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Was ist wenn sie niemals wieder gesund wird?

Mooooment… Das ist Teil des Wahns???? Ist das sicher? Ich dachte das ist einfach Teil dieser Erkrankung… wenn das Teil des Wahns ist bedeutet das ja, dass der Wahn noch da ist wenn dieses „Phänomen“ auftritt. Ist das sicher? Ich muss das unbedingt wissen… das ändert bei mir hier gerade alles wenn das stimmt…
Wahn sind auch grundlegende Überzeugungen oder überwertige Ideen, die man auch mit Antipsychotika kaum vollständig wegbekommt. Ich bin da eher der Meinung das man diese Dinge für sich verarbeiten muss und die Antipsychotika einen den Abstand geben um sich von einem wahnhaften Extrem wieder herauszuwinden, indem man sich dann wieder korrigieren kann und sagt "ach ja gibt auch andere Sichtweisen und ich hab mich da zu sehr reingesteigert". Man kann trotzdem sich in Themen reinarbeiten die einen vorher neu gewesen sind und dann Ängste durch Gewissheiten und Erfahrungen lösen und wenn diese Ängste weg sind, dann fällt auch die Wahnhafte Getriebenheit weg.
Problem ist das Antipsychotika hauptsächlich unterdrücken, also nach absetzen das wieder neu anfängt. Die Medikamente-Empfehlung von mir verbessert konzentation und alles, sodass Stress weniger wird und Wahrnehmung klarer. Dabei kommt es dann seltener zu Trigger (etwas ganz anders auffassen als es real abläuft, aus dem Zusammenhang reisen usw.) die meist in stressigen Situationen entstehen.
Ist keine Standardtherapie, wobei das Bupropion (SNDRI Antidepressivum) Konzentration, Wachheit und Stabilität verbessert, es wirkt auch gegen Nikotinsucht und Wahn ist strengenommen auch wie eine Sucht. Daduch reduziert sich der Stress Unruhe und es hilft bei Reizbarkeit, was vor allem in Absetzphasen des Antipsychotikums gut ist, da Temporär für mehrere Monate ohne Antipsychotikum auszukommen ohne erheblich instabil zu werden. Da kann Bupropion schützen, aber eben nur für Monate bis der Stress und alles wieder gewisse Grenzen überschreitet. Bupropion wirkt auf Noradrenalin, was diese Unruhe und Reizbarkeit zurückhält, reguliert. Die Dopaminwiederaufnahmehemmung hat überaschenderweise da diesen temporären Antipsychotischen Effekt indem Negativsymptome und Kognitive Prolbeme auch deutlich reduziert werden. Praktisch löst man damit Mangelzustände an Dopamin, was dann dazu beiträgt das psychotische Symptome viel milder werden und erst Monate später durchbrechen wenn das Antipsychotikum länger weg ist.

Bei der Intervalltherapie wird das Antipsychotikum (Aripiprazol) für ca. 3-8 Monate abgesetzt, was aufgund des Bupropion's überhaupt erst funktionier. SSRI Antidepressiva die auf Serotonin wirken wie Citalopram können eher Emotionen und Libido reduzieren was zeitweise in diesen Absetzphasen auch eine wichtige Ergänzung ist. Solche übermäßigen Emotionen können auch zu Liebeswahn und anderen Dingen führen, wenn man eben den Emotionen statt seinem Verstand folgt, also den Emotionen(er liebt mich doch) zuviel Bedeutung beimisst.

Die Empfehlung ist deswegen wichtig, weil man das Antipsychotikum dann nur noch selten braucht und damit vom Verlauf weitere Verbesserungen möglich sind (nach einer gewissen Erhaltungsphase und Akuttherapie).

Wenn Betroffene wissen, das sie so langfristig wieder von den Antipsychotika wegkommen, dann ist auch der Griff zu den Antipsychotika und Krankheitseinsicht leichter, da sich so Fortschritte abzeichnen und Hoffnung auch berechtigt ist.
Das gibt dann Zeit zum Verarbeiten.
 
Hallo zusammen! Meine beste Freundin hat mir ja inzwischen die Freundschaft gekündigt, weil sie mich als Lügnerin sieht und sie denkt, dass ich mich heimlich mit ihrer Exchefin verbunden habe um sie auszuspionieren. Sie sagt, sie hat die Exchefin ganz deutlich bei mir im Handy gehört und ich könnte es nicht abstreiten. Natürlich habe ich ihr gesagt, dass ich keinen Kontakt zu dieser Frau habe, aber wie gesagt, sie glaubt es mir nicht. Sie glaubt außerdem nicht, dass sie krank ist und sagt, dass wir uns schämen sollen ihr so etwas zu unterstellen. Seitdem ist Funkstille und ich leide. 30 Jahre Freundschaft… es ist so traurig! Was mache ich wenn sie niemals krabkeneinsichtig wird!?!
Einsicht muss man lernen..
Ich habe nach 28 Jahren die Krankheit akzeptiert..
Kopf hoch, es ist nie zu spät!
 
Ich wollte hier jetzt nicht vom Thema ablenken, sorry. Der Punkt ist nur, dass es für mich einen großen Unterschied macht ob dieses "verstehen was man hören will" ein Symptom von vielen ist oder tatsächlich Teil des Wahns ist. Bei letzterem würde es bedeuten, dass, wenn dieses Verhalten wie bei meiner Frau sehr extrem ist, der Wahn offensichtlich noch voll vorhanden ist. Wenn es allerdings nur ein Symptom von vielen ist, dann kann der Wahn ja bereits durch die Medikamente weitgehend weg sein, dieses Symptom ist dann halt noch da. Das wäre ein Gamechanger. Aufgrund dieses Verhaltens ist es gerade super schwer mit meiner Frau Dinge zu besprechen oder über eine Rückkehr dieser in die Familie nachzudenken.

Es ging mir um Dinge wie zum Beispiel, dass das Jugendamt uns Dinge sagt, Auflagen oder sowas, die sie betreffen, und sie das so versteht, wie sie es gerne hätte. Das ging schon so weit, dass die Mitarbeiterin vom Jugendamt zu mir gesagt hat, dass sie gar nicht mehr mit meiner Frau reden will weil sie sowieso alles falsch versteht. Das ist übrigens bei ihrer Mutter ohne Diagnose in abgeschwächter Form auch so.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Johannes zuviele Medikamente machen einen auch weggetreten oder können Blackouts machen.
Normal reicht häufig die niedrigste Tablettendosis für die Erhaltungstherapie aus, wobei man da ja häufig von der Klinik im Maximaldosierungen z.B. 150mg Xeplion entlassen wird.

Normal müsste sie schon ansprechbar sein, alles andere klingt für mich eher wie Überdosis, da die Medikamente selbst einen weggetreten machen und das einen eben gar nix mehr interessiert oder man kaum nachdenken kann.

Wahn wäre eher wenn sie bestimmte Überzeugungen ausdrückt und man an ihr nimmer herankommt mit Gesprächen, aber auch so Wahnhafte Schübe sind häufig nur Phasenweise in Schüben da. Etwa wenn man Medikamente absetzt.

Welche Wirkstoffe in welchen Dosierngen nimmt sie ein? Vielleicht kannst du die Situation genauer beschreiben, auch was genau bei ihr abprallt?

"verstehen was man hören will" ein Symptom von vielen ist oder tatsächlich Teil des Wahns ist
Kann man kein Pauschalurteil machen, wobei man auch im Wahn alles andere versteht und aufnehmen kann, man ist da eben für Kritik relativ unzugänglich und kann das dann erst in klareren Phasen reflektieren und sich auch erinnern. Also es kann trotzdem helfen wenn man mit den Betroffenen redet und ernst nimmt, auch wenn er das im Nachgang erst refelktieren kann.

Meiner Meinung nach sind Betroffene in Kliniken und Außerhalb eher überdosiert und so etwas kann einen genauso oder erstrecht weggetreten machen, teils gibt es sogar paradoxe Nebenwirkungen von Antipsychotika.

Wenn sie also weggetreten wirkt, würde ich auf eine Art ICH-Störung durch überdosis der Antipsychotika tippen, wobei ich da reduzieren würde und eventuell ein SSRI Antidepressivum ergänzen würde, weil das die Ich-Wahrnehmung zurückbringen kann. Also vielleicht eine Art Depersonalisierung.
 
Ich hatte das mal nach meinem zweiten Klinikaufenthalt. Wurde da mit 150mg Xeplion entlassen und habe mich völlig komisch benommen, das meine Mutter in der Situation auch nur noch geweint hat.
Hab Xeplion reduziert und zusätzlich Citalopram (SSRI-Antidepressivum) was ich zufällig zuhause hatte eingenommen.
Citalopram hat in der Phase dieser Instabilität entgegengewirkt, wobei man Xeplion normal auf 50mg locker reduzieren kann.
Ist auch so ein Wirkstoff der Kognitiv extrem einschränkt, also Paliperidon. Beim Aripiprazol ist man klarer im kopf.
Hier mal eine Nebenwirkungesliste bei der auch die Kognitionen aufgelistet sind.

Gespäche bringen ja nix wenn das Hirn wie Matsch ist oder man gar solche Dosierungen hat das man Blackouts bekommt.

Von daher wichtig überhaupt zu wissen was sie einnimmt?
 
Schizophrenie kann ein Leben lang dauern, wenn es einmal ausgebrochen ist. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Ich mache schon 31 Jahre damit rum. Mal Höhen, mal Tiefen. Aber wenn man medikamentös gut eingestellt ist, kann man mit der Krankheit leben. Vor allem auch, wenn man das passende Medikament für sich findet. Da müsste man erstmal Versuchskaninchen spielen, bis das richtige Medikament für einen gefunden wird. Ich habe 3 verschiedene Medikamente ausprobiert bevor das richtige für mich gepasst hat.

Es ist ein langer Prozess und man braucht viel Geduld.
 
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