Aus der Tatsache, dass ich existentiell, also in meinem So-Sein-Wie-Ich-Bin, geleugnet werde, leite ich die Widerstandstechnik des Lügens ab. Ich erzähle jedem etwas Anderes, wie ich es gerade passend finde. Das macht dieses langweilige Leugnungsspiel etwas interessanter für mich. Ich will mich ja schließlich nicht zu Tode langweilen. Dass ich den meisten Menschen gegenüber keine Privatheit habe, macht das Lügen interessant, um zu sehen, wer sich dadurch provozieren lässt.
@Nova du leugnest vermutlich zu sehr die Erkrankung, als ob nur das Umfeld schuld ist. Im Grunde ist es wohl eher eine Wechselwirkung oder Resonanz, nur dass bei uns der Druck und Stress zu groß sind, sodass uns nur noch die Flucht ins Psychotische bleibt, um unsere Probleme aufarbeiten zu können.
Lügen würde ich das weniger nennen, sondern eher anpassen, da andere mit dem, was dich interessiert, und du weißt kaum, umgehen könnten, und du diese Privatheit benötigst, lügst du andere an, damit diese möglichst wenig Zugang bekommen.
Hast du wirklich keine Privatheit und was ist davon objektiv richtig?
Gibt ja so Sprichwörter:
"Der/Die ist nicht ganz Dicht"
Bedeutet eher, dass Dinge nach außen dringen und du schützt dich vielleicht indem du dich etwas verstellst. Da diese telepathischen Eindrücke oder nach außen Dringen eben da sind.
Ich passe mich auch den Stimmungen im Raum in meiner Freizeit meist an, ob gewollt oder ungewollt, ist manchmal einfacher. Das Problem ist vielleicht, dass wir uns gesellschaftlich zu isoliert und wenig anschlussfähig fühlen, auch weil diese Probleme von uns so komplex sind und wir gleichzeitig andere, die meist keine Ahnung und Verständnis davon haben, kaum belasten wollen.
Schizophrenie ist vielleicht auch zwischenmenschlich eine Wissenschaft für sich.
Inwiefern fühlst du dich geleugnet?
Erzählst du jedem etwas anderes, um dich zu schützen, oder einfach, um das zu sagen, was der Gesprächspartner hören will oder womit du leben kannst, was über dir gedacht wird? Vielleicht als Grundgedanke, dass du dir von diesem Chaos etwas Kontrolle und Privatheit erhoffst, die dir ansonsten fehlen würde?
Ich will mich ja schließlich nicht zu Tode langweilen.
Klingt eher so, als ob dir diese Freunde usw. eben wichtig sind und du auch vorahnst, was im schlechtesten Fall passiert, wenn du ganz ehrlich bist, dass dich dann andere meiden, da dann die Erkrankung zu stark hervortreten würde. Ich würde von daher das Lügen oder Anpassen als Selbstschutz sehen. Mache ich teils auch, mich teils (ob beabsichtigt oder nicht) selbst für dumm zu verkaufen, vielleicht, da ich mit dieser Rolle leichter leben kann.
Wir haben eben teils kein normales Berufsleben und die Erkrankung gibt uns da einen eigenen Platz zur Entfaltung, womit andere auch schwer umgehen können.
Teils ist es ja auch ein Versuch, sich mit der Erkrankung für sich selbst identifizieren zu können, um es auch als etwas Positives zu sehen. Da draußen sieht man das eben gemischt und man kann die Reaktionen kaum einschätzen, besonders bei Leuten, einen weniger gut kennen. Bei anderen muss man entsprechend aufpassen, was man sagt, da Nahestehende eher damit umgehen können, wenn man mal psychotisch ist.