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Ein Versuch des Absetzens

Suizidgedanken können viele Medikamente auslösen, natürlich kann dies auch die Erkrankung auslösen. Ich nehme Venlafaxin seit September 2012 und es hilft mir sehr. So kann ich in Vollzeit auf dem 1.Arbeitsmarkt einer Tätigkeit nachgehen und habe noch ein Ehrenamt. Aber dennoch danke für den Hinweis! Mit 150mg hast du aber keine Schlafprobleme gehabt oder? Sondern nur mit mehr Bupropion? Dank dir.
Na das hört sich vernünftig an. Beruhigt mich.

Vor kurzem hatte ich mit 150mg Bupropion Schlafprobleme, nicht zu knapp. Mehr als 150 hab ich nie genommen.

Aber, damals als es mir verschrieben wurde, bekam ich keine Schlafprobleme. Aber da ging es vorher mir auch so schlecht, das ich u.a. oft nichtmal aufstehen konnte und mehrere Tage die Woche im Bett geblieben bin. Darum wurde es verschrieben, und dadurch konnte ich allmählich wieder aus dem Bett finden und meine Tage in Angriff nehmen.

Ein Grund übrigens, warum ich das Bupropion nochmal versuche.

Mal nebenbei: Super, dass du auch noch ein Ehrenamt machst. :)
 
Alles klar, danke für die ganzen Infos! Hilft mir sehr weiter. Und vielen Dank für das Lob! Ja, ich habe früher in der Jugend lange Fußball gespielt und mache nun seit vielen Jahren ehrenamtlich die Pressearbeit des Vereins. Für mich käme tatsächlich auch nur Bupropion als Venlafaxin-Ersatz in Frage. Mirtazapin z. B. macht meistens sehr dick. Von Pregabalin rät mir meine Ärztin ab, da es wohl kaum die Negativsymptomatik behandelt, sondern eher ein Ersatz für Mittel wie Tavor ist, aber laut ihr wenig antidepressiv wirkt. Die anderen Antidepressiva unterscheiden sich vom Wirkansatz nicht so stark. Klar ist auch, wenn ich mehr Venlafaxin nehmen würde so 150mg und aufwärts, wäre ich sicherlich stark unter Strom und könnte noch schlechter schlafen. 75mg ist ja so die Anfangsdosis neben 37,5mg, womit man im Regelfall eindosiert bzw. einschleicht.
 
Wie viel MG nimmst du denn Bupropion? Also ich will langfristig, wenn meine Krise mal vorbei ist, statt Venlafaxin 62,5mg-75mg 150mg Bupropion nehmen. Glaube mit 300mg würde ich Schlafprobleme möglicherweise bekommen. Habe einen dünnen Schlaf.
Ich nehme 650mg Quetiapin retardiert und aktuell noch 0,75mg Risperidon ein. Schleiche aber Risperidon gerade wieder aus.
@MoNe das mit Quetiapin hatte ich bei dir in Erinnerung nur zusätzlich Risperidon ist mir entfallen.

Zu deiner Idee mit Bupropion:
150 mg als Einstieg sind aus meiner Sicht die bessere Wahl. Nicht primär wegen des Schlafs, sondern weil man Nebenwirkungen besser einschätzen kann und eine langsame Steigerung generell verträglicher ist. 300 mg kann man später immer noch prüfen.

Wichtig bei der Umstellung ist, dass Venlafaxin dabei nicht parallel weiterlaufen sollte. Auch wenn Venlafaxin in niedriger Dosierung von der Wirkung her sehr SSRI‑nah ist, gibt es hier eine relevante Wechselwirkung: Bupropion hemmt das Enzym (CYP2D6), das Venlafaxin für seinen Abbau braucht. In Kombination kann Venlafaxin dadurch funktionell wie deutlich höher dosiert wirken und schlecht toleriert werden. Deshalb sollte Venlafaxin bei einer Umstellung auf Bupropion wirklich raus.

Wenn die serotonerge Komponente weiterhin gebraucht wird, wäre ein SSRI wie Citalopram (oder ggf. Sertralin) als Ergänzung deutlich sauberer, weil diese sich mit Bupropion besser kombinieren lassen. Niedrig dosiert (z. B. 5–10 mg Citalopram) kann das eine flexible, auch wieder absetzbare Stellschraube sein.

Zum Schlaf:
Durch das Quetiapin ist bereits eine starke schlaffördernde Basis da, sodass Bupropion nicht zwingend schlafstörend wirken muss. Falls es in der Umstellungsphase trotzdem Probleme gibt, kann man eher niedrigschwellig unterstützen, z. B. mit Doxylamin‑Tropfen (frei verkäuflich). Doxepin‑ oder Trimipramin‑Tropfen wären stärker, können aber auch Schlafüberhang machen. Trazodon wäre eine mildere Option und eher langfristig als serotonerge Ergänzung denkbar.

Sinnvolle Reihenfolge aus meiner Sicht:
  • Risperidon ausschleichen
  • Venlafaxin beenden
  • Quetiapin beibehalten
  • Bupropion zunächst 150 mg
  • optional niedrig dosiertes SSRI als temporäre Ergänzung
So bleibt die Umstellung übersichtlich, gut steuerbar und vermeidet unnötige Interaktionen.


sprachlich mit KI überarbeitet und Wechselwirkungen überprüft
 
@MoNe das mit Quetiapin hatte ich bei dir in Erinnerung nur zusätzlich Risperidon ist mir entfallen.

Zu deiner Idee mit Bupropion:
150 mg als Einstieg sind aus meiner Sicht die bessere Wahl. Nicht primär wegen des Schlafs, sondern weil man Nebenwirkungen besser einschätzen kann und eine langsame Steigerung generell verträglicher ist. 300 mg kann man später immer noch prüfen.

Wichtig bei der Umstellung ist, dass Venlafaxin dabei nicht parallel weiterlaufen sollte. Auch wenn Venlafaxin in niedriger Dosierung von der Wirkung her sehr SSRI‑nah ist, gibt es hier eine relevante Wechselwirkung: Bupropion hemmt das Enzym (CYP2D6), das Venlafaxin für seinen Abbau braucht. In Kombination kann Venlafaxin dadurch funktionell wie deutlich höher dosiert wirken und schlecht toleriert werden. Deshalb sollte Venlafaxin bei einer Umstellung auf Bupropion wirklich raus.

Wenn die serotonerge Komponente weiterhin gebraucht wird, wäre ein SSRI wie Citalopram (oder ggf. Sertralin) als Ergänzung deutlich sauberer, weil diese sich mit Bupropion besser kombinieren lassen. Niedrig dosiert (z. B. 5–10 mg Citalopram) kann das eine flexible, auch wieder absetzbare Stellschraube sein.

Zum Schlaf:
Durch das Quetiapin ist bereits eine starke schlaffördernde Basis da, sodass Bupropion nicht zwingend schlafstörend wirken muss. Falls es in der Umstellungsphase trotzdem Probleme gibt, kann man eher niedrigschwellig unterstützen, z. B. mit Doxylamin‑Tropfen (frei verkäuflich). Doxepin‑ oder Trimipramin‑Tropfen wären stärker, können aber auch Schlafüberhang machen. Trazodon wäre eine mildere Option und eher langfristig als serotonerge Ergänzung denkbar.

Sinnvolle Reihenfolge aus meiner Sicht:
  • Risperidon ausschleichen
  • Venlafaxin beenden
  • Quetiapin beibehalten
  • Bupropion zunächst 150 mg
  • optional niedrig dosiertes SSRI als temporäre Ergänzung
So bleibt die Umstellung übersichtlich, gut steuerbar und vermeidet unnötige Interaktionen.


sprachlich mit KI überarbeitet und Wechselwirkungen überprüft
Danke für die ganzen Infos, Maggi! Wusste ich teilweise noch gar nicht. Meine Ärztin hält leider nicht viel von Bupropion, aber letztendlich geht es ja um mich. Erstmal, wie du vollkommen richtig sagst, muss ich vom Risperidon weg. Das Zeug nehme ich seit einem Jahr und es geht mir schlechter als vorher. Das geht nicht. Dann nehme ich lieber mehr Schlafmittel, die aber nicht so massiv in den Dopamin-Haushalt eingreifen.
 
Danke für die ganzen Infos, Maggi! Wusste ich teilweise noch gar nicht. Meine Ärztin hält leider nicht viel von Bupropion, aber letztendlich geht es ja um mich. Erstmal, wie du vollkommen richtig sagst, muss ich vom Risperidon weg. Das Zeug nehme ich seit einem Jahr und es geht mir schlechter als vorher. Das geht nicht. Dann nehme ich lieber mehr Schlafmittel, die aber nicht so massiv in den Dopamin-Haushalt eingreifen.
Im Grunde ist die schwache D2-Rezeptorblockade das Problem beim Quetiapin, was man bei dir mit Risperidon ausgleichen versucht.
Vielleicht hattest du früher Aripiprazol in höheren Dosierungen und es schlecht vertragen oder innere Unruhe? Bin mir da etwas unsicher da ich das sicher schonmal gefragt habe.

Zu 0,7mg Risperidoin ist das Dosisäquivalent an Aripiprazol 3,4mg (siehe Neuroleptika Minimal S.4)
Das war bei mir auch meistens so etwa die minimal nötige Dosis.
Jetzt gibt es Aripiprazol normal ab 5mg in Tablettenform, wobei du die Tropfenform für geringere Dosierungen nutzen kannst.
Viele haben ja von Aripiprazol Akathisie also Bewegunsunruhe, was meist durch zu hohe D2 Blockaden begründet ist, da 5 mg schon ausreichen kann und die Akathisie bei 10 mg und höher stark zunimmt. Aripiprazol hat sonst ja kaum Nebenwirkungen.

Wenn du die Tropfenform verordnet bekommst, könntest du das Aripiprazol ganz sachte mg für mg eindosieren und das Risperidon gleichzeitig absetzen. Aripiprazol kann in dieser geringen Dosis deutlich angenehmer sein als Risperidon. Also ich bin früher mit Risperidon kaum klargekommen und das Aripiprazol für sich einzeln in kleiner dosis ist sehr mild. Bis auf leichte Unruhe, was später mit den ergänzenden Bupropion auch weggeht.
 
So. Hab mal in aller Ruhe nachgedacht. Und, meine Überlegungen in kurzen Stichpunkten aufgeschrieben. Zum Thema Bupropion. Ich glaube ich lasse das doch lieber. Zumindest vorerst. Meine Pro und Contra Liste spricht sich klar für das sein lassen aus. Das hat mir zu wenig realistische Erfolgschance. Aber, ich schlafe nochmal drüber. Sage morgen Bescheid, welche Entscheidung gefallen ist. Aber dann sind die Würfel gefallen.
 
Vielleicht wäre ein "Sowohl als auch" erstmal die bessere Möglichkeit. Kannst ja auch erstmal ein paar Tage oder Wochen warten ob du auf dem Weg ohne Bupropion weiterkommst oder sich Motivation, Antrieb und Kognitionen verschlechtern.

Andererseits hast du ja diesen kurzen 2 Test des Bupropions vorgeschlagen, was ja nur ein paar Tage sind ob sich nun unter höherer Aripiprazoldosis der Schlaf auch unter Bupropion wieder gebessert hat. Vorher hat es bei dir ja auch funktioniert, da du Bupropion doch Jahre eingenommen hast.

30mg Aripiprazol meintest du das du von der Dosis hattest, was ja maximaldosis ist. Insofern hat dich das Bupropion die letzten Jahre eher von den Dosierungen her wieder heruntergebracht, oder?

Da du es erst seit September abgesetzt hast, sind das ja keine Zeiträume, aber ich glaube einen großteil deiner heutigen Stabilität hast du dem Bupropion zu verdanken, da andere Patienten mit deiner hohen Gesamtmedikation wohl keinen so guten Gesamteindruck machen.

Problem ist das übliche Absetzversuche meist zum Scheitern verurteilt sind und du bis auf den Berberin keine wirkliche Strategie hast. Gut wenn das mit 15mg Aripiprazol und ohne Haloperidol zufrieden gibst und das klappt wäre es gut (falls es klappt), aber so glaube ich dass du dich etwas auf deinen Erfolgen ausruhst.
Einzig wäre vielleicht wenn die Jahrelange Einnahme des Bupropions was du hattest wirklich ausreicht und da sind 150mg eher wenig. Ich nehme es etwa seit 10 Jahren ein und konnte erst im letzten Jahr durchs Lithium-Orotate (nur 10-20mg aktuell) ganz aufs Aripiprazol verzichten.
Bei diesen letzten Dosisschritten kann das ganze Nahrungsergänzung zusammen insbesondere B6, Magnesium , teils Sulfarophan und Lithium-Orotate schon etwas ausmachen. Ich hab da auch zig Mittel daheim und ausprobiert.

Will dir nur sagen das du hier erstmal gar nix für dich ausschließen musst. Du kannst es Monate mit oder ohne Erfolg auch ohne Bupropion probieren. Du kannst es kurz für die 3 Tage testen um überhaupt zu sehen ob die Schlafstörungen sich nun geklärt haben und mit der Grunddosis deiner Antipsychotika zu tun hatten oder eben lassen.

Sind ja nur 3 Tage und zudem hast du dir Doxylamin bereits in der Apotheke gekauft was bei Einschlafstörungen die Bupropion macht in deiner Situation ausreichen sollte.
Wenn die Schlafstörungen stärker sind und kaum wegzubekommen, dann würde das eh für eine zu kleine Antipsychotikadosis sprechen dann wäre auch die Frage ob du nach dem Absetzen stabil bleibst.
Du hast eben doch in unseren beidseitigem Entschluss Haloperidol vergleichsweise schnell reduziert und das war vermutlich ein Grund warum Bupropion Schlafstörungen ausgelöst hat, da beides auf einmal, also Haloperidol reduzieren und Bupropion einschleichen etwas viel war.

Überlegs dir, mir kostet es ja auch Zeit, aber wir haben finde ich schon das mit dem Berberin gut eingeordnet. Mit den Schlafstörungen müsstest du dich etwas auf mir verlassen und Doxepin-Tropfen oder Trimipramin-Tropfen vom Psychiater wären abseits vom Doxylamit ideal um solche schlaflosen Nächte zu vermeiden. Damit kann man diese anfänglichen Schlafströrungen und auch so Bedarfsweise gut reagieren.
Fände es schade wenn du wegen 3 Tage kurz testen hinschmeißt.
 
Überlegs dir, mir kostet es ja auch Zeit, aber wir haben finde ich schon das mit dem Berberin gut eingeordnet.
Ja, das kostet uns beide hier Zeit, nur, weiß ich das es dabei um mich geht. Du hast da also gar nichts groß davon. Ich aber schon.

Zu der Bemerkung: „Auf meinen Erfolgen ausruhen“ das kann man so sehen, aber vielleicht muss man manchmal auch mal vernünftig sein und sich eingestehen, dass man jetzt nicht noch weiter gehen sollte.

Ich melde mich morgen. Wird wohl Abend werden.

Wenn ich mich (vorerst) dagegen entscheide, nenn ich auch die Gründe, werd dann aber nicht mehr darüber diskutieren.

Bis morgen (Mittwoch) Abend.
 
Ja, das kostet uns beide hier Zeit, nur, weiß ich das es dabei um mich geht. Du hast da also gar nichts groß davon. Ich aber schon.
Mir hilft es auch etwas und ich lerne auch dazu. Ich habe zwar schon 10 Jahre das Bupropion und seitdem kontinuierliche Erfolge, vorherige Absetzversuche waren Horror, zumindest war das kein Leben. Negativsymptome und Kognitionen hat Bupropion dramatisch bei mir verbessert, auf kurz und lang.
Heute schaffe ich es ohne Antipsychotika, was bei mir vorher undenkbar war.

Übliche Absetzversuche führen zu Rückfällen, die hinterher häufig noch mehr Antipsychotika und zu schlechteren Verläufen führen können.

Supersensibilisierung bedeutet wenn jemand immer mehr Antipsychotika braucht und du hattest ja teils schon sehr hohe Dosierungen:
Supersensibilisierung bei Schizophrenie bezeichnet meist eine Dopamin‑Supersensitivität: Das Gehirn reagiert übermäßig stark auf Dopamin, häufig als Folge einer längerfristigen Antipsychotika‑Behandlung. Dadurch können trotz Medikation Rückfälle, Wirkverlust oder Bewegungsstörungen auftreten.


🧠 Was passiert dabei biologisch?​

  • Langzeitblockade von Dopamin‑D2‑Rezeptoren (v. a. bei hohen Dosen) führt zur Hochregulation dieser Rezeptoren.
  • Ein Teil der neu gebildeten Rezeptoren befindet sich im High‑Affinity‑Zustand und reagiert besonders stark auf Dopamin.
  • Ergebnis: Schon normale Dopaminmengen lösen überproportionale Effekte aus.

⚠️ Klinische Folgen​

  • Toleranzentwicklung: Die bisher wirksame Dosis verliert an Effekt.
  • Rückfälle trotz stabiler Medikation („Breakthrough‑Psychosen“).
  • Dopamin‑Supersensitivitätspsychose: Verschlechterung bei Dosisreduktion oder sogar unter unveränderter Dosis.
  • Tardive Dyskinesien (späte Bewegungsstörungen) treten häufiger auf.

🧪 Wodurch wird das Risiko erhöht?​

  • Hohe D2‑Rezeptorbesetzung (≈ ≥ 80 %).
  • Langjährige Dauertherapie ohne Dosisanpassung.
  • Häufige Dosissteigerungen bei Rückfällen.
  • Abrupte Dosisreduktionen oder Absetzen.

🛠️ Therapeutische Konsequenzen (konzeptionell)​

  • Frühes Erkennen der Supersensitivität, um Eskalationen zu vermeiden.
  • Minimal wirksame Erhaltungsdosen anstreben.
  • Partialagonisten (z. B. Aripiprazol) können heraufregulierte Rezeptoren wieder normalisieren und induzieren selbst keine Supersensitivität.
  • Atypika mit starker 5‑HT2A‑Affinität und stabile Spiegel (z. B. Depotformen) gelten als günstiger.
  • Intermittierende Strategien werden diskutiert, um Dauerblockade zu vermeiden.

🔎 Einordnung​

Supersensibilisierung ist keine Eigenschaft der Schizophrenie an sich, sondern ein iatrogenes (behandlungsbedingtes) Anpassungsphänomen des dopaminergen Systems. Sie erklärt, warum manche Verläufe mit der Zeit instabiler werden, obwohl „mehr Medikament“ gegeben wird.

Punkt 1:
"Partialagonisten (z. B. Aripiprazol) können heraufregulierte Rezeptoren wieder normalisieren und induzieren selbst keine Supersensitivität."

@Byakko du wolltest ja zuerst Aripiprazol absetzen und dann Haloperidol. Der Schritt das Haloperidol loszuwerden ist richtig, da vor allem Haloperidol als starker Antagonist die Supersensivität induzieren kann.

Bei zu hohen Dosierungen und kontinuierlicher Einnahme ist das Risiko für Supersensivität gegeben.

Punkt 2
Dear Professor Stahl,
I have been following your work on functional psychopharmacology and monoaminergic balance with great interest, particularly your emphasis on differentiating dopaminergic and noradrenergic mechanisms beyond simple receptor blockade.

Based on my own long‑term experience with an interval‑based antipsychotic strategy, I would like to share an observation that may be conceptually relevant to your framework. During temporarily antipsychotic‑free periods, continuous treatment with bupropion led to marked improvements in cognitive functioning, motivation, and overall functional stability. At the same time, inner tension, irritability, and aggressive drive were substantially reduced, while psychotic stability was maintained.

Functionally, these effects appeared dissociable: The noradrenergic component (NET modulation) primarily reduced inner unrest and irritability, an effect I had already observed to a lesser degree with duloxetine. The additional dopaminergic component of bupropion (DAT modulation), however, seemed to improve negative symptoms, motivation, and cognitive processing and—contrary to common assumptions—contributed to psychotic stability rather than destabilization. Improved wakefulness and cognitive integration appeared to reduce misinterpretation and psychotic triggering, thereby extending stable antipsychotic‑free intervals without directly “blocking” psychosis.

Importantly, these effects depended on a therapeutic window. Continuous dopaminergic suppression through long‑term antipsychotic treatment proved functionally limiting, while excessively prolonged antipsychotic‑free phases eventually led to instability and reduced effectiveness of bupropion. In this context, short periods of antipsychotic re‑stabilization were sufficient to restore responsiveness, suggesting a dynamic balance rather than a linear dose–response relationship.

I have attached a brief brochure (German/English) summarizing this strategy and including a comparative overview of antipsychotic side‑effect profiles, reflecting my focus on long‑term tolerability and functional outcomes. My intention is not to propose a treatment recommendation, but to ask whether such patient‑derived observations might be conceptually relevant to ongoing discussions about monoaminergic modulation, therapeutic windows, and functional recovery in psychotic disorders.

Kind regards,

Markus Schmitt
schizophrenie-forum.com

„It is plausible that this strategy prevents potential dopaminergic supersensitivity.“— Stephen M. Stahl, persönliche Kommunikation




Bei dir @Byakko ist eine Intervalltherapie der Antipsychotika ist erstmal schwer zu realisieren, da kaum so einfach ganz absetzen kannst und praktisch betrachtet schon Supersensivität hast.

Das du im September einen Reduzierungsversuch unternehmen konntest spricht dafür, dass die Medikamente diese Supersensivität ein Stückweit überwunden haben. Nur das du mit Bupropion anfängst zu reduzieren war ungünstig. Du wolltest ja glaube ich Haloperidol als letztes absetzen, welches wiederum Supersensivität induziert und ohne zusätzliche 5-HT2A Blockade des Aripiprazol's würden beim Haloperidol womöglich schwere Bewegunsgsstörungen auftreten.

Somit hast du das genau falsch herum aufgezogen.

Die Erfahrung mit Berberin war trotzdem wertvoll und zudem hast du ja auch ins Forum hier gefunden, wo du Infos praktisch aus erster Hand bekommst ohne das eine leichte Nebenwirkung gleich einen völligen Therapieabbruch bedeutet.
Andere Betroffene beschweren sich einmal über die Schlafströrungen beim Bupropion, dann gibt es eben kein Rezept mehr es wird dauerhaft abgesetz und der Zug ist abgefahren.

Du kannst hier zumindest mit einfachen Mitteln, was Schlaftropfen wie Doxylamin oder auch Doxepin-Tropfen oder Trimipamin-Tropfen sind, diese Problematik abmildern und das bei schwereren Schlafströrungen höhere Dosierungen der Antipsychotika helfen können.

Das gilt es für dich ja nur umzusetzen und auszuprobieren und ein paar Tage deines Lebens dafür aufzuwenden für eine Krankheit die dich ein Leben lang begleitet. Die Schlafstörungen selbst sind behandelbar und war mehr oder weniger unser Fehler das Haloperidol parallel zum neuansetzen des Bupropion's reduziert zu haben.
Gut, jetzt hast du dafür Aripiprazol erhöht und nun sollte Bupropion unter den Umständen keine Schlafstörungen machen, zudem hast du dir Doxylamin-Tropfen von der Apotheke besorgt die leichte anfängliche Einschlafstörungen auch relativ gut wirksam adressieren können.

Das Berberin kannst du im Grunde beibehalten, da wenn es wirkt dieser Zusatznutzen dir zugute kommt und die Blutspiegelanstiege der Antipsychotika verglichen zum Bupropion moderat ausfallen.
Wenn du Bupropion wieder einnimmst und aktuell auf 15 mg Aripiprazol erhöht hast, dann solltest du wenn keine Schlafstörungen mehr auftreten eben langsam wieder auf 10 mg Aripiprazol reduzieren. Haloperidol hast du dann auch weiterhin auf 2 mg also den vorherigen Reduktionsschritt weiter eingepreist.
Bei Schlafstörungen hast du noch Doxylamin und wenn du deinen nächsten Psychiater-Termin hast, kannst du ja nach Doxepin-Tropfen oder Trimipramin-Tropfen fragen, die nix schaden wenn man zuhause hat.

In diesen weiteren Reduzierungsphasen wären dann Schlafstörungen dein Hauptproblem.

Ohne dem Bupropion wären psychotische Symptome und echte Rückfälle dein Hauptproblem die dich bei einem schweren Rückfall die Erfolge von Jahren Absetzens rauben können.

Für dich fällt dann die Intervalleinnahme des Antipsychotikums erstmal flach, aber anderweitig kannst du es so übernehmen:
Medikamentöse Orientierung bei Psychose – Schizophrenie (Langfassung)
 

Anhänge

Guten Abend,

also, kurz: ich versuche es von Donnerstag bis Samstag mit dem Bupropion.

Hier meine Überlegungen, warum ich es erst nicht versuchen wollte:

  • Selbst wenn das mit 15mg Aripiprazol und dem Bupropion nun klappt. Spätestens wenn das Haloperidol irgendwann weiter reduziert wird, ist wieder zu wenig Antipsychotische Wirkung da, und das Bupropion macht spätestens dann wieder Schlafprobleme
  • Wenn das so schon so ist, wie soll das später bei der Intervallmethode klappen? Man könnte dann Schlafmittel nehmen und sedierende Antidepressiva, aber dann nimmt man am Ende mehr Tabletten als vorher… das kann ja nicht der Sinn sein.
  • Aber: Weiß nicht wenn man erst ans Bupropion gewöhnt ist, ob das dann nicht mehr so schwerwiegend ausfällt mit den Schlafproblemen
  • Aber Maggi meinte, er nimmt zwischen 300 und 600 mg Bupropion, was wirklich nicht wenig ist, da 300mg eigentlich die Maximaldosis ist
  • Statt so einer riesigen Menge Bupropion scheint es mir besser zu sein, nur 15mg Aripiprazol zu nehmen, und die Nahrungsergänzungsmittel, und wenn ich damit auf Dauer klarkomme, dann hab ich antidepressiv-stabilisierende und antipsychotische Wirkung in nur einem Medikament, und zwar in einem gut verträglichen Medikament.
  • Wenn ich das Bupropion wirklich irgendwann doch brauchen sollte, dann kann ich es immer noch wieder nehmen. Das merke ich ja dann wie meistens sehr schnell. Aber momentan ist es einfach unnötig. Und jetzt etwas zu ändern, weil es vielleicht, unter Umständen, in Zukunft wieder nötig werden könnte, ist ja Quatsch
  • Ohne die antipsychotische Wirkung des Aripiprazol sehe ich auch keine realistische Chance, auf Dauer ohne Psychosen auszukommen. Meine beiden Psychosen hatten zwar Auslöser, aber man weiß ja nie.
  • Kurz: Nur mit 15mg Aripiprazol und den Nahrungsergänzungsmitteln, ohne das Bupropion und ohne das Haloperidol, wenn das klappt auf Dauer, dann ist viel gewonnen. Wenn es nicht klappt auf Dauer, kann man immer noch versuchen. Aber: es geht mir ja momentan bestens so (auch wenn noch 2mg Haloperidol da sind).
Das war das. Leider hab ich heute bemerkt, das ich Konzentrationsschwierigkeiten beim Lesen (aufmerksamen Lesen) bekomme scheinbar. Ich muss viele Sätze mehrmals lesen um sie gelesen zu haben.

Das fuscht mir jetzt in meinen Plan rein.
Bupropion kann Kognitivität verbessern (Konzentration).
Also lange Rede kurzer Sinn: Ich versuch es mit dem Bupropion.

Aber ohne Schlaf-Helfer, die kommen nicht in Frage.
Heißt das ich dann zur Not nur Aripiprazol oder Haloperidol erhöhen kann, oder den Test mit dem Bupropion erfolglos beenden werde.

Also, Donnerstag morgen nehme ich Bupropion wieder ein.
Die Würfel sind gefallen, ich berichte.
 
also, kurz: ich versuche es von Donnerstag bis Samstag mit dem Bupropion.
Es zwingt dich keiner und wir reden hier von milden Schlafmitteln die auf Rezeptoren wirken die auch von den Antipsychotika angesprochen werden.
Das was du unter Schlafmittel verstehst sind Benzodiazpine die sehr stark Abhängig machen.
Diese Schlaftropfen und Antidepressiva wirken auf Histamin und so, da entsteht keine Abhängigkeit und die sind angenehmer als wenn man sich mit Antipsychotika vollballert und zig andere Rezeptoren inkluslive dieser zum schlafen belegt werden.
  • Selbst wenn das mit 15mg Aripiprazol und dem Bupropion nun klappt. Spätestens wenn das Haloperidol irgendwann weiter reduziert wird, ist wieder zu wenig Antipsychotische Wirkung da, und das Bupropion macht spätestens dann wieder Schlafprobleme
  • Wenn das so schon so ist, wie soll das später bei der Intervallmethode klappen? Man könnte dann Schlafmittel nehmen und sedierende Antidepressiva, aber dann nimmt man am Ende mehr Tabletten als vorher… das kann ja nicht der Sinn sein.
  • Aber: Weiß nicht wenn man erst ans Bupropion gewöhnt ist, ob das dann nicht mehr so schwerwiegend ausfällt mit den Schlafproblemen
  • Aber Maggi meinte, er nimmt zwischen 300 und 600 mg Bupropion, was wirklich nicht wenig ist, da 300mg eigentlich die Maximaldosis ist
Wenn du Bupropion einnimmst, solltest du normal das Aripiprazol eh wieder sachte auf 10mg reduzieren, da 15mg Aripiprazol dann wie 20mg wirken sollte.
Anfängliche Einschlafströrungen sind beim Bupropion auch so normal und du hattest doch gesagt das du es Jahre hattest. Wie hat es denn dann vorher bei dir funktioniert, was war damals denn anders? Wielange hattest du es genau/ungefähr eingenommen?
Die Schlaftropfen sind für so leichte Schlafstörungen mild und effektiv, was in den Absetzphasen eben ratsam wäre. Wenn diese Schlafstörungen stärker sind dann musst du eh wie jetzt deine Dosis erhöhen.

Ansonsten musst du ohne Bupropion eh damit rechnen das sich die Supersensibilisierung bei dir fortsetzt und du immer höhere Neuroleptikadosierungen brauchst. Dann treten bei der Reduktion keine Schlafstörungen auf, sondern bei gleichbleibenden Dosierungen kann es schon zu psychotischen durchbrüchen kommen, also das es im schlimmeren Fall immer höhere Dosierungen werden.

Du bist aktuell in keiner Situation um überhaupt an eine Intervalltherapie zu denken.

Die Jahre vorher hat es doch mit Bupropion funktioniert, hattest du nie 300mg und wieviele Monate hast du es eingenommen. Da waren dann keine Schlafstörungen da?
 
Na das hört sich vernünftig an. Beruhigt mich.

Vor kurzem hatte ich mit 150mg Bupropion Schlafprobleme, nicht zu knapp. Mehr als 150 hab ich nie genommen.

Aber, damals als es mir verschrieben wurde, bekam ich keine Schlafprobleme. Aber da ging es vorher mir auch so schlecht, das ich u.a. oft nichtmal aufstehen konnte und mehrere Tage die Woche im Bett geblieben bin. Darum wurde es verschrieben, und dadurch konnte ich allmählich wieder aus dem Bett finden und meine Tage in Angriff nehmen.

Ein Grund übrigens, warum ich das Bupropion nochmal versuche.

Mal nebenbei: Super, dass du auch noch ein Ehrenamt machst. :)
@Maggi hier die Antwort zu deiner Frage mit dem Bupropion.

Ist mir schon klar, das mich keiner zwingt. Wären die Konzentrationsprobleme nicht, ich würde es sein lassen.
 
Also diese Nacht exzellent geschlafen, trotz Bupropion. Vielleicht war wirklich das Reduzieren des Haloperidol viel zu schnell gewesen.
Konzentration ist wieder besser.
Aber was das Schlafen angeht, ich würde die nächsten Nächte abwarten, keine voreiligen Schlüsse ziehen. Aber bin überrascht…
 
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