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Etwas ganz Besonderes ist zudem eine neuartige 🩺medikamentöse Therapieoption💊 bei Psychose, welche auch bei Negativsymptomen hochwirksam ist und den Krankheitsverlauf insgesamt deutlich verbessert.

Behandlung von Psychose (Details)

Maggi

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Medikamenteempfehlung bei Psychose - Schizophrenie

Die medikamentöse Behandlung spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Schizophrenie. Während viele Antipsychotika die Positivsymptome relativ gut behandeln können, sind die Behandlungsmöglichkeiten für Negativsymptome oft begrenzt, da Antipsychotika diese zwar mildern, aber auch begünstigen können. Diese medikamentöse Empfehlung zielt darauf ab, die Negativsymptome durch eine unterbrochene Einnahme des Antipsychotikums in Kombination mit zwei Antidepressiva zu behandeln.


Medikamentenplan

Tägliche Einnahme:

  • Bupropion (300-600mg): Beginnen Sie mit einer Startdosis von 150mg. Bupropion kann bei Stimmungsschwankungen wie Reizbarkeit und innerer Unruhe, Antriebsproblemen und kognitiven Beeinträchtigungen helfen.
  • Citalopram (10-40mg): Citalopram kann bei übermäßiger Emotionalität oder Libido helfen, die durch die reduzierte Intervalleinnahme des Antipsychotikums entstehen kann. Es ist auch wichtig zu beachten, dass es Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen wie schwache Blase und mögliche Verstopfungssymptome, die bei Bupropion auftreten können, aufheben kann.

Intervalleinnahme:

  • Aripiprazol (2,5-10mg): Dieses atypische Antipsychotikum ist der Hauptwirkstoff bei der Behandlung von Psychosen. Aripiprazol wirkt bei Positivsymptomen, schweren Depressionen und Schlafstörungen.

Die Antidepressiva, die täglich eingenommen werden, verlieren ihre antidepressive Wirkung Wochen oder Monate nach dem Absetzen von Aripiprazol, und auch Negativsymptome können zurückkehren. Das Antipsychotikum, das in den Intervallphasen für etwa 1-3 Wochen kontinuierlich eingenommen wird, setzt diese Wirkung der Antidepressiva zurück, so dass sie danach wieder ihre volle Wirkung für die nächsten 3-10 Monate entfalten können. In dieser Zeitspanne werden Negativsymptome, Positivsymptome und Depressionen ohne gleichzeitige Einnahme des Antipsychotikums (Aripiprazol) effektiv reduziert.



Kombination der Wirkstoffe und Intervalleinnahme

Diese Empfehlung basiert auf einer Monotherapie mit Aripiprazol, einem gut verträglichen Antipsychotikum. Anstatt das Medikament täglich einzunehmen, ermöglicht die Kombination mit zwei zusätzlichen Antidepressiva, die täglich eingenommen werden, eine intermittierende Einnahme von Aripiprazol. Dies kann nicht nur Nebenwirkungen reduzieren, sondern auch die sonst schwer behandelbaren Negativsymptome effektiv angehen.

Um die drei notwendigen Wirkstoffe korrekt einzunehmen und sich darauf einzustellen, sind bestimmte Dosierungen und die Reihenfolge der Medikamentenumstellung zu beachten:

  1. Zunächst sollte man auf eine geringe Dosis Aripiprazol umsteigen, indem man die ursprünglichen Antipsychotika und Medikamente nach Möglichkeit absetzt und auf eine Monotherapie mit Aripiprazol (idealerweise 5mg) umstellt. Aripiprazol kann bereits ab 5mg eine ausreichende antipsychotische Wirkung haben. Daher sollte man versuchen, die Dosis zu reduzieren, auch wenn bereits 15mg oder mehr eingenommen werden, um idealerweise auf eine tägliche Einnahme von 5 bis 10mg zu kommen.
  2. Zu Beginn der Umstellung sollte Aripiprazol täglich eingenommen werden. Die intermittierende Einnahme von Aripiprazol wird erst Wochen oder Monate später möglich sein, wenn die Stabilität gewährleistet ist und die beiden Antidepressiva (Bupropion und Citalopram) eingeführt wurden.
  3. Um die beiden Antidepressiva zusätzlich zu Aripiprazol einzunehmen, muss man zuerst Bupropion und dann Citalopram einführen. Bupropion kann die Unruhe reduzieren, die durch Citalopram und Aripiprazol verursacht werden kann. Bupropion kann auch Stimmungsschwankungen wie Reizbarkeit reduzieren, was mit seiner Wirkung auf Noradrenalin zusammenhängt.
Sobald diese beiden Antidepressiva eingeführt sind, wird theoretisch die intermittierende Einnahme von Aripiprazol möglich. Man kann dann Monate nach der Umstellung beginnen, Aripiprazol für 1-4 Monate am Stück abzusetzen und weiterhin täglich die beiden Antidepressiva in einer ausreichend hohen Dosis einzunehmen. Dabei kann man die Dosis von Citalopram an die individuellen Bedürfnisse anpassen, was die emotionale Wahrnehmung und Libido betrifft.

Wenn Aripiprazol zu lange abgesetzt wird, könnte irgendwann die Wirkung der beiden Antidepressiva nachlassen. Dabei könnten depressive Symptome, Negativsymptome und Positivsymptome wieder auftreten, ebenso wie Stimmungsschwankungen, Paranoia und Reizbarkeit oder Kaufsucht. Schlafstörungen können auch häufig auftreten, wenn man Aripiprazol wieder einnehmen sollte. Daher sollte man Aripiprazol immer für den Notfall bei sich haben, auch wenn es aktuell wegen der intermittierenden Einnahme abgesetzt ist.


Wirkstoffe und Dosierungen

Zur Intervalleinnahme:

  • Aripiprazol 5mg (täglich - später in Intervallform 2,5-10mg): Atypisches Antipsychotikum

Tägliche Einnahme:
  • Bupropion 300 – 450mg (150mg Startdosis langsam steigern, bei höheren Dosierungen ab 300mg ist zusätzlich Citalopram wichtig gegen Nebenwirkungen; bis max. 600mg Bupropion): SNDRI Antidepressivum, wirkt selektiv auf Noradrenalin und Dopamin
  • Citalopram 10-40mg (Prophylaxe für bestimmte Nebenwirkungen wie Miktionsstörungen oder Verstopfung was Bupropion begünstigt, Dämpfung von Emotionen und Libido was wegen der Intervalleinnahme des Antipsychotikums auftreten kann): SSRI-Antidepressivum, wirkt selektiv auf Serotonin
  • Trimipramin Tropfen (optional bei anfänglichen Schlafstörungen): Trizyklisches Antidepressivum, wirkt breitbandig

Wirkungsweise/Nutzen nach Farbe:
  • Gegen Positivsymptomen, bei Schlafstörungen, wirkt auch verlässlich Antidepressiv Bei einer Psychose, schwere Depressionen
  • Gegen Negativsymptome, bei Antriebsstörungen und leichten Depressionen, gegen übersteigerte Libido und Emotionen, gegen Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen
  • Gegen Schlafstörungen
Reihenfolge beim Einschleichen der Wirkstoffe
  1. Aripiprazol
  2. Bupropion
  3. Citalopram Trimipramin und Baldrian können später ergänzend eingenommen werden.


Allgemeine Hinweise:

Während der Absetzintervalle von Aripiprazol
können trotz der täglich eingenommenen Antidepressiva nach längerer Zeit depressive Verstimmungen auftreten und Positiv- sowie Negativsymptome in geringem Maße zurückkehren. Spätestens dann sollte die Intervalleinnahme von Aripiprazol erfolgen, welches einerseits antidepressiv wirkt und andererseits schnell stabilisiert, damit auch die Antidepressiva wieder in einem verlässlichen Rahmen wirksam sind.

Vorsicht beim Autofahren und Bedienen von Maschinen ist geboten, insbesondere in der Zeit, wenn man Aripiprazol einnimmt. Die Konzentration kann reduziert sein und die Negativsymptomatik kann erschwerend hinzukommen. Längere Strecken sollten wegen der Müdigkeit vermieden werden. Bei Unruhe, die bei der Monotherapie mit Aripiprazol auftreten kann, wirkt das Bupropion beruhigend, was das Autofahren bedeutend sicherer macht.

Das Antidepressivum Bupropion verbessert die Konzentration, Wachheit und hilft gegen innere Unruhe, was sich sehr positiv auf die Konzentration auswirkt.

Diese Empfehlung beruht auf persönlichen Erfahrungen. Jeder reagiert etwas anders auf die Medikamente, die Empfehlung soll daher gewisse Richtwerte aufzeigen, an denen man sich orientieren kann. Individuell kann man anhand der Dosierungen vieles auf sich anpassen.

Die Medikamentenkombination kann nur von einem ausgebildeten Arzt bzw. Psychiater verordnet werden.

Bupropion wird gemäß den aktuellen Leitlinien der DDGPN etwa bei Psychosen mit Nikotinsucht empfohlen. Da das Medikament sehr nützlich bei Negativsymptomatik und Positivsymptomen ist, wäre ein besserer Zugang der Erkrankten zu dieser kompletten Medikamentenkombination sehr wünschenswert.


Neurobiologischer Zusammenhang anhand erweiterter Dopaminhypthese (Beiträge mit Quellenangabe)

Stand 3.07.2024

Studien:


Zitat: "Bei schizophrenen Patienten, die zusätzlich zu Antipsychotika mit Bupropion behandelt werden, scheint das Risiko für Bupropion-induzierte Psychosen vernachlässigbar zu sein. Die Wirksamkeit eines kombinierten Dopamin- und Noradrenalin-Agonisten bei Schizophrenie ist biologisch plausibel. Weitere Studien mit Bupropion sollten neurobiologische Methoden integrieren und sich auf Negativsymptome und kognitive Defizite bei Schizophrenie konzentrieren."
 

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