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Pharmakologische Strategien
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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

➝ Grafische Übersicht: Transporter, Rezeptoren & Schizophrenie‑Netzwerk

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Stabilisierung mithilfe von Bupropion

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“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
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Stimmen! Heute hü morgen hott

Hallo, ich wäre dankbar für die Schilderung von euren Erlebnissen und Meinungen.

Ich hatte vor drei Jahren eine ziemlich heftige Psychose und höre seitdem stimmen und habe paranoide Eingebungen und Gedanken.
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie und vielem rumdoktoren habe ich die damalige Medikation abgesetzt und versucht meinen Zustand mit viel gesünder Lebensführung zu verbessern.

Das hat leider nur teilweise geklappt und die Stimmen legten sogar noch einen drauf und wurden stärker. Ich verfing mich in einem Netz aus widerstand und Kampf wollte jedoch zu dieser Zeit nicht auf Medikamente umstellen da ich noch aus der Vergangenheit wusste wie stark ich unter den NW gelitten hatte.
Ich arrangierte mich mehr und mehr mit der Tatsache das ich eine chronische Psychose habe und suchte gerade online nach vielen Quellen und Leidensgenossen, jedoch gibt es nicht viel von Menschen die Stimmen hören was Hand und Fuss hat und ich wollte mich zudem nicht damit arrangieren dass ich wohl doch eine paranoide Schizophrenie habe.

Ich persönlich fahre ganz gut damit den Stimmen keine Namen zu geben dass hat damals zu erheblichen Zuwachs der stimmen geführt und ihnen eine deutlichere Machtposition gegeben.

Mittlerweile durch das Risperidon sind die Stimmen eigentlich "nur" noch dialogisierend und extrem leise doch gerade abends und in meiner Wohnung erlebe ich deutliche Paranoia.
Leider triggert mich meine Wohnung bzw die Nachbarn schon immens. Umziehen ist gerade keine Option.

Ich hab so gut wie alle Medikamente durch und Versuche es jetzt wie erwähnt mit Risperidon.
Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, das Quetiapin "Stimmen hören" fördern kann?

Die Stimmen sind sehr resistent gegenüber den Medis. Nach kurzer Zeit arbeiten sie sich da durch und scheinen immun zu sein.
Ein Teufelskreis.

Ich wäre dankbar für Input und Erfahrungsberichte von euch.
Komme mit dem Amisulprid soweit gut zurecht. Nehme es ja hauptsächlich weil es meinen Antrieb und die Grundstimmung verbessert ohne mich unruhig und fahrig zu machen.
Was mich nur umtreibt ist die Überlegung ob meine Psychiaterin die Diagnose; paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt hat.
Das klingt sehr interessant. Sind deine Stimmen durch den Wechsel auf Amisulprid ganz zurückgegangen oder wurde es bereits unter Risperidon besser?
Welche Dosierung Amisulprid nimmst du ein und nimmst du noch weitere Medikamente, Psychopharmaka oder bestimmte Ergänzungen ein?

Hast du schon einmal allein oder mit deinem Psychiater Amisulprid reduziert und sind dann Stimmen direkt auch wieder zurückgekommen?

Sehr interessant wäre, vor allem wenn du deine untere Dosisgrenze kennst, wie sich Bupropion (NDRI-Antidepressivum) als Addon zum Amisulprid bei dir auswirken würde. Bupropion verträgt sich mit Amisulprid gut und hat keine CYP2D6 Wechselwirkung. Nehmen auch so ein paar im Forum bereits ein. Hast du das auch mal probiert? Vielleicht kannst du dir das zusätzlich zum Amisulprid vorstellen. Im Grunde sollten sich Negativsymptome verbessern und Positivsymptome auch bei späterer Reduktion von Amisulprid eher stabil bleiben. Wenn du da Erfahrungswerte hast, wie schnell du bei üblicher Reduktion unruhig wirst und ab welcher Dosis du zu Symptomen neigst, wäre ein idealer Vergleich möglich, wie sehr Bupropion da schützt oder auch so, wie es sich bei dir auswirkt.
Ich habe keine Stimmen gehabt, aber kenne das mit Erlöservorstellungen und so auch.

Hast du aktuell noch bestimmte Restsymptome oder Dinge, die dich besonders stören, von Nebenwirkungen oder Negativsymptomen?

Deine Erfahrung, falls du Bupropion zusätzlich probieren möchtest, wäre sehr wertvoll! Positiv- und Negativsymptome können sich damit bessern und eine stabilere Reduktion von Amisulprid ermöglichen.
Wenn du Vorerfahrungen hast und bereits eine minimale Amisulpriddosis gefunden hast, dann könntest du das dazu noch recht objektiv sehen, ob sich bei Reduktion dann etwas grundlegendes ändert.
 
Was mich nur umtreibt ist die Überlegung ob meine Psychiaterin die Diagnose; paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt hat.

Hier als Antwort, damit du das anhand des Zeitpunkts und der Symptome bei der Diagnosestellung etwas besser einordnen kannst.
Frage:
wie kann man bei ICD 10 und DSM Schizophrenie relaitv sicher diagonstizieren. Ein Betroffene:r berichtet von Stimmen und fragt sich ob die Diagnose paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt wurde.
Wäre die Frage ob eine F20.0 zutreffend ist oder man etwa im ICD 11 oder 10 da wenn Stimmen präsenter sind eher andere Diagnosen für Schizophrenie hat die besser passen können?


KI Antwort:
Die kurze Antwort: Ja, man kann Schizophrenie nach ICD‑10, ICD‑11 und DSM‑5 relativ zuverlässig diagnostizieren – aber nie allein aufgrund von „Stimmenhören“. Und ja: es gibt mehrere Diagnosen, die bei anhaltenden Stimmen infrage kommen, nicht nur F20.0 (paranoide Schizophrenie).

Ich gehe das strukturiert durch, damit du klar siehst, wo die Diagnose sicher ist – und wo Unsicherheit absolut legitim ist.


🧩 1. Was braucht man für eine Schizophrenie-Diagnose?​

ICD‑10 (F20.0 paranoide Schizophrenie)

Die Diagnose gilt als erfüllt, wenn mindestens eines der folgenden Symptome über mindestens 1 Monat besteht:
  • kommentierende Stimmen oder Stimmen, die über die Person sprechen
  • Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung
  • Kontrollwahn, Beeinflussungswahn
  • anhaltender bizarrer Wahn
Oder mindestens zwei der folgenden:
  • Halluzinationen jeder Art
  • Zerfahrenes Denken
  • Negativsymptome (Antrieb, Affektverflachung, sozialer Rückzug)
  • Katatone Symptome
Zusätzlich: Die Störung muss mindestens 6 Monate insgesamt bestehen (inkl. Prodromalphase).

➡️ Stimmen allein reichen nicht, aber kommentierende oder dialogisierende Stimmen gelten als „First-Rank-Symptome“ und sind diagnostisch sehr stark.


DSM‑5 (Schizophrenia Spectrum)

DSM ist strenger:Man braucht mindestens zwei Symptome, davon eines aus:
  • Wahn
  • Halluzinationen
  • desorganisierte Sprache
Dauer: mindestens 1 Monat aktive Symptome, insgesamt mindestens 6 Monate Störung.

➡️ Auch hier: Stimmen allein reichen nicht – aber kommentierende Stimmen sind ein starkes Kriterium.


ICD‑11 (Schizophrenia or Primary Psychotic Disorders)

ICD‑11 ist moderner und weniger kategorisch:
  • Halluzinationen, Wahn, Desorganisation, Negativsymptome
  • Dauer: mindestens mehrere Wochen
  • Subtypen wie „paranoid“ gibt es nicht mehr
  • Diagnose richtet sich nach dominanten Symptomen, nicht nach Unterformen
➡️ ICD‑11 würde bei anhaltenden Stimmen einfach „Schizophrenie“ oder „Schizophrenie-Spektrum-Störung“ diagnostizieren – ohne Untertyp.


🧠 2. Stimmenhören: Welche Diagnosen kommen infrage?​

A. Paranoide Schizophrenie (ICD‑10 F20.0)

Passt gut, wenn:

  • kommentierende oder dialogisierende Stimmen vorhanden sind
  • paranoide Ideen bestehen
  • die Symptome über Monate/Jahre bestehen
  • die Stimmen unabhängig von realen Geräuschen auftreten
  • die Person funktional beeinträchtigt ist
➡️ In deinem Tab berichtet die Person genau das: kommentierende Stimmen, dialogisierende Stimmen, paranoide Eingebungen, akustische Fehlwahrnehmungen .

Das erfüllt die Kriterien ziemlich klar.


B. Schizophreniforme Störung (ICD‑10 F20.81 / DSM‑5)

  • gleiche Symptome wie Schizophrenie
  • Dauer 1–6 Monate ➡️ Passt nicht, wenn die Stimmen über Jahre bestehen.

C. Anhaltende wahnhafte Störung (ICD‑10 F22)

  • Wahn steht im Vordergrund
  • Halluzinationen sind selten oder leicht➡️ Passt nicht, wenn Stimmen stark sind.

D. Schizoaffektive Störung (ICD‑10 F25)

  • Psychose + deutliche depressive oder manische Episoden➡️ Nur passend, wenn Stimmungssymptome klar dominieren.

E. Psychotische Depression / Psychotische Manie

➡️ Stimmen treten nur während klarer Stimmungsepisoden auf.


F. „Stimmenhören“ ohne Psychose (z. B. Trauma, Dissoziation)

  • Stimmen sind oft dialogisch, aber nicht kommentierend
  • keine paranoiden Fehlinterpretationen➡️ Passt nicht, wenn Wahn und akustische Fehlwahrnehmungen bestehen.

🔍 3. War die Diagnose F20.0 vorschnell?​

Die Frage ist absolut legitim – viele Diagnosen werden zu früh gestellt.Aber: Die geschilderten Symptome erfüllen die Kriterien sehr eindeutig.

Aus dem Tab:
  • kommentierende Stimmen
  • dialogisierende Stimmen
  • paranoide Eingebungen und Gedanken
  • akustische Fehlwahrnehmungen (Sirenen, Stimmen aus realen Quellen, verzerrte Geräusche)
  • Dauer über Jahre
Das ist klassische paranoide Schizophrenie nach ICD‑10.

Im ICD‑11 wäre es einfach „Schizophrenie“, ohne Untertyp.


🧭 4. Warum fühlen sich manche Diagnosen „vorschnell“ an?​

Weil Betroffene oft erst später verstehen:
  • dass Stimmen nicht nur „Stimmen“ sind, sondern Halluzinationen mit Krankheitswert
  • dass paranoide Fehlinterpretationen (z. B. Nachbarn, Polizei, Geräusche) Wahnanteile sind
  • dass die Dauer der Symptome die Diagnose stabil macht
  • dass Medikamente die Stimmen oft nur dämpfen, nicht vollständig beseitigen
Viele Menschen hoffen lange auf eine „mildere“ Diagnose – das ist menschlich.


🧠 5. Gibt es Diagnosen, die bei starken Stimmen „besser passen“ könnten?​

Kurz: Nein – wenn kommentierende Stimmen + paranoide Ideen + Dauer > 6 Monate bestehen, ist F20.0 die passendste Diagnose.

ICD‑11 würde es nicht anders sehen.

DSM‑5 auch nicht.


🎯 6. Was wäre jetzt sinnvoll?​

Eine gute Frage für die Psychiaterin wäre:
„Welche Kriterien haben Sie konkret erfüllt gesehen, die zur Diagnose F20.0 geführt haben?“
Das schafft Klarheit und Transparenz.

Vielleicht ist für einige Betroffene die Diagnose zu vorurteilsbehaftet. Ich konnte die Diagnose eher wegen der schlechten Therapien kaum annehmen und sehe es heute bei positivem Verlauf eher sogar als eine Besonderheit.
Eventuell kannst du für deinen Verlauf auch mit zusätzlichem Bupropion viel herausholen und damit, wenn du dich wieder mehr spürst und vieles besser wird als vor der Diagnosestellung, dann auch einfacher mit der Diagnose leben und umgehen. Eben es eher als Besonderheit sehen zu können, statt abstempende Diagnose.
 
@Maggi
Bei mir war es so dass die Stimmen durch das Risperidon weg gegangen sind. Es hat allerdings etwas gedauert. Das einzige was geblieben ist waren teils paranoide Gedanken und Ängste. Ich wurde deshalb im Verlauf auf 8mg Risperidon hochdosiert. Was mich dann doch sehr belastet hat. Die Nebenwirkungen waren vielfältig, ich fühlte mich abgestumpft und hatte kaum Antrieb. Hab Gewicht zugelegt und bin beim Laufen kaum vorwärts gekommen.
Das hat mir letztlich total meine Compliance zerschossen und ich hab mich dann dazu entschieden es komplett abzusetzen.
Hab eine Woche 6mg Risperidon genommen und dann gar nichts mehr.

Davon würde ich aber jedem anderem abraten. Hatte starke Absetzsymptome wie Frieren, Unwohlsein sowie Magen-Darm Probleme. Das ging gute vier Wochen so.
Ich war dann zwei Monate komplett Medi frei weil ich es so satt hatte. Bin Symptomfrei gewesen, keine Stimmen keine paranoiden Gedanken. Mir ging es gut.
Die Antriebslosigkeit kam aber zurück. Deswegen hab ich mich dann doch dazu durchgerungen es nochmal mit Amisulprid zu probieren. Das kannte ich aus der Vergangenheit und wusste dass es sehr positive Effekte auf den Antrieb und die Grundstimmung hat. Aber nicht so künstlich wie Aripiprazol wird, was mich zudem auch unruhig und fahrig macht.

Bin jetzt bei 100mg Amisulprid morgens und 50mg abends. Ich supplementiere noch Magnesium 400mg abends und Vitamin B Komplex morgens.
Hast du noch Vorschläge was ich noch als Supplement ergänzen könnte?

Als Add on noch Bupropion zu nehmen ist eine Überlegung wenn die dunkle Jahreszeit wieder anfängt. Ich hatte schon immer mit Depressionen zu kämpfen und Bupropion ist mir auch bekannt. Hatte das vor einigen Jahren mal und hab es damals gut vertragen. Im Moment glaube ich nicht, dass es noch mehr raus zu holen gibt. Durch das Amisulprid komme ich schneller ins Handeln , ich stecke nicht mehr so in Gedankenspiralen fest und zerdenke alles, sondern kann Vorhaben aktiver und besser umsetzen. Die Grundstimmung ist auch etwas gehobener und stabiler.

Ich wüsste jetzt nicht was das Bupropion noch besser machen könnte, als Zusatz. Da die Negativsymptome zur Zeit gut vom Amisulprid abgefangen werden.
 
Hast du noch Vorschläge was ich noch als Supplement ergänzen könnte?
Sulforaphan (Brokkoli-Extrakt)
2 Kapseln müssten passen von der Umrechnung.
=> Studienlage bei Schizophrenie

Information zur Dosierung:

Kurze Gegenüberstellung​

AngabeWas es meintGrobe Entsprechung „reines SFN“
20–30 mg reines Sulforaphantatsächlich freies, wirksames SFNStudienbereich
90 mg Sulforaphan pro KapselSulforaphan aus 20 % Brokkoli‑Sprosseneffektiv eher deutlich weniger
180 mg Sulforaphan (2 Kapseln)Herstellerangabe Tagesdosisca. 18–36 mg wirksames SFN

Was macht dein Amazon‑Produkt genau?​

Beim plantomol‑Produkt steht:
  • „Jede Kapsel enthält 90 mg Sulforaphane aus 20 % Brokkoli‑Sprossen‑Extrakt“
  • Tagesdosis laut Hersteller: 2 Kapseln = 180 mg Sulforaphan
Das klingt so, als wären es direkt 90 mg Sulforaphan pro Kapsel. In der Praxis weiß man aber:
  • Umwandlung / Bioverfügbarkeit von den Vorstufen (Glucoraphanin etc.) zu wirklich aktivem Sulforaphan liegt oft nur im Bereich ca. 10–20 % (je nach Myrosinase, Darm, Produktqualität).
  • Selbst wenn der Hersteller „Sulforaphan“ schreibt, ist die effektiv im Körper ankommende Menge meist deutlich niedriger.
Wenn man diese Faustregel anlegt:
  • 2 Kapseln = 180 mg angegeben → effektiv etwa 18–36 mg „reines“ Sulforaphan
  • 1 Kapsel = 90 mg angegeben → effektiv etwa 9–18 mg „reines“ Sulforaphan
Damit liegst du mit 1–2 Kapseln pro Tag ungefähr im Bereich der 20–30 mg reines Sulforaphan‑Äquivalent, von dem im Lexikontext die Rede ist.

Wichtig dabei​

  • Das ist eine pharmakologische Übersetzung, keine persönliche Einnahmeempfehlung.
  • Die tatsächliche Menge hängt von Myrosinase‑Aktivität, Darm, Produktcharge ab.
  • Gerade im Kontext Schizophrenie/Negativsymptome ist es sinnvoll, das mit einem Arzt oder Psychiater abzusprechen, wenn du es als Add‑On einsetzen willst.

Vitamin B6 100mg (über Monate zusätzlich zum B-Komplex)
=> Studienlage bei Schizophrenie

Wichtige Anwendungsinformation:

⭐ 1. Warum B6 überhaupt hochdosiert?​

In Studien zu Schizophrenie (v. a. Negativsymptome, Stressessen, Reizbarkeit, funktionelle Neurotransmitter‑Engpässe) wurden oft 50–100 mg Pyridoxin oder 20–30 mg P5P eingesetzt.
Das ist deutlich über dem normalen Tagesbedarf.

Der Grund:
  • Antipsychotika erhöhen den Bedarf an B6‑abhängigen Enzymen
  • Stress, Entzündung und oxidativer Druck verbrauchen B6 schneller
  • funktionelle Defizite zeigen sich oft nicht im Blutbild
  • klinische Verbesserung ist oft der beste Marker

⭐ 2. Das Problem: B6 kann bei Überdosierung Neuropathien machen​

Das ist der Knackpunkt.

Was man sicher weiß:​

  • Das Risiko steigt erst bei sehr hohen, sehr langen Dosen
  • Typisch: >200–500 mg/Tag über Monate
  • Symptome:
    • Ameisenlaufen
    • Taubheitsgefühl
    • Brennen
    • Sensibilitätsstörungen
    • „Strumpf‑Socken‑Gefühl“
100 mg/Tag liegen unter den klassischen Risikobereichen – aber bei individueller Empfindlichkeit kann es trotzdem zu frühen Warnzeichen kommen.


⭐ 3. Wie wird das in der Praxis gemacht? (Allgemein, nicht persönlich)​

A) Start mit einer klar definierten Dosis

Typisch sind in der Praxis:
  • 50–100 mg Pyridoxin
  • oder 20–30 mg P5P
Das ist der Bereich, in dem funktionelle Effekte auftreten, aber das Neuropathierisiko noch niedrig ist.

B) Beobachtung klinischer Frühzeichen

Da Blutwerte oft unzuverlässig sind, achten Ärzt:innen auf:
  • Ameisenlaufen
  • Taubheitsgefühl
  • Kribbeln
  • Hypersensitivität der Haut
  • Gangunsicherheit
Diese Symptome gelten als Obergrenzen‑Marker, weil sie früh auftreten, lange bevor eine echte Neuropathie entsteht.

C) Regelmäßige Laborkontrollen

Auch wenn B6 im Serum wenig aussagt, wird es oft trotzdem kontrolliert:
  • Pyridoxin
  • PLP (P5P)
  • Homocystein (indirekter Marker)
  • ggf. Methylmalonsäure (B12‑Interaktion)

D) Bei ersten Symptomen → Dosisreduktion

Das ist Standard.Man wartet nicht, bis es schlimmer wird.


⭐ 4. Wie könnte man eine „Obergrenze“ praktisch erkennen?​

1. Klinische Marker (wichtiger als Blutwerte)

Wenn du:
  • Ameisenlaufen
  • Taubheitsgefühl
  • Brennen
  • oder „komische“ Sensibilitätsveränderungen
spürst, ist das ein Frühwarnsignal.

Diese Symptome verschwinden meist innerhalb von Tagen bis Wochen, wenn die Dosis reduziert wird.

2. Zeitfaktor

Neuropathien entstehen fast nie innerhalb von Wochen – sondern:
  • Monate bis Jahre
  • bei sehr hohen Dosen
Das bedeutet:
Frühe Symptome sind reversibel und dienen als natürliche Obergrenze.

3. Kombination mit Blutwerten

Auch wenn sie ungenau sind, können sie helfen, Überdosierungen zu erkennen:
  • Sehr hohe PLP‑Werte → Risiko steigt
  • Normale Werte → Risiko gering

⭐ 5. Was ist im Kontext Schizophrenie sinnvoll? (Allgemeine Info, keine Empfehlung)

Die Logik in der Forschung ist:
  • B6 eher im oberen Normbereich halten
  • funktionelle Engpässe vermeiden
  • über Monate auffüllen
  • klinische Reaktionen beobachten
  • früh auf periphere Symptome achten
Typische Vorgehensweise in Studien:
  • 50–100 mg Pyridoxin täglich
  • über 8–12 Wochen
  • dann klinische Bewertung
  • bei Nutzen → weiter
  • bei peripheren Symptomen → reduzieren
Das passt zu deiner Beobachtung, dass du bei 600 mg (!) eine starke Appetitregulation hattest – das ist ein Hinweis auf funktionelle Prozesse, nicht zwingend auf einen Mangel.


⭐ 6. Wichtiger medizinischer Hinweis

Wenn du Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen bemerkst, solltest du das unbedingt ärztlich abklären lassen, bevor du weiter supplementierst.
Das ist wichtig, weil Neuropathien zwar selten sind, aber früh erkannt werden müssen.

Ich kann dir hier erklären, wie man allgemein damit umgeht – aber keine persönliche Dosierung oder Grenzwerte setzen.

– Vitamin D wäre auch noch sinnvoll, gelegentlich zu ergänzen. Also das Sonnenvitamin, das auch Depressionen vorbeugt. Gerade wenn wir Betroffene uns verstärkt zurückziehen und wenig Sonne abbekommen, kann das schon wichtig sein. (Hilft gegen das depressive in den Wintermonaten)

– Im Discounter wie DM gibt es Multivitamin- und Multimineralbrause. Meine Erfahrung ist, dass man relativ viel Wasser trinkt oder trinken soll bei solchen Erkrankungen und Medikamenten. Vor allem Multimineralbrause würde ich etwas ergänzen. Das sind meist nur 100 % oder 25 % der empfohlenen Tagesdosis.

– Vitamin E kann die Blutungsneigung erhöhen, deswegen besser über Multimineralbrause.
 
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Die Antriebslosigkeit kam aber zurück. Deswegen hab ich mich dann doch dazu durchgerungen es nochmal mit Amisulprid zu probieren. Das kannte ich aus der Vergangenheit und wusste dass es sehr positive Effekte auf den Antrieb und die Grundstimmung hat. Aber nicht so künstlich wie Aripiprazol wird, was mich zudem auch unruhig und fahrig macht.

Bin jetzt bei 100mg Amisulprid morgens und 50mg abends. Ich supplementiere noch Magnesium 400mg abends und Vitamin B Komplex morgens.
Hast du noch Vorschläge was ich noch als Supplement ergänzen könnte?

Als Add on noch Bupropion zu nehmen ist eine Überlegung wenn die dunkle Jahreszeit wieder anfängt. Ich hatte schon immer mit Depressionen zu kämpfen und Bupropion ist mir auch bekannt. Hatte das vor einigen Jahren mal und hab es damals gut vertragen. Im Moment glaube ich nicht, dass es noch mehr raus zu holen gibt. Durch das Amisulprid komme ich schneller ins Handeln , ich stecke nicht mehr so in Gedankenspiralen fest und zerdenke alles, sondern kann Vorhaben aktiver und besser umsetzen. Die Grundstimmung ist auch etwas gehobener und stabiler.

Ich wüsste jetzt nicht was das Bupropion noch besser machen könnte, als Zusatz. Da die Negativsymptome zur Zeit gut vom Amisulprid abgefangen werden.
Wichtig:
Bupropion ist kein klassisches Antidepressivum und hat auch antidepressiv kaum diese Effekte, die man bei Depression besonders benötigt. Es wirkt auf Noradrenalin und Dopamin und hat keine direkte Auswirkung aufs Serotonin.

Bupropion steigert mit einem etwas anderen Mechanismus als Amisulprid das präfrontale Dopamin. Amisulprid hemmt D2-Autorezeptoren, die hauptsächlich präfrontal dann zu einem tonischen Dopaminanstieg führen, und Bupropion macht das über NET-Hemmung. Indem Noradrenalin-Transporter gehemmt werden, steigt präfrontales Dopamin an, da es dort statt üblicherweise über DAT (Dopamin-Transporter) über NET abgebaut wird.
Durch die zusätzliche DAT-Wirkung vom Bupropion trägt es zur antipsychotischen Wirkung.

Deswegen würde ich dir schon empfehlen, das zusätzlich zu probieren, da es den positiven Effekt des Amisulprids verbessert. Damit könntest du längerfristig leichter Amisulprid reduzieren, und es wäre auch so sehr interessant, wie stark diese Effekte bei dir sind, da du mit 150mg Amisulprid eine Dosis hast, bei der Bupropion gut greifen sollte.
 
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