Ich glaube daran das Psychosen einen Sinn haben.
Die Psychose kann dich zwingen dein Leben zu ändern wenn etwas darin nicht funktioniert. Sie kommen nicht so zum Spaß. Vielleicht hatte man die falsche Arbeit, zuviel Arbeit, eine toxische Beziehung oder ein ungelöstes Trauma. Ohne die Psychose hätte ich nie zum Glauben gefunden, hätte nicht so viel Selbstdisziplin, Empathie, mein Schreibtalent entdeckt oder den Wunsch meine Karriere zu verändern um anderen Menschen zu helfen. Ich hätte nie so tolle Menschen kennengelernt. Schizophrenie gilt als unheilbar, sie ist aber auch eine Chance sich klar zu machen wer man ist und was man will. Dieser Prozess kann sehr schmerzvoll sein und man fragt sich manchmal "Warum ich!?" oder "Wann hat dieser Alptraum ein Ende?". Ich glaube daran dass die Psychose dafür sorgen kann zu einem authentischen, gereiften Selbst zu gelangen. "Werde der du bist". Nur wenn wir uns selbst erforschen können wir uns entfalten und wachsen. Das geht nicht ohne Schmerzen.
In diesem Zusammenhang ist auch spannend das Konzept der "Heldenreise" nach J. Campbell. Es enthält die Therorie dass alle Heldengeschichten die Kulturübergreifend erzählt werden uns an den Prozess der "Individuation" erinnern. Star Wars ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Es geht immer darum in eine magische Welt einzutauchen um tief sitzende Blockaden und Schatten zu konfrontieren und ins Leben zu integrieren und so als gereifter Mensch zurück in die "normale Welt" zu kommen. Hier gibt es erstaunliche Parallelen zur Psychose Erfahrung.
Wer Erfahrungen mit psychischen Problemen bekommt, hat die einmalige Chance durch das Überwinden dieser Phasen sich selbst und seine Umwelt besser zu verstehen und seinen/ihren Platz in der Welt zu finden. Viele von denen die wir als "normal" betrachten, machen nie solche tiefgreifenden Erfahrungen und viele führen ein oberflächliches, langweiliges Leben oder leben so wie man es von ihnen erwartet. Genaugenommen sollten wir der Psychose sogar dankbar sein.