Allerdings habe ich auch mal für eine Woche auf 5mg und danach 1 Woche auf 2,5mg reduziert.
Vermutlich war das zu kurz um wirklich was zu merken, da das Medikament ja eine lange Halbwertszeit hat.
Ungefähr bei 2,5mg war bei mir die Grenze. Bei mir hatte zuvor 5mg auch im Akutfall ausgereicht.
Einerseits macht zwar die Halbwertszeit für die Nachwirkung des Medikaments etwas aus, aber gleichzeitig ist es eher so, dass die vorherige starke Dämpfung mit hohen Dosierungen auch einen Puffer schafft.
Die Halbwertszeit beschreibt etwa die Pharmakokinetik.
Das, was auf zellulärer Ebene passiert, ist die Pharmakodynamik, welche sogar eine größere zeitliche Rolle spielen kann.
Wie etwa ein Wasserfass, das bei der Psychose am Überlaufen war. Hohe Dosierungen lassen das Wasser im Fass schneller ablaufen, bis es fast leer ist. Wenn du das Medikament dann absetzt, dann bedeutet die Halbwertszeit, dass du den Ablaufhahn langsam schließt, bis gar kein Wasser mehr entweicht.
Bis sich aber das Fass füllt, das kann viel länger dauern, insbesondere wenn man vorher stark gedämpft war, kann das für dich bedeuten, dass du Aripiprazol für ca. 5 Monate ohne größere Schwierigkeiten absetzen kannst, dich erst mal besser fühlst (trotz langsam auch ansteigender Frühwarnsymptomatik bzw. undichter Stellen). Wenn das Fass aber ganz überläuft, werden aus den schlecht beherrschbaren ansteigenden Frühwarnsymptomen, Unruhe etc. teils etwas sprunghafter starke Akutsymptome, Verwirrung und Orientierungsschwierigkeiten, was sich schubweise auch eher steigert.
Mein Psychater wollte die Dosis noch hochschrauben nachdem ich sie eigenständig gesenkt habe.
Warum gibt man Medikamente rein präventiv wenn es die Chance von 20-30% gibt dass es eben nicht wieder kommt?
Anders als bei anderen Entzugssymptomen von Drogen etwa muss man sehr viel Glück haben, um zu den realistischerweise betrachteten ca. 10 % der Betroffenen zu gehören, die es schaffen, die Antipsychotika dauerhaft abzusetzen. Häufig sind das Betroffene mit drogeninduzierter Psychose, bei denen die Droge selbst das auslösende Element war, welche die Antipsychotika teils auch Jahre später und unter viel Stress loswerden.
Bei Schizophrenie spricht man in dem Kontext eher von Spontanheilung und geht häufig von einer Fehldiagnose aus, da die Chancen bei richtiger Schizophrenie wirklich gering sind.
20-30% sind meiner Meinung nach etwas zu optimistisch, wenn man alle Psychosen, also auch die substanzinduzierten und organischen, dazuzählt.
Mein Wahn war sehr persönlich und situativ, ich glaube nicht dass der wieder kommt.
Mit der Interesselosigkeit versaue ich mir dagegen die Chance mein Leben noch zum positiven zu drehen.
Es frustriert einfach.
Ich hatte auch Wahn und starke Negativsymptome.
Du kannst jetzt klar Aripiprazol auch ganz absetzen und schauen, wie lange du durchhältst. Dir kann es etwa über Monate hinweg von den Negativsymptomen her geringfügig besser gehen, aber es kommen dann immer stärker werdende Symptome zurück, und dann sollte man sich, wenn Reizbarkeit, Unruhe oder andere Symptome auftreten, in keine Psychose hineinquälen, sondern rechtzeitig das Antipsychotikum in ausreichender Dosis einnehmen. Da man dann schon übermäßig misstrauisch ist, kann dann, je akuter die Symptome sind, das Antipsychotikum wieder einzunehmen, sehr schwerfallen. Wichtig ist, egal wie du weitermachst, Termine beim Psychiater wahrzunehmen, auch wenn du kein Antipsychotikum einnehmen möchtest und absetzt, weiter die Termine beim Psychiater wahrzunehmen, weil dieses Feedback vom Fachmann oder von verständnisvollen Angehörigen essenziell ist.
Das psychotische Erleben kann extrem real für einen selbst sein, aber selbst wenn man die Diagnose als Krankheit ablehnt, so ist das psychische Leid, das die Erkrankung verursacht, real.
Psychose ist wie wenn man viel stärker mit Extremen und Kontrollverlust konfrontiert wird. Dieses Extreme sollte man tunlichst meiden, da du der ruhigste Mensch in der Vergangenheit gewesen sein kannst, aber aufgrund der Erkrankung das genaue Gegenteil ohne Medikamente durchkommen würde.
Es kann also 2-8 Monate auch so funktionieren. Wichtig ist, dass du dann, wenn Reizbarkeit, Unruhe oder andere Symptome zunehmen, rechtzeitig das Aripiprazol wieder einnimmst. Die Halbwertszeit täuscht etwas, oder wenn du dich dann ohne erst einmal viel lebendiger fühlst, bis das schleichend umschlägt.
Mein Tipp:
2,5 mg sind eher zu schwach, die Psychose würde dann womöglich noch schleichender zurückkommen, ohne dass du von den reduzierten Nebenwirkungen profitierst.
Du kannst das beibehalten, aber solltest das auch mit deinem Psychiater besprechen, wenn du das auf deinem eigenen Risiko hin so beibehältst, oder bewusst vorübergehend auf 0 mg reduzierst. Kurzzeitig ganz abzusetzen solltest du nur machen, wenn du das mit deinem Psychiater besprichst, und du solltest oder musst dann auch Nachfolgetermine wahrnehmen, da du diese Rückmeldung brauchst. Besser so ehrlich wie möglich, als wenn du dich verstrickst und das gegenseitige Vertrauen wegbricht.
Du brauchst deinen Psychiater auch später für bessere Absetzmethoden oder könntest dir dieses Reduktions-Risiko was zu 95% scheitert, auch sparen und es mit dieser Intervalltherapie mit stabilisierenden Bupropion probieren:
https://schizophrenie-forum.com/psy...ltherapie_nebenwirkungsprofile_2026-pdf.2450/
Dabei wird Aripiprazol dann nur etwa für ca. 2-4 Wochen am Stück eingenommen, bis Schlaf und Frühwarnsymptome sich wieder normalisiert haben.
Bupropion ist ein notwendiger Wirkstoff, ein NDRI‑Antidepressivum, welches essenziell für den Erfolg der Intervalltherapie ist. Damit schaffst du viel längere Absetzzeiträume des Aripiprazol's, aber auch hier gilt, dass die Psychose schleichend zurückkommt. Du dann zwischendurch mindestens 2-4 Wochen am Stück das Aripiprazol in einer für dich passenden minimalen Wirkdosis brauchst. 5-10mg sind ein niedriger realistischer Bereich. 7,5mg sollten mit geteilten 15mg Aripiprazol möglich sein (falls es in der Dosis teilbar ist).
Frauen brauchen höhere Dosierungen als Männer. 5mg bei einem Mann können also 7,5mg bei einer Frau sein und Gewicht ist kein zentraler Faktor für die Dosis.
Diese Langfassung erklärt die Wirkweise verständlich:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
Die Kurz-Broschüre oben am besten beidseitig ausdrucken und auf der Rückseite unter der Nebenwirkungstabelle ist der QR-Code für die Langfassung, damit kann sich dein Psychiater dann auch leichter selbst anschauen.
Das hilft dir, Bupropion zu bekommen und auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, da vorübergehend auch andere Antidepressiva sinnvoll und wichtig sind, sobald du die entsprechenden Nebenwirkungen oder Symptome merkst.
Bupropion hilft in den Absetzphasen, damit erst viel später innere Unruhe oder Aggressivität durchbricht, du bist damit viel stabiler und Negativsymptome werden in diesen Absetzphasen deutlich besser, also Lebensfreude und alles, was dir aktuell stört. Ohne Bupropion sind die Erfolge nur minimal und vorübergehend. Mit Bupropion verbessert sich in jedem Absetzintervall die Situation deutlich. Citalopram, ein SSRI-Antidepressivum, hilft später in den Absetzphasen, wenn Emotionalität und Libido zurückkommen, da das auch psychotische Wahrnehmung sonst begünstigt, wenn man Emotionen und Gefühlen mehr traut als der Realität. Gefühle sind da, die kann man kaum beeinflussen. Antipsychotika dämpfen Gefühle eher maximal, was du aktuell bemängelst, aber ohne ist das andere Extrem auch schwierig. Bei Psychose findet man sehr schwer eine gesunde Mitte und mit den milden Antidepressiva wie auch Citalopram, kann man die Dosis an die eigene Bedürfnisse gut anpassen.
Trimipramin-Tropfen (trizyklisches Antidepressivum) helfen bei Schlafstörungen, die in den Absetzphasen durch Bupropion sehr schnell auftreten, weshalb es auch ganz langsam gesteigert werden sollte. Die kleinste Startdosis 150mg Bupropion sind für die erste Intervallphase ideal. Da Bupropion sehr wach macht und Einschlafstörungen begünstigt, sind Trimipramin-Tropfen in dieser Anfangsphase in den Phasen ohne Antipsychotikum besonders wichtig.
Citalopram SSRI Antidepressivum kann, auch wenn durch Bupropion Miktionsstörungen (schwache Blase) auftreten, diese Nebenwirkung lindern, oder bei Neigung zu Verstopfungssymptomen auch weichen Stuhlgang machen.
Es bietet sich aber erst nach dem Bupropion + Aripiprazol an.
Alle diese Antidepressiva verlieren ihre Wirkung, je näher man in den Phasen ohne Antipsychotikum an die Psychose rückt. Es können Schlafstörungen und auch Depressionen dann auch trotz Trimipramin und Citalopram durchbrechen.
Wichtig ist, da klar zu wissen, dass die Aripiprazoldosis dann eingenommen werden muss, da dann diese Antidepressiva wieder normal wirken, der Schlaf sich reguliert und das Aripiprazol selbst die verlässliche antidepressive Wirkung herstellt. Aripiprazol wirkt bei Akutsymptomen sehr schnell und verlässlich, unabhängig von der Halbwertszeit, sollte es nach der ersten Dosis nach ca. 1-3 Tagen schon anschlagen. Wichtig ist auch hier im Vorfeld, sich in keine Psychose hineinzuquälen, sondern, wenn anfängliche Schlafstörungen da sind, es erstmal mit Trimipramin-Tropfen (Doxepin-Tropfen als Alternative sind etwas weniger sedierend) ergänzen, dann aber, sobald diese zu wirkungsschwach sind, spätestens das Aripiprazol einnehmen.
Wenn trotz des Bupropions Reizbarkeit oder innere Unruhe durchkommen oder Wahnsymptomatik bzw. paranoide Gedanken, dann ist das Antipsychotikum (Aripiprazol) das einzig Verlässliche, damit Bupropion wieder ausreichend wirksam ist.
Ich nehme derzeit 10 mg Apripiprazol aus präventiven Gründen.
Allerdings habe ich auch mal für eine Woche auf 5mg und danach 1 Woche auf 2,5mg reduziert.
Vermutlich war das zu kurz um wirklich was zu merken, da das Medikament ja eine lange Halbwertszeit hat.
Okay, hier steht, du nimmst 10mg, ich bin bei meiner Antwort aus Versehen von den 2,5 mg ausgegangen und dachte, du wärst beim Schritt auf 0mg. Mein Fehler.
Falls du bei 2,5mg oder so schon rückfallnahe Symptome bzw. Verschlechterungen hattest, wäre es interessant zu wissen, ob 5 ober 7,5mg vielleicht bereits angeschlagen sind, oder die Akutwirkung erst bei 10mg eingesetzt hat. Man muss da keine Wochen auf den Blutspiegel warten, also Aripiprazol kann meiner Erfahrung nach abrupt Stunden nach Einnahme schon wirksam sein, was man manchmal an einem leichten, etwas speziellen leichten Rauschgefühl merkt, was man von der psychotischen Symptomatik etwas abgrenzen kann. Diese Art von Gefühl entsteht, wenn das Aripiprazol bei psychotischer Symptomatik wirksam ist und ausreichend dosiert. Je nach Schwere des vorherigen Schubs und wie früh man es erwischt, kann es auch ohne Rauschgefühl über Nacht wirken.
Bei zu langem Zögern und Absetzversuchen, bevor ich Bupropion hatte, war das minimale Rauschgefühl so 1-2 Wochen bis die Psychose halbwegs im Griff. Zigaretten haben in der Phase bei mir wirklich komisch geschmeckt, also das Antipsychotikum wirkt, aber braucht Zeit, ohne dass man zwingend die Dosis steigern müsste. So etwas könnte man im Grunde testen, ob wenn du bei 2,5mg in einen Schub rutscht, nach 2 Tagen 5mg schon so ein Gefühl machen und ausreichend wirkt, dann 7,5mg für 2 Tage und dann erst 10mg falls überhaupt nötig. Dieses etwas spezielle Gefühl zeigt aber eher an, wenn man es schon zu weit getrieben hat, könnte aber ein Indikator dafür sein, dass Aripiprazol wirkt, bzw. die Dosis ausreicht.
Das sind aber nur so meine theoretischen Gedanken dazu.
Vielleicht hilft dir das ja etwas weiter.