich tatsächlich, da ich selber gerade psychisch auch am Boden bin, aber ich möchte ihn definitiv nicht wegen einer Krankheit hängen lassen. Ich hoffe einfach das die Tabletten bald ganz wirken und am besten natürlich das er Einsicht hat.
Er hat sich auch so verändert. Er ist so gefühlskalt geworden, das ist er normal überhaupt nicht.

Wie kam bei dir dann die Einsicht das nichts der Wahrheit entsprach?

Liebe Grüße
 
TS
ChaosErbse
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Knüpfe an Interessen an, die nichts mit dem Wahn zu tun haben.
Manchmal fragt er mich dann wieso ich so oft das Thema wechseln möchte wenn er über seine Visionen spricht. Das komische ist, dass er nur misstrauisch mir gegenüber wird wenn ich z. B. irgendein Wahninhalt „kritisiere“. Wenn ich reale Sachen kritisiere dann wird er nicht misstrauisch. hmm…
 
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Hey,

vielen Dank.
Das schwierige ist, das wir beide uns nicht viel sehen können.
Er nimmt ja zum Glück schon Olanzapin, aber das wirkt bisher nicht zu 100%, das hat irgendwie nur die Angst und den Verfolgungswahn genommen.
Er nimmt auch zwischendurch Promethazin zur Beruhigung.


Danke. Über das BND reden wir kaum noch, da weiß er das ich da anderer Meinung bin. Aber seine Visionen…
Es Überfordert mich tatsächlich, da ich selber gerade psychisch auch am Boden bin, aber ich möchte ihn definitiv nicht wegen einer Krankheit hängen lassen. Ich hoffe einfach das die Tabletten bald ganz wirken und am besten natürlich das er Einsicht hat.
Er hat sich auch so verändert. Er ist so gefühlskalt geworden, das ist er normal überhaupt nicht.

Wie kam bei dir dann die Einsicht das nichts der Wahrheit entsprach?

Liebe Grüße
Ich würde bis heute lieber in der Wahnwelt leben als in einer Welt, wo psychisch Kranke, besonders Schizophrene so extrem stigmatisiert werden. Und ich jetzt dazu gehöre.
Das Stigma hat sogar wieder zugenommen.

Ich würde sagen Stück für Stück habe ich die Wahnwelt verlassen.
Durch drängen von außen bin ich aber anfangs direkt wieder zurück.
So ganz werde ich die Wahnwelt wohl nie verlassen können, wenn sich in der Gesellschaft nichts ändert.
Das hat auch nichts mit akuter Psychose zu tun. Ein Wahn kann sich nämlich auch kognetiv manifestieren, wie bei Verschwörungtheoretikern.
Das Gehirn verhält sich dann nicht mehr psychotisch, aber man glaubt immer noch dran.

Die wenigsten lassen einen Wahn wirklich los. Die meisten reden nur nicht mehr darüber, wenn sie nicht mehr psychotisch sind, damit sie ihre Ruhe haben.

Ich will jetzt aber auch nicht alles schlecht reden.
Da er einen negativ geprägten Verfolgungswahn hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er irgendwann selber davon nichts wissen will.

Viele Grüße
 
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Das Stigma hat sogar wieder zugenommen.
Inwiefern? Woher willst du das wissen?
Das Stigma hängt wohl auch von jedem Betroffenen ab und wie gut die Erkrankung behandelt werden kann. Ein Betroffener soziologe hat mal geschrieben, dass etwa 50/50 in der Bevölkerung ist, also 50% der Gesellschaft sind negativ gegenüber Betroffenen eingestellt.
Würden wir bessere Medikamente bekommen(die es schon länger gibt) und würde es uns damit besser gehen, dann wären wir mehr Nutzen und weniger Gefahr für die Gesellschaft und dann würde die Stigmatisierung nachlassen.
Zum Teil ist man mit oder ohne Medikamente eben extrem eingeschränkt und wie geistig behindert, zum Teil will oder braucht man da kaum ernstgenommen zu werden und mit der Erkrankung kann man ja auch Erwerbsminderungsrente und so beantragen, also es gibt schon auch viel Unterstützung, wenn man diese in Anspruch nimmt.
 
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ich war letzten Endes froh dass ich in der geschlossenen Psychiatrie war, wo ich keinen Scheiß anstellen konnte, bzw. wo wo es keine großen Konsequenzen nach sich gezogen hat.

2 mal haben meine Eltern die Polizei geholt, die mich dann in die Psychiatrie brachten.

Aber man muss auch sagen dass ich akut psychotisch war. Bin im Wald rumgelaufen und hab Zeichen gesehen und schlief nicht mehr und so. (Synapsenfasching)
 
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Inwiefern? Woher willst du das wissen?
Das Stigma hängt wohl auch von jedem Betroffenen ab und wie gut die Erkrankung behandelt werden kann. Ein Betroffener soziologe hat mal geschrieben, dass etwa 50/50 in der Bevölkerung ist, also 50% der Gesellschaft sind negativ gegenüber Betroffenen eingestellt.
Würden wir bessere Medikamente bekommen(die es schon länger gibt) und würde es uns damit besser gehen, dann wären wir mehr Nutzen und weniger Gefahr für die Gesellschaft und dann würde die Stigmatisierung nachlassen.
Zum Teil ist man mit oder ohne Medikamente eben extrem eingeschränkt und wie geistig behindert, zum Teil will oder braucht man da kaum ernstgenommen zu werden und mit der Erkrankung kann man ja auch Erwerbsminderungsrente und so beantragen, also es gibt schon auch viel Unterstützung, wenn man diese in Anspruch nimmt.
Nur weil wir der Geslllschaft nicht "nutzen", ist das noch kein Grund uns abzuwerten.
Und nur weil jemand geistig behindert ist, kann man ihn/sie auch trotzdem ernst nehmen.

Ich würde mir auch bessere Medikamente wünschen.
Die Gesellschaft sollte uns trotzdem respektieren.

Es gibt Studien, die belegen, dass das Stigma wieder zugenommen hat.
50% Ablehnung sind nicht gerade wenig.
Und es wollen nicht alle Rente.
Manche wollen auch arbeiten.

https://www.neurologen-und-psychiat...-schizophrenie-werden-zunehmend-stigmatisiert
 
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Nur weil wir der Geslllschaft nicht "nutzen", ist das noch kein Grund uns abzuwerten.
Und nur weil jemand geistig behindert ist, kann man ihn/sie auch trotzdem ernst nehmen.

Ich würde mir auch bessere Medikamente wünschen.
Die Gesellschaft sollte uns trotzdem respektieren.

Es gibt Studien, die belegen, dass das Stigma wieder zugenommen hat.
50% Ablehnung sind nicht gerade wenig.
Und es wollen nicht alle Rente.
Manche wollen auch arbeiten.

https://www.neurologen-und-psychiat...-schizophrenie-werden-zunehmend-stigmatisiert
Ja das stimmt das liegt daran das sobald eine schwere Straftat passiert es oft heißt der Täter hatte schizophrenie.ich habe zb jahrelang selbst gegenüber Freunden gesagt ich bin depresiv weil das Stigma wesentlich geringer ist
 
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Wir sind von Beginn an recht offen mit der Erkrankung meines Mannes umgegangen. Im Freundes und Familienkreis auch absolut die richtige Entscheidung, da wir hier sehr viel Support bekommen. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber leider die Falsche. Er hat immer sehr viel geleistet und war dort ein angesehener Mitarbeiter. Nachdem er aus der Krankheit zurückgekehrt ist, hat man ihn im Grunde aus dem Unternehmen geekelt! Jetzt arbeitet er bei einem namhaften Technologiekonzern und wir haben uns dagegen entschieden hier wieder mit offenen Karten zu spielen. Wirklich schade! Keiner würde bei Diabetes auf die Idee kommen eine Krankheit zu erfinden und die erhalten auch einen SBG😞
 
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Wir sind von Beginn an recht offen mit der Erkrankung meines Mannes umgegangen. Im Freundes und Familienkreis auch absolut die richtige Entscheidung, da wir hier sehr viel Support bekommen. Bei seinem ehemaligen Arbeitgeber leider die Falsche. Er hat immer sehr viel geleistet und war dort ein angesehener Mitarbeiter. Nachdem er aus der Krankheit zurückgekehrt ist, hat man ihn im Grunde aus dem Unternehmen geekelt! Jetzt arbeitet er bei einem namhaften Technologiekonzern und wir haben uns dagegen entschieden hier wieder mit offenen Karten zu spielen. Wirklich schade! Keiner würde bei Diabetes auf die Idee kommen eine Krankheit zu erfinden und die erhalten auch einen SBG😞
Bei Psychose bekommt man Erwerbsminderungs-Rente.
Also das hat auch weniger mit dem Grad der Behinderung zu tun, der sich bei psychischen Erkrankungen schwer messen lässt, also diese Einstufungen meist physischer Natur ist wie viel Prozent man bekommt.
Es gibt auch Zwischenlösungen wie Teilerwerbsminderungsrente.
Gewissen Entlastungen sind wichtig, denn mit Neuroleptika ist alles sehr viel schwieriger und da muss man sich eben seine Erkrankung eingestehen. Von daher manchmal auch gut, wenn man seinen Job verliert.
Es reichen 4-5 Jahre Arbeit aus, um einen Rentenanspruch zu bekommen, welcher bei EM-Rente auch relativ hoch ist und auf die 67 Jahre hinausgerechnet wird.
Insofern erstmal um sich selbst kümmern und Sicherheit schaffen, bevor man ganz unter die Räder kommt. Auch Angehörige müssen verstehen, dass es eben etwas Schwerwiegendes ist und man nach der Therapie eben diese Anforderungen im Beruf kaum mehr schafft. Mit den üblichen Medikamenten ist das nochmal schlimmer, also hier die Medikamente-Empfehlung da ist schon mehr drin, aber Wunder sollte keiner fordern und auch dieser Druck den Angehörige an einen setzen kann gefährlich sein.
 
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Bei Psychose bekommt man Erwerbsminderungs-Rente.
Also das hat auch weniger mit dem Grad der Behinderung zu tun, der sich bei psychischen Erkrankungen schwer messen lässt, also diese Einstufungen meist physischer Natur ist wie viel Prozent man bekommt.
Es gibt auch Zwischenlösungen wie Teilerwerbsminderungsrente.
Gewissen Entlastungen sind wichtig, denn mit Neuroleptika ist alles sehr viel schwieriger und da muss man sich eben seine Erkrankung eingestehen. Von daher manchmal auch gut, wenn man seinen Job verliert.
Es reichen 4-5 Jahre Arbeit aus, um einen Rentenanspruch zu bekommen, welcher bei EM-Rente auch relativ hoch ist und auf die 67 Jahre hinausgerechnet wird.
Insofern erstmal um sich selbst kümmern und Sicherheit schaffen, bevor man ganz unter die Räder kommt. Auch Angehörige müssen verstehen, dass es eben etwas Schwerwiegendes ist und man nach der Therapie eben diese Anforderungen im Beruf kaum mehr schafft. Mit den üblichen Medikamenten ist das nochmal schlimmer, also hier die Medikamente-Empfehlung da ist schon mehr drin, aber Wunder sollte keiner fordern und auch dieser Druck den Angehörige an einen setzen kann gefährlich sein.
Ich bin Angehörige und ich kann definitiv sagen, dass ich eher die bin, die versucht den Druck rauszunehmen. Mein Mann ist (leider) sehr erfolgsorientiert und macht sich den Druck selber.
Aber ich denke, da ihm die Arbeit Spaß gemacht hat, wäre das eher kontraproduktiv wenn er da nicht zurück könnte… ich weiß natürlich nicht wie es sich anfühlt APs zu nehmen, ich weiß nur, dass er trotz AP den Job gewechselt hat und im neuen Job erfolgreich war… und er ist nicht der Einzige. Es gibt Chefärzte in Psychiatrien, die schizophren sind, APs nehmen und trotzdem den Job ausüben können oder andere die es schaffen Ihr Studium zu absolvieren. Ich denke das ist sehr individuell und muss jeder für sich selber entscheiden, ob es möglich ist zu arbeiten oder nicht…aber ich bin die letzte die meinen Mann drängt oder kein Verständnis hat. Mir war das die letzten 4 Jahre gefühlt immer viel wichtiger als ihm keine Psychose mehr zu bekommen, also dass er keine mehr bekommt…
 
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Mir war das die letzten 4 Jahre gefühlt immer viel wichtiger als ihm keine Psychose mehr zu bekommen, also dass er keine mehr bekommt…
Was meinst du damit?
Aber ich denke, da ihm die Arbeit Spaß gemacht hat, wäre das eher kontraproduktiv wenn er da nicht zurück könnte… ich weiß natürlich nicht wie es sich anfühlt APs zu nehmen, ich weiß nur, dass er trotz AP den Job gewechselt hat und im neuen Job erfolgreich war… und er ist nicht der Einzige.
Kommt bestimmt sehr auf den Einzelfall und auf den Beruf an, ob sich das mit der Erkrankung vereinbaren lässt.
Teils ist eben ein höheres Schlafbedürfnis da und irgendwo braucht man neben der Arbeit noch ein Privatleben.
Ich hab damals auch den Job erst gewechselt und hab versucht, mit der Erkrankung zu arbeiten, beruflich war ich damals einer der Besten, doch der Absturz mit den Antipsychotika war enorm.
Falls etwas schiefgeht, sollte man auch selbst bereit sein, beruflich kürzerzutreten. Beispielsweise ein Halbtagsjob wäre so etwas bei ihm möglich? Kann er beruflich offen mit der Erkrankung umgehen oder muss er das verstecken? Auch solche Sachen spielen da mit rein. Könntet ihr euch überhaupt einen Ausfall von ihm finanziell leisten.
Solche Dinge würde ich da berücksichtigen.
 
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Was meinst du damit?
Ich hab immer zu ihm gesagt, er soll seine Erkrankung nicht vergessen, war dagegen, dass er die Medikamente komplett absetzt, hab ihn komplett aus den schlaflosen Nächten mit Baby rausgehalten und er sollte auch in einem anderen Zimmer schlafen damit er sein Schlaf bekommt usw.


beruflich war ich damals einer der Besten,
Was hast du denn beruflich gemacht wenn ich fragen darf ?
wäre so etwas bei ihm möglich? Kann er beruflich offen mit der Erkrankung umgehen oder muss er das verstecken? Auch solche Sachen spielen da mit rein. Könntet ihr euch überhaupt einen Ausfall von ihm finanziell leisten.
Solche Dinge würde ich da berücksichtigen.
Ich hab ihm gesagt, dass er mal
mit seinem Chef reden soll, ob er nicht seine Stunden reduzieren kann, prinzipiell sollte das schon möglich sein. Ich habe nur das Gefühl, dass er das nicht möchte weil er nix dazu sagt. Ob er sich bei der Arbeit verstecken muss weiß ich nicht… hatten schon mal schlechte Erfahrungen gemacht… und ja aktuell bin ich tatsächlich in Elternzeit aber ich könnte auch wieder arbeiten gehen Bzw. Werde ich auch…
 
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Was hast du denn beruflich gemacht wenn ich fragen darf ?
Nur Industriemechaniker, vorher habe ich Mittlere Reife gemacht. Hab in einem angesehenen Unternehmen in der Entwicklung Prototypen und so aufgebaut. Da ich Bayernweit in der Ausbildung einer der Besten war, hab ich vom Staat so Begabtenförderung bekommen. Als ich dann damit Techniker gemacht habe, hat die Erkrankung da einen Strich durch die Rechnung gemacht und nach der Neuroleptikabehandlung war ich auch so im Beruf eingeschränkt und schusselig, also mit den Antipsychotika war es etwas völlig anderes als vorher und extrem der Absturz.
Damals bin ich betriebsbedingt gekündigt worden und hab dann auch ein paar Jobs noch gemacht, wo ich dann mehr oder weniger an der Erkrankung oder Betriebsklima etc. gescheitert bin. Damals hab ich auch Vollzeit probiert und mein Leben bestand praktisch nur noch aus Arbeit und schlafen, also war letztendlich auch gut, dass ich später die Jobs verloren habe.
Mir hat ein offener Umgang mit der Erkrankung gutgetan, hab später einen 450€ Job zur Rente dazu gemacht, was dann relativ gut funktioniert hat, da hab ich aber bezüglich der Medikamente dann schon viele umgestellt und Sicherheit bezüglich der Rente.

Man sollte sich die Erkrankung eben auch selbst eingestehen, mir hat man in meinen ersten Job auch Verkürzung der Arbeitszeit angeboten, was ich zu dem Zeitpunkt kaum realisiert habe.
Es gibt wie gesagt auch Teilerwerbsminderungsrente und solche Lösungen. Eventuell ist es besser offen zur Erkrankung im Betrieb wo man ist stehen zu können, was sich auch bei Erwerbsminderungsrente einfacher kommunizieren lässt.
Du musst bedenken, dass man beruflich eben wie ein Gesunder gefordert und belastet wird und das ist zum Teil mit diesen Medikamenten und Erkrankung unmöglich. Kein Vergleich zu vor den Antipsychotika und auch mit den richtigen Medikamenten dauere es bei mir lange, bis ich wieder so wie heute funktioniere. Meine Empfehlung von Medikamenten ist auch keine Standardtherapie, das musste ich mehr oder weniger so selbst finden, weil die Ärzte mich oder einen praktisch aufgeben und keine Heilung für Schizophrenie haben.
Bei mir ist der Verlauf heute eben gut, wo ich damals bei den Standardtherapien ständig abgesetzt habe und völlig unzufrieden mit der Behandlung gewesen bin. Die Empfehlung hier im Forum, also zusätzliche Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) und eine niedrige Aripiprazoldosis / später Intervalltherapie würde ich deinen Mann auch raten, aber mir fehlen da die Qualifikationen, um ernsthafte Empfehlungen auszusprechen.
Bei mir gab es eben viel schlimmere Zeiten und ich hab das ja selbst erlebt.
 
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