Als gesunder Depressionen nachvollziehen?

@Gelöschter Benutzer 2353, wir Psychotiker haben keine richtige Depression. Zum Teil sind die Symptome sogar mehr Positiv als Negativ, es fallen also einige der schwerwiegenden depressiven Symptome weg.
Mag sein, dass es unter Psychotikern auch Depressive gibt, aber die Gleichsetzung mit den Negativsymptomen, wie du es schon häufiger getan hast, finde ich etwas vermessen von dir.

Wenn, solltest du vielleicht das etwas klarer voneinander abgrenzen, damit es da keine zu starken Missverständnisse gibt.



Zur Ausgangsfrage: "Als gesunder Depressionen nachvollziehen?"
Erstmal muss man als Kranker überhaupt verstehen, was genau eine Depression ist, was mir persönlich schwerfällt, weil die Gründe dafür meist unklar und vielfältig sein können. Eine Depression hatte ich vor der Psychose und kann das glaube ich schon von den üblichen Negativsymptomen abgrenzen, weil bei den Negativsymptomen eher Motivation und Antrieb fehlt, aber man die Dinge trotzdem locker nimmt. Diese Leere und Sinnlosigkeit und das zu Tote betrübt sein ist bei einer Psychose etwas, was durch den Wahn und die ganzen Interessen dahinter eher neutralisiert wird, da steigert man sich ja in Dinge rein, die einem auch egal sein könnten.
Bei einer Depression sieht man ja ein Stückweit gar kein Licht, wo man sich bei einer Psychose das Licht eben einbildet und durch die Symptomatik sich irgendwie selbst die Bestätigung im Leben holt, was bei einer Depression eben fehlt, da macht man ja keine Beziehungs-/Bezugsideen oder hat Größenwahn. Bei einer Depression sieht man das Leben viel zu realistisch und nüchtern, also zum Teil auch gegensätzliche Symptome zur Psychose, wo die Wahrnehmung getrübt oder zumindest völlig anders ist.

Nur so, das Problem ist bei so psychischen Erkrankungen erstmal selbst diese Diagnosen/Krankheitsbilder mit Bezug auf die eigenen Probleme einordnen zu können und überhaupt zu verstehen, woran es überhaupt liegen kann, dass man etwa depressiv ist. Negativsymptome sind zum Teil Nebenwirkungen der Medikamente, aber auch Symptome der Psychose. Depressionen sind dagegen leichter etwas konkreten zuzuordnen, wenn man etwa ein unglückliches Leben führt. Depression ist eher ein in Angst erstarrt sein, wo man sich schwertut überhaupt weiterzukommen, wo eine Psychose eher eine Flucht nach vorne darstellt, also da verändert sich durch die Erkrankung sehr viel im Leben, was auch positive Aspekte hat.

Für mich ist das zumindest ein größeres Fass, was du da aufmachst. Viele Betroffene müssten erstmal selbst verstehen und erklärt bekommen, was es mit den psychischen Erkrankungen genau auf sich hat. Erst wenn man selbst weis, was man hat, dann kann man auch offener zu seiner Erkrankung und Problemen stehen. Anderweitig tut man sich damit ja auch keinen Gefallen, wenn man als Depressiver sagt, dass einen der Arbeitsplatz stört oder dieses oder jenes, aber das Problem bei einem selbst liegt und man zum Teil selbst keine Ahnung hat, was einen denn so unglücklich macht oder fehlt.