Zukunft mit der Erkrankung
@Fossilee , bei dir sieht es ja schon nach einem chronischen Verlauf aus, also kannst du eigentlich von keiner Genesung sprechen, was es beruflich und alles sehr schwer macht, auch wenn man sich selbst da vielleicht überschätzt und Phasenweise mehr machen möchte.
So kannst du dich
hier über Erwerbsminderungsrente informieren, da sind die offiziellen Seiten am besten, da sich die Dazuverdienstmöglichkeiten und so Sachen ja jährlich etwas ändern können.
Du könntest glücklich sein, dass du EM-Rente hast und dein Wissen durch die Studiengänge auch anderweitig nutzen, ohne berufliche kariere damit anzustreben. Beispielsweise könntest du ja auch einen einfachen Job machen, wie Lagerarbeiten oder Regale einräumen, oder für die Stadt arbeiten, Zeitungen austragen. Einfach um etwas Struktur zu haben und etwas dazuzuverdienen. Dein Wissen durch die Studiengänge könntest du vielleicht im Internet oder im Umgang mit deinem Umfeld auch so Gewinnbringend als Erfahrungswerte nutzen. Insofern könntest du ja froh sein das du mit der Rente keine beruflichen Verpflichtungen hast, die du im Zweifel auf Dauer kaum gewachsen bist, wenn dir so schon schwer fällt in deinem Leben Ordnung und so zu halten, was eben bei der Schizophrenie aufgrund von Negativsymptomen und Restsymptomen trotz Behandlung einen schon sehr belasten kann.
Also, nutze lieber die Zeit dein Leben auf Vordermann zu bekommen und sei glücklich das du die Rente hast. Dein Wissen kannst du sicher irgendwie anders vielleicht sogar viel besser und Gewinnbringender für die Gesellschaft einbringen, auch wenn du damit keine berufliche Karriere und Geld machst.
Gibt einfache Jobs, die zumindest etwas Struktur geben, ohne dass man sich zu sehr verausgaben muss. Da ist es womöglich einfacher etwas mit nur wenigen Stunden die Woche zu finden ohne das du deine Rente irgendwie aufs Spiel setzt.
Realistisch betrachtet ist die Erkrankung ja chronisch, also wenn du dich aktuell gut oder gesund fühlst das eher subjektiv ist und die Psychose sowie auch Antipsychotika einen gewissen Tribut kosten.
Auch wenn man vorübergehend Antipsychotika reduziert oder absetzt, ist es normal nur subjektiv phasenweise etwas besser und der Rückfall vorprogrammiert. Die Rente ist daher wichtig und nimmt dir viel Stress, da du unter Belastung noch viel schneller psychotisch und an deine Grenzen stoßen würdest, auch wenn man sich in so positiven Phasen meist überschätzt.
Selbststigma mit der Rente sollte man vermeiden, das habe ich auch manchmal und hängt bei mir mit leichten depressiven Verstimmungen zusammen und wenn man sich krankheitsbedingt zu viele Gedanken macht, wie andere einen sehen und über einen denken.
Von daher und weil dein Text sehr lang ist, wirkt es eher so, wie wenn du keine 800mg Amisulprid gerade einnimmst, entweder reduziert oder abgesetzt hast, weil man da dann tendenziell keine so starke Sprachverarmung hat, sich subjektiv gesünder fühlt als man ist und ohne oder mit sehr wenig Antipsychotika depressive nachdenkliche Symptome stärker durchkommen können.
Jobmäßig könntest du vielleicht im Einzelhandel, bei der Stadt, Zeitungen austragen oder irgendwas suchen was dir lediglich Struktur und eine Aufgabe bringt. Dein Wissen und Studiengänge sind natürlich sehr wertvoll, das kannst du aber auch in deinem Privatleben und als Erfahrungsschatz anderweitig gesellschaftlich einbringen, was dich langfristig vielleicht glücklicher macht als dann in einer beruflichen Struktur festzusitzen, wo man krankheitsbedingt auch mehr aneckt und die Diagnose eben schwierig ist, gerade auch wenn man diese vorher verschweigen muss und dann ständig die Gedanken hat, das Kollegen es herausbekommen können das man krank ist und so.
Ich habe das alles schon durchgemacht und finde es besser, wenn man irgendwie im Vorfeld oder bei der Vorstellung die Erkrankungssituation anspricht, um dann vom Arbeitgeber und Vorgesetzten eine Rückendeckung zu haben. Wenn das mit der Diagnose dann später herauskommt oder man ständig zittert oder verfolgungswahn hat, dass Arbeitskollegen es herausbekommen haben oder herausbekommen können, ist das eher ein Triggerfaktor. Einfacher ist meiner Meinung nach ein etwas offenerer Umgang mit der Diagnose im Vorfeld, wenn das irgendwie möglich ist. Vielleicht über Beziehungen oder so an einen einfachen Job zu kommen, oder gibt ja auch so Genesungsbegleiter, was Betroffene machen können.
Ich habe durch das Amisulprid ca. 15 bis 20 kg zugenommen und fühle mich wie gesagt meist sehr müde.
Gewichtszunahme tritt ja bei allen Antipsychotika auf, ist schwer das Gewicht wieder loszubekommen.
In letzter Zeit habe ich sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten
Vitamin B6 und Magnesium gemacht. Sehr hochdosiertes B6 wird auch bei Medikamenten bedingter Akathisie eingesetzt und kann bei innerer Unruhe helfen. Mir hat das geholfen die Heißhungerattacken zu reduzieren und es stabilisiert von der Psychose auch etwas, da konnte ich die letzten 5 Wochen recht einfach 10kg abnehmen was mir vorher sehr schergefallen ist. 300-600mg Vitamin B6(gibt es in 100mg) und normaldosiertes Magnesium mit 400mg kann einen Versuch wert sein. B6 muss man über 200mg bei Dauereinnahme bezüglich Nebenwirkungen etwas aufpassen, einfach den verlinkten Artikel mal durchlesen.
Ansonsten kann zusätzlich ein hochdosiertes B-Komplex Präparat helfen die anderen 7 B-Vitamine zu ergänzen.
B6 und Magnesium sind essentiell und haben Auswirkung auf Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, Glutamat und GABA. Vitamin B6 bei Akathisie ist evidenzbasiert, also da gibt es eine klare Studienlage.
Ich nehme ja diese
Intervalltherapie hier die ich im Forum empfehle, dabei wird das Antipsychotikum phasenweise abgesetzt, was durch die Dauereinnahme vom Bupropion SNDRI Antidepressivum und Nikotinentwöhnungsmittel möglich ist. Bupropion fördert Wachheit und Konzentration, was Negativsymptome und Kognitive Symptome deutlich verbessern kann, gerade auch wenn man phasenweise damit das Antipsychotikum absetzt. Bupropion ist da entscheidend und der wichtige Wirkstoff.
Ansonsten sollte man Antipsychotika durchgängig normal einnehmen, also bei so einer Intervalltherapie des Antipsychotikums muss man viele Dinge beachten, weil Bupropion sehr wach macht und kein kompletter Ersatz fürs Antipsychotikum ist. Das wäre ein anderer therapeutischer Ansatz.