Warum Berberin den Abbau verlangsamen kann
Berberin hemmt laut klinischen und in‑vitro‑Daten mehrere Cytochrom‑P450‑Enzyme:
- CYP2D6 – wichtig für Haloperidol und teilweise für Aripiprazol
- CYP3A4 – wichtig für Aripiprazol und Haloperidol
- CYP1A2 – schwächer, aber ebenfalls beteiligt
Die Hemmung dieser Enzyme kann zu
höheren Plasmaspiegeln der Antipsychotika führen.
Kurzfassung: Berberin hemmt laut aktuellen pharmakologischen Daten vor allem
CYP3A4,
CYP2D6,
CYP2C9,
CYP1A2,
CYP2E1 und Teile der
CYP2B‑Familie. Die stärksten und klinisch relevantesten Hemmungen betreffen
CYP3A4 und CYP2D6.
Welche Enzyme hemmt Berberin?
Die beste aktuelle Übersicht stammt aus einem Review von 2024/2025 (Naunyn‑Schmiedeberg’s Archives of Pharmacology).
Starke Hemmung (klinisch relevant)
| Enzym | Bedeutung | Stärke der Hemmung |
|---|
| CYP3A4/5 | wichtig für >50 % aller Medikamente | deutliche Hemmung (in vitro + klinisch plausibel) |
| CYP2D6 | metabolisiert viele Psychopharmaka (z. B. Haloperidol, Aripiprazol, Risperidon, Venlafaxin) | deutliche Hemmung |
Diese beiden Enzyme gelten laut Review als
die wichtigsten Interaktionspunkte von Berberin.
Wie stark hemmt Berberin CYP‑Enzyme – in Prozent?
Die Datenlage ist
heterogen, weil die meisten Studien
in vitro arbeiten und die tatsächlichen Leberkonzentrationen von Berberin beim Menschen schwer messbar sind. Trotzdem lassen sich
ungefähre Bereiche angeben, die in Reviews konsistent berichtet werden.
CYP3A4 – starke Hemmung
- IC₅₀ meist 1–10 µM
- Das entspricht in typischen Enzymassays einer Hemmung von ca. 40–80 %, abhängig von Konzentration und Substrat.
Klinische Relevanz: hoch→ CYP3A4‑Substrate können deutlich höhere Spiegel erreichen.
CYP2D6 – starke Hemmung
- IC₅₀ ebenfalls 1–10 µM
- Typische Hemmung in Assays: 30–70 %
Klinische Relevanz: hoch→ Besonders relevant für Haloperidol, Risperidon, Aripiprazol, Venlafaxin.