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Im Forum findet man eine neuartige medikament√∂se Behandlungsoption f√ľr Psychose, welche bei Negativsymptomen wirksam ist und ein relativ normales Leben trotz der Erkrankung erm√∂glicht. Psychose / Schizophrenie kann auch der Anfang von einem besseren Lebenskapitel sein und es gibt auch viele Chancen, die damit er√∂ffnet werden.

Matthew

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Registriert
2 Aug. 2021
Beiträge
19

Hallo zusammen,

ich nehme nun schon seit einer etwas längeren Zeit wieder Clozapin abends zu mir und versuche nach und nach diese wieder langsam zu reduzieren.
Konkret war ich √ľber einem l√§ngeren Zeitpunkt auf 200mg unterwegs - mittlerweile bin ich bei 75mg, ohne dass iwelche psychotischen Symptome aufgetreten sind.

Meine Frage:

Wie sieht es bei euch aus mit der Schlafdauer unter Clozapin oder anderen sedierenden Neuroleptika?

Abends, wenn ich meine Medikamente einnehme, bin ich sp√§testens nach 1,5 Std. eingeschlafen (das einzig positive an dem Medikament). Allerdings schlafe ich momentan 8,5 - 9 Std. t√§glich, was mir sehr zu denken gibt. Dadurch bleibt mir einfach weniger vom Tag √ľbrig und morgens wache ich auf, als h√§tte ich am Vorabend was wei√ü ich alles zu mir genommen.
Dadurch, dass ich die Möglichkeit habe, wieder ins Berufsleben einzusteigen, könnte ich vllt noch damit leben mit 8 Std. zurecht zu kommen. Aber jeden Morgen diese Qual beim Aufstehen, auch nach 8 Std. Schlaf?
Gibt es hier Leute, die ein √§hnliches Neuroleptikum zu sich nehmen, dennoch 8 Std. Vollzeit arbeiten gehen, mit Lebensfreude, trotz Neuroleptika? Oder muss ich mich damit abfinden - sollte ich mein Neuroleptikum bis an mein Lebensende nehmen m√ľssen - jeden Morgen mich aus dem Bett qu√§len zu m√ľssen und es vllt iwie zur Arbeit zu schaffen?

Ich werde immer erst im Laufe des Tages richtig wach und abends, wenn das Medikament nachl√§sst, f√ľhle ich mich gef√ľhlt viel besser. Aber dann steht die Medikamenteneinnahme halt wieder an...

Danke schon einmal!
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Hallo @Matthew ,
das Problem mit dem Schlaf lässt sich nur schwer lösen, weil man mit einer Psychose insgesamt deutlich mehr Schlaf braucht wie jemand gesundes.

Die Neuroleptika k√∂nnen die Schlafqualit√§t bessern und den Schlafbedarf reduzieren, aber tragen gleichzeitig zur Negativsymptomatik bei, von daher ist es gut da einen Mittelweg zu finden indem man da nur soviel wie notwendig einnimmt. Zus√§tzliche spezielle Antidepressiva wie das Bupropion was auch ein Nikotinentw√∂hnungmittel ist, k√∂nnen die Motivation tags√ľber verbessern und insgesamt einen aufgeweckter machen, diese k√∂nnen bei sinnvoller Anwendung die Lebensqualit√§t deutlich steigern und die Negativsymptomatik reduzieren.

Es gibt ja eine ganze Reihe atypischer Neuroleptika, Clozapin wird etwa eher bei therapieresistenten Psychosen bevorzugt eingesetzt.
Etwas neuartigere Wirkstoffe wie Aripiprazol k√∂nnen einen Versuch Wert sein, das gilt unter den Neuroleptika als eines der am Besten vertr√§glichen kann aber zu Unruhe und Restsymptomen f√ľhren.

Hier im Forum findest du dazu einen ganz neuartigen Ansatz der die Vorteile von Aripiprazol und bestimmter Antidepressiva (Bupropion+Citalopram) so kombiniert, das die Negativsymptome und Positivsymptome sich deutlich verbessern und die Nachteile des Aripiprazols wegfallen:
Medikamente-Empfehlung f√ľr Psychose

Mein Ratschlag w√§re von daher √ľber so einer kompletten Umstellung nachzudenken, was man in Absprache mit dem Psychiater hinbekommen sollte.

Da w√ľrde die Psychose mehr √ľber die Negativsymptomatik mithilfe des Bupropions geheilt werden was auch ein Nikotinentw√∂hnungsmittel ist. Das Neuroleptikum in dem Fall Aripiprazol kann sp√§ter Form einer Intervalleinnahme angewendet werden und w√§re damit erheblich reduziert, so das sich die Wirkung gegen die Negativsymptome deutlich verbessert. Auf l√§ngere Sicht l√§sst sich damit die Erkrankung eher heilen als mit den √ľblichen Methoden die meist nur auf die Neuroleptika setzen.

Damit lässt sich zwar einiges deutlich verbessern, aber Schlafstörungen und erhöhter Schlafbedarf sind bei der Erkrankung mit einzuplanen, da wäre also ein Halbtagsjob schon eine Leistung.
Häufig gibt es da auch die Möglichkeit eine Erwerbsminderungsrente oder Teilerwerbsminderungsrente zu beantragen, gerade wenn es beruflich eben kaum zu schaffen ist.

Diese beschriebene medikament√∂se M√∂glichkeiten hast du um da erstmal f√ľr dich das Beste herauszuholen und wenn sich die Situation damit verbessert, dann kannst du auch eher sehen was f√ľr berufliche M√∂glichkeiten du noch hast.

Ich w√ľrde also erstmal empfehlen da das Maximale f√ľr sich herauszuholen was die Medikamente angeht, in dieser Zeit erstmal einen Gang runterschalten damit du da keine schlechten Kompromisse eingehen musst.
 

Ist es nicht eher so, dass die Neuroleptika den Schlafbedarf erh√∂hen. Es werden Dopaminrezeptoren blockiert. Alleine die Wirkung macht schon m√ľde. Mehr Schlaf w√§re da doch ne Folge.
 

@Kuehnibert , es kommt drauf an.
Insgesamt wird ja das Gehirn auch weniger beansprucht, weil das Dopamin gesenkt wird. Damit muss man im Schlaf weniger Dinge verarbeiten als es sonnst der Fall wäre.
Aripiprazol hat bei mir in kleiner Dosis keinen schlafverk√ľrzenden Effekt, bei h√∂heren Dosierungen hat das bei mir den Schlaf verk√ľrzt und das habe ich auch schon von Anderern geh√∂rt.

Ich w√ľrde von daher da weniger pauschalisieren. Einerseits kann es gut sein das man wegen der Sch√§digungen durch die Neuroleptika mehr schlaf braucht, das ist ja chemische Lobotomie wie etwa beim Alkohol, wo sich das Gehirn von dem Eingriff erholen muss. Andererseits hat das reduzierte Dopamin eher eine verk√ľrzende Wirkung auf den Schlaf weil sich weniger Dinge im Kopf abspielen und man somit auch im Schlaf weniger verarbeiten muss.
So zumindest meine Annahmen dazu.
Das die Neuroleptika zum Teil sedieren ist ja auch unterschiedlich, es gibt √§hnlich wie bei den Antidepressiva Neuroleptika die weniger sedieren/m√ľde machen und welche die kaum sedierung haben und die man auch morgens einnehmen kann (etwa Aripiprazol)
Insofern wäre das mit der Sedierung wieder Wirkstoffspezifisch. Manchmal kann ein sedierendes Medikament auch helfen das man Abends besser durchschläft und am nächsten Tag fitter und ausgeschlafener ist.
 

Es kommt bestimmt stark aufs Antipsychotikum an.

Ich glaube Olanzapin und Clozapin verl√§ngern eher den Schlaf wohingegen Aripiprazol eher den Schlaf verk√ľrzt.

Bei mir war es auch so, dass ich durch die Psychose gar nicht mehr schlafen konnte. Erst durch Olanzapin war das möglich. Anfangs hab ich dann auch nur 8 Stunden gepennt. Zwischenzeitlich warens dann fast 12 Stunden. Mittlerweile sinds 9.
 

@Admin
das Problem mit dem Schlaf lässt sich nur schwer lösen, weil man mit einer Psychose insgesamt deutlich mehr Schlaf braucht wie jemand gesundes.
Ich durfte schon vor einigen Jahren mal mein Clozapin komplett ausschleichen. Da habe ich dann nicht mehr Schlaf ben√∂tigt, sondern bin nach 6 Std. relativ und viel besser als momentan aus dem Bett gekommen. Die Dauer von 6 Std. sind mit dem Neuroleptikum momentan einfach undenkbar - ich w√ľrde nicht aus dem Bett kommen.

Die Neuroleptika können die Schlafqualität bessern und den Schlafbedarf reduzieren, aber tragen gleichzeitig zur Negativsymptomatik bei, von daher ist es gut da einen Mittelweg zu finden indem man da nur soviel wie notwendig einnimmt
Dazu bereits geschrieben, dass ich mit meinem Neuroleptikum eher mehr Schlaf ben√∂tige. Was die Negativsymptomatik angeht, da stimme ich mit dir √ľberein. Weil solange mein Medikament am wirken ist, f√§llt es mir gef√ľhlt schwerer, mich f√ľr Aktivit√§ten aufzuraffen, als es dann abends oder im Laufe des Tages ist, wenn das Medikament nachl√§sst.

Zus√§tzliche Antidepressiva m√∂chte ich eher ungern einsetzen aus mehren Gr√ľnden:

Es sollte mein Clozapin einmal k√ľnstlich zus√§tzlich mit Fluvoxamin erh√∂ht werden wegen eines Verdachts, der sich nicht best√§tigt hat. Das hatte mich dann nur weiter sediert, sodass ich nach einmaliger Einnahme dieses nicht mehr einnehmen sollte.
Des Weiteren je mehr Medikamente ich zu mir nehme, umso mehr Nebenwirkungen befallen mich dann auch noch. Finde ich in Bezug auf meine Libido z.B. auch eher sehr negativ.

Clozapin habe ich damals bekommen, weil ich bei 2 oder 3 anderen Neuroleptika EPMS entwickelt hatte und deren Nebenwirkungen mich insgesamt noch h√§rter getroffen hatten. Bei Clozapin f√ľhlte mich im Vergleich zu den anderen Neuroleptika im Geist wesentlich frischer. Es geht wirklich so gesehen nur darum, morgens aus dem Bett zu kommen. Was mich einfach daran √§rgert ist, dass ich wesentlich mehr Schlaf ben√∂tige und darum weniger vom Tag habe.

Dein von dir empfohlenes oder geratenes Aripiprazol soll man, wenn ich das richtig gelesen habe, morgens zu sich nehmen. Da ist die Frage dann, ob ich wirklich diesen Prozess durchmachen m√∂chte, von meinem Medikament zu wechseln. Weil es an f√ľr sich gut wirkt, nur was die Schlafdauer halt betrifft. Zudem finde ich es ehrlich gesagt etwas kritisch, dass du so einen Medikamentencocktail einfach empfiehlst. No Offense.

 
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