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Im Forum findet man eine neuartige medikamentöse Behandlungsoption für Psychose, welche bei Negativsymptomen wirksam ist und ein relativ normales Leben trotz der Erkrankung ermöglicht. Psychose / Schizophrenie kann auch der Anfang von einem besseren Lebenskapitel sein und es gibt auch viele Chancen, die damit eröffnet werden.

Behandlung Psychose (einfache Sprache)

Maggi

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Behandlung von Psychose / Schizophrenie


Meine Empfehlung für eine effektive Therapie​

Hallo, ich bin ein Betroffener von Schizophrenie und möchte hier meine Erfahrungen mit einer medikamentösen Therapie teilen, die mir sehr geholfen hat. Ich habe diese Therapie selbst ausprobiert und bin davon überzeugt, dass sie die beste ist, die es gibt. Sie basiert auf einer Kombination von Antidepressiva und Antipsychotika, die auf alle wichtigen Neurotransmitter im Gehirn wirken: Dopamin, Noradrenalin und Serotonin.

Warum ist diese Therapie so gut?​

Die meisten Therapien für Schizophrenie setzen nur auf Antipsychotika, die das Dopamin im Gehirn senken sollen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für Motivation, Belohnung und Wahrnehmung zuständig ist. Zu viel Dopamin kann zu positiven Symptomen wie Halluzinationen oder Wahnvorstellungen führen. Zu wenig Dopamin kann aber auch zu negativen Symptomen wie Antriebslosigkeit, Depression oder sozialem Rückzug führen.
Meine Therapie berücksichtigt das Wechselspiel der Neurotransmitter und versucht, eine Balance zu finden. Sie besteht aus drei Teilen:
  • Ein Antidepressivum, das auf zwei wichtige Neurotransmitter wirkt: Dopamin und Noradrenalin. Das Antidepressivum soll die Stimmung verbessern, die Motivation erhöhen und die negativen Symptome lindern, Stimmungsschwankungen und Unruhe können damit effektiv gelindert werden. Ich nehme dafür das Medikament Bupropion (Wellbutrin), das mir sehr gut hilft.
  • Einem Antipsychotikum, das das Dopamin dämpft, aber nur bei Bedarf eingenommen wird. Dieses Antipsychotikum soll die positiven Symptome vermeiden oder reduzieren, indem es das Dopamin in bestimmten Bereichen des Gehirns senkt. Ich nehme dafür das Medikament Aripiprazol (Abilify), das mir sehr gut hilft.
  • Ein weiteres Antidepressiv, welches auf den Neurotransmitter Serotonin wirkt. Das Antidepressivum soll die Nebenwirkungen des Bupropion's reduzieren und durch die Bedarfseinnahme des Antipsychotikums stärker auftretenden Emotionen und sexuelle Erregbarkeit dämpfen. Dafür nehme ich das Medikament Citalopram. Dieses Antidepressivum bei einer Umstellung als letztes ergänzt um Unruhesymptome und Nervosität, die es fördern kann zu vermeiden. Das vorherige Antidepressivum Bupropion reduziert Unruhesymptome und sollte von daher zuerst zusammen mit Aripiprazol eingenommen werden.

Wie funktioniert diese Therapie?​

Ich nehme die beiden Antidepressiva jeden Tag ein, um meine Stimmung und meine Motivation zu stabilisieren und damit Negativsymptome zu lindern. Wiederauftretende Positivsymptome können damit zeitlich hinausgezögert und gelindert werden.
Das Antipsychotikum nehme ich nur dann ein, wenn ich erste Anzeichen von positiven Symptomen bemerke oder wenn ich in einer Stresssituation bin. Das kann zum Beispiel sein, wenn ich Angst habe, wenn ich schlecht schlafe oder wenn ich mich mit jemandem streite oder auch depressive Symptome trotz der Antidepressiva durchkommen. Das Antipsychotikum wirkt bereits nach wenigen Tagen sehr effektiv auch bei depressiven Symptomen.
Durch diese gezielte Einnahme des Antipsychotikums vermeide ich eine Unterfunktion oder eine Überfunktion von Dopamin im Gehirn. Ich reguliere meine Hirnchemie so, dass ich mich wohl fühle und keine Psychose bekomme.

Was sind die Vorteile dieser Therapie?​

Diese Therapie hat mir viele Vorteile gebracht:
  • Ich habe keine negativen Symptome mehr. Ich bin motiviert, aktiv und sozial.
  • Ich habe keine positiven Symptome mehr. Ich habe keine Halluzinationen oder Wahnvorstellungen mehr.
  • Ich habe keine Nebenwirkungen von den Medikamenten. Ich fühle mich nicht müde, zittere nicht oder nehme nicht zu.
  • Ich habe mehr Kontrolle über meine Erkrankung. Ich kann selbst entscheiden, wann ich das Antipsychotikum brauche oder nicht.
  • Ich habe mehr Selbstvertrauen und Lebensfreude. Ich kann meine Ziele verfolgen und meine Träume verwirklichen.

Was sind die Nachteile dieser Therapie?​

Diese Therapie hat auch einige Nachteile:
  • Sie erfordert viel Eigenverantwortung und Selbstbeobachtung. Man muss seine Symptome gut kennen und einschätzen können.
  • Sie erfordert viel Vertrauen und Unterstützung von den Ärzten und Angehörigen. Man muss ihnen erklären können, warum man diese Therapie macht und wie sie funktioniert.
  • Sie erfordert viel Geduld und Ausdauer. Man muss verschiedene Medikamente ausprobieren und die richtige Dosis finden. Das kann lange dauern und frustrierend sein.
  • Sie ist nicht für jeden geeignet. Manche Menschen vertragen die Medikamente nicht oder haben andere Erkrankungen, die eine andere Therapie erfordern.

Ergänzung der Therapie mit Citalopram

Warum ist Citalopram wichtig?​

Citalopram ist ein Antidepressivum, das auf den Neurotransmitter Serotonin wirkt. Serotonin ist für die Stimmung und die Emotionen zuständig. Zu wenig Serotonin kann zu Depressionen oder Angst führen.
Ich ergänze meine Therapie mit Citalopram, um folgende Ziele zu erreichen:
  • Die Wahrnehmung stabilisieren. Citalopram hilft mir, Dinge nicht zu über- oder unterbewerten und eine gewisse Gleichgültigkeit zu entwickeln. Das hilft mir, Wahngedanken oder überwertige Ideen zu reduzieren und weniger emotional oder intuitiv zu handeln.
  • Die Nebenwirkungen von Bupropion reduzieren. Bupropion ist ein Antidepressivum, das auf Dopamin und Noradrenalin wirkt. Es kann zu Schlafstörungen, Miktionsstörungen oder Verstopfung führen. Citalopram wirkt diesen Nebenwirkungen entgegen, indem es den Stuhlgang weicher macht und die Blasenfunktion verbessert.

Wie nehme ich Citalopram ein?​

Ich nehme Citalopram im Anschluss an Bupropion ein, um die Wirkung beider Medikamente optimal zu nutzen. Ich nehme beide Medikamente jeden Tag ein, um meine Hirnchemie im Gleichgewicht zu halten.
Das Antipsychotikum Aripiprazol nehme ich nur bei Bedarf ein, wenn ich erste Anzeichen von positiven Symptomen bemerke oder wenn ich in einer Stresssituation bin.

Dosierung und Einnahmeform der Medikamente

Bupropion (150 mg Startdosis / 300-600 mg Zieldosis täglich)​

Bupropion ist ein Antidepressivum, das auf Dopamin und Noradrenalin wirkt. Es kann dir helfen, deine Stimmung zu verbessern, deine Unruhe zu reduzieren und deine Impulskontrolle zu erhöhen. Vor allem Negativ- aber auch Positivsymptome können damit effektiv behandelt werden.
Die empfohlene Dosis von Bupropion zur Raucherentwöhnung beträgt 150 mg einmal täglich für die ersten sechs Tage. Wenn du das Medikament gut verträgst, kannst du die Dosis nach ärztlicher Absprache auf 300 mg täglich steigern.
Du solltest Bupropion morgens einnehmen, um Schlafstörungen zu vermeiden. Du solltest das Medikament nicht zerkauen oder zerdrücken, sondern im Ganzen mit etwas Wasser schlucken.

Persönlich nehme ich morgens und nachmittags 300 mg Bupropion ein, also insgesamt 600 mg täglich. Zwar ist Bupropion für Depressionen in der EU bis 300 mg und in der Schweiz bis 450 mg zugelassen, aber bei gemächlicher Steigerung der Dosis sind etwa bis 600 mg möglich. Darüber steigt das Risiko für Krampfanfälle deutlich an.

Citalopram (10 mg Startdosis / 20-40 mg Zieldosis täglich)​

Citalopram ist ein Antidepressivum, das auf Serotonin wirkt. Es kann dir helfen, deine Wahrnehmung zu stabilisieren, deine Emotionen zu regulieren und die Nebenwirkungen von Bupropion auszugleichen.
Die empfohlene Dosis von Citalopram zur Behandlung von Depressionen beträgt 20 mg einmal täglich. Die Dosis kann nach ärztlicher Absprache auf bis zu 40 mg täglich erhöht werden.
Du solltest auf Citalopram erst umstellen, wenn du bereits auf Bupropion umgestellt hast, um die Wirkung beider Medikamente optimal zu nutzen. Du kannst das Medikament mit oder ohne Nahrung einnehmen. Du solltest das Medikament nicht zerkauen oder zerdrücken, sondern im Ganzen mit etwas Wasser schlucken.

Aripiprazol (ca. 5-15 mg Bedarfsdosis ca. 2 Wochen am Stück mit ca. 1-4 Monaten Unterbrechungen)​

Aripiprazol ist ein Antipsychotikum, das auf Dopamin und Serotonin wirkt. Es kann dir helfen, positive Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen zu vermeiden oder zu behandeln.
Die Anfangsdosis und Erhaltungsdosis von Aripiprazol ist 5-15 mg täglich. Das Medikament ist in einem Dosisbereich zwischen 5 mg und 30 mg täglich zugelassen. Für die Bedarfseinnahme sollte nur so viel wie notwendig ist eingenommen werden
Du solltest Aripiprazol nur bei Bedarf einnehmen, wenn du erste Anzeichen von positiven Symptomen bemerkst oder wenn du in einer Stresssituation bist. Du kannst das Medikament mit oder ohne Nahrung einnehmen. Du solltest das Medikament nicht zerkauen oder zerdrücken, sondern im Ganzen mit etwas Wasser schlucken.

Umstellung der Therapie

Wie kann man diese Therapie ausprobieren?​

Wenn du diese Therapie ausprobieren möchtest, solltest du folgende Schritte befolgen:
  • Sprich mit deinem Arzt oder Psychiater darüber. Erkläre ihm deine Situation und deine Wünsche. Frage ihn nach seiner Meinung und seinen Erfahrungen mit dieser Therapie.
  • Informiere dich über die Medikamente, die du nehmen möchtest. Lies die Packungsbeilage und recherchiere im Internet über die Wirkung, die Nebenwirkungen und die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten.
  • Beginne mit einer niedrigen Dosis und steigere sie langsam. Beobachte deine Reaktionen und deine Symptome. Schreibe ein Tagebuch oder eine Liste, in der du festhältst, wie es dir geht und wann du das Antipsychotikum nimmst.
  • Hol dir regelmäßig Feedback von deinem Arzt oder Psychiater. Berichte ihm von deinen Erfahrungen und deinen Fortschritten. Lass dich von ihm beraten und unterstützen.
  • Hol dir auch Feedback von deinen Angehörigen oder Freunden. Teile ihnen mit, wie es dir geht und was du machst. Bitte sie um ihre Meinung und ihre Hilfe.
Letzte Aktualisierung des Beitrags: 11.09.2023

Für genauere und weitere Informationen zu dieser Therapieoption, Dosierung und Einnahmeform -> findet sich hier eine weitere Beschreibung

weitere Referenzen bzw. Metastudie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC9038077/
Antidepressiva sind Medikamente, die vor allem bei Depressionen, aber auch bei anderen psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder Zwangsstörungen eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Verfügbarkeit von bestimmten Botenstoffen im Gehirn, wie Serotonin, Noradrenalin oder Dopamin, erhöhen oder regulieren. Diese Botenstoffe sind wichtig für die Stimmung, das Antriebs- und Belohnungssystem und andere psychische Funktionen. Antidepressiva machen nicht abhängig wie Drogen, können aber Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schlafstörungen oder sexuelle Funktionsstörungen haben12.

Antipsychotika sind Medikamente, die vor allem bei Psychosen, Schizophrenien oder Manien eingesetzt werden. Sie wirken, indem sie die Wirkung von Dopamin im Gehirn verringern oder blockieren. Dopamin ist ein Botenstoff, der eine Rolle bei der Wahrnehmung, dem Denken und dem Verhalten spielt. Zu viel Dopamin kann zu Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Erregungszuständen führen. Antipsychotika können diese Symptome lindern oder verhindern, haben aber auch Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Müdigkeit oder Bewegungsstörungen3.

Die Wirkung von Antidepressiva und Antipsychotika ist also teilweise gegensätzlich, da sie unterschiedliche Botenstoffe beeinflussen. Es gibt aber auch Überschneidungen und Ausnahmen. Manche Antidepressiva wirken auch antipsychotisch oder umgekehrt. Manche Antipsychotika erhöhen auch den Serotoninspiegel oder haben eine antidepressive Wirkung. Die genaue Wirkweise und die optimale Dosierung hängen von der individuellen Situation und dem Krankheitsbild ab und müssen mit dem Arzt abgesprochen werden.

Studien:
https://applications.emro.who.int/imemrf/Iran_J_Pharm_Res/Iran_J_Pharm_Res_2014_13_4_1227_1233.pdf
https://www.cochrane.org/de/CD00230...ur-patienten-mit-schizophrenie-und-depression
 
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