Wie verhalte ich mich richtig?

Hallo,
erstmal vielen Dank für Eure Einschätzung.
Ich habe per WhatsApp Kontakt zu ihr aufgenommen, leider keine Antwort. Ich habe mich aber entschieden am Donnerstag hinzufahren. Heute ist ihre Betreuerin da und morgen mein Ex. Die Betreuerin wird in jedem Fall noch einmal versuchen nachzufragen, ob das ok ist.
Weißt du denn, warum sie bislang eher den Kontakt gemieden hatte zu dir? Also sind die Gründe wirklich alle klar?
Tja, das ist schwierig. Ich versuche mal zusammen zu fassen, was bei mir angekommen ist:
In ihren Augen habe ich sie verlassen. Ich habe mich vor ca. 10 Jahren von meinem Mann getrennt und bin für 2 Monate zu einer Freundin gezogen, danach in ein eigenes Haus und die Kinder (insgesamt 3) haben im 2 Wochen Tonus gewechselt.
Es war schon damals ersichtlich, das sie ihre Schwierigkeiten hatte. Allerdings war uns ist mein Ex der Meinung, das Therapeuten und alle anderen Fachleute zum Thema Psyche nichts können und selbst das größte Problem sind.
Ich war schon damals dran ihr Hilfe zu organisieren, bin aber immer wieder auf Granit gebissen, weil mein Ex einfach komplett anderer Meinung war. Er selbst hat aus meiner Sicht auch ein Problem - hat aber mit der Zeit seinen eigenen Umgang damit erlernt und war der Meinung daß das für unsere Tochter auch funktioniert. Kurz um standen wir mit komplett verschiedenen Meinungen da. Das Kind dazwischen. Wenn sie bei mir war, war sie einsichtig und wollte auch Hilfe, kaum war sie beim Vater war alles vergessen.
Sie verweigerte den Schulbesuch. Bei mir mit weniger Erfolg, er ließ sie einfach im Bett liegen. So hat sie sich nach einiger Zeit dazu entschieden ganz bei ihrem Vater zu leben. Er hat seine eigene "Struktur"- also keine und hat sie einfach machen lassen, was dazu führte das sie im Bett über 3 Jahre versumpfte, nicht mehr zur Schule ging und ihre Depressionen immer schlimmer wurden.
So hat es sich über Jahre hingezogen bis ihr Zustand sich so verschlechterte das ich massiv auf psychologische Hilfe gedrängt habe und am Ende das Jugendamt eingeschaltet habe - die dann sehr aktiv wurden.
Nach einer Wohngruppe die nicht passte, lebt sie jetzt seit Frühjahr 2024 in der jetzigen und das hat ihr auch gut getan.
Sie hat die Schule wieder besucht und sogar einen Abschluss geschafft. Sie wurde wieder kontaktfreudiger.
In Familiengesprächen hat sie mir aber immer wieder mitgeteilt, dass sie mich als Schuldige sieht, das ich verursacht hätte, dass es ihr so schlecht geht und eben immer wieder das Thema das ich sie verlassen habe. Zudem könne sie sich keine Situation in ihrem Leben vorstellen, wo sie mich als ihre Mutter braucht ( das hat sie im Sommer letzten Jahres gesagt)

Wir haben unregelmäßig Kontakt. Sie fährt an den Wochenenden zu ihrem Vater, weil er sie in Ruhe lässt, während hier eben mehr los ist - bedingt schon dadurch das ihre Schwester bei mir wohnt, wir eher aktiv sind. Das stresst sie und deswegen kommt sie nicht so häufig hierher. Meistens liegt dann ein Grund vor (weihnachten, geburtstag etc.) Es schwankt stark was die Häufigkeit angeht. Ich lasse es einfach zu und mache keinen Druck oder so. Ich habe es so akzeptiert.
Wenn sie hier ist, wird sie nach sehr kurzer Zeit sehr emotional. Sie weint dann, entschuldigt sich, will umarmt werden, sagt immer wieder das sie ja noch so klein war. Bei ihrem letzten Besuch (vor ca. 4 Wochen) wollte sie auf meinen Arm.
Ich nehme das alles so hin, freue mich über jede Annährung und versuche immer "der Baum" zu sein. Also ihr zu zeigen das ich da bin und das ich nicht umfalle, egal was sie sagt oder wie sie sich verhält.

Sorry das es so lang geworden ist.... ist halt auch eine komplexe Situation.

Meine beiden anderen Kindern sehen auch die Problematik des Vaters und das die Beziehung der beiden in der Form für beide schädlich ist, aber ändern kann das von uns keiner. Leider.

Was ich noch vergessen habe: Die Diagnose ist das die Psychose durch THC bedingt ist. Das hat sie in der Woche vor der Einlieferung wohl häufig konsumiert. Das ist ein Beispiel: Bei mir darf sie nicht rauchen, bei ihm darf sie das - auch kiffen.
Ich glaube ich bin das personifizierte "Feindbild" für sie, weil ich konsequent bin und mein Ex ist genau das Gegenteil.