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Kompakte Darstellung der Intervalltherapie mit Bupropion.
“It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.”
– Prof. Dr. Stephen M. Stahl

➝ Bupropion bei Schizophrenie: Pharmakologie, Neurobiologie und Perspektiven

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Stimmen! Heute hü morgen hott

Hallo, ich wäre dankbar für die Schilderung von euren Erlebnissen und Meinungen.

Ich hatte vor drei Jahren eine ziemlich heftige Psychose und höre seitdem stimmen und habe paranoide Eingebungen und Gedanken.
Nach einem mehrmonatigen Aufenthalt in der Psychiatrie und vielem rumdoktoren habe ich die damalige Medikation abgesetzt und versucht meinen Zustand mit viel gesünder Lebensführung zu verbessern.

Das hat leider nur teilweise geklappt und die Stimmen legten sogar noch einen drauf und wurden stärker. Ich verfing mich in einem Netz aus widerstand und Kampf wollte jedoch zu dieser Zeit nicht auf Medikamente umstellen da ich noch aus der Vergangenheit wusste wie stark ich unter den NW gelitten hatte.
Ich arrangierte mich mehr und mehr mit der Tatsache das ich eine chronische Psychose habe und suchte gerade online nach vielen Quellen und Leidensgenossen, jedoch gibt es nicht viel von Menschen die Stimmen hören was Hand und Fuss hat und ich wollte mich zudem nicht damit arrangieren dass ich wohl doch eine paranoide Schizophrenie habe.

Ich persönlich fahre ganz gut damit den Stimmen keine Namen zu geben dass hat damals zu erheblichen Zuwachs der stimmen geführt und ihnen eine deutlichere Machtposition gegeben.

Mittlerweile durch das Risperidon sind die Stimmen eigentlich "nur" noch dialogisierend und extrem leise doch gerade abends und in meiner Wohnung erlebe ich deutliche Paranoia.
Leider triggert mich meine Wohnung bzw die Nachbarn schon immens. Umziehen ist gerade keine Option.

Ich hab so gut wie alle Medikamente durch und Versuche es jetzt wie erwähnt mit Risperidon.
Habt ihr auch die Erfahrung gemacht, das Quetiapin "Stimmen hören" fördern kann?

Die Stimmen sind sehr resistent gegenüber den Medis. Nach kurzer Zeit arbeiten sie sich da durch und scheinen immun zu sein.
Ein Teufelskreis.

Ich wäre dankbar für Input und Erfahrungsberichte von euch.
Komme mit dem Amisulprid soweit gut zurecht. Nehme es ja hauptsächlich weil es meinen Antrieb und die Grundstimmung verbessert ohne mich unruhig und fahrig zu machen.
Was mich nur umtreibt ist die Überlegung ob meine Psychiaterin die Diagnose; paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt hat.
Das klingt sehr interessant. Sind deine Stimmen durch den Wechsel auf Amisulprid ganz zurückgegangen oder wurde es bereits unter Risperidon besser?
Welche Dosierung Amisulprid nimmst du ein und nimmst du noch weitere Medikamente, Psychopharmaka oder bestimmte Ergänzungen ein?

Hast du schon einmal allein oder mit deinem Psychiater Amisulprid reduziert und sind dann Stimmen direkt auch wieder zurückgekommen?

Sehr interessant wäre, vor allem wenn du deine untere Dosisgrenze kennst, wie sich Bupropion (NDRI-Antidepressivum) als Addon zum Amisulprid bei dir auswirken würde. Bupropion verträgt sich mit Amisulprid gut und hat keine CYP2D6 Wechselwirkung. Nehmen auch so ein paar im Forum bereits ein. Hast du das auch mal probiert? Vielleicht kannst du dir das zusätzlich zum Amisulprid vorstellen. Im Grunde sollten sich Negativsymptome verbessern und Positivsymptome auch bei späterer Reduktion von Amisulprid eher stabil bleiben. Wenn du da Erfahrungswerte hast, wie schnell du bei üblicher Reduktion unruhig wirst und ab welcher Dosis du zu Symptomen neigst, wäre ein idealer Vergleich möglich, wie sehr Bupropion da schützt oder auch so, wie es sich bei dir auswirkt.
Ich habe keine Stimmen gehabt, aber kenne das mit Erlöservorstellungen und so auch.

Hast du aktuell noch bestimmte Restsymptome oder Dinge, die dich besonders stören, von Nebenwirkungen oder Negativsymptomen?

Deine Erfahrung, falls du Bupropion zusätzlich probieren möchtest, wäre sehr wertvoll! Positiv- und Negativsymptome können sich damit bessern und eine stabilere Reduktion von Amisulprid ermöglichen.
Wenn du Vorerfahrungen hast und bereits eine minimale Amisulpriddosis gefunden hast, dann könntest du das dazu noch recht objektiv sehen, ob sich bei Reduktion dann etwas grundlegendes ändert.
 
Was mich nur umtreibt ist die Überlegung ob meine Psychiaterin die Diagnose; paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt hat.

Hier als Antwort, damit du das anhand des Zeitpunkts und der Symptome bei der Diagnosestellung etwas besser einordnen kannst.
Frage:
wie kann man bei ICD 10 und DSM Schizophrenie relaitv sicher diagonstizieren. Ein Betroffene:r berichtet von Stimmen und fragt sich ob die Diagnose paranoide Schizophrenie vorschnell gestellt wurde.
Wäre die Frage ob eine F20.0 zutreffend ist oder man etwa im ICD 11 oder 10 da wenn Stimmen präsenter sind eher andere Diagnosen für Schizophrenie hat die besser passen können?


KI Antwort:
Die kurze Antwort: Ja, man kann Schizophrenie nach ICD‑10, ICD‑11 und DSM‑5 relativ zuverlässig diagnostizieren – aber nie allein aufgrund von „Stimmenhören“. Und ja: es gibt mehrere Diagnosen, die bei anhaltenden Stimmen infrage kommen, nicht nur F20.0 (paranoide Schizophrenie).

Ich gehe das strukturiert durch, damit du klar siehst, wo die Diagnose sicher ist – und wo Unsicherheit absolut legitim ist.


🧩 1. Was braucht man für eine Schizophrenie-Diagnose?​

ICD‑10 (F20.0 paranoide Schizophrenie)

Die Diagnose gilt als erfüllt, wenn mindestens eines der folgenden Symptome über mindestens 1 Monat besteht:
  • kommentierende Stimmen oder Stimmen, die über die Person sprechen
  • Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung
  • Kontrollwahn, Beeinflussungswahn
  • anhaltender bizarrer Wahn
Oder mindestens zwei der folgenden:
  • Halluzinationen jeder Art
  • Zerfahrenes Denken
  • Negativsymptome (Antrieb, Affektverflachung, sozialer Rückzug)
  • Katatone Symptome
Zusätzlich: Die Störung muss mindestens 6 Monate insgesamt bestehen (inkl. Prodromalphase).

➡️ Stimmen allein reichen nicht, aber kommentierende oder dialogisierende Stimmen gelten als „First-Rank-Symptome“ und sind diagnostisch sehr stark.


DSM‑5 (Schizophrenia Spectrum)

DSM ist strenger:Man braucht mindestens zwei Symptome, davon eines aus:
  • Wahn
  • Halluzinationen
  • desorganisierte Sprache
Dauer: mindestens 1 Monat aktive Symptome, insgesamt mindestens 6 Monate Störung.

➡️ Auch hier: Stimmen allein reichen nicht – aber kommentierende Stimmen sind ein starkes Kriterium.


ICD‑11 (Schizophrenia or Primary Psychotic Disorders)

ICD‑11 ist moderner und weniger kategorisch:
  • Halluzinationen, Wahn, Desorganisation, Negativsymptome
  • Dauer: mindestens mehrere Wochen
  • Subtypen wie „paranoid“ gibt es nicht mehr
  • Diagnose richtet sich nach dominanten Symptomen, nicht nach Unterformen
➡️ ICD‑11 würde bei anhaltenden Stimmen einfach „Schizophrenie“ oder „Schizophrenie-Spektrum-Störung“ diagnostizieren – ohne Untertyp.


🧠 2. Stimmenhören: Welche Diagnosen kommen infrage?​

A. Paranoide Schizophrenie (ICD‑10 F20.0)

Passt gut, wenn:

  • kommentierende oder dialogisierende Stimmen vorhanden sind
  • paranoide Ideen bestehen
  • die Symptome über Monate/Jahre bestehen
  • die Stimmen unabhängig von realen Geräuschen auftreten
  • die Person funktional beeinträchtigt ist
➡️ In deinem Tab berichtet die Person genau das: kommentierende Stimmen, dialogisierende Stimmen, paranoide Eingebungen, akustische Fehlwahrnehmungen .

Das erfüllt die Kriterien ziemlich klar.


B. Schizophreniforme Störung (ICD‑10 F20.81 / DSM‑5)

  • gleiche Symptome wie Schizophrenie
  • Dauer 1–6 Monate ➡️ Passt nicht, wenn die Stimmen über Jahre bestehen.

C. Anhaltende wahnhafte Störung (ICD‑10 F22)

  • Wahn steht im Vordergrund
  • Halluzinationen sind selten oder leicht➡️ Passt nicht, wenn Stimmen stark sind.

D. Schizoaffektive Störung (ICD‑10 F25)

  • Psychose + deutliche depressive oder manische Episoden➡️ Nur passend, wenn Stimmungssymptome klar dominieren.

E. Psychotische Depression / Psychotische Manie

➡️ Stimmen treten nur während klarer Stimmungsepisoden auf.


F. „Stimmenhören“ ohne Psychose (z. B. Trauma, Dissoziation)

  • Stimmen sind oft dialogisch, aber nicht kommentierend
  • keine paranoiden Fehlinterpretationen➡️ Passt nicht, wenn Wahn und akustische Fehlwahrnehmungen bestehen.

🔍 3. War die Diagnose F20.0 vorschnell?​

Die Frage ist absolut legitim – viele Diagnosen werden zu früh gestellt.Aber: Die geschilderten Symptome erfüllen die Kriterien sehr eindeutig.

Aus dem Tab:
  • kommentierende Stimmen
  • dialogisierende Stimmen
  • paranoide Eingebungen und Gedanken
  • akustische Fehlwahrnehmungen (Sirenen, Stimmen aus realen Quellen, verzerrte Geräusche)
  • Dauer über Jahre
Das ist klassische paranoide Schizophrenie nach ICD‑10.

Im ICD‑11 wäre es einfach „Schizophrenie“, ohne Untertyp.


🧭 4. Warum fühlen sich manche Diagnosen „vorschnell“ an?​

Weil Betroffene oft erst später verstehen:
  • dass Stimmen nicht nur „Stimmen“ sind, sondern Halluzinationen mit Krankheitswert
  • dass paranoide Fehlinterpretationen (z. B. Nachbarn, Polizei, Geräusche) Wahnanteile sind
  • dass die Dauer der Symptome die Diagnose stabil macht
  • dass Medikamente die Stimmen oft nur dämpfen, nicht vollständig beseitigen
Viele Menschen hoffen lange auf eine „mildere“ Diagnose – das ist menschlich.


🧠 5. Gibt es Diagnosen, die bei starken Stimmen „besser passen“ könnten?​

Kurz: Nein – wenn kommentierende Stimmen + paranoide Ideen + Dauer > 6 Monate bestehen, ist F20.0 die passendste Diagnose.

ICD‑11 würde es nicht anders sehen.

DSM‑5 auch nicht.


🎯 6. Was wäre jetzt sinnvoll?​

Eine gute Frage für die Psychiaterin wäre:
„Welche Kriterien haben Sie konkret erfüllt gesehen, die zur Diagnose F20.0 geführt haben?“
Das schafft Klarheit und Transparenz.

Vielleicht ist für einige Betroffene die Diagnose zu vorurteilsbehaftet. Ich konnte die Diagnose eher wegen der schlechten Therapien kaum annehmen und sehe es heute bei positivem Verlauf eher sogar als eine Besonderheit.
Eventuell kannst du für deinen Verlauf auch mit zusätzlichem Bupropion viel herausholen und damit, wenn du dich wieder mehr spürst und vieles besser wird als vor der Diagnosestellung, dann auch einfacher mit der Diagnose leben und umgehen. Eben es eher als Besonderheit sehen zu können, statt abstempende Diagnose.
 
@Maggi
Bei mir war es so dass die Stimmen durch das Risperidon weg gegangen sind. Es hat allerdings etwas gedauert. Das einzige was geblieben ist waren teils paranoide Gedanken und Ängste. Ich wurde deshalb im Verlauf auf 8mg Risperidon hochdosiert. Was mich dann doch sehr belastet hat. Die Nebenwirkungen waren vielfältig, ich fühlte mich abgestumpft und hatte kaum Antrieb. Hab Gewicht zugelegt und bin beim Laufen kaum vorwärts gekommen.
Das hat mir letztlich total meine Compliance zerschossen und ich hab mich dann dazu entschieden es komplett abzusetzen.
Hab eine Woche 6mg Risperidon genommen und dann gar nichts mehr.

Davon würde ich aber jedem anderem abraten. Hatte starke Absetzsymptome wie Frieren, Unwohlsein sowie Magen-Darm Probleme. Das ging gute vier Wochen so.
Ich war dann zwei Monate komplett Medi frei weil ich es so satt hatte. Bin Symptomfrei gewesen, keine Stimmen keine paranoiden Gedanken. Mir ging es gut.
Die Antriebslosigkeit kam aber zurück. Deswegen hab ich mich dann doch dazu durchgerungen es nochmal mit Amisulprid zu probieren. Das kannte ich aus der Vergangenheit und wusste dass es sehr positive Effekte auf den Antrieb und die Grundstimmung hat. Aber nicht so künstlich wie Aripiprazol wird, was mich zudem auch unruhig und fahrig macht.

Bin jetzt bei 100mg Amisulprid morgens und 50mg abends. Ich supplementiere noch Magnesium 400mg abends und Vitamin B Komplex morgens.
Hast du noch Vorschläge was ich noch als Supplement ergänzen könnte?

Als Add on noch Bupropion zu nehmen ist eine Überlegung wenn die dunkle Jahreszeit wieder anfängt. Ich hatte schon immer mit Depressionen zu kämpfen und Bupropion ist mir auch bekannt. Hatte das vor einigen Jahren mal und hab es damals gut vertragen. Im Moment glaube ich nicht, dass es noch mehr raus zu holen gibt. Durch das Amisulprid komme ich schneller ins Handeln , ich stecke nicht mehr so in Gedankenspiralen fest und zerdenke alles, sondern kann Vorhaben aktiver und besser umsetzen. Die Grundstimmung ist auch etwas gehobener und stabiler.

Ich wüsste jetzt nicht was das Bupropion noch besser machen könnte, als Zusatz. Da die Negativsymptome zur Zeit gut vom Amisulprid abgefangen werden.
 
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