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Diese ->medikamentöse Empfehlung hilft gegen die Negativsymptome der Psychose/Schizophrenie und fördert einen positiven Verlauf der Erkrankung. Es ist wesentlich verträglicher, da nur kleine Dosierungen von Antipsychotika eingesetzt werden und die Wirkstoffe gut aufeinander abgestimmt sind.

Woran merkt ihr, dass die Akutphase vorbei ist?

Kuhnibert

Guest

Guten Morgen,

woran merkt ihr, dass die Akutphase mit Wahn und so vorbei ist?

Grüße
 
Member
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19.04.2021
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Naja, wenn ich nicht mehr von den Wahnhaften Gedanke und Halluzinationen etc. geprägt bin. Für mich ist die Akutphase die Phase mit den ausgeprägten Positivsymptomen. Sobald man bei jemandem vornehmlich die Negativsymptomatik erkennt, gehe ich davon aus, dass die akute Phase vorbei ist.
 
TS

Kuhnibert

Guest

Moin @DerMannvonIhr,

wie weißt du, dass die Akutphase wirklich vorbei ist und sie nicht nur durch Medikamente unterdrückt wird?

Grüße
 
Member
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19.04.2021
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hmm...schwer. Ich seh es eher so, dass Medikamente dich aus der Akutphase herausbegleiten können. Viele Medis wirken ja eben gerade auf Posotovsymptome. Negativsymptome sind eher schwer zu behandeln.
 
TS

Kuhnibert

Guest

Danke für die Antwort.

Ich finde das sehr schwer einzuschätzen, da ich bisher keine Negativsymptome habe. Einfach das Olanzapin weiter nehmen und abwarten.
 
Administrator
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Ich denke den Unterschied zwischen "richtig Akut" und "leichter Symptomatik" merkt man schon. Teilweise ist leichte Paranoia je nach Umfeld in den man lebt auch berechtigt, denn als Erkrankte/r hat man es manchmal auch schwer und den meisten Leuten fehlt das Verständnis für so eine Erkrankung.

Teilweise klingen Wahnsymptome erst nach Jahren ab und die Medikamente helfen da nur begrenzt, Medikamente können aber den notwendigen Abstand geben um komplexe Wahngedanken zu überdenken. Bei mir waren das so Themen wie der Weltschmerz, Konflikte die es auf der Welt gab/gibt, die Medikamente können so etwas zwar ein Stückweit ausblenden, aber die zugrunde liegenden Probleme die einen in den Wahn treiben können ja weiterhin bestehen.

Indem die medikamente Abstand geben zum Wahn, kann man diese Sachen neu überdenken und sich langsam da herauslösen, mir hat letztendlich geholfen eben selbst mich schlau über diese Themen die mich verunsichert haben zu machen, damit gewinnt man ein Stückweit Kontrolle zurück, indem man sich seine eigenen Gedanken macht und eigene Meinungen bildet, statt zu sehr sich von Medien oder äußeren Dingen die auf einen einwirken, zusätzlich da hineintreiben zu lassen.

Von daher finde ich Wahnsymptomatik ist eher ein schwieriges Beispiel für Akutsymptomatik weil diese häufig trotz der Medikamente unterschwellig noch da sind. Letztendlich können Medikamente aber helfen diese Problematiken aus vielen Wahrnehmungen heraus zu überdenken, weil man ja durch die Wirkstoffe von Gefühl und Wahrnehmung her dann anders an die Dinge herangeht als vorher, wo einen das eher immer kränker gemacht hat. Insofern würde ich sagen kann es auch sein das man unterschiedliche Neuroleptika zeitweise braucht, da diese Vor- und Nachteile haben und sich dann von unterschiedlichen Perspektiven an die Kernprobleme des Wahns heranarbeiten kann. Meiner Meinung nach ist Wahn auch ein zugrundeliegende tiefe Angst, die man so verarbeitet indem man sich übermäßig damit beschäftigt, wo ein Gesunder eben zwar auch sich reinsteigern kann, aber eben in einem gesunden Rahmen und meist weniger intensiv.
Wahn würde ich von daher sagen braucht einfach Monate oder Jahre zum Teil bis man das aufgearbeitet hat und manche Betroffene verzweifeln wohl auch dran. Mir hat auch geholfen diese Energie die man da in den Wahn reinsteckt für konstruktive Dinge wie die eigene Gesundheit einzusetzen und sich so von destruktiven Wahngedanken so zu lösen, indem man sich ein Thema sucht wo man Erfolge hat.

Der Wahn ist vielleicht dann weg, wenn diese Themen kein übermäßiges Interesse mehr erwecken und man das etwas lockerer und realistisch/ausgewogen betrachtet. Da ein Wahn auch reale Züge haben kann, indem die Medien diese öffentliche Wahrnehmung zeigen, kann es dauern bis sich diese Wahrnehmung soweit verändert oder abmildert, das bei einem selbst kein Leidensdruck mehr entsteht.
Ich gehe davon aus, das es Gedankenausbreitung und Eingabe durchaus gibt, also diese Dinge auch wenn es in der Erkrankung sehr realitätsfern wirkt, irgendwo auch einen wahren Kern oder Ursachen haben können und bei realen Problemen würde man ja auch keine Diagnose anstellen können wenn diese Akutphase vorbei ist, oder zumindest liegt das kaum in der Macht des Betroffenen an lebensfeindlichen Dingen da von ein auf den anderen Tag etwas zu ändern.
 
TS

Kuhnibert

Guest

Hallo @ion

Du hast schon recht. Ich hab mir immer gesagt, dass ich niemals LSD nehmen werden. Ich hatte schon immer Angst davor, auf LSD kleben zu bleiben. Diese Angst war schon immer in mir.

Dann saß ich bei nen Kumpel und wir haben Call of Duty gezockt (Egoshooter-Spiel). Er holt die Pappen raus und wir denken uns: "Lol, das Spiel knallt dann bestimmt mehr"..... --> Dümmste Entscheidung meines Lebens bisher
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Es war auch nur ne geringe Dosis LSD: ca. 50ug. Wahrscheinlicher ist, dass die Psychose aus dem Mischkonsum von Cannabis und LSD kam.

Ich hab regelmäßig gekifft und seit einigen Jahren bekomme ich immer stärkere Wahngedanken von Cannabis. --> Denke alle sozialen Interaktionen durch, die ich in letzter Zeit hatte und was ich für Dinge gesagt habe und dass die Leute mich bestimmt nun alle hassen.

Dieses Denken wurde bei meiner Psychose unkontrolliert. Ich denke mein Wahn war destruktiv auf mich selbst bezogen: Alle Menschen reden schlecht über mich und lästern, jede Bewegung, die ich mache wird beeugt + leichte Gedanken darüber, dass ich vergiftet werde, ich sehe in jeder älteren Frau, die mir entgegenkommt, meine Oma der ich beichten muss, was passiert ist u.s.w.

Die Psychose hat sich auch echt so angefühlt wie ein Horrortrip aus Low-Dose LSD und zu viel Cannabis. Und komischerweise in Kombi mit einer Manie, aber ohne das Hochgefühl, sondern stattdessen mit Angst und Selbstmordfantasien. Also nur Selbstmordfantasien, sonst keine anderen Gedanken. (zum Glück nur Schubweise, sonst hätte ich mir zu 100% das Leben genommen. So hatte ich schon die Rasierklingen im Einkaufwagen, als der Verstand wieder durchkam und mich aufgehalten hat.)

Heute und gestern hab ich keinerlei optische Halluzinationen mehr. Auch einen Wahn hab ich nicht mehr. Ich denke genau so wie vor der Psychose. Was jetzt noch leicht verändert ist, ist das Körpergefühl und das Kurzzeitgedächtnis. Außerdem leichte Schlafprobleme und die Gedanken sind leicht abgehakter und angestrengter. Manchmal fühlt es sich auch einfach an, als sei die Psychose noch nicht weg und will wieder hervorkriechen. Das kommt Schubweise. Sie schafft es aber nicht wegen der Medikamente.

Mal schauen wie sich das entwickelt die Tage.

Ich hab zum Glück keine Prodromalphase gehabt und wurde direkt nach einer Woche im psychotischen Zustand behandelt. Die Zeit hat einfach nicht ausgereicht, als das ich weit von der Realität weggerückt bin mit meinen Gedanken. Auch hab ich durchgehend realisiert, dass ich alles, was ich in diesem Zustand alles was ich in diesem Zustand an neuen Erkenntnisse gewinne Da ist kein Konstrukt im Wahn entstanden, was erst mal wieder mit viel Mühe und kognitiver Anstrengung eingerissen werden müsste.

Und gelernt hab ich, dass es schlimmeres gibt, als den Tod. Außerdem hab ich nun allen Menschen gegenüber viel mehr Verständnis: Chronisch Dicke sind für mich keine faulen Menschen mehr, sondern viel mehr Opfer ihrer Selbst. Nun verstehe ich z.B. warum Fettleibigkeit ne Krankheit ist.

Oder auch Querdenker und/oder Rechte sind keine Assis mehr. Sie sind alle da, wo sie sind, weil ihre Erziehung, ihr Umfeld und ihre Genetik sie dahin geführt haben. Ich kann diese ganzen Menschen nun viel mehr verstehen: Heißt aber nicht, dass ich viele Menschen nun weniger verabscheue
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Wie fühlt es sich eigentlich bei ner paranoiden Schizophrenie an?: Bemerkt man trotz Krankheitserfahrung nicht, wenn die Prodromalphase startet?

Grüße
 
TS

Kuhnibert

Guest

Ich nehme aktuell jeden Tag 5mg Olanzapin seit 13 Tagen. Meine Psychiaterin meint, ich solle die Tabletten mindestens ein halbes Jahr nehmen. Psychologen-Gespräch hatte ich aber noch nicht.

Diese neuen "Erkenntnisse" kommen auch nicht vom Trip direkt, sondern von der kurzen Leidensgeschichte, die ich bisher hatte.

Man merkt halt was für einen unglaublichen Einfluss der Hormonhaushalt auf den Charakter hat. Man ist ein völlig anderer Mensch wenn der Hormonhaushalt anders ist. Ich bin im klaren Zustand zum Beispiel nie auch nur im Ansatz selbstmordgefährdet. Während der Psychose war ocj es aber öfters. Es hat sich angefühlt, als sei ich nicht ich, als sei ich ein anderer Mensch. Alles nur, weil mein Hormonhaushalt durcheinander war/ist. Aufgrund dieser Erfahrung verstehe ich jetzt, weshalb Menschen fettleibig werden, warum manche Menschen einfach faul sind und wieder andere absolute Arbeitstiere sind. Der Hormonhaushalt spielt einfach so eine wichtige Rolle und definiert auch zu einem Teil wer wir sind. Der Dicke ist vielleicht dick und faul, dass jedoch nicht, weil er sich aktiv dazu entscheidet, sondern weil er Opfer seiner persönlichen Umstände ist. Angefangen bei der Erziehung durch die Eltern.

Ich glaube dieses Erlebnis durch die Psychose jemand anderes zu sein, hat da krass die Augen geöffnet, dass andere Menschen nur im Rahmen ihrer persönlichen Möglichkeiten handeln können.

Hoffe das ergibt Sinn
 
TS

Kuhnibert

Guest

Meinen Kumpel geht es ganz normal. Der ist ganz normal runter gekommen zum Glück
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Ja, ich habe nicht vor jemals wieder Drogen zu nehmen. Weder Tabak, noch Koffein, noch Alkohol oder Cannabis. Also seit dem Trip tu ich das zumindest nicht mehr und jeder Konsum könnte einen Rückfall bedeuten.

Danke für die positiven Worte, die geben Kraft!
 
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Die akute Phase ist vorbei, wenn keine Positivsymptome mehr auftreten (Wahn, Stimmen usw.).
 
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Wie seht ihr es, wenn der Wahn vorbei ist, (z.B. das man abgehört wird) aber man immernoch denkt, dass man damals abgehört wurde. Ist das noch Akutphase? Für mich eigentlich nicht mehr. Es gibt ja auch LEute, die hatten eine PSychose und sind Jahrelang später davon noch überzeugt, dass die Situation damals so war, v.a. wenn der Wahngedanke nicht komplett Bizarr war.
 
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Nach meiner Erfahrung ist die Akutphase der Psychose vorbei, wenn man seine Wahngedanken dann als Wahn erkannt hat.

Viele Grüße, Nadja
 
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@DerMannvonIhr : Die Akutphase ist vorbei, wenn die Einsicht kommt, dass die wahnhaften Dinge, die man erlebt hat, nicht stimmen.
 
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