LordHabicht
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Was tun wenn Fremde Hilfe brauchen

Wenn wir im Alltag durch die Stadt gehen, treffen wir manchmal Menschen denen es ganz offensichtlich nicht gut geht. Sie starren ins Leere, haben eine ungewöhnliche Körperhaltung oder sprechen oder schimpfen laut mit sich selbst oder mit Personen die nicht da sind (manche Menschen sind aber nur am telefonieren). Oder sie reden lautstark auf andere Fußgänger oder Wartende an der Bushaltestelle ein und sagen Dinge die keinen Sinn ergeben.
Diese Menschen könnten Hilfe brauchen. Vielleicht haben sie Anzeichen einer Psychose? Eine psychotische Episode draußen „in der Wildniss“, kann für den Betroffenen oder andere Menschen sehr gefährlich sein. Je nach dem was sich diese Person gerade „zusammenspinnt“.
Solche Betroffene sind unter extremem Stress und suchen durch das Selbstgespräch oder das Einreden auf Andere eine Lösung. Es ist wichtig dass sie professionelle Hilfe bekommen. Der erste Schritt ist die Person anzusprechen und zum Beispiel zu fragen „Entschuldigen Sie, ich sehe dass sie gerade sehr unter Stress sind. Wollen Sie mir sagen was los ist?“ Viele Menschen mit Psychosen sind extrem misstrauisch und manche haben Angst vor der Psychiatrie oder der Polizei. Hier sollten Sie einfühlsam und höflich sein.
Wenn die Person Wahnideen äußert bringt es nichts diese abzutun „Ach das kann doch gar nicht sein“. Für diese Person ist der Wahn Realität. Validieren Sie erst ein mal nur die Emotionen. „Ja, ich glaube dass sich das sehr belastend anfühlt“. Versuchen Sie die fremde Person dazu zu bewegen Hilfe zuzulassen. „Wäre es ok für sie wenn ich einen Arzt anrufe der Ihnen hilft? Ich bleibe so lange bei Ihnen“.
Dann rufen Sie die 112 an, nennen den Ort und warten auf Hilfe. „Hallo, hier an der Haltestelle xy ist jemand mit einer psychischen Krise, der Hilfe braucht, können Sie einen Krankenwagen schicken?“. Bleiben Sie bei der fremden Person und hören geduldig zu und versuchen Sie sie zu beruhigen.
Wenn die Situation eskaliert und die Person wegläuft oder agressiv wird müssen Sie die Polizei rufen. Das tut man nicht gerne, aber für diese Person ist es langfristig besser wenn sie in einer Psychiatrie untergebracht wird, dort bekommt sie Hilfe und kann sich in wenigen Wochen stabilisieren und darf wieder nach hause. Psychiatrie ist kein schöner Ort, aber es ist ein sicherer Ort wo Menschen wieder gesund werden.
Fazit
Fremden Menschen mit Psychosen zu helfen kostet etwas Überwindung, aber Sie sollten nicht einfach nur wegschauen. Es kann gut sein dass sie im Leben und der Gesundheit dieses Menschen einen echten Unterschied machen. Es ist ein Akt der Courage und Nächstenliebe. Diese Menschen sind krank und können nichts dafür. Deswegen brauchen sie professionelle Hilfe bevor etwas passiert.