Hallo liebe Leute,
ich bin jetzt 47 Jahre alt und habe letztes Jahr 2024 eine Psychose erneut gehabt (habe bereits genau 10 Klinikaufenthalte in 12 Jahren hinter mir). Vor 12 Jahren hatte ich zwei Suizidversuche, da unter anderem mein Vater an einem Gehirntumor verstarb und meine damalige Freundin kurz nach dem Tod meines Vaters unsere Beziehung beendete. Seitdem hatte ich immer wieder kurze bis längere Psychosen und in der Klinik wurde mir auch gesagt nach meinen Suizidversuchen, dass ich, was "familiäre Verstrickungen" angeht, wohl eine Psychose gehabt hätte.
Ich frage mich, wie es jetzt weitergehen soll. Mein Leben war jetzt seit 12 Jahren von Krisen geprägt, ich erhalte Erwerbsminderungsrente (habe zwei abgeschlossene Studiengänge an Universitäten und Berufserfahrung), habe eine gesetzliche Betreuung, Betreutes Einzelwohnen (BEW) und möchte am liebsten wieder arbeiten. Ich habe jetzt länger nicht mehr richtig gearbeitet, aber als Selbständiger immer wieder Honoraraufträge gehabt in den 12 Jahren und auch Referenzen/Zeugnisse bekommen. Ich fühle mich sehr müde meistens wegen auch der ganzen Therapie etc. sowie nehme ich aktuell 800 mg Amisulprid am Tag, da mein Arzt sagt, dass diese Dosis jetzt nach der letzten Krise im letzten Jahr die beste sei für mich, um symptomfrei zu sein. Ich bin etwas verzweifelt, was ich so den ganzen Tag machen soll und sehne mich mit Arbeit nach etwas Normalität, was auch beruhigend bzgl. Existenz, Wertschätzung, Sozialem ist. Ich habe durch das Amisulprid ca. 15 bis 20 kg zugenommen und fühle mich wie gesagt meist sehr müde. Ich schreibe wegen meiner vollen Erwerbsminderung Bewerbungen mit bis zu 15 Std./Woche, wobei alle meine Bewerbungen initiativ sind, da es solche ausgeschriebene Stellen nicht gibt. Es wird immer von allen Seiten gesagt, dass man/ich von Krankheit in der Bewerbung nichts schreiben sollte und schon gar nicht Schizophrenie (meine Diagnose ist paranoide Schizophrenie), aber ich muss ja auch irgendwie begründen, warum ich mich für nur 10 bis 15 Stunden in der Woche bewerbe. Manchmal denke ich, ich sollte mich vielleicht auch an die Öffentlichkeit wagen und ein Buch über meine Erkrankung schreiben oder es auf meiner Webseite (die ich gerade erstelle) erwähnen und auch etwas dazu schreiben (paranoide Schizophrenie von 2014 bis 2024, mittlerweile genesen), dass nämlich etwa Schizophrenie eine Krankheit ist, für die man nichts kann und die auch nicht bedeutet, dass man vollkommen verrückt oder gar eine Gefahr ist.
Was meint ihr? Was kann ich oder können auch andere (eventuell ihr selbst) machen, dass der Blick in die Zukunft wieder besser wird bzw. auch das eigene Gefühl besser wird diesbezüglich?
Meine gesetzliche Betreuung und das BEW wollten mir schon eine Tagesstätte schmackhaft machen und meine gesetzliche Betreuung sprach auch schon davon, dass ich ja bestimmt nicht "Papier schreddern" gehen will in einer Behindertenwerkstatt. Ich fühle mich nicht mehr so krank bzw. waren meine Psychosen so, dass ich mich selbst in einer Traumwelt aus Stimmen, Halluzinationen (sah ehemalige Bekannte etc. von vor 10 bis 30 Jahren auf einmal auf der Straße an mir vorbeigehen etc.), Krimi, Krieg aufgrund von politischen Entwicklungen (die es ja nach wie vor gibt) sah bzw. in einer Traumwelt war, wo ich dann auch für niemanden mehr erreichbar war. Ich habe noch zwei gute Freunde, nicht mehr, aber mit diesen gehe ich öfters Kaffee trinken, was erzählen etc., ansonsten gibt es noch Treffs von psychisch Kranken, Info-Veranstaltungen, Selbsthilfegruppen etc. Ich bin jetzt 47, mir fällt mittlerweile immer mehr die Decke auf den Kopf (bzw. ist mein letzter Klinikaufenthalt jetzt 4 Monate her), da ich jetzt 4 Monate (davor 2.5 Monate Klinik und 5 Monate isoliert vom Leben in der "Traumwelt") nur dabei bin, mich um meine Wohnung zu kümmern, um mich zu kümmern (also um einfachste Sachen wie einkaufen, Ordnung halten etc.), Termine bei meinem Therapiesystem wahrzunehmen und ab und zu mit Freunden was zu machen (auch nur so alle 1 bis 2 Wochen). Oft gehe ich jetzt seit zwei bis drei Wochen einfach auch tagsüber ins Bett, da einfach die Bewerbungen noch keinen Erfolg gebracht haben, mich mit Büchern zu beschäftigen (habe kein TV) irgendwie ziel- und sinnlos vorkommt und ich völlig unausgelastet bin.
Ich habe auch Angst und Sorge vor der Zukunft. Manche Schizophrenie-Erkrankte machen irgendwie ein Ex-In-Programm oder es gibt Klaus Gauger und Jens Jüttner (und noch weitere; Christiane Wirtz z.B.), die mit ihrer Erkrankung offensiv vorgehen.
Danke für euren Input!
Vielleicht kann mir jemand auch Aktuelles und Informationen zur Erwerbsminderungsrente geben?! Wie man langfristig wieder möglichst gesund aus dieser herauskommt (bzw. wenn man dann eventuell wieder arbeitet) bzw. ob ihr diese gut oder schlecht findet. Bei mir ist die volle Erwerbsminderungsrente seit knapp 2 Jahren entfristet und die DRV schreibt, dass eine Beschäftigung über 15 Std./Woche hinaus längerfristig bestehen muss, damit die Erwerbsminderungsrente wegfällt. Seht ihr diese Rente als Hindernis irgendwie oder als Stigma?
ich bin jetzt 47 Jahre alt und habe letztes Jahr 2024 eine Psychose erneut gehabt (habe bereits genau 10 Klinikaufenthalte in 12 Jahren hinter mir). Vor 12 Jahren hatte ich zwei Suizidversuche, da unter anderem mein Vater an einem Gehirntumor verstarb und meine damalige Freundin kurz nach dem Tod meines Vaters unsere Beziehung beendete. Seitdem hatte ich immer wieder kurze bis längere Psychosen und in der Klinik wurde mir auch gesagt nach meinen Suizidversuchen, dass ich, was "familiäre Verstrickungen" angeht, wohl eine Psychose gehabt hätte.
Ich frage mich, wie es jetzt weitergehen soll. Mein Leben war jetzt seit 12 Jahren von Krisen geprägt, ich erhalte Erwerbsminderungsrente (habe zwei abgeschlossene Studiengänge an Universitäten und Berufserfahrung), habe eine gesetzliche Betreuung, Betreutes Einzelwohnen (BEW) und möchte am liebsten wieder arbeiten. Ich habe jetzt länger nicht mehr richtig gearbeitet, aber als Selbständiger immer wieder Honoraraufträge gehabt in den 12 Jahren und auch Referenzen/Zeugnisse bekommen. Ich fühle mich sehr müde meistens wegen auch der ganzen Therapie etc. sowie nehme ich aktuell 800 mg Amisulprid am Tag, da mein Arzt sagt, dass diese Dosis jetzt nach der letzten Krise im letzten Jahr die beste sei für mich, um symptomfrei zu sein. Ich bin etwas verzweifelt, was ich so den ganzen Tag machen soll und sehne mich mit Arbeit nach etwas Normalität, was auch beruhigend bzgl. Existenz, Wertschätzung, Sozialem ist. Ich habe durch das Amisulprid ca. 15 bis 20 kg zugenommen und fühle mich wie gesagt meist sehr müde. Ich schreibe wegen meiner vollen Erwerbsminderung Bewerbungen mit bis zu 15 Std./Woche, wobei alle meine Bewerbungen initiativ sind, da es solche ausgeschriebene Stellen nicht gibt. Es wird immer von allen Seiten gesagt, dass man/ich von Krankheit in der Bewerbung nichts schreiben sollte und schon gar nicht Schizophrenie (meine Diagnose ist paranoide Schizophrenie), aber ich muss ja auch irgendwie begründen, warum ich mich für nur 10 bis 15 Stunden in der Woche bewerbe. Manchmal denke ich, ich sollte mich vielleicht auch an die Öffentlichkeit wagen und ein Buch über meine Erkrankung schreiben oder es auf meiner Webseite (die ich gerade erstelle) erwähnen und auch etwas dazu schreiben (paranoide Schizophrenie von 2014 bis 2024, mittlerweile genesen), dass nämlich etwa Schizophrenie eine Krankheit ist, für die man nichts kann und die auch nicht bedeutet, dass man vollkommen verrückt oder gar eine Gefahr ist.
Was meint ihr? Was kann ich oder können auch andere (eventuell ihr selbst) machen, dass der Blick in die Zukunft wieder besser wird bzw. auch das eigene Gefühl besser wird diesbezüglich?
Meine gesetzliche Betreuung und das BEW wollten mir schon eine Tagesstätte schmackhaft machen und meine gesetzliche Betreuung sprach auch schon davon, dass ich ja bestimmt nicht "Papier schreddern" gehen will in einer Behindertenwerkstatt. Ich fühle mich nicht mehr so krank bzw. waren meine Psychosen so, dass ich mich selbst in einer Traumwelt aus Stimmen, Halluzinationen (sah ehemalige Bekannte etc. von vor 10 bis 30 Jahren auf einmal auf der Straße an mir vorbeigehen etc.), Krimi, Krieg aufgrund von politischen Entwicklungen (die es ja nach wie vor gibt) sah bzw. in einer Traumwelt war, wo ich dann auch für niemanden mehr erreichbar war. Ich habe noch zwei gute Freunde, nicht mehr, aber mit diesen gehe ich öfters Kaffee trinken, was erzählen etc., ansonsten gibt es noch Treffs von psychisch Kranken, Info-Veranstaltungen, Selbsthilfegruppen etc. Ich bin jetzt 47, mir fällt mittlerweile immer mehr die Decke auf den Kopf (bzw. ist mein letzter Klinikaufenthalt jetzt 4 Monate her), da ich jetzt 4 Monate (davor 2.5 Monate Klinik und 5 Monate isoliert vom Leben in der "Traumwelt") nur dabei bin, mich um meine Wohnung zu kümmern, um mich zu kümmern (also um einfachste Sachen wie einkaufen, Ordnung halten etc.), Termine bei meinem Therapiesystem wahrzunehmen und ab und zu mit Freunden was zu machen (auch nur so alle 1 bis 2 Wochen). Oft gehe ich jetzt seit zwei bis drei Wochen einfach auch tagsüber ins Bett, da einfach die Bewerbungen noch keinen Erfolg gebracht haben, mich mit Büchern zu beschäftigen (habe kein TV) irgendwie ziel- und sinnlos vorkommt und ich völlig unausgelastet bin.
Ich habe auch Angst und Sorge vor der Zukunft. Manche Schizophrenie-Erkrankte machen irgendwie ein Ex-In-Programm oder es gibt Klaus Gauger und Jens Jüttner (und noch weitere; Christiane Wirtz z.B.), die mit ihrer Erkrankung offensiv vorgehen.
Danke für euren Input!
Vielleicht kann mir jemand auch Aktuelles und Informationen zur Erwerbsminderungsrente geben?! Wie man langfristig wieder möglichst gesund aus dieser herauskommt (bzw. wenn man dann eventuell wieder arbeitet) bzw. ob ihr diese gut oder schlecht findet. Bei mir ist die volle Erwerbsminderungsrente seit knapp 2 Jahren entfristet und die DRV schreibt, dass eine Beschäftigung über 15 Std./Woche hinaus längerfristig bestehen muss, damit die Erwerbsminderungsrente wegfällt. Seht ihr diese Rente als Hindernis irgendwie oder als Stigma?