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Wie verhalte ich mich richtig?

Internette

New member
Hallo zusammen,
nachdem ich nun viel schon gelesen habe, dachte ich mir, dass es Sinn macht hier mal nachzufragen, was Ihr für gut haltet.
Zur Situation:
Meine Tochter (im Februar 18 geworden) lebt seit 1,5 Jahren in einer intensiv-therapeutischen WG. Sie hat viele Diagnosen (ADHS, Depressionen)
Unser Kontakt ist eher sporadisch, da meine Tochter keinen engen Kontakt wünscht. Wenn wir uns sehen/gesehen haben war es immer hoch emotional (von ihrer Seite aus), will heißen sie hat sich entschuldigt, mir gesagt das sie mich liebt etc.
Trotzdem ist der Kontakt zum Vater enger ( er ist selber depressiv) - sie ist quasi sein Mini-me und von außen betrachtet sind sie in einer Art Co-Existenz unterwegs.
Ich habe das immer so akzeptiert, weil ich keinen Druck ausüben wollte.
Jetzt hat sich die Situation am vergangenen Wochenende so zugespitzt, dass die WG entschieden hat, sie per RTW einweisen zu lassen.
Sie ist jetzt geschlossen untergebracht und hat eine diagnostizierte Psychose.
Sowohl die Betreuerin aus der WG als auch mein Ex-Mann waren schon bei ihr.
Ich weiß nicht ob und wie ich Kontakt aufnehmen soll?
Ich möchte nichts falsch machen oder am Ende alles verschlimmern.
Da ich gelesen habe, dass es wichtig ist das sie das Gefühl hat, das alle da sind und ihr helfen wollen, möchte ich ihr das auch zeigen, denn natürlich drehen sich seit einer Woche meine Gedanken nur um sie, zumal sie aufgrund der Tatsache das sie grade 18 ist sie auch auf der Erwachsenen Station ist, was es nicht besser macht.
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Einschätzung geben könnt, ob und wie ich das am Besten mache.
Danke
LG
Internette
 
Hallo Internette,
du könntest doch dem Krankenhauspersonal sagen, dass du sie gerne besuchen würdest und die können sie dann fragen, ob sie möchte, dass du sie besuchst. Wenn nicht, musst du das wohl erstmal so akzeptieren, auch wenn es sehr schwer fällt, aber vielleicht will sie ja auch, dass du kommst.
Liebe Grüße,
Nina
 
Hallo Nina,
tatsächlich hat ihre Bezugsbetreuerin schon gefragt, bzw. es versucht. Meine Tochter hat darauf nicht reagiert, bzw. nur wiederholt das sie "da weg will" . Die Betreuerin meinte, sie konnte nicht vollständig zu ihr durchdringen.
Aber ich versuche es mal über die Pfleger- darauf bin ich noch nicht gekommen...
Danke Dir!
LG
 
Ich fände es wichtig, wenn du sie vielleicht auch häufiger besuchen würdest. So etwas merkt man als Betroffene/r.
Du kannst ja einfach zu den Besuchszeiten hinfahren oder du fragst deinen Ex-Mann, wann du sie besuchen kannst, wenn ihr euch sonst noch versteht. Kann ja sein das er sie alle paar Tage besucht.

Psychose ist von den Medikamenten und allem keine einfache Sache, da ist wichtig das man von den Angehörigen aufgefangen wird.
Langfristig ist Aripiprazol ein gutes Antipsychotikum was auch antidepressiv wirkt, also da geht man anfangs in der Klinik teils durch die Mühle und bekommt härtere Wirkstoffe. Später ambulant sollte man sehen das man halbwegs verträgliche bekommt, weil diese sonst und auch so eher ungern eingenommen werden. Hier die Intervalltherapie kann ein nahezu normales Leben ermöglichen, da sind einige Dinge zu beachten, aber Step by Step klappt das.
Psychose kann chronisch sein, also ist eine sehr langwierige Erkrankung. Da lohnt es sich wirklich später Zeit für die Medikamente und alles zu nehmen, damit langfristig der Verlauf stimmt. Anfangs mit den harten Antipsychotika und sich auf die Situation einzustellen kann sehr belastend sein, da ist ein familiäres Umfeld was einen auffängt wichtig.
 
Weißt du denn, warum sie bislang eher den Kontakt gemieden hatte zu dir? Also sind die Gründe wirklich alle klar?
 
Hallo,
erstmal vielen Dank für Eure Einschätzung.
Ich habe per WhatsApp Kontakt zu ihr aufgenommen, leider keine Antwort. Ich habe mich aber entschieden am Donnerstag hinzufahren. Heute ist ihre Betreuerin da und morgen mein Ex. Die Betreuerin wird in jedem Fall noch einmal versuchen nachzufragen, ob das ok ist.
Weißt du denn, warum sie bislang eher den Kontakt gemieden hatte zu dir? Also sind die Gründe wirklich alle klar?
Tja, das ist schwierig. Ich versuche mal zusammen zu fassen, was bei mir angekommen ist:
In ihren Augen habe ich sie verlassen. Ich habe mich vor ca. 10 Jahren von meinem Mann getrennt und bin für 2 Monate zu einer Freundin gezogen, danach in ein eigenes Haus und die Kinder (insgesamt 3) haben im 2 Wochen Tonus gewechselt.
Es war schon damals ersichtlich, das sie ihre Schwierigkeiten hatte. Allerdings war uns ist mein Ex der Meinung, das Therapeuten und alle anderen Fachleute zum Thema Psyche nichts können und selbst das größte Problem sind.
Ich war schon damals dran ihr Hilfe zu organisieren, bin aber immer wieder auf Granit gebissen, weil mein Ex einfach komplett anderer Meinung war. Er selbst hat aus meiner Sicht auch ein Problem - hat aber mit der Zeit seinen eigenen Umgang damit erlernt und war der Meinung daß das für unsere Tochter auch funktioniert. Kurz um standen wir mit komplett verschiedenen Meinungen da. Das Kind dazwischen. Wenn sie bei mir war, war sie einsichtig und wollte auch Hilfe, kaum war sie beim Vater war alles vergessen.
Sie verweigerte den Schulbesuch. Bei mir mit weniger Erfolg, er ließ sie einfach im Bett liegen. So hat sie sich nach einiger Zeit dazu entschieden ganz bei ihrem Vater zu leben. Er hat seine eigene "Struktur"- also keine und hat sie einfach machen lassen, was dazu führte das sie im Bett über 3 Jahre versumpfte, nicht mehr zur Schule ging und ihre Depressionen immer schlimmer wurden.
So hat es sich über Jahre hingezogen bis ihr Zustand sich so verschlechterte das ich massiv auf psychologische Hilfe gedrängt habe und am Ende das Jugendamt eingeschaltet habe - die dann sehr aktiv wurden.
Nach einer Wohngruppe die nicht passte, lebt sie jetzt seit Frühjahr 2024 in der jetzigen und das hat ihr auch gut getan.
Sie hat die Schule wieder besucht und sogar einen Abschluss geschafft. Sie wurde wieder kontaktfreudiger.
In Familiengesprächen hat sie mir aber immer wieder mitgeteilt, dass sie mich als Schuldige sieht, das ich verursacht hätte, dass es ihr so schlecht geht und eben immer wieder das Thema das ich sie verlassen habe. Zudem könne sie sich keine Situation in ihrem Leben vorstellen, wo sie mich als ihre Mutter braucht ( das hat sie im Sommer letzten Jahres gesagt)

Wir haben unregelmäßig Kontakt. Sie fährt an den Wochenenden zu ihrem Vater, weil er sie in Ruhe lässt, während hier eben mehr los ist - bedingt schon dadurch das ihre Schwester bei mir wohnt, wir eher aktiv sind. Das stresst sie und deswegen kommt sie nicht so häufig hierher. Meistens liegt dann ein Grund vor (weihnachten, geburtstag etc.) Es schwankt stark was die Häufigkeit angeht. Ich lasse es einfach zu und mache keinen Druck oder so. Ich habe es so akzeptiert.
Wenn sie hier ist, wird sie nach sehr kurzer Zeit sehr emotional. Sie weint dann, entschuldigt sich, will umarmt werden, sagt immer wieder das sie ja noch so klein war. Bei ihrem letzten Besuch (vor ca. 4 Wochen) wollte sie auf meinen Arm.
Ich nehme das alles so hin, freue mich über jede Annährung und versuche immer "der Baum" zu sein. Also ihr zu zeigen das ich da bin und das ich nicht umfalle, egal was sie sagt oder wie sie sich verhält.

Sorry das es so lang geworden ist.... ist halt auch eine komplexe Situation.

Meine beiden anderen Kindern sehen auch die Problematik des Vaters und das die Beziehung der beiden in der Form für beide schädlich ist, aber ändern kann das von uns keiner. Leider.

Was ich noch vergessen habe: Die Diagnose ist das die Psychose durch THC bedingt ist. Das hat sie in der Woche vor der Einlieferung wohl häufig konsumiert. Das ist ein Beispiel: Bei mir darf sie nicht rauchen, bei ihm darf sie das - auch kiffen.
Ich glaube ich bin das personifizierte "Feindbild" für sie, weil ich konsequent bin und mein Ex ist genau das Gegenteil.
 
Also so wie du das erzählst, machst du ja schon alles richtig, was du machen kannst. Hauptsache du bleibst sanft und halbwegs verständnisvoll. Eigentlich kanns ja dann nur Stress geben, wenn es Streitpunkte gibt. das würde ich vermeiden und lieber hier etwas mit deinen Regeln (die ja im Prinzip okay sind) runtergehen, damit du einfach wenig Angriffsfläche bietest.
Ich denke, wenn du das mehrfach probierst, sollte sie den Kontakt dann ja auch zulassen, insbesondere wenn sie erst vor einigen Wochen bei dir war.
Da muss man wohl geduldig bleiben und hoffen, dass sie dann mal nen guten Tag hat (weniger Depressionen), wo sie mit dir reden will.
Ich kann nur sagen, weil ich mal ein paar wochen depressionen hatte wegen einer Insolvenz, dass es verdammt schwer ist, etwas positives zu denken, weil das ganze Gemüt echt soooo negativ ist, dass man sich kaum dagegen wehren kann. Ich habs echt probiert, weil ich vorher viel darüber gelesen hatte, aber selbst nie gefühlt hatte, es ist super schwer. ;)

Aber wenn ich das alles insgesamt überblicke vom Text her, würde ich sagen, dass sie irgendwann auf jeden Fall den Kontakt zu dir haben will, auch wenns vielleicht nur sporadisch ist.

Ja, wenn du magst, halt uns weiter auf dem Laufenden, wenn sich was neues ergibt.. :)
 
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