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Als gesunder Depressionen nachvollziehen?

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Ist das überhaupt möglich? Einen Tag, an dem man mal schlecht drauf ist, hat jeder mal. Aber häufig gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund. Und meist ist die schlechte Laune nach kurzer Zeit wieder vorbei. Doch Depressionen sind etwas völlig anderes. Sie reissen Menschen willkürlich in eine tiefe, seelische Krise, ohne dass dies für andere nachvollziehbar ist. Auch Personen die erfolgreich sind, die scheinbar alles im Leben haben, sind betroffen. Als Beispiel sei hier Robin Williams genannt. Der Schauspieler ist Opfer seiner Depression geworden und beging Suizid. Da kommt die Frage nach dem Warum auf. Wie kann ein lebensfroh wirkender Mensch den Wunsch nach Selbstmord haben? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, da die Krankheit für nicht Betroffene schwer nachvollziehbar ist. "Die Depression ist charakterisiert durch Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer", beschreibt das Online-Lexikon Wikipedia die Krankheit. Weiter heißt es: "Die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen. ...... Schwer depressiv erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens." Oft ginge dieses Gefühl mit dem Wunsch einher, sterben zu wollen.
Angehörige und Freunde stehen der Krankheit häufig hilflos gegenüber und sind ratlos, wie sie mit dem Patienten umgehen sollen. Die beste Antwort darauf liefert der britische Autor und Schauspieler Stephen Fry: "Wenn Sie jemanden kennen, der depressiv ist, fragen Sie ihn bitte nie warum. Depression ist nicht die direkte Antwort auf eine schlechte Situation. Eine Depression ist launisch wie das Wetter. Versuchen Sie die Dunkelheit, Lethargie, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit zu verstehen, durch die der Betroffene geht. Seien Sie für ihn da, wenn er am Ende des Tunnels ankommt. Es ist schwierig, der Freund eines Depressiven zu sein, aber es ist eines der liebenswürdigsten, großherzigsten und besten Dinge, die Sie tun können."
 
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Ich denke auch Gesunde haben depressive Phasen, wobei das da eben wieder von selbst besser wird. Trauer und so kennt ja auch jeder. Bei einer Depression ist das eben chronisch und man hat Probleme sich für manche Dinge aufzumuntern, man muss sich auch mal zwingen sich etwas Gutes zu tun etc.
Da ich selbst vor der Psychose eine Art Depression hatte, würde ich sagen, dass man diese relativ gut verstecken kann und so eine Diagnose vielleicht auch nur seinen engsten Vertrauten mitteilen sollte. Arbeit und solche Sachen können ja trotz Depression funktionieren und Antidepressiva können da sehr effektiv die Stimmung aufhellen und man nach Außen hin den Schein wahren eben als gesund durchzugehen. Wenn man depressiv ist, dann sieht man die Dinge eher zu realistisch, ohne dass man geistig irgendwie krank rüberkommt, vielleicht eher verschlossen, da man ja kaum etwas hat worüber man wirklich glücklich ist und wo man voll dahintersteht.
Es gibt sicher auch unterschiedliche Depressionen wie es unterschiedliche Gründe dafür gibt, die für den Betroffenen selbst auch unklar sein können. Beruflich war ich auch unzufrieden, wobei ich bezweifle, ob eine Änderung es besser gemacht hätte. Insofern konnte ich mit den Antidepressiva weiterhin funktionieren und mir zumindest ein berufliches Standbein aufbauen.
Bei einer Depression ist finde ich alles hoffnungslos und man sieht sich selbst als bedeutungslos.

Bei einer Psychose ist eher das Gegenteil der Fall, wobei ich diese Erkrankung eher als eine Art Gegenreaktion sehe, womit man zumindest viel glücklicher sein oder werden kann, also auch gewisse Veränderungen wie berufliche und so quasi durch die Psychose erzwungen werden, was man vorher von selbst nie geschafft hätte.
Ich denke das man häufig Depressionen mit Negativsymptomen verwechselt, wobei man bei Depressionen eben eher absolut unzufrieden oder unglücklich ist, aber bei Negativsymptomen der Psychose eher die Antriebsarmut das Hauptproblem ist.
Viele Dinge muss man vielleicht selbst mal erlebt oder gefühlt haben, um dafür ein Interesse zu entwickeln oder es nachvollziehen zu können, wobei zumindest einige depressive Symptome völlig normal sind, bei Betroffenen eben ausgeprägter und chronisch/behandlungsbedürftig sind.
Wenn Sie jemanden kennen, der depressiv ist, fragen Sie ihn bitte nie warum.
Dieses Zitat ist mir schon häufiger begegnet auf FB und so begegnet. Vielleicht, weil die Antwort die Situation des Betroffenen noch schwieriger macht und man daran auch noch festgenagelt werden kann, wenn man sich über irgend etwas schlecht äußert?
Als gesunder Depressionen nachvollziehen?
Ist das überhaupt möglich?
Ist zwar möglich, aber da stößt man an Grenzen, wo selbst Erkrankte ihre Probleme erstmal verstehen oder einordnen müssen, was überhaupt krankhaft ist. Emotional wird es für jemanden Gesunden schwer sein, sich das vorzustellen, wobei Depressionen sicherlich auch sehr unterschiedlich sein können und man unter den Medikamenten nochmal anders fühlt und damit umgeht.

@Niggo würdest du sagen, dass die Negativsymptome vergleichbar oder gleich der Depressionen sind? Schizophrene sollen ja an sich keine Depressionen haben, trotzdem ähnelt die Symptomatik der Negativsymptome auch der Depressionen, grade was Antriebsschwäche und Motivation angeht.
Wie grenzt du die Depression von der Psychose ab? Inwiefern spielt Depression bei der Prodomalphase(Vorphase der Psychose) eine Rolle? Bei mir hat es damit ja schon einige Jahre vor Ausbruch der Psychose angefangen.
Ich empfinde eine Depression (in meinem Fall) eher als das Gegenstück zur Psychose, als ob der Körper sich durch die Psychose von der Depression frei macht.
 
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Depressionen und Negativsymptomatik haben schon eine gewisse Ähnlichkeit. Wie man beides ein wenig Unterscheiden kann habe ich schon des öfteren hier geschrieben. Ich will da jetzt nicht alles wiederholen. Der Hauptunterschied ist in meinen Augen die Länge der Symptome. Eine Depression geht halt meistens (nicht immer) nach einer gewissen Zeit weg, während die Negativsymptomatik weit darüber anhalten kann
 
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@Niggo
Ich frage mich eben, ob man Depression überhaupt mit Psychose(Negativsymptome) vergleichen kann. Für mich gibt es da schon deutliche Unterschiede, da die Grundstimmung bei einer Psychose relativ gut sein kann, aber trotzdem der Antrieb/Motivation für viele Dinge fehlt.
Da ich selbst beides schonmal hatte, würde ich eher sagen, dass Psychose eine Art Reaktion auf Depression oder depressive Zustände sein kann, wo gewisse Grenzen aufgebrochen werden, welche einem vorher das Leben erschwert haben.
Negativsymptome sind auch ein anderes Spektrum von Symptomen als bei einer Depression.
Ich würde da schon einen Unterschied machen, da man das nur schwer vergleichen kann.
In der Psychose gibt es auch ein gewisses Glücksempfinden, man fühlt sich bedeutend und so Sachen oder redet sich das selbst ein, wo man bei einer Depression die Situation eher zu realistisch betrachtet und man sich selbst abwertet, als unbedeutend sieht etc.
Gewisse Ähnlichkeiten/Überschneidungen von Symptomen gibt es schon.
Negativsymptome treten auch eher in Schüben auf, man ist nur für bestimmte Dinge unmotiviert, wo Positivsymptome da einen gewissen Ausgleich schaffen.

Der Knackpunkt wäre, ob man da eine klare Grenze ziehen sollte oder Unterschiede herausarbeiten, wo sich die Depression von der Psychose unterscheidet.
Falls du bedrückende und depressive Negativsymptome hast, dann würde ich auch eher an den Medikamenten festmachen, da diese bestimmte Negativsymptome auch verschlimmern können oder Ursache dafür sind. Teils sind das eben auch Nebenwirkungen, die man der Erkrankung anhängt.
 
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Hallo Niggo,
Das ist ja das unglaubliche an einer Depression, dass sie jeden treffen kann. Es gibt tatsächlich viele kabarettisten und Komödianten die öffentlich die Witzigkeit in Person sind (Robin Williams) und in Wahrheit höchst depressive Menschen.
Vermutlich genau deswegen, da diese Darstellung eines immer humorvollen und witzigen Menschen einen Kabarettisten oder Schauspieler dazu zwingt immer sich so darzustellen wie man eigentlich gar nicht ist. Das hineinpressen in eineRolle, die einem irgendwann mal gefallen hat,aber aus der man irgendwann nicht mehr herausfindet.
 
TS
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Ich glaube da hast du vollkommen Recht. Die Leute müssen den ganzen Tag lustig sein und werden, wenn sie berühmt sind, auch noch ständig darauf angesprochen und müssen ständig ein Witz auf Lager haben. Da kann man ja nur depressiv werden.
 
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@Niggo, wir Psychotiker haben keine richtige Depression. Zum Teil sind die Symptome sogar mehr Positiv als Negativ, es fallen also einige der schwerwiegenden depressiven Symptome weg.
Mag sein, dass es unter Psychotikern auch Depressive gibt, aber die Gleichsetzung mit den Negativsymptomen, wie du es schon häufiger getan hast, finde ich etwas vermessen von dir.

Wenn, solltest du vielleicht das etwas klarer voneinander abgrenzen, damit es da keine zu starken Missverständnisse gibt.



Zur Ausgangsfrage: "Als gesunder Depressionen nachvollziehen?"
Erstmal muss man als Kranker überhaupt verstehen, was genau eine Depression ist, was mir persönlich schwerfällt, weil die Gründe dafür meist unklar und vielfältig sein können. Eine Depression hatte ich vor der Psychose und kann das glaube ich schon von den üblichen Negativsymptomen abgrenzen, weil bei den Negativsymptomen eher Motivation und Antrieb fehlt, aber man die Dinge trotzdem locker nimmt. Diese Leere und Sinnlosigkeit und das zu Tote betrübt sein ist bei einer Psychose etwas, was durch den Wahn und die ganzen Interessen dahinter eher neutralisiert wird, da steigert man sich ja in Dinge rein, die einem auch egal sein könnten.
Bei einer Depression sieht man ja ein Stückweit gar kein Licht, wo man sich bei einer Psychose das Licht eben einbildet und durch die Symptomatik sich irgendwie selbst die Bestätigung im Leben holt, was bei einer Depression eben fehlt, da macht man ja keine Beziehungs-/Bezugsideen oder hat Größenwahn. Bei einer Depression sieht man das Leben viel zu realistisch und nüchtern, also zum Teil auch gegensätzliche Symptome zur Psychose, wo die Wahrnehmung getrübt oder zumindest völlig anders ist.

Nur so, das Problem ist bei so psychischen Erkrankungen erstmal selbst diese Diagnosen/Krankheitsbilder mit Bezug auf die eigenen Probleme einordnen zu können und überhaupt zu verstehen, woran es überhaupt liegen kann, dass man etwa depressiv ist. Negativsymptome sind zum Teil Nebenwirkungen der Medikamente, aber auch Symptome der Psychose. Depressionen sind dagegen leichter etwas konkreten zuzuordnen, wenn man etwa ein unglückliches Leben führt. Depression ist eher ein in Angst erstarrt sein, wo man sich schwertut überhaupt weiterzukommen, wo eine Psychose eher eine Flucht nach vorne darstellt, also da verändert sich durch die Erkrankung sehr viel im Leben, was auch positive Aspekte hat.

Für mich ist das zumindest ein größeres Fass, was du da aufmachst. Viele Betroffene müssten erstmal selbst verstehen und erklärt bekommen, was es mit den psychischen Erkrankungen genau auf sich hat. Erst wenn man selbst weis, was man hat, dann kann man auch offener zu seiner Erkrankung und Problemen stehen. Anderweitig tut man sich damit ja auch keinen Gefallen, wenn man als Depressiver sagt, dass einen der Arbeitsplatz stört oder dieses oder jenes, aber das Problem bei einem selbst liegt und man zum Teil selbst keine Ahnung hat, was einen denn so unglücklich macht oder fehlt.
 
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Die beste Antwort darauf liefert der britische Autor und Schauspieler Stephen Fry: "Wenn Sie jemanden kennen, der depressiv ist, fragen Sie ihn bitte nie warum. Depression ist nicht die direkte Antwort auf eine schlechte Situation. Eine Depression ist launisch wie das Wetter. Versuchen Sie die Dunkelheit, Lethargie, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit zu verstehen, durch die der Betroffene geht. Seien Sie für ihn da, wenn er am Ende des Tunnels ankommt. Es ist schwierig, der Freund eines Depressiven zu sein, aber es ist eines der liebenswürdigsten, großherzigsten und besten Dinge, die Sie tun können."
Diese Aussage finde ich falsch. Warum diese Denkverbote? Gerade wenn man eine Depression hat, dann sollte man sich fragen, warum das so ist. Nur sollte man da keine klare und absolute Antwort erwarten, sondern eher, dass man sich selbst mit den Erkrankten auf die Suche macht, wo es zwickt.

Das mit dem launischen Wetter klingt eher nach einer Manisch/Depressiven Bipolaren Störung, also nach einer klassischen Depression, wo alles eher grau und eintönig ist.

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, da die Krankheit für nicht Betroffene schwer nachvollziehbar ist. "Die Depression ist charakterisiert durch Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer", beschreibt das Online-Lexikon Wikipedia die Krankheit.
Sicher das da von einer Depression die Rede ist, @Niggo ?!
Dass man bei einer Depression keine Trauer empfindet, finde ich irgendwie unpassend. Es werden ja manche Menschen nach dem Tod eines Angehörigen depressiv und empfinden diese Trauer verstärkt, so dass man dann von einer Depression spricht, da ist man ja praktisch eher Dauertraurig. Ich denke eher das "Freude und Trauer" bei einer Psychose sehr reduziert sein kann, also da würde das von der Charakteristik schon eher zutreffen, wobei das eben häufig nur Momentaufnahmen sind, was sich im Verlauf der Erkrankung und mit den Medikamenten verändert.
 
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@Niggo, wir Psychotiker haben keine richtige Depression. Zum Teil sind die Symptome sogar mehr Positiv als Negativ, es fallen also einige der schwerwiegenden depressiven Symptome weg.
Mag sein, dass es unter Psychotikern auch Depressive gibt, aber die Gleichsetzung mit den Negativsymptomen, wie du es schon häufiger getan hast, finde ich etwas vermessen von dir.

Wenn, solltest du vielleicht das etwas klarer voneinander abgrenzen, damit es da keine zu starken Missverständnisse gibt.

Das kann man so nicht sagen, Psychosen können aus vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern entstehen, etwa aus einer bipolaren Störung heraus, bei der Depressionen ganz klar zum Krankheitsbild dazu gehören oder aus Autismus bei dem Depressionen oft comorbid sind. Selbst aus einer "normalen" chronischen Depression kann eine Psychose entstehen und danach verflüchtigt sich die Depression nicht einfach, nur weil es Überschneidungen mit Negativsymptomen gibt. Depressionen sind ein Spektrum und nicht jeder muss 24/7 zu Tode betrübt sein, um depressiv zu sein. Diese Depressionen gibt es, die sind dann sehr schwer und kaum aushaltbar und es tut mir Leid, falls du solche Erfahrungen mit Depressionen gemacht haben solltest, aber anderen deshalb zu sagen sie sind nicht in der Lage depressiv zu werden, nachdem sie psychotisch waren, ist schlicht falsch. Die postpsychotische Depression ist sogar ein eigenes Krankheitsbild und ich selbst hatte nach meiner Psychose eine schwere Depression, die Monate angedauert hat und bin jetzt immer noch depressiv, nur nicht mehr so schwer. Ich kämpfe schon seit ich denken kann mit Depressionen, das verschwindet nach einer Psychose nicht einfach auf magische Weise und ich weigere mich, es ausschließlich als Negativsymptome zu betrachten, weil die ja angeblich kaum bis gar nicht heilbar sind und ich gemerkt habe, dass sich an meinen Symptomen durch Therapie durchaus etwas machen lässt.
 
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