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Im Forum findet man eine neuartige medikament√∂se Behandlungsoption f√ľr Psychose, welche bei Negativsymptomen wirksam ist und ein relativ normales Leben trotz der Erkrankung erm√∂glicht. Psychose / Schizophrenie kann auch der Anfang von einem besseren Lebenskapitel sein und es gibt auch viele Chancen, die damit er√∂ffnet werden.

Unknown9

Member
Registriert
24 Aug. 2022
Beiträge
20
Hallo zusammen,

also zu mir einmal
Ich hab jetzt seid 2 Jahren Starke Negativ Symptome welche chronisch sind und Denkstörrungen und neuerdings Druch am Hinterkopf öfters Zittern und Körperlich schwach bin usw.
Ich hab mir lange zeit wirklich versucht einzureden dass ich "nur" Depressiv bin vorallem weil es meine Neurologen mir so Diagnostiziert haben
Allerdings hatte ich heute einen Termin bei einer neuen Psychologin und mit ihr reinen Tisch gemacht ich hab ihr alle oben gennanten Symptome
Erzählt und ihr sogar von meinem Verdacht erzählt.

Sie meinte daraufhin nur dass ich ja keinen Wahn oder Halluzinationen habe und deshalb niemals Schizophren sein kann.

Ich versteh die Welt einfach nichtmehr ich kann mit meinen Freunden und Arbeitskollegn kaum reden und Fremde Menschen block ich komplett ab.

Ich f√ľhle mich dement es kann einfach keine Depressionen sein
Meine gesamt Persönlichkeit ist weg und ich weiß einfach nichtmehr was ich noch tun soll
 
Zu meinen Medikamenten
Ich nahm Venlaflaxin
Welche meine Symptome kein Bisschen verbessert hat

Jetzt hat sie mir Sertralin 100mg verschrieben und glaube nat√ľrlich auch dieses mal nicht dass sie mir weiter helfen
 
Es kann schon die Vorphase einer Psychose sein, da treten in der Regel auch keine richtigen Akutsymptome auf und eher das was du beschreibst.
Ich war vor der Psychose auch depressiv und auch vergesslich, also wenn ich mal etwas nach der Arbeit mitbringen sollte war es genauso wie wenn man mir nichts sagt, weil ich das eh vergessen hätte. Also keine richtige Demenz, aber eben Vergesslichkeit.
Psychologen k√∂nnen keine solchen Diagnosen machen, also dazu m√ľsstest du am besten mit einem Psychiater/in dar√ľber reden. Selbst Neurologen sind vom Fachgebiet heute da etwas abgetrennt vom Psychiater, also w√§re es gut, wenn du da spezifisch zu einem Psychiater gehst bzw. dir eine √úberweisung und Termin holst.
Ich glaube selbst da kann es schwerfallen so eine Diagnose zu stellen, weil Betroffene im Akutfall meist keine Krankheitseinsicht besitzen und vermutlich die meisten eben erst nach Krankheitsausbruch diagnostiziert werden, also wenn man dann irgendwie v√∂llig neben der Kappe ist und ins Krankenhaus / Psychiatrie erstmal f√ľr die Behandlung muss.
Wäre auch eine Möglichkeit, dass du dir in einer Klinik einen Gesprächstermin geben lässt, da die Situation bei dir unklar ist, kann das ja auch etwas anders sein, etwa soziale Phobie oder andere psychische Erkrankungen, da gibt es ja relativ viele Überschneidungen von den Symptomen her.
Zu meinen Medikamenten
Ich nahm Venlaflaxin
Welche meine Symptome kein Bisschen verbessert hat

Jetzt hat sie mir Sertralin 100mg verschrieben und glaube nat√ľrlich auch dieses mal nicht dass sie mir weiter helfen
Venlafaxin SSNRI ist im Grunde √§hnlich dem Sertalin SSRI nur, dass Venlafaxin zus√§tzlich zur Serotoninwirkung eine Noradrenalinwirkung hat. Das Noradrenalin kann etwas innerlich ruhig machen, also hilft eventuell etwas bei Reizbarkeit und Unruhe besser als Sertalin. Ich w√ľrde dir also eher empfehlen, beim Venlafaxin zu bleiben und das von der Dosis zu erh√∂hen. 2 Medikamente die auf Serotoin wirken k√∂nnten zu viel sein, k√∂nnte zu einem Serotoninsyndrom f√ľhren, was auch so √§hnlich wie eine Psychose ist.
Alternativ kann ich dir vorschlagen, es mit Bupropion (SNDRI) + Citalopram (SSRI) zu probieren. Bupropion hat eine starke Noradrenalinwirkung und die zus√§tzliche Dopaminwirkung kann gegen Negativsymptomen sehr helfen. Risiko ist aber, dass es erstrecht zum Krankheitsausbruch f√ľhren kann, weil man bei Psychose ja Dopaminblocker bekommt und im Akutfall Antidepressiva auch problematisch sein k√∂nnen, also eher wie Brandbeschleuniger wirken.
Citalopram ist ein SSRI wie Sertalin nur, dass es vom Abbau im Körper etwas anderes ist, weshalb ich persönlich das vorziehe wenn es um Kombinationen unterschiedlicher Psychopharmaka geht.
Der Unterschied dieser Kombi Bupropion+Citalopram zu Venlafaxin wäre eben, dass die Noradrenalinwirkung stärker ist und die zusätzliche Dopaminwirkung, die aber bei Negativsymptomen sehr helfen kann. Da du dann die Serotoninwirkung einzeln im Citalopram hast, kannst du die Dosis auch besser anpassen, also da schauen von welchem Wirkstoff du mehr brauchst.

Wenn es deine Situation verschlimmert oder diese trotzdem schlechter wird, dann wirst du bei einer Psychose wohl an Neuroleptika kaum herumkommen, diese k√∂nnen anfangs sehr unangenehm sein, aber auch da gibt es Unterschiede und wenn man diese richtig anwendet, dann bekommt man deine Probleme sicher auch in den Griff. W√ľrde ich aber eben erst einnehmen, wenn wirklich klar ist das du eine Psychose oder so etwas in die Richtung hast und an solchen Wirkstoffen (Neuroleptika/Antipsychotika) kaum herumkommst.
Da kann ich dir hier im Forum eventuell besser helfen, weil die Standardtherapien bei Psychose sehr zu w√ľnschen √ľbrig lassen.
Wenn es mit den Antidepressiva allein klappt, w√§re es ideal, aber du solltest mit einer Verschlechterung rechnen, weil man den Krankheitsausbruch (Verwirrung Halluzinationen etc.) vermutlich nur schwer verhindern kann und dir vermutlich so fr√ľh auch keine Neuroleptika geben m√∂chte.
 
Bei mir wurde bei meiner ersten Psychose eine Fehldiagnose gestellt, weil ich die Akutphase der Psychose alleine durchlebt habe und dann nur mit den folgenden Negativsymptome beim Psychiater vorgestellt wurde. Die Diagnose damals: schwere Depression mit psychotischen Zust√§nden. Venlaflaxin wurde mir tats√§chlich ebenfalls verabreicht und hat mir nach ca. 5 Wochen station√§rem Aufenthalt nur auf sehr hoher Dosis geholfen (325 mg). Ich habe allerdings auch parallel ein Antipsychotikum verschrieben bekommen (Olanzapin), das ist wohl bei der Behandlung von schweren Depression nicht un√ľblich.

Die Diagnose wurde dann im Laufe der Jahre von meiner Therapeutin im Verlauf der Sitzungen mit R√ľcksprache mit mir und meinem Psychiater entsprechend ge√§ndert (schizoaffektive St√∂rung F25). Mir pers√∂nlich hat die Auseinandersetzung mit den genauen Diagnose-Klassfikationen (ICD-10) sehr geholfen. Wir haben uns damals in der Psychiatrie bei meiner 2. Psychose die Diagnosebilder teilweise unter br√ľllendem Gel√§chter gegenseitig vorgelesen (da gibt es echt viele lustige Sachen drin).

Prinzipiell gilt schon, dass die Psychotherapeut*innen den besseren Einblick in dein Wesen haben und somit treffender diagnostizieren sollten, je mehr sie dich kennenlernt. Oder meintest du mit neuen Psychologin eine Psychiaterin? Da musst du differenzieren, erstere haben Psychologie, die anderen Medizin studiert. In jedem Fall gilt: wenn die Symptome nicht managebar erscheinen, solltest du einen Psychiater aufsuchen. Auch Aufenhalte in offenen Psychiatrien k√∂nnen helfen (oft mit √Ąrzten und Pflegern reden). Andernsfalls kann dir die Arbeit mit einer Psychotherapeutin √ľber die Zeit ggf. zu einer Diagnose√§nderung und Linderung bzw. besseren Umgang mit den Symptomen f√ľhren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Es kann schon die Vorphase einer Psychose sein, da treten in der Regel auch keine richtigen Akutsymptome auf und eher das was du beschreibst.
Ich war vor der Psychose auch depressiv und auch vergesslich, also wenn ich mal etwas nach der Arbeit mitbringen sollte war es genauso wie wenn man mir nichts sagt, weil ich das eh vergessen hätte. Also keine richtige Demenz, aber eben Vergesslichkeit.
Psychologen k√∂nnen keine solchen Diagnosen machen, also dazu m√ľsstest du am besten mit einem Psychiater/in dar√ľber reden. Selbst Neurologen sind vom Fachgebiet heute da etwas abgetrennt vom Psychiater, also w√§re es gut, wenn du da spezifisch zu einem Psychiater gehst bzw. dir eine √úberweisung und Termin holst.
Ich glaube selbst da kann es schwerfallen so eine Diagnose zu stellen, weil Betroffene im Akutfall meist keine Krankheitseinsicht besitzen und vermutlich die meisten eben erst nach Krankheitsausbruch diagnostiziert werden, also wenn man dann irgendwie v√∂llig neben der Kappe ist und ins Krankenhaus / Psychiatrie erstmal f√ľr die Behandlung muss.
Wäre auch eine Möglichkeit, dass du dir in einer Klinik einen Gesprächstermin geben lässt, da die Situation bei dir unklar ist, kann das ja auch etwas anders sein, etwa soziale Phobie oder andere psychische Erkrankungen, da gibt es ja relativ viele Überschneidungen von den Symptomen her.

Venlafaxin SSNRI ist im Grunde √§hnlich dem Sertalin SSRI nur, dass Venlafaxin zus√§tzlich zur Serotoninwirkung eine Noradrenalinwirkung hat. Das Noradrenalin kann etwas innerlich ruhig machen, also hilft eventuell etwas bei Reizbarkeit und Unruhe besser als Sertalin. Ich w√ľrde dir also eher empfehlen, beim Venlafaxin zu bleiben und das von der Dosis zu erh√∂hen. 2 Medikamente die auf Serotoin wirken k√∂nnten zu viel sein, k√∂nnte zu einem Serotoninsyndrom f√ľhren, was auch so √§hnlich wie eine Psychose ist.
Alternativ kann ich dir vorschlagen, es mit Bupropion (SNDRI) + Citalopram (SSRI) zu probieren. Bupropion hat eine starke Noradrenalinwirkung und die zus√§tzliche Dopaminwirkung kann gegen Negativsymptomen sehr helfen. Risiko ist aber, dass es erstrecht zum Krankheitsausbruch f√ľhren kann, weil man bei Psychose ja Dopaminblocker bekommt und im Akutfall Antidepressiva auch problematisch sein k√∂nnen, also eher wie Brandbeschleuniger wirken.
Citalopram ist ein SSRI wie Sertalin nur, dass es vom Abbau im Körper etwas anderes ist, weshalb ich persönlich das vorziehe wenn es um Kombinationen unterschiedlicher Psychopharmaka geht.
Der Unterschied dieser Kombi Bupropion+Citalopram zu Venlafaxin wäre eben, dass die Noradrenalinwirkung stärker ist und die zusätzliche Dopaminwirkung, die aber bei Negativsymptomen sehr helfen kann. Da du dann die Serotoninwirkung einzeln im Citalopram hast, kannst du die Dosis auch besser anpassen, also da schauen von welchem Wirkstoff du mehr brauchst.

Wenn es deine Situation verschlimmert oder diese trotzdem schlechter wird, dann wirst du bei einer Psychose wohl an Neuroleptika kaum herumkommen, diese k√∂nnen anfangs sehr unangenehm sein, aber auch da gibt es Unterschiede und wenn man diese richtig anwendet, dann bekommt man deine Probleme sicher auch in den Griff. W√ľrde ich aber eben erst einnehmen, wenn wirklich klar ist das du eine Psychose oder so etwas in die Richtung hast und an solchen Wirkstoffen (Neuroleptika/Antipsychotika) kaum herumkommst.
Da kann ich dir hier im Forum eventuell besser helfen, weil die Standardtherapien bei Psychose sehr zu w√ľnschen √ľbrig lassen.
Wenn es mit den Antidepressiva allein klappt, w√§re es ideal, aber du solltest mit einer Verschlechterung rechnen, weil man den Krankheitsausbruch (Verwirrung Halluzinationen etc.) vermutlich nur schwer verhindern kann und dir vermutlich so fr√ľh auch keine Neuroleptika geben m√∂chte.
Hey Maggi du meintest ja dass ich mich in einer Klinik vorstellen k√∂nnte was f√ľr eine Klinik meinst du denn genau...
Suche aktuell nach Optionen mir mehrere Meinungen von Psychiatern usw. Einzuholen was ich tun soll am besten und danke f√ľr deine Kommentare unter meinen Posts die helfen sehr viel.
 
F√ľr mich f√ľhlt es sich an, wie eine starke energetische Schw√§che. Mit Darmproblemen, Migr√§ne und depressiver Verstimmung, ist Deine Lebensenergie blockiert, dem Hinweis mit dem Nerv am Hinterkopf w√ľrde ich auch nachgehen. Wenn Du es DIr leisten kannst w√ľrde ich einen Heilpraktiker aufsuchen, insbesondere w√ľrde ich einen klassischen Hom√∂opathen zu Rate ziehen. Oder eine Arzt/Mediziner, mit hom√∂opathischer Ausbildung, dann zahlt es die Krankenkasse. Medikamente unterdr√ľcken nur weiter und st√§rker Deine schon unterdr√ľckte Lebensenergie (Migr√§ne).

Die Methoden in der alternativen Medizin aktivieren Deine Selbstheilungskr√§fte, Du m√∂chtest doch gesund werden und nicht alles weiter unterdr√ľcken. Hom√∂opathie aktiviert durch spezifische feinergetische Informationen oder Reize Deine Selbstheilungskr√§fte.

Der Homöopathie wird wenig Vertrauen bzgl. der Wirksamkeit engegengebracht daher ein Bsp.
aus der √Ąrztezeitung, eine √Ąrztin mit 10 Jahren Berufserfahrung berichtet:

https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Die-Homoeopathie-gibt-der-Psyche-heilsame-Impulse-391900.html

Die Hom√∂opathie gibt der Psyche heilsame Impulse​


Ebenso richtet sich die Behandlung nicht nur nach den Symptomen, sondern auch nach der Pers√∂nlichkeit und den individuellen Reaktionen auf einen Reiz. Psychische St√∂rungen wie Depressionen, √Ąngste oder Zw√§nge sind daher eine klassische Dom√§ne der Hom√∂opathie.

"Ich lasse die Patienten zun√§chst erz√§hlen", so Dr. Claudia de Laporte zur √Ąrzte Zeitung. "Meist schildern sie typische Symptome wie Schlafst√∂rungen, M√ľdigkeit, Kopfschmerzen, morgendliche Antriebslosigkeit oder niedergedr√ľckte Stimmung."

F√ľr wichtig h√§lt die Allgemeinmedizinerin, Hom√∂opathin und Psychotherapeutin, die seit zehn Jahren in eigener Praxis arbeitet, auch die Frage nach der Biografie und aktuellen Ausl√∂sern der Depression: "Anl√§sse sind auffallend h√§ufig Gef√ľhle von Nicht-Geborgensein, Trennungs√§ngste und tats√§chliche Verluste.

Nur bei Menschen mit sehr schweren Depressionen und Suizidgedanken nutzt sie zus√§tzlich die Schulmedizin, und zwar in Absprache mit einem Psychiater. Bei mittleren und leichten Depressionen gen√ľge fast immer die Hom√∂opathie allein, manchmal kombiniert mit einer Psychotherapie. Selten verschreibe sie Antidepressiva, und das meist auch nur so lange, bis sie das richtige hom√∂opathische Mittel gefunden habe.

De Laporte: "Wie das geschickt gef√ľhrte Anamnesegespr√§ch setzt auch die hom√∂opathische Arznei einen Impuls, wodurch den Patienten ihr Kernproblem bewusst wird."

Gute Erfahrungen mit hom√∂opathischen Substanzen hat sie auch bei √Ąngsten und Zw√§ngen gemacht: "In der Schulmedizin haben Zwangsst√∂rungen keine gute Prognose, aber mit Hom√∂opathika klingen sie h√§ufig √ľberraschend gut ab."
...

Das Antidepressiva bei DIr nicht wirken ist auch nicht ungewöhnlich. Den Artikel kann ich Dir empfehlen:

https://www.zentrum-der-gesundheit....krankungen/depressionen-uebersicht/depression

Ein paar Zitate daraus:

Depression: Diese Massnahmen k√∂nnen helfen​


Immer mehr Menschen sind von einer Depression betroffen. Die meisten nehmen Antidepressiva oder gehen zur Psychotherapie. Vielen Betroffenen geht es trotzdem nicht gut. Denn oft wird nicht nach den Ursachen gesucht, deren Behebung in manchen F√§llen gar nicht so schwer w√§re. Naturheilkundliche Massnahmen, die jeder selbst umsetzen kann, k√∂nnten hier eine grosse Unterst√ľtzung bieten und sollten jede konventionelle Therapie begleiten.


Helfen Medikamente gegen Depressionen?​

Antidepressiva aber heilen nicht. Sie wirken laut mancher Experten nicht viel besser als entsprechende Placebopr√§parate ( 7 ). Irving Kirsch beispielsweise ‚Äď Professor f√ľr Psychologie an verschiedenen Universit√§ten sowie Dozent f√ľr Medizin an der Harvard Medical School in Boston ‚Äď erhielt in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit f√ľr seine Studien, in denen er zeigte, dass die Wirksamkeit von Antidepressiva zum gr√∂ssten Teil auf einem Placeboeffekt beruht ( 6 ).

In der Zeitschrift f√ľr Psychologie erkl√§rt er in einem Artikel aus dem Jahr 2014, wie es dann √ľberhaupt dazu kommen kann, dass Antidepressiva eine Zulassung erhalten und millionenfach bei Depressionen verordnet werden.

Die Zulassungskriterien der FDA (US-Beh√∂rde f√ľr Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit) seien das Problem, schreibt Kirsch. Dort verlange man mindestens zwei klinische Studien, die einen signifikanten Unterschied zwischen dem Medikament und dem Placebopr√§parat zeigen k√∂nnen. Der Trick sei nun aber, dass man unendlich viele Studien machen k√∂nne, um letztendlich die zwei erforderlichen Studien vorweisen zu k√∂nnen. Die Studien mit negativem Ausgang w√ľrden einfach ignoriert.

Studien zur Wirkungslosigkeit von Antidepressiva werden nicht ver√∂ffentlicht​

Ein sehr gutes Beispiel f√ľr die selektive Ver√∂ffentlichung von Antidepressiva-Studien ‚Äď so Kirsch ‚Äď ist Vilazodon, ein Antidepressivum, das 2011 von der FDA zugelassen wurde. Man hatte f√ľr dieses Medikament insgesamt sieben kontrollierte Wirksamkeitsstudien durchgef√ľhrt. In den ersten f√ľnf zeigten sich keine signifikanten Wirkungen bei Depressionen. In zweien davon schnitt sogar das Placebopr√§parat besser ab.

Also liess der Hersteller zwei weitere Studien durchf√ľhren und schaffte es schliesslich, einen kleinen, aber signifikanten Unterschied im Vergleich zum Placebopr√§parat aufzuzeigen ‚Äď flugs wurde das Mittel von der FDA zugelassen. In den Informationen, die man √Ąrzten und Patienten zum entsprechenden Antidepressivum zukommen liess, konnte man lesen, dass zwei Studien die Wirkung des Mittels belegten, was beeindruckend klingt, aber nur, weil man von den f√ľnf erfolglosen Studien nichts weiss. Diese liess man vorsorglich unter den Tisch fallen.

Schon drei Jahre zuvor schrieben Turner et al. im The New England Journal of Medicine, dass in der Fachliteratur meist nur solche Studien ver√∂ffentlicht w√ľrden, die Antidepressiva eine Wirkung bescheinigten. So wurden zwischen 1987 und 2004 zw√∂lf Antidepressiva auf der Basis von 74 Studien zugelassen. 38 dieser Studien bescheinigten den Medikamenten eine Wirkung und 37 davon wurden ver√∂ffentlicht. Die √ľbrigen 36 der 74 Studien aber zeigten keine Wirkung nach Einnahme von Antidepressiva.

Nur 3 davon wurden mit diesem Ergebnis veröffentlicht. 22 wurden gar nicht publiziert, während 11 zwar veröffentlicht wurden, aber ihre Schlussfolgerungen plötzlich so formuliert waren, als hätten die Antidepressiva eine hilfreiche Wirkung gezeigt. Turner und Kollegen raten daher, stets die Ergebnisse einer Studie zu lesen und nicht nur die Schlussfolgerungen der Wissenschaftler ( 20 ).

Interessantes Nebenergebnis s√§mtlicher Antidepressiva-Studien ist, dass Placebo-Pr√§parate ‚Äď auch wenn sie oft einen positiven Effekt haben ‚Äď im Gegensatz zu den echten Medikamenten KEINE oder weniger Nebenwirkungen aufweisen. Die helfende Wirkung kann man sich also gut einbilden, die Nebenwirkungen der Antidepressiva gl√ľcklicherweise weniger gut.

√Ąrzte verschreiben lieber Antidepressiva als Psychotherapien​

Leider verschreiben √Ąrzte die nebenwirkungsreiche echte Variante ‚Äď und das auch noch sehr viel lieber als eine Psychotherapie. Gerade bei einer mittelschweren Depression, wenn eine Psychotherapie also besonders wichtig w√§re, werden laut einer Studie, die 2017 im √Ąrzteblatt vorgestellt wurde, oft nur Medikamente gegeben ( 2 ).

Bekommt man nun aber doch die √úberweisung zur Psychotherapie, dann heisst es nicht selten, sich erst einmal in Geduld zu √ľben. Denn die Wartelisten mancher Therapeuten sind so lang, dass Monate ins Land ziehen k√∂nnen, bis man den ersten Termin erh√§lt. Ist man endlich an der Reihe, erh√§lt man die Information, dass eine Psychotherapie keinesfalls von heute auf morgen wirke, man hingegen mit Monaten, wenn nicht gar Jahren rechnen m√ľsse, die man ‚Äěauf der Couch‚Äú verbringen werde. Von einer ‚Äěoptimalen Versorgung‚Äú depressiver Menschen ist die Schulmedizin also doch noch sehr weit entfernt. Gleichzeitig wartet man vergeblich auf Hilfe zur Selbsthilfe - eine L√ľcke, die wir wenigstens zu einem Teil mit diesem Artikel schliessen m√∂chten.

Depression: Nat√ľrliche Massnahmen k√∂nnen helfen​

Bei einer Depression gibt es viele ganzheitliche und naturheilkundliche M√∂glichkeiten, die nachweislich helfen k√∂nnen. Wer jedoch an Depressionen leidet, ist oft nicht in der Lage, mal eben ein Sportprogramm zu absolvieren, zu schauen, welche Nahrungserg√§nzungen erforderlich w√§ren, die Ern√§hrung ges√ľnder zu gestalten, die Nebenwirkungen von Medikamenten zu √ľberpr√ľfen, die man seit Jahren nimmt, geschweige denn ein ganzheitliches Konzept zusammenzustellen.

Wir m√∂chten daher schon an dieser Stelle darauf hinweisen, dass unser Artikel und die darin aufgef√ľhrten M√∂glichkeiten der Selbsthilfe nicht nur f√ľr depressive Menschen gedacht sind, sondern auch f√ľr Angeh√∂rige, √Ąrzte und Therapeuten, die dann den Betroffenen entsprechend beistehen und sie unterst√ľtzen k√∂nnen. Denn diese brauchen definitiv mehr als einfach nur Tabletten und oft auch mehr als eine Psychotherapie.

Allerdings ist es so gut wie nie so, dass eine ganz bestimmte Vorgehensweise oder ein ganz bestimmtes Mittel jedem Betroffenen gleichermassen helfen w√ľrde. Stattdessen scheint gerade bei einer Depression jeder einzelne Mensch ein ganz individuelles Konzept aus verschiedenen Massnahmen zu ben√∂tigen. Unser Artikel soll auf diese in Frage kommenden Massnahmen hinweisen. Welche davon letztendlich im Einzelfall sinnvoll und hilfreich sind, muss f√ľr jeden einzelnen Menschen sorgf√§ltig √ľberpr√ľft und individuell entschieden werden.

Was genau helfen kann:

https://www.zentrum-der-gesundheit....krankungen/depressionen-uebersicht/depression
 
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